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2022 | Book

Corporate-Startup-Partnerschaften

Innovation durch Kollaboration

Editors: Jasmin Weber, Alexander Elz

Publisher: Springer Berlin Heidelberg

Book Series : Organisationskompetenz Zukunftsfähigkeit

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About this book

Etablierte Unternehmen sehen sich zunehmend mit Entwicklungen konfrontiert, die die Anforderungen an ihre Transformationsgeschwindigkeit erhöhen – so wird das Rennen um die vorderen Plätze beispielsweise durch die Digitalisierung angefacht. Dabei stellen sie immer häufiger fest, dass ihnen der eigene, teils jahrzehntelange Erfolg durchaus im Weg stehen kann und die benötigte Innovationskraft oft nicht innerhalb, sondern außerhalb des Unternehmens zu finden ist. Eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die Kollaboration mit Startups.

Corporate-Startup-Partnerschaften vereinen die Kapazitäten etablierter Unternehmen mit der Flexibilität von Startups, was zu mehr Innovationsfähigkeit und damit Wettbewerbsvorteilen führen kann. In diesem Buch werden die Vor- und Nachteile solcher Partnerschaften, die Hebel für ihren Erfolg und die Phasen ihrer Evolution durch erfahrene Expert:innen beschrieben. Praktische Handlungsempfehlungen ergänzen die detaillierte Analyse.

Table of Contents

Frontmatter

Teil I

Frontmatter
1. Warum die deutsche Politik die Zusammenarbeit zwischen etablierter Industrie und Startups unterstützt
Zusammenfassung
Kann ein Unternehmen, das viele Jahre, gar Jahrzehnte damit verbracht hat, ein bestimmtes industrielles Produkt immer noch ein bisschen besser zu machen, überhaupt auf die Idee kommen, dieses Produkt durch eine digitale Anwendung zu ersetzen? Digitalisierung beinhaltet Disruption, und das bedeutet, dass das eigene Geschäftsmodell obsolet und durch ein digitales Geschäftsmodell ersetzt wird. Deshalb ist es für die Transformation der deutschen Industrie essenziell, mit Startups zusammenzuarbeiten. Eben weil es schwierig ist, sich komplett neben sich zu stellen und die Dinge völlig anders zu denken, ist es unabdingbar, dass man sich in der Startup-Szene umschaut: Was gibt es dort für Ideen, die man für das eigene Geschäftsmodell nutzen kann, bzw. welche Ideen helfen, das eigene Unternehmen in das digitale Zeitalter zu führen?
Brigitte Zypries
2. Motive der Zusammenarbeit zwischen etabliertem Mittelstand und Startups
Zusammenfassung
Kooperationen zwischen Startups und etablierten mittelständischen Unternehmen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Motiven für das Eingehen einer solchen Kooperationsbeziehung. Schließlich bringen junge innovative Unternehmen und etablierte mittelständische Unternehmen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Unterschiede zeigen sich vor allem in den Bereichen Strategie, Innovationstätigkeit, Vernetzung, Ressourcenausstattung und Unternehmenskultur. Demzufolge haben sie auch voneinander abweichende Gründe, eine solche Kooperation einzugehen: Während junge Unternehmen eher Ressourcen und Netzwerkzugänge suchen, stehen bei ihren etablierten Partnern strategische Themen oder die konkrete Problemlösung im Fokus. Trotz dieser zahlreichen Vorteile muss eine Kooperation letztlich nicht immer Sinn ergeben.
Jonas Löher
3. Welche Rolle Corporate-Gründer-Partnerschaften bei der Bewältigung der Jahrhundertkrisen spielen
Zusammenfassung
Die großen globalen Herausforderungen sind der Klimawandel und spätestens seit Covid-19 die Gesundheitsversorgung. In rasantem Tempo bewegen wir uns auf eine Rezession zu. Drastische gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen stehen bevor. Aber Zeiten des Umbruchs sind auch Zeiten der Chancen. Dies erfordert Innovationen und Tempo zugleich. Dafür müssen Gründer und Konzerne an einem Strang ziehen.
Sven Jungmann, Felix Staeritz

