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2022 | Book

CSR und Kirche

Die unternehmerische Verantwortung der Kirchen für die ökologisch-soziale Zukunftsgestaltung

Editors: Dr. Joachim Drumm, Stefanie Oeben

Publisher: Springer Berlin Heidelberg

Book Series: Management-Reihe Corporate Social Responsibility

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About this book

Dieses Buch liefert wissenschaftlich fundierte Analysen und ein Feuerwerk an Inspiration, wie nachhaltiges Wirtschaften in der Kirche aussehen kann. Auf jeden Beitrag folgt ein Praxisinterview, das konkrete Handlungsempfehlungen, Werkzeuge und Kontakte vermittelt. Die Themen reichen vom Umgang mit Engagierten, Spiritualität, Seelsorge, Mitgliedern, Gebäuden bis hin zu Investmentstrategien und nachhaltigkeitsfokussierter Entwicklungshilfe. „CSR und Kirche“ zeigt Herausforderungen und Wege für eine zukunftsweisende Veränderung im Management kirchlicher Ressourcen auf. Die Publikation richtet sich an alle, die sich auf den vielfältigen Handlungsfeldern der Kirchen für die verstärkte Wahrnehmung gesellschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Verantwortung einsetzen und daran arbeiten, entsprechende Ziele, Ansätze und Methoden in ihrer kirchlichen Institution bzw. Organisation bewusst zu implementieren. Noch bevor Nachhaltigkeit zu einem leitenden Prinzip christlicher Sozialethik wurde, haben die Kirchen für ein nachhaltiges, schöpfungsgerechtes Wirtschaften geworben. Als Vorbild und Impulsgeber müssen sie sich am eigenen Tun messen lassen.

Mit einem Grußwort von Dr. Eckart von Hirschhausen.

Table of Contents

Frontmatter
Laudato si‘: Ein ethischer Leitfaden auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft

Die Perspektive der Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Dauerhaftigkeit humaner Lebensbedingungen sowie den Erhalt der dazu notwendigen natürlichen Lebensgrundlagen für die heutigen Menschen weltweit und künftigen Generationen. Ein Streben nach nachhaltiger Entwicklung fordert von den heute lebenden Menschen eine Lebensweise, die berücksichtigt, dass auch ihre Nachkommen berechtigte Ansprüche an ihre Leben haben werden. Wenn sich eine Gesellschaft zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise verpflichtet und sich darauf festlegt, nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen zu leben, dann hat das Konsequenzen für Wirtschaft, Politik und eigene Lebensgestaltung. Nachhaltigkeit nicht nur zu predigen, sondern auch zu leben, muss das gemeinsame Ziel sein. Dazu kann die Enzyklika Laudato si‘ ein wichtiger Impuls, Ratgeber und Motivator sein.

Ortwin Renn
„Die Kirchen müssen Mahner, Mittler und Motor sein“

Interview mit Uwe Schneidewind zum Beitrag von Ortwin Renn „Laudato Si’: Ein ethischer Leitfaden auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft“, geführt im Juni 2021.

Stefanie Oeben
Religionen als Motor des Wandels? Theologisches Plädoyer für eine breitere Transformationsperspektive auf CSR

