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17-08-2018 | Building Information Modeling | Im Fokus | Article

Handlungsempfehlungen aus BIM-Piloten

Author:
Christoph Berger

Zwischen 2015 und 2018 wurden vier Pilotprojekte wissenschaftlich analysiert, die alle teilweise mit Building Information Modeling umgesetzt wurden. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen wurden nun Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Die Kernaussage der Analyse vorweg: "Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist", sagt Prof. Dr. Markus König, Leiter des Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) – die RUB hatte die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM geleitet.

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Doch trotz dieser Erkenntnis gibt es laut seiner Aussage noch einiges zu tun. So seien beispielsweise eine weitere Standardisierung der Abläufe, Informationsanforderungen und des Datenaustauschs notwendig. Auch ein weiterer Aufbau von Kenntnissen und Erfahrungen bei allen Beteiligten ist erforderlich, heißt es in dem Bericht.

BIM für unterschiedliche Zielgruppen

Unterteilt ist die Analyse nach Zielgruppen: Es gibt Handlungsempfehlungen für Verwaltung, Kammern und Verbände, für öffentliche Auftraggeber, für Auftragnehmer sowie für bauausführende Unternehmen. Für sie alle werden die Themen Daten, Prozesse, Technologie und Qualifikation bearbeitet. Für die Verwaltungen, Kammern und Verbände kommt zudem noch der Punkt "Rahmenbedingungen" hinzu.

Ursprung der Untersuchungen ist der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Ende 2015 vorgelegte Stufenplan für die Einführung von BIM. Laut ihm soll das digitale Planen und Bauen vorangetrieben werden – denn durch den BIM-Einsatz verspricht man sich eine Erhöhung der Transparenz, eine Verminderung der Kostenrisiken, erhöhte Terminsicherheit, die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Verringerung der Gesamtbetriebskosten. So schreiben auch die Autoren des Kapitels "Building Information Modeling" im Springer-Fachbuch "Wendehorst Bautechnische Zahlentafeln", dass durch die konsequente Weiternutzung digitaler Informationen aufwändige und fehleranfällige Arbeit vermieden wird und ein Zuwachs an Produktivität, Transparenz und Qualität erzielt wird. Nicht zuletzt sieht die dritte und letzte Stufe des Plans vor, dass BIM ab 2020 bei neu zu planenden Projekten im Zuständigkeitsbereich des BMVI regelmäßig angewendet wird.

Ab 2020: BIM in allen BMVI-Projekten

Die jetzt veröffentlichten Handlungsempfehlungen resultieren aus Stufe 1, der Vorbereitungsphase. Diese hatte unter anderem zum Ziel, Standardisierungsmaßnahmen durchzuführen und Leitfäden, Checklisten und Muster zu erarbeiten. In Stufe 2, die bis 2020 laufen soll, werden die derzeitigen vier Pilotprojekte deutlich erweitert. Diese Ausweitung soll tiefere Erkenntnisse über alle Planungs- und Bauphasen hinweg bringen.

Für die jetzt vorliegende Analyse waren folgende vier BIM-Pilotvorhaben wissenschaftlich begleitet worden: die Brücke über den Petersdorfer See, A 19 Höhe Anschlussstelle Waren, die Talbrücke Auenbach, B 107 Südverbund Chemnitz, die Eisenbahnüberführung Filstal, Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sowie der Eisenbahntunnel Rastatt, an der Neubaustrecke Karlsruhe-Basel.

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