Teil II

Frontmatter
4. Typische Herausforderungen und untypische Ergebnisse bei Corporate-Venture-Strategien und der Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und Startups
Startups als Schlüssel zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit etablierter Unternehmen
Zusammenfassung
Regelmäßig werden Corporate Venture-Programme mit viel Euphorie, Hoffnung und Geld gestartet. Genauso regelmäßig scheitern diese. Nach wenigen Jahren sind hohe Verluste angefallen, Top-Talente haben das Unternehmen verlassen und die Innovationsfähigkeit der etablierten Organisation hat sich nicht verbessert. Stattdessen hat sich die Wettbewerbsfähigkeit weiter verschlechtert. Dennoch sind Startups ein zentraler Schlüssel, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhöhen. Dies verlangt Offenheit für Neues, die Fähigkeit zur Kooperation, eine positive Fehlerkultur sowie den Mut, in Startups zu investieren oder bei besonders gutem Fit diese auch zu übernehmen. Insbesondere das Erkennen von und der Zugang zu disruptiver Innovation kann nur durch die Auseinandersetzung und Kooperation mit Startups gelingen.
Alex von Frankenberg
5. The Good, the Bad and the Ugly of Corporate-Startup Partnerships
Zusammenfassung
Partnerschaften zwischen etablierten, tradierten Unternehmen und jungen Startups haben enormes Potenzial und werden oftmals voller Freude, Passion und Euphorie nach außen kommuniziert. Die Bilanz der Partnerschaften und der Erfolg daraus sind jedoch durchwachsen. Die folgenden Seiten zeigen auf, welche Erfahrungen ich als Unternehmer machen durfte, was gut funktionierte und wo Fallstricke sind, die man beachten sollte. Es ist eine ehrliche Reflexion meiner Erfahrungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe die Zeilen jedoch mit der Hoffnung geschrieben, dass daraus der ein oder andere Impuls zum Aufbau und zur Durchführung einer kommerziell erfolgreichen Verbindung zwischen neuen, jungen Unternehmen und tradierten Platzhirschen abgeleitet werden kann.
Josef Brunner
6. David gegen Goliath?
Resümee aus 30 Jahren Erfahrung in Corporate & Startup Culture
Zusammenfassung
Die Zusammenarbeit zwischen großen, etablierten Unternehmen und jungen, quirligen Startups ergibt auf den ersten Blick eine Menge Sinn. Etablierte Unternehmen haben sich teils über Jahrzehnte einen Marktzugang geschaffen und auf Basis eines Produkt-, Service- oder Technologie-Portfolios einen soliden Kundenstamm aufgebaut. Auf dem Weg dahin ist es vielen Unternehmen über eine gute Positionierung auch gelungen, Zuverlässigkeit und Qualität, Zufriedenheit und Vertrauen ihrer Kunden kontinuierlich zu steigern. Eine diesbezügliche Konsistenz über einen längeren Zeitraum spiegelt sich dann meist in einer hohen Markenbekanntheit und -stärke wider. Der Stellenwert einer starken Marke in einem umkämpften Markt ist ein hohes Gut und hat daher einen hohen Wert für das Unternehmen. Startups dagegen haben gute Ideen, sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen Märkten und probieren ständig Neues aus. Sie beginnen ihre Reise mit wenig Geld, dem Glauben an ihre Geschäftsidee, viel Kreativität und Leidenschaft und vor allem auch Geschwindigkeit. Was Startups in den ersten Jahren fehlt, sind Kunden, Vertrauen und Bekanntheit, eine Marke sowie ein Track-Record, auf dessen Basis das Geschäft wachsen kann. Man sollte also meinen, dass bei genauer Analyse beider Welten die Fähigkeiten, Einstellungen, Arbeitsweisen und Assets größtenteils komplementär sind und wunderbar zusammenpassen. Warum tun wir uns dann so schwer, Erfolgsgeschichten für Kooperationen dieser Art zu finden?
Uli Huener
7. Kredibilität gegen Konzernhybris: Wie etablierte Unternehmen Stallgeruch im Technologie-Ökosystem annehmen können
Zusammenfassung