Mit CSR entdecken Unternehmen ihre soziale und ökologische Verantwortung als Managementaufgabe. Kooperationen mit Kirche und Caritas werden dabei als strukturelle Kopplungen von Wirtschaft und Religion beschreibbar. Es ist allerdings mit Resonanzen in beide Richtungen zu rechnen. Religionen galten lange als Ethiklieferanten für Unternehmen, während sich die Kirchen umgekehrt auf die ethisch-ökonomische Qualität ihrer Binnenbereiche haben ansprechen lassen müssen. Wirtschaft trägt allerdings nicht nur zum besseren Haushalten der Kirchen bei. Im kulturell hegemonialen Kapitalismus wird Religion selbst immer mehr als knappes Gut auf dem rivalen Markt der Sinnanbieter modelliert. Theologisch ist deshalb die produktive Differenz von Wirtschaft und Religion entscheidend: Gott rechnet anders. Das Christentum betrachtet die Knappheiten des Lebens im Horizont der Fülle, der Verheißungen des je größeren Gottes. Von daher wird vielleicht besser nachvollziehbar, weshalb sich aus dem Christentum nicht nur der Kapitalismus, sondern zugleich auch markt- und wachstumskritische Bewegungen und Perspektiven entwickelt haben, die eine produktive Distanz zu kapitalistischen Logiken nicht aufgeben können. Kirche und Caritas sollten ihr institutionelles Gewicht für jene Transformation der Rahmenbedingungen in Richtung Gemeinwohl, solidarische Sinnstiftung und entrivalisierter Muster einsetzen, die regional und projekthaft bereits stattfindet. Ein Teil dabei können CSR-Prozesse in Unternehmen sein, wenn sie wirklich helfen, gesellschaftliche und ökologische Kosten konstitutiv in das wirtschaftliche Handeln einzubeziehen.

Michael Schüßler
„Wir brauchen das Wirtschaftssystem der Zukunft“

Interview mit Rainer Brockhoff zum Beitrag von Michael Schüßler „Religionen als Motor des Wandels? Theologisches Plädoyer für eine breitere Transformationsperspektive auf CSR“, geführt im Mai 2021.

Stefanie Oeben
Zukunft der Kirche im Prozess des gesellschaftlichen Wandels

Beginnend mit der Aufklärung verlieren die Kirchen mit fortschreitender Säkularisierung rasant an Bedeutung. Sie haben heute in ihrer bisherigen Form keine Systemrelevanz mehr. Dennoch hat das Christentum die abendländische Kultur nachhaltig geprägt. Sein freiheitlich-emanzipatorisches Menschenbild ist Wurzel und Fundament unserer modernen Gesellschaft bis in die Verfassung hinein. Aber auch im Blick auf ihre destruktiven Anteile war Kirche sehr erfolgreich. Gesellschaftliche Institutionen haben von ihr gelernt, systematisch Abhängigkeit herzustellen und subtil Macht auszuüben. Getrieben vom technologischen Fortschritt befindet sich unsere Gesellschaft gegenwärtig in einer Phase epochalen Umbruchs. Die bürgerliche Gesellschaft, wie wir sie kennen, geht ihrem Ende entgegen. Die Kirchen teilen dieses Schicksal, sie sind mit der Gesellschaft alt geworden. Noch ist nicht erkennbar, wie die „nächste Gesellschaft“ konkret aussehen und funktionieren wird. Dennoch lassen sich grundlegende Frage- und Themenstellungen erkennen, die zu bearbeiten sind, nicht zuletzt, wie mit Beschleunigung und Fragmentierung gesellschaftlicher Prozesse umzugehen ist. Die Kirchen agieren seit Jahrzehnten defensiv, versuchen das Bestehende zu retten und befeuern dadurch den eigenen Zusammenbruch. Gerade jetzt wäre ihre Kernkompetenz gefragt, Wirklichkeit auf Zukunft auszurichten, Wandlung und Entwicklung zu ermöglichen. Dazu müssten sie sich selbst unterbrechen, das eigene Sterben zulassen, um neu zu leben. Genau dies könnten sie der Welt zeigen und auf diese Weise einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel leisten.

Valentin Dessoy
„Produkt- und Prozessverantwortung der Hauptamtlichen ist wichtig“

Interview mit Ursula Hahmann zum Beitrag von Valentin Dessoy „Zukunft der Kirche im Prozess des gesellschaftlichen Wandels“, geführt im Februar 2021.

