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Controlling & Innovation 2025/2026

Nachhaltigkeit

  • 2025
  • Book

About this book

Dieses Buch zeigt die aktuellen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das Controlling auf. Das Controlling als Informationslieferant im Rahmen des Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesses muss auf diese Entwicklungen schnell und effizient reagieren. Dies gilt sowohl für das operative als auch für das strategische Controlling. Das Themenfeld der Nachhaltigkeit steht im Fokus der Betrachtung.

Die unter dem Begriff der Nachhaltigkeit zusammengefassten Phänomene und Herausforderungen verändern unsere gesellschaftlichen, ökonomischen und biologischen Systeme und Strukturen in bisher nie dagewesener Weise. Für Controllerinnen und Controller, die unter dem Ansatz der Rationalitätssicherung zielgerichtetes Handeln fördern und steuern wollen, ist die Nachhaltigkeit damit vielleicht die größte Herausforderung, der sich das moderne Controlling bisher stellen muss. Damit steht das Controlling als Disziplin, die sich des Nachhaltigkeitsthemas annimmt, sicher nicht alleine da. Aber vielleicht ist es gerade das Verständnis von Controlling, das im Umgang mit diesen Herausforderungen eine Schlüsselrolle einnimmt. Die zielgerichtete, rationale und evidenzbasierte Vorgehensweise, der sich Controllerinnen und Controller verschrieben haben, ist keineswegs eine Garantie dafür, die aktuellen und noch vor uns liegenden Herausforderungen zu lösen. Aber es ist die einzige Vorgehensweise, die hierzu überhaupt in der Lage ist.

Table of Contents

  1. Frontmatter

  2. 1. Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der strategischen und operativen Planung

    Ronald Gleich, Kim L. Dillenberger
    Zusammenfassung
    Controlling und Nachhaltigkeit sind eng miteinander verknüpft und angesichts des Klimawandels und steigender regulatorischer Anforderungen zunehmend relevant. Nachhaltigkeit wird ein fester Bestandteil der Unternehmenssteuerung, indem „Environmental“-, „Social“- und „Governance“-Aspekte in unternehmerische Entscheidungen einfließen. Dies fordert auch das Controlling, das künftig nicht nur klassische ökonomische Ziele, sondern auch Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen muss. Besonders der Planungsprozess ist davon betroffen, wie die International Group of Controlling (IGC) betont. Auf Basis eines Reifegradmodells für nachhaltige Unternehmenssteuerung werden Gestaltungsoptionen für die Integration von Nachhaltigkeit in der Planung vorgestellt. Die zentrale Rolle des Controllings in der Transformation zur nachhaltigen Unternehmenssteuerung wird damit deutlich.
  3. 2. ESG-Aktivismus im Aufsichtsrat und im Vorstand

    Maximilian Klingebiel, Norbert Klingebiel, Julia Lackmann
    Zusammenfassung
    Aktivistische Investoren und die von ihnen initiierten Kampagnen nehmen sehr vielfältig Einfluss auf die Entscheidungsfindung des Aufsichtsrates bzw. Vorstandes von börsennotierten Unternehmen und damit auf die Unternehmensentwicklung. Hierbei haben es diese Investoren verstanden, auf der Basis einer Minderheitsbeteiligung ihre Vorgehensweise zur Umsetzung ihrer Zielsetzungen im Zeitverlauf immer wieder dem veränderten Unternehmensumfeld anzupassen. Indem die Bedeutung der aktivistischen Investoren in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist und es sich hierbei offenkundig um kein vorübergehendes Phänomen handelt, erscheint eine umfassendere Auseinandersetzung mit der neueren aktivistischen Strategievariante des ESG-Aktivismus und deren Einfluss auf den Aufsichtsrat und Vorstand von (potenziell) attackierten Unternehmen angezeigt, wobei im Rahmen dieses Beitrags betriebswirtschaftliche und weniger rechtliche Aspekte im Vordergrund der Betrachtung stehen.
  4. 3. Nachhaltigkeitsstrategie