Zweifellos brachte das Krisenjahr 2020 für zahlreiche Industrien nachhaltige strukturelle Veränderungen. Übergreifend ist insbesondere eine sich weiter beschleunigende Digitalisierung zu erwarten. Ein Teil davon ist eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit Startups. Wohl den wenigen Unternehmen, die bereits einen funktionierenden Modus gefunden haben. Ein Großteil der dahingehend aktiven Deutschland AG sucht derweil weiterhin die Brücken zwischen den Welten. Als Praxisbeispiel für ein gelungenes Vehikel stellt der Beitrag den Lufthansa Innovation Hub (LIH) vor. Die Digitalisierungseinheit der Lufthansa Group wurde mehrfach als „Beste Innovationseinheit Deutschlands“ ausgezeichnet, setzte Standards im Corporate Venturing und ist in einer von signifikanten Fliehkräften betroffenen Industrie aktiv. Anhand der Entwicklungsgeschichte zeichnet das Management-Team Voraussetzungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups nach.
Gleb Tritus, Christian Langer
8. Was Corporates bei einer Partnerschaft mit Startups beachten sollten
Dos und Don’ts aus Startup-Perspektive
Zusammenfassung
Wie können Unternehmen die Zusammenarbeit mit Startups effektiv gestalten, was ist aus Gründerperspektive wesentlich für eine erfolgreiche Kooperation mit Corporates, und welche häufigen Fehlerquellen gilt es dabei zu vermeiden? Im Interview geben vier Gesprächspartner mit umfangreicher Berufspraxis Einblicke in ihre positiven und negativen Erfahrungen mit Corporate-Partnerschaften. Während das Frankfurter Startup Qualifyze direkt von seinen Erlebnissen mit Kunden aus der Pharmaindustrie berichtet, wirft der 5-HT Digital Hub Chemistry & Health einen Blick auf die Startup-Corporate-Partnerschaften in seinem Netzwerk. Die Rolle des Innovationsmanagers, das Mindset der Mitarbeiter, die Fehlerkultur im Unternehmen oder die Implementierung und Skalierung von Startup-Projekten: Für diese und viele weitere Aspekte geben die Interviewpartner Praxistipps für Unternehmen, die erfolgreiche Partnerschaften mit Startups aufbauen wollen.
Frank Funke, Florian Hildebrand, Judith Hillen, Marco R. Majer, Fiorella Merkle
9. The Misaligned Incentives that Hamper Innovation, and the Simple Structural Changes that Fix these Problems
Abstract
Every company wants to innovate. Without new products and services to serve new customers in new markets, any company, no matter how strong its current business, will eventually decline into irrelevance or worse. Unfortunately, most attempts at corporate innovation fail, not because of a lack of science, engineering, sales, or marketing talent, but because those attempts to build innovative new business lines are defeated by internal issues long before they reach the market.
Chris Yeh
10. Wie Bayer durch ein holistisches Innovations-Ökosystem innovatives Wachstum und Digitalisierung mit kulturellem Wandel verbindet
Zusammenfassung
Mehr Unternehmertum im Konzern – wie schafft man das? In 2016 startete Bayer die Innovations-Agenda für einen nachhaltigen Kulturwandel. Für alle 100.000 Mitarbeiter entwickelt, ermöglicht sie es jedem Einzelnen, Innovation voranzutreiben oder innovative Ideen zu unterstützen. Im Ökosystem verbindet ein Innovations-Netzwerk mit über 1000 Mitgliedern digitale Open-Innovation-Plattformen, lokale Initiativen und ein auf Lean Startup basierendes globales Venture Programm für digitale Geschäftsmodelle mit den lokalen Anforderungen der Kunden und Mitarbeiter. Schnell zeigte sich, dass viele digitale Kompetenzen noch nicht durch interne Teams abgebildet werden konnten, sodass ab 2017 systematisch mehr externe Partner und Startups in das Venture Programm integriert wurden. Von 75 Projekten in der Explorationsphase befinden sich 2020 noch 17 in der Skalierung oder sind bereits gelauncht. Nahezu alle Projekte bauen auf strategische Partnerschaften mit externen Startups.
Henning Trill, Julia Hitzbleck