Stefanie Oeben
Kirche und Finanzen: Kirchliche Geldanlagen mit positivem gesellschaftlichen Impact

Der Text stellt Kirchen in ihrer Rolle als Investoren dar. Dabei beleuchtet er die theologischen Grundlagen verantwortlichen Investments und macht in einem biblisch-historischen Überblick deutlich, dass das Thema Geld und Finanzen in den Kirchen seit ihrer Entstehung virulent war. In der Gegenwart bewegen sich die Kirchen auf Finanzmärkten, die zunehmend auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Die Richtlinien, die sich die christlichen Konfessionen in Deutschland hinsichtlich ihres Investments gegeben haben, sowie der Impact des Investments werden im Text erläutert.

Gotlind Ulshöfer, Bernd Villhauer
„Ethisch-nachhaltiges Investment ist für die Rendite nicht nachteilig“

Interview mit Heinz Thomas Striegler zum Beitrag von Gotlind Ulshöfer und Bernd Villhauer „Kirche und Finanzen: Kirchliche Geldanlage mit positivem gesellschaftlichen Impact“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Idee mit großer Wirkung: Wie kirchliche Stiftungen Gesellschaft mitgestalten

Das Stiftungswesen prägt hierzulande seit Jahrhunderten das Gemeinwesen wesentlich mit. Und in unserem Kulturkreis wurzelt es in der christlichen Kirche: das frühe Stiftungswesen war zunächst ein rein kirchliches. Nach einer ersten Blütezeit im Mittelalter verlief die Entwicklung des kirchlichen Stiftungswesens wechselvoll. In den letzten Jahrzehnten erlebte es eine neue Blüte, die fortdauert. Heute sind die kirchlichen Stiftungen die wichtigste Stiftungengruppe und auf sehr vielfältigen Gebieten aktiv. Für das Gemeinwesen und die Stabilisierung kirchlicher und kirchennaher Dienste bilden sie eine immer wichtigere stabilisierende Säule.

Hans Fleisch
„Es geht um das Herzensanliegen der Menschen“

Interview mit Angelika Hipp und Heinz Wolf zum Beitrag von Hans Fleisch „Idee mit großer Wirkung: Wie kirchliche Stiftungen Gesellschaft gestalten“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Vielfältigem Engagement ein Dach bieten. Engagement und Engagementförderung als Kernaspekt der CSR von Kirche

Der Beitrag geht der Frage nach, welche Rolle ehrenamtliches, freiwilliges Engagement für die Corporate Social Responsibility von Kirche spielt. Grundlage ist ein weites Verständnis sowohl von Engagement (vielfältige Formen von Engagement) als auch von Kirche (vielfältige Vollzüge und Orte von Kirche). Kirche war und ist für viele Menschen ein Dach für Engagement. Es treten aber Faktoren zutage, die gerade in der katholischen Kirche verhindern, dass eine systematische Förderung von Engagement auch tatsächlich umgesetzt wird. Dabei ist, so die zentrale theologische These des Beitrags, Kirche gar nicht anders zu verstehen, denn als Kirche des Engagements: als eine für andere engagierte, von breitem Engagement getragene und Engagement fördernde Kirche. Insofern wird im Ergebnis die Vision einer Kirche gezeichnet, die ihre gesellschaftliche Verantwortung dadurch wahrnimmt, dass sie an vielen Orten viele Dächer für vielfältiges Engagement bietet.

Paul-Stefan Roß
„Engagierte sind mehr als nur Hilfskräfte“

Interview mit Michaela Tholl zum Beitrag von Paul-Stefan Roß „Vielfältigem Engagement ein Dach bieten: Engagement und Engagementförderung als Kernaspekt der CSR von Kirche“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Kontinuität und Wandel. Aspekte einer nachhaltigen Seelsorge in kirchlicher Verantwortung

