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17-03-2017 | Cloud Computing | Im Fokus | Article

Der sichere Weg zur Cloud

Author:
Andreas Burkert
2:30 min reading time

Amazon Web Services ist der weltgrößte Cloud-Service. Dass dieser wegen eines Tippfehlers abschaltet, ist kurios. Doch Ausfälle sind trotz einer Verfügbarkeit von 99,99 Prozent nicht ungewöhnlich. Welche Kriterien aber sind noch wichtig?

Die Cloud in ihrer allgemeinsten Form hat inzwischen beinahe jedes Unternehmen durchdrungen. 95 Prozent der Unternehmen nutzen mittlerweile irgendeine Art der Datenauslagerung auf fremde Server. Das hat eine Befragung von RightScale bei etwa mehr als 1000 Unternehmen ergeben. Die Spielarten der Cloud-Nutzung sind dabei vielfältig, wie ein Blick in den State of the Cloud Report zeigt, der der Redaktion vorliegt. So nutzen etwa fünf Prozent ausschließlich die Private Cloud, mit 22 Prozent fast ein Viertel ausschließlich die Public Cloud. 72 Prozent wiederum nutzen unter anderem auch die Private Cloud, 89 Prozent die Public Cloud. Eine Schnittmenge von 67 Prozent schließlich verfolgen hybride Ansätze. 

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Ein genauer Blick in die Auswertung offenbart jedoch auch, dass sich 57 der Befragten den Diensten von Amazon Web Services (AWS) anvertrauen. Jenes Cloud-Angebot, welches vor Kurzem für Schlagzeilen sorgte, als die Amazon-Server wegen eines angeblichen Tippfehlers ausfielen. Trotz einer Verfügbarkeitsrate von 99,99 Prozent wie AWS mitteilt, ist die One-Cloud-Strategie Experten zufolge äußerst riskant. Medienberichten zufolge haben während des Ausfalls alleine die im Aktienindex S&P 500 gelisteten Unternehmen schätzungsweise 150 Millionen Dollar verloren. Ein Einzelfall?

Eine Verfügbarkeitsrate von unter 99,99 Prozent ist kritisch

Mitnichten. "Amazon entwirft seine Systeme unter der Annahme, dass sie ab und zu versagen", erklärte einst Amazons Vizechef Werner Vogels. Das gilt im Übrigen auch für die anderen Cloud-Dienste wie Windows Azure (34 Prozent), Google Cloud (15 Prozent), IBM (8 Prozent),  Oracle Cloud (3 Prozent) und Digital Ocean (2 Prozent), die dem Report zufolge die Plätze 2 bis 6 belegen. Die in Klammern genannten Zahlen geben in der Form allerdings keinen Aufschluss über mögliche Marktanteile. Laut RightScale handelt es lediglich pauschal um die Nutzung. "Die Anzahl dort ausgeführter Instanzen oder gar die dafür anfallenden Kosten werden nicht berücksichtigt“.

An dieser Stelle sei aber darauf hingewiesen, dass der größte Anbieter nicht zwangsläufig das optimale Angebot für einen Anwender hat. Zwar entscheidet die Wahl eines Dienstleisters auch über den Erfolg des jeweiligen Geschäftsmodells. Experten mahnen aber eindringlich davor, Verfügbarkeitsraten unterhalb der von großen Cloud-Anbietern zugesicherten 99,99 Prozent zu akzeptieren. Das Risiko durch andauernde Serverausfälle das Vertrauen der Kunden zu verlieren, steigt mit jeder Nichterreichbarkeit.

Preis schlägt Performance

Doch welche Regeln sollen bei der Auswahl eines Cloud-Services nun zu Grunde gelegt werden? Immerhin sind "Informationen bezüglich der von einen Cloud-Service zu erwartenden Qualität eine wichtige Voraussetzung für die Cloud-Service-Nutzung in vielerlei Hinsicht“. So formulieren es die Springer-Autoren  J. Wollersheim und H. Krcmar in Kapitel "Qualitätsanalyse und -bewertung von Cloud-Services“ ab Seite 41. Im Laufe ihres Beitrags zeigen sie dann unter anderem die Spezifika der Qualitätsanalyse von Cloud-Services auf.

Und die unterscheiden sich teils vom reinen Kennzahlenvergleich zu Werten wie Prozessoren, Anzahl der Virtuellen Maschinen, Speicherplatz oder auch Bandbreite. Die erleichtern zwar auch die Auswahl, sollten aber zusätzlich neben der Betrachtung einer flexiblen Abrechnungs- und Preispolitik erhoben werden. Bleibt noch der Blick auf die Performance von Cloud-Diensten, die im Übrigen auch eine überraschende Erkenntnis liefert. So gehört nämlich nicht der Marktführer Amazon zu den Top-Performern.  Laut einer von Crisp-Research durchgeführten Analyse führt Google das Ranking an - mit einer Durchschnittlichen Antwortszeit von 6047,4 Millisekunden. Verlierer in diesem Vergleich ist der Marktführer Amazon Web Services, der im Benchmarktest eine durchschnittliche Antwortszeit von 10792,91 Millisekunden erreicht.

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