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01-01-2020 | BWK intern | Issue 1-2/2020

Wasser und Abfall 1-2/2020

BWK Intern

Journal:
Wasser und Abfall > Issue 1-2/2020
Inmitten eines bewaldeten Gebirgszugs zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel befindet sich die sogenannte Schachtanlage Asse II, ein ehemaliges Salzbergwerk in das von 1967 - 1978 große Mengen schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert wurden. Diese radioaktiven Abfälle befinden sich bis heute in insgesamt 126.000 Fässern in dem stillgelegten Salzbergwerk. Darin enthalten sind unter anderem 102 t Uran, 87 t Thorium, 28 kg Plutonium sowie 500 kg Arsen. Über die Asse II wird regelmäßig regional und überregional berichtet, denn die Lagerungsbedingungen für die gefährlichen Abfälle sind als äußerst ungünstig anzusehen - mitunter wird auch von alarmierenden Risiken gesprochen. Denn der Berg, in dem sich die Asse II befindet ist in Bewegung und seit 1988 dringt Grundwasser in das Bergwerk ein; derzeit sind es täglich ca. 13,5 m 3. Zudem wurden die Fässer mit den radioaktiven Abfällen seinerzeit fatalerweise äußerst unsachgemäß in die unterirdischen Kammern eingelagert, d. h. die Fässer wurden von den Gabelstaplern teilweise einfach über die Abhänge gekippt oder in bereits volle Hohlräume gequetscht. Um die Gefahren zu reduzieren, die von dem gefährlichen Zusammenspiel des eindringenden Grundwassers und dem damit verbundenen Kontakt zu den radioaktiven Abfällen sowie der maroden Anlage unter Tage ausgehen können, wurden schon vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die jedoch nicht von langer Dauer sind: Die Sicherung der Gänge und Schächte auf allen Ebenen durch zusätzliche Barrieren, insbesondere zum Schutz der Kammern in denen Abfälle lagern, oder der Einbau von Stahlträgern als Stützwände helfen letztlich nur kurzfristig und sind zudem sehr kostenintensiv. Ein Vergleich mehrerer Stilllegungsoptionen hat gezeigt, dass sich nur durch die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Asse II die Langzeitsicherheit herbeiführen lässt. Infolge des Beschlusses des Deutschen Bundestags für die vollständige Rückholung der radioaktiven Abfälle übernahm die neu gegründete Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) im Jahr 2017 die Betreiberverantwortung für die Schachtanlage Asse II. In der Infostelle der BGE (INFO ASSE) in Remlingen fand im Juni 2019 eine BWK-Veranstaltung der Bezirksgruppe Braunschweig statt, bei der das Team der BGE über die oben zusammengefassten Themen, wie z. B. die Geschichte, die radioaktiven Abfälle sowie die Akteure und Aufgaben in und um die Asse II informierten. Unterstützt wurden die Erläuterungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den Besuch der multimedialen Ausstellung, die sich innerhalb der Gebäude der INFO ASSE befindet. Im Anschluss an die BWK-Informationsveranstaltung wurde kurzerhand vereinbart, eine Befahrung der Asse II zu beantragen, um einen persönlichen Eindruck von der untertägigen Situation zu bekommen. Aufgrund der großen Nachfrage und der begrenzt verfügbaren Termine konnte die Befahrung letztendlich erst im November stattfinden. Die Teilnehmerzahl für die Befahrungen ist grundsätzlich auf maximal zwölf Personen beschränkt, wodurch die zur Verfügung stehenden Plätze schnell vergeben waren. Der Besuch der Asse II erfolgte dann am 26. November 2019 und zur besonderen Freude des Bezirksgruppenleiters, Dipl.-Ing. Axel Neumann, waren unter den Teilnehmenden erstmalig auch drei Mitglieder der BG Lüneburg, die mit einem Anfahrtsweg von etwa zwei Stunden Fahrtzeit natürlich gern gesehene Exkursionsgäste waren. In dem Zusammenhang betonte Neumann, dass die bezirksgruppenübergreifende Zusammenarbeit und gegenseitige Teilnahme an Veranstaltungen zukünftig gerne fortgeführt und weiter ausgebaut werden kann. Am Tag der Exkursion fand sich die Besuchergruppe des BWK um 12:00 Uhr an der INFO ASSE ein und nutzte die Zeit bis zur Befahrung für einen kurzen Imbiss. Anschließend erfolgte um 12:30 Uhr die Eingangskontrolle mit anschließender Zeit zum Umkleiden, eine obligatorische Sicherheitsunterweisung und eine kurze Einführung in die Thematik. Neu eingekleidet mit Schutzhelm, Geleucht, Sauerstoffselbstretter und Dosimeter in der Jackentasche wurde die BWK-Besuchergruppe mit einem vergitterten Förderkorb, der zehn Meter pro Sekunde zurücklegt, 490 m unter die Tagesoberfläche gefahren. ...

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