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08-11-2019 | Controlling | Im Fokus | Article

Controller müssen sich höheren Anforderungen stellen

Author:
Sylvia Meier

Das Aufgabenfeld im Controlling hat sich verändert. So suchen Unternehmen heute nach Finanzfachkräften mit zusätzlichen Fähigkeiten. Was Controller neben dem Basiswissen noch für ihren Job mitbringen müssen. 

In Theorie und Praxis wird regelmäßig diskutiert, welche Rollen Controller heute übernehmen sollen. Zahlenprofi, Business Partner, Analyseprofi – es hat den Anschein, dass immer mehr Anforderungen an Controller gestellt werden. Einerseits sollen sie durch den digitalen Wandel bei vielen Tätigkeiten entlastet werden, andererseits kommen neue Aufgaben auf sie zu. Doch was erwarten Unternehmen nun tatsächlich von ihren Controllern? 

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Anforderungen an Controller: Qualitativ-empirische Ergebnisse von KMU

Das Controlling ist in der Unternehmenspraxis weitgehend etabliert und hat in der jüngsten Vergangenheit auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zunehmend an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind bspw. die Implementierung neuer IT-Systeme …

In ihrem Beitrag "Rollenspezifische Kompetenzprofile für das Controlling der Zukunft" (Controlling & Management Review, 7|2019) stellen Utz Schäffer und Lars Brückner die Ergebnisse einer Expertenbefragung  und die Befragung des WHU Controller Panels vor. Im Rahmen einer Delphi-Studie wurde ein idealtypisches Anforderungsprofil für Controller erarbeitet, welches sechs Kompetenzfelder umfasst. Nachfolgendes Schaubild (Schäffer/Brückner, Seite 16) gibt einen Überblick: 

Neuer Inhalt © Utz Schäffer/Lars Brückner

Neben dem Basiswissen in Finanzen und Controlling benötigen Controller also auch Kenntnisse im Management, bei der Kommunikation und Zusammenarbeit, im Bereich Technologie und Analyse, Geschäftsverständnis und zudem persönliche Fähigkeiten und Eigenschaften. Im Hinblick auf diese Fähigkeiten erklären die Autoren: "Ein Schelm, der nicht spätestens an dieser Stelle an die sprichwörtliche Eier legende Wollmilchsau denkt."

Die Autoren stellen fest, dass bewährte Kompetenzen unverändert wichtig sind und neben neuen Anforderungen oder Anforderungen, deren Ausprägung oder Bedeutung sich verändert haben, stehen. "Damit gewinnt ein schon bislang sehr ambitioniertes Anforderungsprofil sowohl im Bereich von "hartem" Fach- und Methodenwissen als auch bei den eher "weichen" Verhaltensthemen nochmals deutlich an Umfang und Tiefe." Können Controller diese Wunschvorstellung heute bereits erfüllen? 

Controller benötigen vielfältige Kompetenzen 

Im Rahmen des WHU Controller Panels wurden insgesamt 448 Controller und Finanzvorstände befragt, welche Kompetenzen Controller aktuell mitbringen. "Dabei wird deutlich, dass sich die Befragten bezüglich zentraler Kompetenzen wie analytischem Denken, Problemlösungsorientierung, persönlicher Integrität, kritischem Denken, Teamfähigkeit, zielgerichtetem Diskutieren oder auch Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit als stark einschätzen. Auch im Bereich traditioneller Fachkenntnisse bezüglich der Finanz- und Controlling-Prozesse und finanzieller Kennzahlen sowie hinsichtlich des Verständnisses von Geschäftsmodell und Werttreibern ihres Unternehmens sehen sie sich gut aufgestellt." Andere Kompetenzen, wie beispielsweise Programmieren, sind niedrig ausgeprägt. 

Doch müssen wirklich alle Kompetenzen erfüllt werden? Die Autoren vertreten die Auffassung, dass man die Fragestellung aus einer organisationstheoretischen Perspektive betrachten sollte. Denn dann sollten die notwendigen Kompetenzen eines Controllers aus den von ihm wahrgenommenen Aufgaben und den damit verbundenen Rollen abgeleitet werden. 

Controller-Rollen der Zukunft 

In dem Beitrag werden außerdem die neun idealtypische Controller-Rollen der Zukunft vorgestellt: 

  • Service Expert
  • Scorekeeper
  • Data Engineer
  • Functional Leader
  • Guardian
  • Data Scientist
  • Change Agent
  • Business Partner
  • Decision Scientist

Der Beitrag zeigt nicht nur die zentralen Ergebnisse der Expertenumfrage und des des WHU-Panels, sondern gibt einen direkten Ausblick auf die Rollenbilder im Controlling von morgen. Dabei werden auch die verschiedenen Kompetenzen den Rollenbildern zugeschrieben. Besonders interessant ist, dass die Autoren offenlegen, bei welchen Kompetenzen bis 2022 eine Bedeutungsveränderung erwartet wird und welche Rollenbilder im Hinblick auf Hierarchieebene und Unternehmensgröße besonders gefragt sind. 

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