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2017 | OriginalPaper | Chapter

CSR 4.0 und neue Arbeitswelten – (auch) eine Frage der Haltung

Author : Prof. Dr. Nicole Fabisch

Published in: CSR und neue Arbeitswelten

Publisher: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

CSR hat sich vom Aushängeschild einiger Unternehmen zur strategischen Herausforderung gewandelt und ist sowohl auf europäischer wie deutscher Ebene in Politik und Wirtschaft angekommen. Im Jahr 2017 tritt die EU-Richtlinie zur „Offenlegung nichtfinanzieller Informationen“ in Kraft, die Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichtet, nichtfinanzielle und die Diversität betreffende Informationen in ihren Geschäftsberichten offenzulegen.
Parallel dazu verändert sich die Arbeitswelt grundlegend. Arbeit 4.0 ist das neue Schlagwort, das Wirtschaft, Politik und Forschung umtreibt. Effizienter, intelligenter, flexibler sollen Produktion und Dienstleistungen werden. Der Mensch gibt viele Aufgaben an künstliche Intelligenzen ab und die Maschinen der Zukunft sollen sich von selbst steuern.
Doch was bedeuten diese neuen Arbeitswelten für Mitarbeiter und Führungskräfte? Welche Themenfelder entstehen neu und sollten im Rahmen einer CSR-Strategie betrachtet werden? Wo sind Licht und Schatten dieser vierten industriellen Revolution? Im Folgenden werden Überlegungen angestellt, welche Handlungsfelder in der Arbeitswelt 4.0 neu entstehen und was sie für Unternehmen und ihre Mitarbeiter/innen bedeuten können. Wie kann ein verantwortungsvoller Umgang mit den Menschen in einer globalisierten Wirtschaft, gesteuert von Maschinen und künstlichen Intelligenzen, gelingen und welche Aktionsfelder ergeben sich für die gesellschaftliche Verantwortung der Zukunft, der CSR 4.0?

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Footnotes
1
„UPJ ist das Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen, indem sie neue Verbindungen zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Verwaltungen schaffen“ (UPJ 2016).
 
2
Einen guten Überblick über CSR‐Handlungsfelder und deren Passung zu politischen Initiativen, GRI sowie ISO 26000 bieten Loew und Braun (2009).
 
3
Unter Living wage wird ein menschenwürdiger Lohn verstanden, der es Arbeiter/innen ermöglicht, ausreichend Nahrung, Miete, Kleidung, Gesundheits‐ und Erziehungskosten für den/die Hauptverdiener/in plus bis zu zwei Kindern sowie Lebenspartner/in zu finanzieren und einen kleinen Teil für „schlechte Zeiten“ zu sparen.
 
4
Unter geplanter Obsoleszenz wird die gezielte Verkürzung der Nutzungsdauer eines Produktes (z. B. Einbau von Sollbruchstellen) verstanden. Ausführlich hierzu die Website von Stefan Schridde unter: http://​www.​murks-nein-danke.​de/​blog/​information/​geplante-obsoleszenz/​ffs-tabbed-22.
 
5
Unter Compliance als juristischem Terminus wird gemeinhin die Pflicht der Unternehmen verstanden, geltende Gesetze sowie unternehmensinterne Regelungen einzuhalten und etwaige Verstöße proaktiv durch geeignete und zumutbare Schutzvorkehrungen zu unterbinden.
 
6
Siehe hierzu auch den Artikel von Ina Ferber im Kapitel „Employer Branding in Zeiten von Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ in diesem Band.
 
7
Zur Generation X zählen gemeinhin die zwischen 1960 und 1980 Geborenen, unter Generation Y, auch Millenials oder Nexters genannt, werden die Jahrgänge 1980 bis 2000 verstanden, als Generation Z werden die nach 1995 bzw. nach 2000 geborenen, zumeist also zukünftigen Arbeitnehmer verstanden. Als Generation Alpha schließen die nach 2010 Geborenen an das Generationen‐Alphabet an.
 
8
Unter sozialer Erwünschtheit wird in der Sozial‐ und Marktforschung ein psychologisches Phänomen verstanden, nach dem die Probanden eine ihrer Meinung nach sozial erwünschte Antwort geben, die nicht unbedingt ihrer tatsächlichen Einstellung entspricht.
 
9
Einen Überblick über die „besten Jobbörsen für nachhaltige Jobs“ findet sich unter: https://​utopia.​de/​ratgeber/​gruene-jobs/​.
 
10
Das „Not‐invented‐here‐Syndrom“ bezeichnet ein Phänomen der Ablehnung von externen Entwicklungen durch Mitarbeiter eines Unternehmens.
 
11
Die Risiken der Überwachung und Datensicherheit behandelt ausführlich der Artikel von Yvonne Hofstetter im Kapitel „EMANZIPIERT EUCH! Menschwerdung im digitalen Zeitalter“ in diesem Band.
 
12
IKT steht für Informations‐ und Kommunikationstechnologie.
 
13
Der Begriff „Tittytainment“ geht auf eine Aussage von Abigniew Brzezinski des ehemaligen Sicherheitsberaters von US‐Präsident Jimmy Carter im Rahmen des berühmten Globalisierungs‐Round‐Table im Jahr 1995 zurück, der im Fairmont Hotel in San Francisco stattfand. Anwesend waren Politgrößen der Zeit wie Mikhail Gorbachev, George Bush, Margaret Thatcher und George Schultz. Mit einer Mischung aus betäubender Unterhaltung („Entertainment“) und ausreichender Ernährung („Tits“) könne die frustrierte Bevölkerung der Welt bei Laune gehalten werden. Hintergrund war die Vorstellung der Staatenlenker einer zukünftigen 20:80 Gesellschaft. Aufgrund der Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt würden zukünftig nur noch 20 % der Bevölkerung arbeiten. Die anderen 80 % seien im Arbeitsmarkt überflüssig.
 
14
Hiermit ist die Möglichkeit zu ehrenamtlichem Engagement gemeint, sei es als „Corporate Volunteering“ oder als selbstorganisierte Freiwilligenarbeit.
 
15
Unter Cloudworkern versteht man Computer‐Dienstleister, die nur bei Bedarf und auf Abruf, also on demand, tätig werden. Dies wird durch den zeit‐ und standortunabhängigen Zugriff auf die benötigten digitalen Daten in der „Datenwolke“, der sogenannten „cloud“ ermöglicht. Theoretisch spielt die Identität der Mitarbeiter keine Rolle mehr. Entscheidend ist nur noch, dass „irgendwer“ die Arbeit erledigt und das Unternehmen möglichst wenig mit diesen virtuellen Mitarbeitern zu tun hat.
 
16
Siehe hierzu ausführlich Kai Zimmermann im Kapitel „Digitalisierung der Produktion durch Industrie 4.0 und ihr Einfluss auf das Arbeiten von morgen“ in diesem Band.
 
17
Das Konzept der Gemeinwohlökonomie fußt auf gemeinwohlfördernden Werten wie Kooperation und Solidarität statt auf Konkurrenz und Gewinnmaximierung. Vertrauen, Verantwortung, Mitgefühl, Teilen und Solidarität sollen gefördert werden (vgl. https://​www.​ecogood.​org/​de/​).
 
18
Siehe Interview mit Julia Wöhlke im Kapitel „Nachhaltigkeit in vierter Generation“ in diesem Band.
 
Literature
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Metadata
Title
CSR 4.0 und neue Arbeitswelten – (auch) eine Frage der Haltung
Author
Prof. Dr. Nicole Fabisch
Copyright Year
2017
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-50531-1_1

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