    Doppelte Wesentlichkeitsanalyse als Voraussetzung für die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie Thomas Mader
    Zusammenfassung
    Die gesetzlichen Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) machen die Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien in den berichtenden Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft obligatorisch. Mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse steht den Unternehmen zudem ein Instrument zu Verfügung, durch welches relevante Berichtsinhalte der Regulatorik unternehmensspezifisch gefiltert, abgeleitet und priorisiert werden müssen. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse identifiziert allerdings nicht nur Standards, sondern ist selbst ein strategisches Instrument, welches eine umfassende Grundlage für die Vorbereitung einer Nachhaltigkeitsstrategie sein kann.
  5. 4. Implikationen des ESRS G1 auf die notwendige Ausgestaltung von Controlling-Systemen

    Sean Needham
    Zusammenfassung
    Mit der Umsetzung der CSRD werden auch Berichtserfordernisse zur Corporate Governance eingeführt. Neben den Offenlegungsanforderungen des Querschnittsstandards ESRS 2, welcher insbesondere Berichtsvorgaben zur Zusammensetzung und Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, zur Ausgestaltung der Vorstandsvergütung sowie zu den nachhaltigkeitsbezogenen internen Risikomanagement- und Kontrollsystemen beinhaltet, werden mit dem ESRS G1 auch verschiedene Regelungen zur Berichterstattung über das Business Conduct (Unternehmensführung) des Unternehmens eingeführt. Diese Berichtsvorgaben erhöhen nicht nur den Umfang der Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern erfordern auch eine Anpassung der Controlling-Systeme. Im vorliegenden Beitrag werden daher die Offenlegungsanforderungen des ESRS G1 kommentierend dargestellt und deren Implikationen auf die Controlling-Systeme analysiert.
  6. 5. Wertschaffung durch Green Controlling

    Jörn Littkemann, Matthias Pfister, Linus Breun
    Zusammenfassung
    Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei der Förderung ökologischer Nachhaltigkeit, indem sie auf gesellschaftlichen Druck reagieren und ökologische Aspekte in ihre Entscheidungsfindung integrieren. In diesem Beitrag wird untersucht, wie Unternehmen durch verstärkten Nachhaltigkeitsfokus Wert schaffen können und inwieweit Green Controlling dabei unterstützend wirken kann. Green Controlling steuert Maßnahmen zur Erreichung ökologischer Ziele und misst die Effektivität von Nachhaltigkeitsaktivitäten, indem es unter anderem Nachhaltigkeitsberichte erstellt und relevante Informationen bereitstellt. Diese Berichte erhöhen die Transparenz und verbessern die Entscheidungsfindung, was zu einer Senkung der Kapitalkosten und einer verbesserten Unternehmensreputation führt. Zudem können Unternehmen durch Effizienzsteigerungen und die erhöhte Nachfrage nach nachhaltigen Produkten Umsatz und Profitabilität steigern. Trotz der Herausforderungen in der Datenerfassung und der Notwendigkeit von Investitionen in nachhaltige Technologien zeigt die Analyse, dass Green Controlling einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leisten kann.
  7. 6. Steuerung von Unternehmen auf Grundlage des Transformationsmanagement-Kompasses