Teil III

Frontmatter
11. Zehn Jahre Corporate-Startup-Kollaboration
Erfolge, Fehler, Learnings und was die Zukunft wohl so bringt
Zusammenfassung
Dieser Artikel schlägt einen Bogen vom Entstehen der neuen Spezies „Corporate-Startup-Partnerschaften“ über den heutigen Stand der diesbezüglichen Technik bis hin zu einem Ausblick in die Zukunft dieses noch neuen Innovationsinstruments. Ist die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups bloß Mode oder ein veritables Werkzeug? Diese Frage wird ebenso beantwortet wie die, weshalb Corporates und Startups überhaupt zusammenarbeiten sollten. Es werden typische Fehler aufgezeigt, die es zu vermeiden gilt, wenn man eine nachhaltig erfolgreiche Corporate-Startup-Einheit aufbauen möchte. Vier Grundformen der Zusammenarbeit werden vorgestellt, und es wird kurz erörtert, unter welchen Umständen welche Partnerschaftsformate Sinn ergeben. Abschließend werden ausführlich die wichtigsten Best Practices aufgezeigt und mit Beispielen hinterlegt. Der Beitrag schließt mit dem Ausblick, dass die Zusammenarbeit zwar nicht die allein selig machende Lösung zur Transformation etablierter Unternehmen ist, aber ein immer wichtigeres Werkzeug sein wird, um nachhaltig Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Peter Borchers
12. Perspectives on Startup-Corporate Partnerships’ Value Creation: An Overview on Different Types of Partnerships and Practices
Abstract
Startup-corporate partnerships can be highly valuable for both entities when done well. Corporates can help startups to overcome some of their challenges of smallness and newness by accelerating, for example, product and customer goals. Conversely, corporates engage with startups to accelerate innovation, gain market insights and access new technologies. Drawing on literature and 14 in-depth interviews with startups and corporates, we provide a general overview of the different types of partnerships innovative startups and corporates seek to build and their value. We refer to challenges in startup-corporate programmes such as unmet expectations, limited resources and non-strategic and unclear goals on both sides. Based on these insights, we compile best practices and recommendations for practitioners to follow when engaging in startup-corporate partnerships. We conclude with the overall mindset necessary for successful partnerships and show avenues for future research.
Thomas Hipp, Claire Mula, Nora Zybura
13. Programme als Fast-Tracks für nachhaltig erfolgreiche Corporate-Startup-Kollaboration
Zusammenfassung
Immer häufiger setzen etablierte Unternehmen dedizierte Programme ein, in denen Startups gefördert und an das Unternehmen herangeführt werden sollen – beispielsweise Acceleratoren, Venture Clients oder Inkubatoren. Diese Programme können die Eintrittshürde für nachhaltig erfolgreiche Kollaborationen zwischen Startups und Unternehmen senken. Beide Partner können sich in einem geschützten Umfeld kennenlernen und erste wichtige Schritte in Richtung Partnerschaft gehen. In diesem Artikel zeigen wir anhand eines Frameworks auf, welche Aspekte bei der Gestaltung eines Corporate-Startup-Programms berücksichtigt werden sollten. Diese werden anhand von Praxisbeispielen aus zwei Programmen beleuchtet und Handlungsoptionen aufgezeigt.
Christian Mohr, Susanna Mur
14. Evolution durch Corporate Venture Building
Eine neue Assetklasse hievt Partnerschaften zwischen Entrepreneuren und Konzernen auf ein neues Level
Zusammenfassung
Typische Instrumente für Innovation wie Acceleratoren oder Labs stoßen an ihre Grenzen, um die drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen wie den Klimawandel und COVID-19 zu lösen. Eine neue Assetklasse vereint durch hybrides Unternehmertum die Stärken von Entrepreneuren mit Konzernen.
Felix Staeritz
15. Innovationen aus eigener Kraft: Startup-Spirit für den Mittelstand
Zusammenfassung
