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Gen AI-Tools verändern das Suchverhalten

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KI-Sprachassistenten werden als Suchmaschine immer beliebter. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Nutzerverhalten, sondern auch auf Monopolist Google und Werbetreibende. Die rasante Entwicklung im Überblick.

Moderne Chatbots wie Chat GPT bieten Nutzern fortschrittlichste Mittel zur Internetrecherche.


Bis vor wenigen Jahren dominierte Google unangefochten die Spitze der Suchmaschinen. Nun hat der Tech-Konzern aus dem Silicon Valley erstmals Einbußen bestimmter Suchanfragen eingeräumt. Diese seien auf Such-Tools zurückzuführen, die auf Generativer Künstlicher Intelligenz (Gen AI) basieren. Vorrangig ist das Sprachmodell Chat GPT betroffen, das zum US-amerikanischen Unternehmen Open AI gehört. 

Chat GPT rangelt mit Google

Von rund 90 Prozent seien Googles Anteile auf dem Markt für Desktop-Suchanfragen in Deutschland unter 74 Prozent gesunken, wie das Online-Magazin xpert.digital berichtet. Oftmals handele es sich bei den Abkehrern aber um Schüler und Studenten, deren Suchanfragen kaum Einfluss auf Googles Anzeigengeschäft hätten.

Das konzerneigene KI-Tool "Gemini" profitiert demnach im Vergleich zum Konkurrenten Chat GPT nur spärlich vom KI-Suchtrend: Während Chat GPT etwa 160 Millionen aktive tägliche Nutzer vorweisen kann, kommt Gemini auf gerade einmal 35 Millionen User. Unabhängig vom Chatbot-Anbieter scheint die Entwicklung, dass klassische Suchmaschinen Schritt für Schritt von Gen-AI-Erweiterungen abgelöst beziehungsweise ergänzt werden, jedoch unaufhaltsam.

KI-Suchtools sind omnipräsent

Wie rasant diese Verschiebung bereits vonstatten geht, belegt die Studie "Der Aufstieg der KI-Such-Archetypen" von Yext, einer Plattform für Markensichtbarkeit, die von Researchscape International durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 2.237 Konsumenten in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt, die in den vergangenen drei Monaten Online-Käufe getätigt haben.

  • Das Ergebnis: 76 Prozent der deutschen User machen heute häufiger von KI-Suchtools Gebrauch als noch vor einem Jahr. 
  • 38 Prozent der Befragten nutzen die KI-Suche täglich oder auch mehrmals täglich. 
  • Weitere 32 Prozent greifen mehrmals die Woche auf Chat GPT & Co. zurück. 
  • Auch hier preschen die Deutschen voran: 70 Prozent der hiesigen Befragten greifen mindestens mehrmals pro Woche zu KI-Suchlösungen.  

Ergebnisse erzeugen Vertrauen

Laut der Studie lassen sich 42 Prozent der deutschen Verbraucher von Gen-AI-Suchtools bei der kreativen Ideenfindung unterstützen. Dabei geht es 32 Prozent um schnelle und sachliche Antworten. Zwar haben traditionelle Suchmaschinen hierbei immer noch die Nase vorne (49 Prozent). Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung beachtlich und vor allen Dingen rasant. Websites haben als direkte Anlaufstelle zur Recherche im Vergleich zu Suchanwendungen kaum Relevanz: Lediglich zwölf Prozent suchen direkt auf Websites nach Antworten.

Neben rationalen Beweggründen spielt auch eine emotionale Komponente dem Erfolg der Chat-GPT-Macher und Anbietern anderen KI-Anwendungen in die Karten. So vertrauen weltweit 62 Prozent der Konsumenten den Informationen, die sie von den smarten Chatbots erhalten. Mit 64 Prozent liegt dieser Anteil in Deutschland sogar noch höher. Offenbar überzeugt, dass die KI-Suche den Konsens etlicher Quellen ermittelt. Vor Googles "Übersicht mit KI" als erstes Trefferergebnis bei Online-Recherchen wurde lediglich eine prominent in der Suchmaschine platzierte Website angezeigt.

Anzeigengeschäft im Umbruch?

Die modernen Chatbots sind aktuell offenbar weniger leistungsstark bei regionalen Fragestellungen: 72 Prozent der Konsumenten in Deutschland haben KI-Plattformen zwar bereits genutzt, um nach lokalen Produkten oder Dienstleistungen zu suchen. Den Ergebnissen vertrauen jedoch nur 19 Prozent. Traditionelle Suchmaschinen schneiden deutlich besser ab: 43 Prozent schenken den Ergebnissen zu lokalen Recherchen Glauben, was insbesondere regional agierenden Unternehmen zugute kommt. 

Auch beim Anzeigengeschäft kann sich Google noch über seine Vorreiterrolle freuen -- zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Denn laut Angaben von Chat GPT könnten auch in Gen-AI-Suchtools künftig werbliche Anzeigen möglich sein. Da objektive Informationen das Aushängeschild der Plattform sind, sind markengefärbte Suchergebnisse aber eher unwahrscheinlich oder als solche eindeutig gekennzeichnet. Indirekt profitieren Unternehmen aber schon heute von Gen AI, indem die Tools bei der Erstellung von Kampagnen helfen oder Suchfunktionen auf Unternehmenswebsites unterstützen. 

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