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12-06-2024 | Buchführung | Fragen + Antworten | Article

Neue Grenzen für die Buchführungspflicht entlasten KMU

Author: Sylvia Meier

2:30 min reading time

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Das Wachstumschancengesetz hat die Grenzen für die Buchführungspflicht angehoben. Das soll den Buchhaltungsaufwand bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) senken. Wie, das zeigen unsere Fragen und Antworten.

Das Wachstumschancengesetz wurde im März 2024 nach einem langwierigen Gesetzgebungsverfahren verabschiedet. Es bündelt zahlreiche Neuregelungen. Zu denen gehört auch die Anhebung der Grenzen für die Buchführungspflicht. 

Was ist die Buchführungspflicht?

Sie ist Grundlage der Gewinnermittlung durch Bilanzierung. Grundsätzlich sind Kaufleute zur Buchführung verpflichtet, wenn nicht bestimmte Größenkriterien unterschritten werden, die im Handelsgesetzbuch (HGB) beziehungsweise der Abgabenordnung (AO) definiert sind. In diesen Fällen greift die weniger aufwendige Einnahmen-Überschussrechnung. Werden die Grenzwerte allerdings überschritten, dann führt an der Buchführungpflicht kein Weg vorbei. Mit der Neuregelung will der Gesetzgeber mehr Unternehmen von hohem Buchhaltungsaufwand entlasten.

Welche neuen Grenzen gelten?

Mit dem Wachstumschancengesetz wurden die Grenzen angehoben. Demnach sind Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 800.000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 80.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, nicht zur Buchführung verpflichtet (§ 241a HGB). Vergleichbares regelt § 141 AO für gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte.

Bisher lagen die Grenzen bei 600.000 Euro Umsatzerlöse und 60.000 Euro Jahresüberschuss.

Ab wann gelten die neuen Größenkriterien?

Die Änderungen durch das Wachstumschancengesetz gelten erstmals für Wirtschaftsjahre mit Beginn nach dem 31. Dezember 2023.

Welche Kriterien müssen Unternehmen noch beachten?

Für buchführungspflichtige Unternehmen enthalten die Vorschriften der Rechnungslegung verschiedene Vorgaben, die sich nach der jeweiligen Größe richten. So werden Kleinstkapitalgesellschaften beispielsweise bei der Erstellung des Jahresabschluss entlastet, während Großbetriebe sehr viel mehr Pflichten erfüllen müssen. In welche Kategorie ein Unternehmen einzuordnen ist, bestimmen Schwellenwerte. 

Mit dem "Zweiten Gesetz zur Änderung des DWD-Gesetzes sowie zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften" wurden diese Schwellenwerte im April 2024 erhöht. Damit wird ein EU-Vorhaben in nationales Recht umgesetzt. Folgende Werte gelten ab dem Geschäftsjahr 2023:

  • Kleinstkapitalgesellschaft: 450.000 Euro Bilanzsumme (bisher: 350.000 Euro), 900.000 Euro Umsatzerlöse (bisher 700.000 Euro), zehn Arbeitnehmer (wie bisher auch)
  • Kleine Kapitalgesellschaft: 7,5 Millionen Euro Bilanzsumme (bisher: Sechs Millionen Euro), 15 Millionen Euro Umsatzerlöse (bisher zwölf Millionen Euro), 50 Arbeitnehmer (wie bisher auch)
  • Mittelgroße Kapitalgesellschaft: 25 Millionen Euro Bilanzsumme (bisher 20 Millionen Euro), 50 Millionen Euro Umsatzerlöse (bisher 40 Millionen Euro), 250 Arbeitnehmer (wie bisher auch)

Werden mindestens zwei von drei Schwellenwerte für mittelgroße Kapitalgesellschaften überschritten, gelten sie als große Kapitalgesellschaften. Zudem wurden die Grenzen für die Konzernberichterstattung angehoben.

Was sollten Unternehmen nun tun?

Die Rechnungslegung eines Unternehmens ist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Mit der Anhebung der Größenkriterien können sich positive Folgen ergeben: Für Unternehmen lohnt es sich, die neuen Regelungen genau unter die Lupe zu nehmen und mögliche Entlastungen in der Rechnungslegung zu identifizieren.

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