Viele Unternehmen aus dem industriellen Mittelstand sind in ihren standardisierten Strukturen gefangen. Um erfolgreich zu bleiben, konzentrieren sie sich auf ihr Kerngeschäft und auf Neuerungen, die bereits etablierte Produkte und Dienstleistungen verbessern. Für neue Ideen, die als Nischeninnovation beginnen und als revolutionäres Produkt oder marktprägende Dienstleistung enden, bleibt weder Raum noch Zeit. Die Zusammenarbeit mit Startups gehört für den Mittelstand daher heute zu den wichtigen Innovationsstrategien. Eine der größten Hürden ist allerdings die unterschiedliche Innovationskultur von etablierten Unternehmen und jungen Startups. Vor diesem Hintergrund hat der Digital Hub Logistics einen eigenen Ansatz – das Innovationskonzept „Start-in“ – zur Steigerung der (Produkt-)Innnovationskraft von mittelständischen Unternehmen entwickelt. Wie das erfolgreich umgesetzt werden kann, wird in diesem Beitrag praxisnah erläutert.
Maria Beck, Darja Kramer, Matthias Parlings, Christian Prasse
16. Die Zukunft von Corporate Innovation
Erfolgsfaktoren und Erfolgsmessung beim Einsatz von Corporate Venture Capital
Zusammenfassung
Schnelle und drastische Veränderungen, insbesondere im Technologie-Bereich, haben gezeigt, dass erfolgreiche Innovation heute nicht mehr ausschließlich über traditionelle Innovationsvehikel wie Forschung & Entwicklung erreicht werden kann. Als ein Baustein erfolgreicher und ganzheitlicher ‚Corporate Innovation‘ hat sich Corporate Venture Capital (CVC) in den vergangenen Jahren zunehmend bewährt. Dabei setzen Unternehmen insbesondere auf strategische Investitionen, bei denen der Zugang zu innovativen Technologien und Know-how im Fokus steht. Die Messbarkeit des Beitrags dieser Investitionen zu den strategischen Zielen des Mutterkonzerns stellt CVC-Einheiten jedoch vor Herausforderungen. Im Kern dieses Artikels steht der Erfahrungsaustausch mit drei der führenden, durch Unternehmen initiierten VC-Einheiten in Deutschland und die Ableitung von ‚Best Practices‘, die sich aus der weltweiten Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an CVC-Einheiten ergeben. Richtig aufgesetzt, kann eine CVC-Einheit einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leisten und den nachhaltigen Unternehmenserfolg sichern.
Florian Nöll, Serge Reh, Florian P. Neubert
17. CVC versus VC: Partner auf Augenhöhe?
Empirische Unterschiede bei der Finanzierung und Bewertung von Startups
Zusammenfassung
Dieser Beitrag zeigt die wesentlichen Unterschiede in Finanzierung und Bewertung bei Corporate Venture Capitalists (CVCs) und Venture Capitalists (VCs), die im Rahmen der Venture Capital Marktstudie 2020 erfasst wurden. Der Fokus richtet sich dabei auf die verwendeten Bewertungsmethoden der Kapitalgeber sowie wesentliche Sonderrechte, wie Liquidationspräferenzen, Anti-Dilution-Klauseln, Drag-Alongs und Redemption Rights in Abhängigkeit von den verschiedenen Startup-Phasen (Early Stage, Growth Stage und Later Stage). Ziel des Beitrags ist es, anhand der erfassten Daten eine tendenzielle Einschätzung zu geben, wie diese beiden Akteure am Markt agieren und ob sie gleichwertige Partner im Rahmen einer Finanzierungsrunde sind.
Dirk Honold, Patrick Hümmer, Enrico Reiche, Tim Blume
18. Creating a Collaboration
Erfolgreiche Startup-Corporate-Kollaborationen in der Versicherungsbranche
Zusammenfassung
Der digitale Wandel hat in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft Einzug gehalten. Einer dieser Bereiche ist die Versicherungsbranche, die versucht, sich innerhalb eines wachsenden digitalen Ökosystems neu zu festigen, eine zeitgemäße Kundenzentrierung zu etablieren und sich den stetig neuen Anforderungen anzupassen. Um sich dieser Herausforderung zu stellen, stehen Versicherungs- sowie Technologieunternehmen und Startups in einem dynamischen, wechselseitigen Austausch, damit wertstiftende Kollaborationen stattfinden können. Insbesondere sind es Netzwerkplattformen, Digital Hubs, Inkubatoren, Acceleratoren