    Barbara E. Weißenberger, Anna Katharina Meyer
    Zusammenfassung
    Unternehmerische Entscheidungen müssen heute auch auf nichtfinanzieller Nachhaltigkeit basieren. Doch wie stellen Unternehmen sicher, dass diese Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in Entscheidungsprozesse integriert werden? Unsere Forschung zeigt auf, wie diese Integration gelingen kann. Um zu analysieren, wie Nachhaltigkeitsziele und -kriterien in unternehmerische Entscheidungsprozesse eingebunden werden, führten wir 17 semi-strukturierte Interviews mit Führungskräften aus verschiedenen Branchen und Unternehmen unterschiedlicher Größe durch. Unsere Ergebnisse lassen sich strukturell in den sogenannten Transformationsmanagement-Kompass einordnen. Sie zeigen, dass vor allem die von der Geschäftsleitung gelebte und durchgesetzte strategische unternehmerische Grundüberzeugung (Belief Systems) zusammen mit einer interaktiven Steuerung eine zentrale Rolle spielt, um nichtfinanzielle Nachhaltigkeit sicherzustellen. Auf diese Weise kann es außerdem gelingen, den Wandel von transaktionalen Managementpraktiken hin zu transformationaler Führung zu vollziehen.
  8. 7. Der Nachhaltigkeitskompass: Mit der „Sustainability Balanced Scorecard (SBSC)“ die richtige Richtung für den Wandel finden

    Michael Greiling
    Zusammenfassung
    Kliniken stehen vor der Herausforderung, eine erstklassige Patientenversorgung mit der Erfüllung sozialer und ökologischer Verpflichtungen zu vereinen. Die gesetzlich vorgeschriebene Nachhaltigkeitsberichterstattung verlangt die Offenlegung und kontinuierliche Verbesserung ökologischer und sozialer Leistungen. Um Nachhaltigkeitsstrategien in den Klinikalltag zu integrieren, ist ein wirksames Führungskonzept unerlässlich. Die Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) bietet einen geeigneten Rahmen, um die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien zu fördern. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert eine klare Zielsetzung, effektives Projektmanagement, umfassende Schulung und kontinuierliche Kommunikation. Die volle Einbindung des Klinikteams, Kreativität und Fokus auf das Wesentliche sind ebenfalls entscheidend, um soziale und ökologische Verantwortung wahrzunehmen, wirtschaftliche Stabilität zu sichern und die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern.
  9. 8. Nachhaltigkeitsinformationen als Informationsbasis für Führungsentscheidungen im Bereich der Produktion

    Notwendigkeiten zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsberichterstattungspflichten Lina Warnke, Stefan Müller
    Zusammenfassung
    Nachhaltigkeit wird für Unternehmen zusammen mit anderen Megatrends wie der Digitalisierung und dem demografischen Wandel ein immer wichtigeres Thema, das vermehrt auch in die Steuerung und Führung des Unternehmens einfließt. Insbesondere da Produktionsunternehmen einen großen Einfluss auf Nachhaltigkeitsaspekte haben, ist die nachhaltige Steuerung der Produktion ein wichtiger Hebel zur Transformation der Wirtschaft. Somit erlangen Nachhaltigkeitsinformationen für Führungsentscheidungen in der Produktion eine entscheidende Bedeutung. Während die Nachhaltigkeitsstrategie häufig auf zentraler Ebene geplant und gesteuert wird, ist es unabdingbar, Maßnahmen auf Produktionsebene zu implementieren. Somit muss eine Balance zwischen zentralem und dezentralem Nachhaltigkeitsmanagement gefunden werden, welches sowohl vom Management als auch von den Beschäftigten ausgetragen und unterstützt werden muss. Dieser Beitrag befasst sich mit wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen für die Produktion und wie diese, z. B. durch Kennzahlen, in Führungsentscheidungen berücksichtigt werden können.
  10. 9. Herausforderungen und Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung

