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19-07-2018 | Bürobau | Interview | Article

"Die Pilotfläche ist ein Teil des Change-Managements"

Author:
Christoph Berger

Wie nehmen Mitarbeiter neue Büros an? Fühlen sie sich in den Umgebungen wohl? Und zu welchen Veränderungen bei Prozessen und neuen Funktionen führen die neuen Umfelder? Mit Pilotflächen kann man sich all diese Fragen im Vorfeld beantworten.

Springer Professional: Herr Dr. Seiferlein, wann ist eine Pilot-Live-Fläche hilfreich, und wie lässt sie sich in den Unternehmensalltag integrieren?

Werner Seiferlein: Die Pilotfläche ist ein Teil des Change-Managements. Sie ist ein Heranführen an die Veränderungen im Rahmen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen. Wenn die Möglichkeit besteht, wird für den Bau eines Bürogebäudes oder die Sanierung bestehender Flächen eine Pilotfläche ausgestaltet. Mit einer Pilotfläche sind das Testen und das Entwickeln nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht. Die Pilotfläche wird so designt als wäre sie die potentielle Lösung eines Bürobau-Projektes.

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Ein Versuchsgelände sozusagen?

Ja. Allerdings darf es sich nicht um eine Ausstellungfläche handeln, die nach dem Mittagessen mal besucht wird, um Stühle zu testen. Die Fläche soll bei laufendem Betrieb unter den kritischen Augen der Belegschaft und deren Vertreter, zum Beispiel dem Betriebsrat, begutachtet werden.

Welche Erwartungen werden an eine solche Pilot-Live-Fläche geknüpft?

Mit einer Pilotfläche sollen wichtige und nützliche Erfahrungen für zukünftige Bauprojekte von Bürogebäuden gesammelt werden – und dies nicht nur bezüglich der Möbel, sondern auch hinsichtlich der Einhaltung von Funktionen und Prozessen. Bei einer üblichen Größe der zur maximal Verfügung stehenden Fläche werden so außerdem auch die Regelungen des Brandschutzes bestimmt. Die gewählte Fläche sollte, wie die gefundenen Parameter im Neubau, umsetzbar sein: Dies sind in der Regel 400 Quadratmeter – geht man von einem 'erfüllbaren' Wert von 15 bis 18 Quadratmeter pro Mitarbeiter aus.

Welche Bedürfnisse lassen sich noch mit Pilotflächen überprüfen?

Mit einer Pilotfläche werden nicht die Erfolgsparameter für den Bau eines Bürogebäudes beschrieben, diese können umfänglich in der Literatur entnommen werden. Der Schwerpunkt der relevanten Erfolgsfaktoren besteht heute vor allem aus den vernetzten gesundheitsrelevanten Erfolgsfaktoren für Bürogebäude: zum Beispiel Trends und Erkenntnisse in Form von Design, Farbkonzept und Prozesse.

Wer nutzt die Bürofläche?

Als Nutzer der Fläche kann grundsätzlich jede Abteilung gewählt werden oder sich melden. Die 'Versuchsabteilung' arbeitet auch nicht isoliert, sondern erhält von Zeit zu Zeit Rückmeldungen von den anderen Abteilungen. Diskussionen gibt es vor allem beim Controlling, bei Rechtsfragen sowie mit der Personalabteilung.

Welche Erfahrungen konnten Sie bisher mit Pilotflächen sammeln?

Klar ist, dass zufriedene Mitarbeiter messbar leistungsfähiger sind als unzufriedene. Prinzipiell bewerte ich es als sinnvoll, immer eine Pilotfläche zu haben, um agil zu bleiben. Denn die Entwicklungen gehen weiter. Verfügt man in diesen Zusammenhang über neue Ideen oder noch nicht verfügbares Equipment, sollte eine Spielwiese erhalten bleiben.

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