und Labs wie das InsurLab Germany, die Startups fördern und durch ein gezieltes Match-Making Old und New Economy zusammenbringen. So sind im Accelerator-Programm des InsurLab Germany digitale „Success Stories“ entstanden, die einen Fortschritt für ein wachsendes digitales Ökosystem und den Versicherungsmarkt bedeuten. Dieser Erfolg stellt nicht nur eine Win-Win-Situation für Versicherer und Startups dar, sondern letztlich ebenso für den Versicherungskunden. Im Folgenden wird beschrieben, wie „Success Stories“ zwischen Versicherern und Startups entstehen können und welchen Mehrwert Netzwerkplattformen, Digital Hubs, Inkubatoren, Accelerator und Labs im Rahmen der Kollaborationen für alle Beteiligten schaffen.
Mathias Bühring-Uhle, Sebastian Pitzler, Laura Duffe
19. Zusammenarbeit von kleinen Unternehmen und Startups für Innovations- und Technologietransfer
Erfahrungen und Schlussfolgerungen
Zusammenfassung
Wie können KMU stärker in die Zusammenarbeit mit Startups eingebunden werden? Der Artikel umfasst die Ausgangsposition, den Prozess, die Voraussetzungen sowie die Handlungsempfehlungen für die Anbahnung von Kooperationen zwischen Startups und KMU und wird unterlegt mit entsprechenden praktischen Beispielen. Es soll gleichzeitig dargestellt werden, was in der Praxis nicht funktioniert bzw. wie dieses Instrument in der Gesamtübersicht von Methoden und Maßnahmen einzuordnen ist.
Nelson Ribas, Oliver Weimann, Benno Weißner
20. Kooperation in Form eines Innovations-Ökosystems – der Maschinenraum in Berlin
Zusammenfassung
Entstanden aus der Transformationsgeschichte von Viessmann wurde 2020 der Maschinenraum als geteiltes Innovations-Ökosystem ins Leben gerufen. Der Maschinenraum ist eine Plattform vom Mittelstand für den Mittelstand: Hier kommen deutsche Familien- und Mittelstandsunternehmen zusammen, um gemeinsam den Herausforderungen der aktuellen Zeit zu begegnen und ihre Organisationen für die Zukunft auszurichten. Sie tun dies, indem sie Erfahrungen miteinander teilen sowie von- und miteinander lernen. Diesem Ansatz zugrunde liegt die Überzeugung, dass Kooperationen – sowohl mit anderen Unternehmen als auch mit neuartigen Partnern wie Startups – entscheidend für die erfolgreiche Zukunft der individuellen Unternehmen und somit auch für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von ganz Deutschland sind.
Tobias Rappers
21. Wie Unternehmen systematisch Risiko eliminieren und Geschäftsmodellinnovationen vorantreiben
Zusammenfassung
Unternehmen haben verlernt, mit Geschäftsmodellinnovationen umzugehen – für die meisten geht es mehr um den Erhalt des Existierenden, nicht um das Kreieren von etwas Neuem. Die Marktdynamik zwingt sie nun dazu, umzudenken. Die in Großunternehmen dominierende inkrementelle Entwicklung des Kerngeschäfts und damit einhergehende Risikoaversion verhindert eine systematische Erschließung von riskanten Innovationen. Die Filmindustrie, Pharmakonzerne und Venture-Capital-Unternehmen liefern relevante Vergleiche von hochdynamischen Umfeldern. Hieraus können wir Prinzipien ableiten, wie Unternehmen systematisch Risiko in ihrem Innovationsansatz eliminieren und Geschäftsmodellinnovationen vorantreiben können.
Alexander Mahr
22. Gezieltes Startup-Scouting – der Grundstein für erfolgreiche Kollaboration
Zusammenfassung
Das Finden und Auswählen von passenden Startups ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Wenn etablierte Unternehmen und Startups zum ersten Mal aufeinandertreffen, gibt es jedoch viele Hürden, die den Weg zu erfolgreichen Kollaborationen erschweren oder gar verhindern können. Durch eine strukturierte Vorgehensweise können diese meist genommen werden und der Prozess effizient gestaltet werden. In diesem Artikel erklären wir die Schritte bis zur Auswahl eines geeigneten Startups aus Sicht der etablierten Unternehmen, basierend auf unseren Erfahrungen im Scouting für mehrere Corporate-Accelerator-Programme.