    Holger Averbeck, Matthias Vogele
    Zusammenfassung
    Der vorliegende Beitrag widmet sich den Herausforderungen und der praktischen Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung (2020/852), im folgenden EU-Taxonomie-VO genannt. Ausgehend von einleitenden Darstellungen zum derzeitigen Stand der Regulatorik werden die hieraus resultierenden Ziele, der Geltungsbereich sowie die Relevanz für Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche dargestellt. Hiervon ausgehend werden die einzelnen im Rahmen der Umsetzung der Berichterstattungspflichten zu implementierenden Handlungsschritte diskutiert. Ausgehend von der Klassifizierung taxonomiekonformer und taxonomiefähiger Wirtschaftsaktivitäten wird die Ermittlung der zu berichtenden Kennzahlen (Anteil nachhaltiger Umsatzerlöse, CapEx, OpEx) dargestellt. Im letzten Teil des Beitrags werden die in der praktischen Umsetzung vielfältig auftretenden Herausforderungen dargelegt sowie Lösungsansätze vorgestellt. Die Ausführungen beziehen sich auf den Rechtsstand zum 31. Dezember 2024.
  11. 10. Nachhaltigkeit und Risikomanagement

    Herausforderungen an die Risikoberichterstattung vor dem Hintergrund des Klimawandels Marc Diederichs, Christoph Riesch
    Zusammenfassung
    Der Klimawandel und die damit einhergehenden Risiken beschäftigen zunehmend die Finanzmärkte und institutionelle Investoren. Damit einher gehen auch veränderte Berichtsanforderungen an kapitalmarktorientierte Konzerne. Auch Gesetzgeber und Standardsetter nehmen sich der Thematik mehr und mehr an und verschärfen bzw. konkretisieren die Anforderungen an die Berichterstattung. Im Folgenden erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme, welche wesentlichen regulatorischen Anforderungen an die Berichtsinhalte der Risikoberichterstattung im Allgemeinen sowie an die Berichterstattung über Klimarisiken im Speziellen bestehen. Hierbei werden auch Grenzen, Herausforderungen und Widersprüche diskutiert. Anschließend werden ausgesuchte praxisorientierte Tools vorgestellt, wie Unternehmen (Klima-)Risiken im Rahmen ihres Berichtswesens abbilden können.
  12. 11. Nachhaltigkeit in der Unternehmensberichterstattung: Eine Analyse der Nachhaltigkeitsberichte ausgewählter Chemieunternehmen

    Yvonne Schneider, Sabine Eberl, Bernhard Hirsch
    Zusammenfassung
    Nachhaltigkeit kann als einer der Megatrends des Jahrzehnts betrachtet werden. Der Beitrag zeigt, wie unterschiedlich die weltweit zehn größten Chemieunternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung im Jahr 2022 ausgestalteten. Wir konnten feststellen, dass sich die Berichterstattung durch ein hohes Maß an Heterogenität beschreiben lässt. In vielen der untersuchten Unternehmen fokussiert sich die Berichterstattung vor allem auf umweltbezogene Kennzahlen, dicht gefolgt von sozialbezogenen Kennzahlen. Kennzahlen, die eine gute Unternehmensführung abbilden, werden am wenigsten häufig berichtet.
  13. 12. Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD: Praxiseinblick in die Umsetzung bei der Sport Group

    Holger Hoppe, Daniel Kornreiter, Lisa-Marie Rosskothen
    Zusammenfassung
    Der Beitrag thematisiert die Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse gemäß der EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und bietet einen praxisnahen Einblick in die Umsetzung bei der Sport Group. Er erläutert die Grundlagen des Wesentlichkeitskonzepts und der doppelten Wesentlichkeit im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung und skizziert den regulatorischen Rahmen der CSRD. Auf dieser Basis wird das methodische Vorgehen zur Bestimmung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen beschrieben und die praktische Durchführung der Analyse bei der Sport Group dargestellt.
  14. 13. Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts

