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04-03-2013 | Controlling | Im Fokus | Article

Wie Vertrauen wirkt

Author: Eva-Susanne Krah

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Die "Macht des Vertrauens" nennen Jens Vollmar, Roman Becker und Isabella Hoffend ihr neues Buch zum "Machtfaktor Vertrauen" in Unternehmen. Worum geht es? Um den Einfluss von Vertrauen im Management in Bezug auf verschiedene Schnittstellen. Und darum, wie Vertrauen auf die Entscheidungsfindung von Managern wirken kann.

Vertrauen hat viele Gesichter. Ob im unternehmerischen Leitbild gegenüber Mitarbeitern, zwischen Managern und ihren Mitarbeitern oder auch schlicht im Kontakt zu Stakeholdern, Lieferanten und Kunden. Fast immer geht es dabei um den interpersonellen Dialog zwischen den beteiligten Menschen. Vertrauen sei zwischen diesen Parteien ein Phänomen, dem für das menschliche Zusammenleben eine hohe Bedeutung zugesprochen werde, meinen die Autoren des Buchs "Macht des Vertrauens", Jens Vollmar, Roman Becker und Isabella Hoffend. Am Beispiel der Interaktionsbeziehung zwischen Managern und Controllern eines Unternehmens beleuchten sie einen besonders sensiblen, interdisziplinären Ansatz und beschäftigen sich mit der Messung und Analyse der Vertrauenstreiber - wichtigen Vertrauenssäulen in der oft konfliktreichen Beziehung zwischen dem Management und Controlling im Unternehmen. Eine besondere Relevanz habe Vertrauen immer dann, wenn sich Menschen, die zusammenarbeiten, „aufeinander verlassen“ müssen. Gerade in solchen interpersonalen Kontexten sei es wichtig zu verstehen, wie Vertrauen entsteht, wie es gefördert oder verloren gehen kann.

Welche Rolle Vertrauenstreiber spielen

Interessante Überlegungen auf wissenschaftlicher Basis stellen Arrow (1969) und Noteboom (2002, S.38ff.) an. Danach geht Arrow davon aus, dass Vertrauen zu Kooperationsgewinnen und zur Senkung
von Transaktionskosten führt. Vertrauen hat für ihn immer eine ökonomische Perspektive, die sich beispielsweise auf Transaktionskosten bezieht. Vertrauen ziele aus dieser Perspektive heraus auf eine Senkung von Überwachungs- und Durchsetzungskosten im Unternehmen. Ebert (2009) identifiziert in seiner Meta-Analyse zum Thema Vertrauen gar 40 verschiedene Schlüsselvariablen, die in Verbindung zu Vertrauen stehen. Und bei jeder Vertrauensentscheidung schwinge immer auch eine Nutzenabwägung mit, meint Nooteboom (2002, S.38ff.) Vertrauen hat wie andere Steuerungs- und empathische Faktoren im Management also sowohl eine Rolle als Persönlichkeitsmerkmal, als auch eine ökonomische und eine sozio-kulturelle Bedeutung.

Controller als Einflussnehmer

Für die "Arbeitsbeziehung" zwischen dem Management und dem Controlling heißt das, Controlling als einen Prozess der Steuerung durch das Management zu interpretieren. Die Steuerung des Unternehmens erfolgt hierbei
über Ziele. Wo Vertrauen ins Spiel kommt, geht es zwischen beiden darum, dass der Controller den Manager in diesem Prozess zu unterstützt, fördert und ihm die notwendige Transparenz als Grundlage seiner Entscheidungsfindung schafft. Der Controller ist damit praktisch in allen Führungsphasen beteiligt und übernimmt quasi eine Beraterrolle für das Management. Hier wirkt der Machtfaktor Vertrauen vielleicht am stärksten zwischen beiden Funktionen. Denn nur wenn der Manager den Informationen und der Beratung seines Controllers vertraut, sind Entscheidungsfindungen möglich. Sie definieren die Leistung des Managers am Ende wesentlich. Der Controller als Machtfaktor? Ja, denn wenn sich der Manager auf die Informationen des Controllers einlässt, hat dieser die Möglichkeit, Autorität und Einflussmöglichkeiten zu nutzen. Ein Mangel an Vertrauen in Controller, kommen die Autoren zu dem Schluss, "könne zum Widerstand gegen Controlling-Systeme führen und sich damit im nächsten Schritt negativ auf den Unternehmenserfolg auswirken". Vertrauen hat also auch im Management mehr Einfluss als gedacht.

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Source:
Macht des Vertrauens

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