Florian Ebel, Christian Mohr, Susanna Mur
23. Warum ein positiver Business Case alleine nicht hilft
Nur ein gemeinsames Verständnis von Strategie, Positionierung und Zielen führt zu nachhaltigem Projekterfolg
Zusammenfassung
Viele Startup-Corporate-Projekte werden trotz zunächst positivem Business Case nicht erfolgreich umgesetzt und scheitern an der langfristigen Skalierung. Manchmal wird zwar ein initiales Pilotprojekt erfolgreich durchgeführt, danach gerät die Zusammenarbeit jedoch ins Stocken. Diese Ergebnisse sind nicht zufriedenstellend für die Projektleiter in einem Corporate und teilweise existenziell bedrohlich für Startups. Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, wie über den Lebenszyklus eines Projekts die jeweils richtige strategische Verortung gemeinsam mit dem richtigen Management der richtigen Stakeholder für beide Seiten ein Projekt zum Erfolg bringt. Dieser strategische Blickwinkel wird häufig außer Acht gelassen oder nur eingeschränkt behandelt, ist aber in vielen Fällen der entscheidende Treiber für den Erfolg oder Misserfolg eines Startup-Corporate-Projekts.
Michael Vormittag
24. Rechtliche Modelle einer Partnerschaft mit Startups und ihre Fallstricke sowie Erfolgsfaktoren
Zusammenfassung
Welches Modell der Partnerschaft für Corporates und Startups die meisten Synergien hebt und den größten Erfolg verspricht, hängt ganz wesentlich von der individuellen Interessenlage der Partner ab. Klara Körber und Nina Reinecke beleuchten in ihrem Beitrag das Für und Wider einzelner rechtlicher Modelle und skizzieren anhand von Case Studies aus ihrer langjährigen Beratertätigkeit im Startup-Ökosystem zwei erprobte Ausgestaltungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups.
Klara Körber, Nina Reinecke
25. Portfoliomanagement als strategischer Partner von Startups – eine Anleitung
Zusammenfassung
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich der Erfolg einer Kollaboration zwischen Startups und Corporates nie garantieren lässt. In der dynamischen Welt der Startups und der häufig langsameren und prozessorientierten Welt der Großkonzerne gibt es zu viele Einflüsse, die man nicht alle kontrollieren kann. Das ist es aber auch, was den Reiz dieser Partnerschaften ausmacht. Dennoch gibt es Mittel und Wege, das Risiko eines Misserfolgs einer Kollaboration oder eines Investments zu minimieren. Zum Beispiel, indem man einen systematischen Überblick über den Status und Fortschritt der Partnerschaft behält. Das garantiert zwar noch keinen Erfolg, schafft aber Transparenz, die genutzt werden kann, um eine gemeinsame Kollaboration zu steuern. Man kann sie auch als Navigationskarte betrachten, die dabei hilft, seinen Standort zu bestimmen, ein Ziel und einen möglichen Weg zum Ziel festzulegen. Welche Mittel und Wege Henkel Tech Ventures für die Analyse und Steuerung seines Portfolios gewählt hat, wird in den folgenden Abschnitten erläutert. Ferner wird darauf eingegangen, wie diese Mittel eingesetzt werden und ob sich eine solche Analyse lohnt. Der Aufwand für den Aufbau einer solchen Analyse ist nicht zu unterschätzen, denn es bedarf einer ehrlichen Betrachtung und Formulierung der eigenen Ziele, die ein Investor, Accelerator oder Corporate mit den jeweiligen Startups verfolgt.
Jonas Pauly
26. A Practical Checklist for Partnership Success From Day Zero
Abstract
This chapter considers a variety of conditions and needs for startup-corporate partnerships to be successful from strategy to discovery to implementation. Based on personal experience in leading enterprise business development for a VC backed company and managing a Silicon Valley accelerator as well as an in-depth look at a Silicon Valley startup founder’s experience, this contribution examines practical lessons learned throughout the startup scouting process. Topics include: Understanding your startup strategy; defining strategic fit and startup criteria; aligning with business units and leadership early and often; early conversations with startups; leading with honest and open information; setting realistic expectations; defining success and future terms before a POC or trial; co-developing an implementation agreement; POCs versus trials; avoiding shortcuts that create double processes, giving constant feedback; tracking the right metrics; and being willing to pivot.
