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24-04-2018 | Corporate Finance | Nachricht | Article

Autobanken trotzen der Dieseldiskussion

Author:
Christian Kemper
2:30 min reading time

Das Neugeschäft von Leasing- und Finanzierungsverträgen für Kraftfahrzeuge wächst kräftig. Das freut die Herstellerbanken, die trotz einiger Unsicherheiten in der Automobilbranche optimistisch gestimmt sind.

Eine historische Bestmarke verkündet Peter Renkel, Geschäftsführer des Verbands der Banken der Automobilwirtschaft (BDA), für das vergangene Geschäftsjahr. "Die Herstellerbanken konnten im anziehenden Automobilmarkt 2017 weiter wachsen und insgesamt Rekordwerte erzielen", sagte er anlässlich der Prsäentation der Zahlen Ende April in Frankfurt am Main.

Das Gesamtvolumen der von den zwölf Verbandsmitgliedern betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge stieg bis zum Jahresende um zehn Prozent auf knapp 125 Milliarden Euro. Mit gewerblichen Fahrzeugen erzielten die auch Captives genannten Geldhäuser ein Neugeschäft von 26,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Neuverträge mit privaten Verbrauchern legten um neun Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu. Dabei stieg das Privatleasing mit elf Prozent stärker als das Finanzierungsgeschäft, das um acht Prozent anzog. 

"Dem Trend zum Nutzen statt Besitzen folgend, haben wir erstmalig eine 50-50-Aufteilung zwischen Finanzierung und Leasing bei privaten Kunden", erläuterte der Verbandsgeschäftsführer. Entsprechend groß sei auch die Nachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen, wie Versicherungen, Reparatur- und Wartungsservices sowie Garantieverlängerungen.

Mobilität kommt aus einer Hand

"Autofahrer möchten heute alle laufenden Kosten ihrer Mobilität in einer planbaren Monatsrate zusammenfassen", wirbt Christian Ruben, Chief Executive Officer der Toyota Kreditbank und Geschäftsführer von Toyota Leasing, für die Zusatzservices seiner Banche. Dienstleistungsverträge seien ein wesentliches Wachstumsfeld, ein anderes sei die Finanzierung von Gebrauchtwagen. In dem Segment wollen die Captives den Finanzdienstleistern, die nicht an einen Hersteller gebunden sind, künftig Geschäft streitig machen. "Im Gebrauchtwagen-Bereich sind noch immer starke Wachstumspotenziale für uns vorhanden", betont Ruben und verweist auf neue Online-Portale wie "Hey Car" von Volkswagen Financial Services. 

Trotz anhaltender Unsicherheiten in der Automobilwirtschaft sehen die Captives, vertreten durch den BDA, insgesamt gute konjunkturelle Rahmenbedingungen auf sich zukommen. Jedenfalls gebe es wegen der Dieseldiskussion keinen zusätzlichen Rückstellungsbedarf der Geldhäuser. So seien die Restwerte der betroffenen Fahrzeuge immer noch auf einem hohen Niveau, nachdem sie von einem Tiefpunkt beim Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2009 bis zum Herbst 2017 um etwa elf Prozent gestiegen waren. Zudem könnten weiter anziehende Restwerte bei benzinbetriebenen Fahrzeugen einem möglichen Verfall bei Dieselautos entgegenwirken.

Widerrufsjoker zieht nicht

Einer möglichen Klagewelle ausgelöst durch den Widerruf von Finanzierungsverträgen sieht der BDA entspannt entgegen. Bislang seien dem Verband rund 300 Fälle bekannt, in denen Kunden einen Finanzierungs- oder Leasingvertrag widerrufen wollen. In etwa zehn Prozent der Fälle habe das jeweilige Gericht der Klage stattgegeben, wobei die Kunden immer eine Nutzungsentschädigung zahlen müssten.

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