    Alexandra Gabriel
    Zusammenfassung
    Die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten ist ein wesentlicher Bestandteil der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und wird im deutschen Recht voraussichtlich über den § 324b Abs. 1 und 2 HGB-E umgesetzt werden. In diesem Beitrag werden wir die unterschiedlichen, bislang vorhandenen Prüfungsüberlegungen betrachten und deren Anwendung diskutieren. Da es aber zum aktuellen Zeitpunkt in Deutschland noch keine endgültigen Verlautbarungen im Hinblick auf die Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts gibt und auch der Umsetzungsstand im HGB nur als Entwurf vorliegt, können die nachfolgenden Ausführungen folgerichtig nur einen vorläufigen Charakter haben. Die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten ist generell ein komplexer Prozess, der Fachwissen und Erfahrung erfordert. Es ist wichtig, dass die Prüfer nicht nur die technischen Aspekte der Prüfung beherrschen, sondern auch ein Verständnis für die strategische Bedeutung der Nachhaltigkeit für das Unternehmen haben. Dadurch können sie einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung und zur Stärkung des Vertrauens der Adressaten leisten.
  15. 14. Berichterstattung zu Treibhausgasemissionen gemäß europäischem Nachhaltigkeitsstandard (ESRS E1-6)

    Stefan Dahms, Thomas Kümpel
    Zusammenfassung
    Im Dezember 2022 wurde die Richtlinie (EU) 2022/2464 zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen verabschiedet, die international als Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bekannt ist (vgl. Umweltbundesamt o. J.). Die Richtlinie ist mit tiefgreifenden Änderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung verbunden, die unter anderem die Berichtsinhalte, den Darstellungsort und die Prüfungspflichten betreffen (vgl. Lerner 2023, S. 64). Durch die Richtlinie wurden zudem europäische Nachhaltigkeitsstandards mit der Bezeichnung European Sustainability Reporting Standards (ESRS) eingeführt, die detaillierte Angabepflichten und Regelungen zu den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführungen beinhalten (vgl. Amt für Veröffentlichung der Europäischen Union 2023, S. 2). Gemäß europäischem Nachhaltigkeitsstandard zum Klimawandel (ESRS E1-6) sind Unternehmen zukünftig verpflichtet, über direkte und indirekte Treibhausgasemissionen zu berichten (vgl. Amt für Veröffentlichung der Europäischen Union 2023, S. 84). Die Datenerhebung und Berechnung, insbesondere zu indirekten Treibhausgasemissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, ist dabei mit besonderen Herausforderungen verbunden (vgl. World Business Council for Sustainable Development, World Resources Institute 2011, S. 5 f.). Auch das Controlling und die kontinuierliche Überwachung der Emissionsdaten stellen Schwerpunkte dar, um die Erreichung festgelegter Klimaschutzziele und die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen zu unterstützen (vgl. World Business Council for Sustainable Development, World Resources Institute 2004, S. 8).
  16. 15. Abbildung „grüner“ Finanzierungen in der handelsrechtlichen Rechnungslegung

    Bilanzierung nachhaltigkeitsbezogener Anleihen (Green Bonds) im Lichte der Berichts- und Informationspflichten des European Green Bond Standard (EUGBS) René Pollmann, Michael Wendt, Thomas Kümpel
    Zusammenfassung
    „Grüne“ Finanzierungen, zu denen im Wesentlichen Green Bonds zählen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Ab Ende Dezember 2024 ist es Emittenten freigestellt, den European Green Bond Standard (EUGBS) anzuwenden. Die Verordnung dient als weitere Maßnahme der Umsetzung des Sustainable Finance Action Plan der EU und folgt der Taxonomie-Verordnung sowie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Die unter Berücksichtigung des EUGBS als EU Green Bonds bezeichneten Emissionen stellen dabei keine grundsätzliche neue Art von Anleihen dar, sodass sich die handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften nach den allgemeinen Grundsätzen richten. Die Emittenten sind durch Anwendung des EUGBS an weitreichende Transparenzpflichten gebunden, die neben Einhaltung der Prospektpflicht insbesondere Informationsblätter, Allokationsberichte und Wirkungsberichte umfassen. Investoren sollen hierdurch umfassende Informationen erhalten, um die Mittelverwendung bewerten und miteinander vergleichen zu können.
  17. 16. Nachhaltigkeitsmanagement und Immobilien der Sozialwirtschaft