Keshia Theobald-van Gent
27. Erfolgversprechende Kooperationen zwischen Corporates und Startups
Sieben Erfahrungen aus Innovations-Inkubatoren
Zusammenfassung
Die rasant fortschreitende Digitalisierung durchdringt die Geschäftsmodelle nahezu jeder Branche. Unternehmen stehen vor immensen Herausforderungen. Technologische Entwicklungen ermöglichen Neues; Markt und Wettbewerb fordern Innovationen in engerer Taktung. Daher suchen immer mehr Corporates den Schulterschluss zur Startup-Szene. Hier treffen jedoch zwei grundsätzlich verschiedene Welten aufeinander: Entwicklungs- und Produktionsprozesse sind grundverschieden, sodass nachhaltig erfolgreiche Kooperationen selten sind. Die agile, fortschrittliche Entrepreneur-Dynamik der Startups wird oftmals ausgebremst durch das eher traditionelle Transformationstempo großer Unternehmen. Die Frage lautet damit: Wie kommen Jung und Alt so zusammen, dass aus einer hoffnungsvollen Liaison eine produktive Partnerschaft wird?
Hubert Barth
28. Golden Rules für ein erfolgreiches Startup-Management
Startup-Management im Bereich künstliche Intelligenz und Machine Learning im Volkswagen Data:Lab München
Zusammenfassung
Angesichts des rasanten technischen Fortschritts im digitalen Zeitalter und eines veränderten Konsumentenverhaltens ist die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte und neuer Geschäftsmodelle seitens der Automobilhersteller unabdinglich. Für diese Zwecke wurde im Volkswagen Data:Lab München ein Startup-Programm initiiert, der Collaboration Space, mit dem Ziel, die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens auszuschöpfen und in die Organisation zu tragen. In diesem Beitrag werden die kritischen Erfolgsfaktoren in sämtlichen Phasen der Kooperation mit Startups vorgestellt, beginnend beim Programmentscheid bis hin zum Programmabschluss. Dabei werden konkrete Gestaltungsempfehlungen gegeben, um eine Win-Win-Situation für beide Parteien herzustellen und nachhaltig Innovationen in Unternehmen zu implementieren.
Véronique Ruhrmann
29. Familienunternehmen und Startup im gemeinsamen Einsatz für die Gesundheit
Digitale Unterstützung zur Infektionsprävention
Zusammenfassung
Im Krankenhaus erworbene Infektionen sind Bürde für Patienten und Mitarbeiter. Zwischen 400.000 und 600.000 solcher sogenannten nosokomialen Infektionen treten jährlich allein in Deutschland auf. Es ist die Aufgabe von Hygiene-Teams, Maßnahmen zur Infektionsprävention durchzuführen. Das Medizintechnik- und Pharma-Unternehmen B. Braun bietet dafür unter anderem Desinfektionsmittel und zugehörige Spender an. Ein hoher Wettbewerbsdruck in diesem Marktumfeld wirft jedoch die Frage der Produktdifferenzierung auf. Ganzheitliche Lösungskonzepte, wobei die Produkte nur ein Bestandteil sind, werden zukünftig stärker gefragt sein. Beratung und Services, die auf Daten basieren, rücken in den Fokus. Das Digital Health Startup GWA Hygiene hat ein System zum Monitoring des Desinfektionsverhaltens entwickelt. Beide Firmen kooperieren, um die Hygiene-Verantwortlichen zu unterstützen. Dieser Beitrag gewährt Einblicke in die Anbahnung sowie Durchführung der Kooperation und gibt einen Ausblick zur zukünftigen Zusammenarbeit.
Tobias Gebhardt
Metadata
Title
Corporate-Startup-Partnerschaften
Editors
Jasmin Weber
Alexander Elz
Copyright Year
2022
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-64051-7
Print ISBN
978-3-662-64050-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64051-7

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