    Hans-Christoph Reiss, Katharina Riewe, Dagmar Liebscher
    Zusammenfassung
    Das Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit ist präsent wie nie. Unternehmen der Sozialwirtschaft bieten ein enormes Potenzial, CO2-Emmissionen zu reduzieren. Gerade wenn man auf den Bereich Immobilien schaut, bieten sich eine Vielzahl von Lösungsansätzen, die zu einer nachhaltigen Immobilienbewirtschaftung führen können. Allgemein existieren im Immobilienbereich bereits umfassende Lösungsansätze, wie man ökologische Nachhaltigkeitsziele in die strategische und operative Planung von Immobilien integrieren kann. Für die Sozialwirtschaft ist das Thema Nachhaltigkeit im Immobilienbereich auf den ersten Blick kein vordergründiges Thema. Doch betrachtet man die Vielzahl an Immobilien der Sozialwirtschaft, ist dies ein Thema, welches allein aus wirtschaftlicher Sicht nicht außer Acht gelassen werden darf. Viele Unternehmen der Sozialwirtschaft haben dies bereits erkannt und entsprechende Ziele formuliert. Oft scheitert die Umsetzung entsprechender Maßnahmen an der Finanzierung und Umsetzbarkeit in einer zeitlich adäquaten Perspektive. Jedoch wird die Sozialwirtschaft nicht umhinkommen, dieses Thema intensiver voranzutreiben.
  18. 17. Nachhaltigkeit in Kommunen

    Dagmar Liebscher, Wolfgang Hafner
    Zusammenfassung
    Das Thema Nachhaltigkeit macht auch vor den Kommunen nicht halt. In diesem Artikel werfen die Autoren einen Blick auf den rechtlichen Rahmen unter dem Gesichtspunkt kommunaler Gestaltungsoptionen und wie Kommunen das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Handeln etablieren können. Hierzu wird über die Definition von Wirkungszielen, abgeleitet aus dem Oberziel der Kommunen, und deren Steuerung gesprochen und anhand zweier Beispiele beleuchtet. Anschließend werden Implikationen für die Kommunen abgleitet, die bewirken sollen, dass Kommunen handlungsfähig im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit werden oder bestenfalls bleiben.
  19. 18. Nachhaltigkeit und Controlling in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft

    Thomas Mader, Katharina Menacher
    Zusammenfassung
    Mit der Umsetzungspflicht der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) für das Berichtsjahr 2025 gerät für Unternehmen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft auch die Notwendigkeit zur strukturierten Erfassung der Berichtsinhalte und der Steuerung der individuellen Nachhaltigkeitsperformance in den Fokus. Insbesondere die Fähigkeit zum Benchmarking und der hieraus abgeleiteten Strategiefindung lassen sich über ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Controlling performant abbilden. Der vorliegende Beitrag entwickelt ausgehend vom Status quo in der Branche allgemeine Ansätze für ein solches Controlling. Hieran schließen Empfehlungen zur Implementierung der konzeptionellen Ansätze an.
  20. 19. Nachhaltigkeitsmanagement im Gesundheitswesen – Green Hospital

    Gabriele Moos, Christof Schenkel-Häger, Ben Sander
    Zusammenfassung
    Nachhaltigkeits- und Klimathemen sind auch in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft angekommen. In dem Beitrag wird Nachhaltigkeitsmanagement als strategische Aufgabe verstanden, die operationalem Handeln vorgelagert ist und dieses maßgeblich bestimmt. Am Beispiel der fiktiven RheinAhrCare Klinik soll der konzeptionelle Aufbau eines wirksamen Nachhaltigkeitsmanagements zum Green Hospital aufgezeigt werden. Dabei werden unter anderem folgende Aspekte betrachtet: Wie kann der konzeptionelle Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagement im Krankenhaus gelingen? Wie können Umweltaspekte in das Qualitäts-, Risiko- und Hygienemanagement integriert werden? Welche Synergien ergeben sich zwischen Lean Management und Umweltschutz und welche Kennzahlen bieten sich zur Messung von Umweltleistung und Lean-Erfolg an? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Nachhaltigkeitsthemen und Krankenhausreformen und was bedeutet Planetary Health im Krankenhaus?
  21. 20. Einfluss der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf den Chancen- und Risikobericht eines Krankenhauses

    Stefanie Böhmichen, Stina Hagemann
    Zusammenfassung
    Mit Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Lagebericht großer Kapitalgesellschaften treffen künftig zusammen mit der Chancen- und Risikoberichterstattung zwei Berichtselemente aufeinander, die in ihren Wesenszügen nicht unähnlich sind. Dabei nutzen beide wesentliche Informationen aus dem internen Berichtswesen im strategischen und operativen Controlling. Anhand konkreter Aspekte im Branchenbereich der Gesundheitswirtschaft werden die Einflüsse, die sich aus der Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf die Chancen und Risikobeurteilung ergeben, untersucht. Dazu werden Schnittmengen am Beispiel von Krankenhäusern herausgestellt. Im Fokus steht dabei auch, inwiefern Unternehmen bestehende Prozesse zur Risikoinventur auch für die Nachhaltigkeitsstrategie nutzen können.
  22. 21. E-Mobilität in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft

    Steuerrechtliche Implikationen für den Ausbau der E-Mobilität im gemeinnützigen Unternehmen Nils Schulten, Beata Wingenbach
    Zusammenfassung
    Die Dekarbonisierung des Verkehrssektors ist ein zentraler Bestandteil der deutschen Klimaschutzpolitik. Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft kommt aufgrund der Größe und der Vielzahl an Fahrzeugen und Infrastruktur eine besondere Verantwortung für die Erreichung dieses Ziels zu. Dazu haben insbesondere gemeinnützige Körperschaften verschiedene steuerrechtliche Herausforderungen zu beachten. Dies betrifft unter anderem eine etwaige Besteuerung von Drittlieferungen und die damit einhergehenden Restriktionen für die Verwendung steuerbegünstigter Mittel. Der Beitrag gibt einen Überblick, wie Ladeinfrastruktur, etwaige Stromlieferungen sowie die Anschaffung und Nutzung von elektrischen Fahrzeugen steuerrechtlich zu behandeln sind.
  23. 22. Die gemeinnützige Energiegesellschaft

    Die selbstständige Energieversorgung im Konzern als steuerbegünstigte Funktionsleistung Beata Wingenbach, Nils Schulten
    Zusammenfassung
    Die Steuergesetze bieten gemeinwohlorientierten und gemeinnützigen Unternehmen und Unternehmensverbänden vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, sich mit selbst erzeugtem, aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom zu versorgen. Für eine möglichst steuerneutrale Ausgestaltung von Eigenversorgungslösungen (Neutralität bzw. Befreiung hinsichtlich der Körperschafts- und Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Stromsteuer, ggf. auch mittelbar betr. Grundsteuer) sollte die Stromerzeugung und Stromversorgung möglichst innerhalb einer umsatzsteuerlichen Organschaft sowie in einem räumlichen Zusammenhang ablaufen. Zudem sollte die produzierte Strommenge und damit die Anlagengröße möglichst vollständig auf die Selbstversorgung ausgerichtet sein, um den mit der steuerrelevanten Drittlieferung einhergehenden Verwaltungsaufwand zu vermeiden.
Title
Controlling & Innovation 2025/2026
Editors
Thomas Kümpel
Thomas Heupel
Kay Schlenkrich
Copyright Year
2025
Publisher
Springer Fachmedien Wiesbaden
Electronic ISBN
978-3-658-48987-8
Print ISBN
978-3-658-48986-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-48987-8

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