Die Seelsorge bringt eine traditionsreiche Geschichte mit, die von den biblischen Schriften bis zur Digitalisierung reicht. Im Spannungsfeld zwischen theologischen und christlichen Wurzeln einerseits und gesellschaftlichen Veränderungen andererseits verortet sich Seelsorge in Kontinuität und Wandel stetig neu. Im Sinne einer auf Zukunftsfähigkeit und Vergangenheitsbewusstsein ausgerichteten nachhaltigen Seelsorge kommen drei Dimensionen in den Blick: Erstens eine nachhaltige Seelsorgepraxis, die Menschen dort begegnet, wo und wann sie gebraucht wird, und professionell und flexibel agierende Seelsorgende voraussetzt. Zweitens bedarf es auf institutioneller Seite der nachhaltigen Gestaltung von Rahmenbedingungen und Kontexten, die eine kontinuierliche und wandlungsfähige Seelsorgepraxis ermöglicht. Und drittens ist die beständige Verschränkung von theoretischer Reflexion und Seelsorgehandeln für eine Entwicklung von innovativen Seelsorgekonzepten bei gleichzeitiger Erhaltung des Bewährten notwendig. Drei Beispiele für aktuelle Entwicklungen, welche die Nachhaltigkeit von Seelsorge herausgefordern, runden den Beitrag ab.

Annette Haußmann
„Seelsorge ist die Muttersprache der Kirche“

Interview mit Sabine Kast-Streib zum Beitrag von Annette Haußmann „Kontinuität und Wandel: Aspekte einer nachhaltigen Seelsorge in kirchlicher Verantwortung“, geführt im Februar 2021.

Stefanie Oeben
Sinnschöpfung und Wertschöpfung – Über die Zukunftsfähigkeit werteorientierter Unternehmen

Die Orientierung an ausschließlich betriebswirtschaftlichen Erfolgsgrößen wird heute abgelöst durch verstärkte Anforderungen an Unternehmen, die nunmehr einen eigenen „purpose“ haben und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Gemeinwohl erbringen sollen. Die geeignete Kombination von Sinnschöpfung und Wertschöpfung wird dadurch geradezu zu einem eigenen Wettbewerbsfaktor rund um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Benötigt werden dazu insbesondere ein stabiler Werterahmen und eine verbesserte ethische Sprach- und Reflexionsfähigkeit von Unternehmen, sodass sie erkennbar Verantwortung übernehmen und gesellschaftliches Vertrauen schaffen können. Religiöse Motivationen bei Führungskräften können in diesem Zusammenhang gut zu einer solchen Form sinnorientierten Wirtschaftens beitragen, dürfen aber nicht übergriffig werden. Im besten Fall tragen sie zur gelebten und erlebten Diversität, damit aber auch zur Sinnschöpfung und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen bereichernd bei.

Ulrich Hemel
„Mehr und mehr Unternehmer bekennen sich zu ihrem Glauben“

Interview mit Stefan Müller zum Beitrag von Ulrich Hemel „Sinnschöpfung und Wertschöpfung: Über die Zukunftsfähigkeit werteorientierter Unternehmen“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Spiritualität in sozialen Unternehmen

Welche Rolle spielt Spiritualität für die Arbeit und die Unternehmenskultur sozialer Unternehmen? Welches Verständnis von Spiritualität wird jeweils grundgelegt? In diesem Beitrag werden zwei Zugänge genauer beleuchtet. Ein Zugang sieht Spiritualität vor allem bezogen auf die Grundüberzeugungen, Werthaltungen, Menschen- und Weltbilder, die in einem sozialen Unternehmen bewusst oder unbewusst in Geltung sind. Der andere versteht Spiritualität stärker als Verbindung zu Quellen der Kraft und Lebendigkeit. Beide Zugänge können sich gegenseitig ergänzen und erhellen. Je nach Zugang stellen sich einem Unternehmen, das Spiritualität gestalten und pflegen will, andere Herausforderungen.

Joachim Reber
„Mitarbeitenden in existenziellen Situationen zur Seite stehen“

Interview mit Ute Graf zum Beitrag von Joachim Reber „Spiritualität in sozialen Unternehmen“, geführt im Februar 2021.

Stefanie Oeben
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in Deutschland vor neuen Herausforderungen – Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Heute ist das katholische Verbandswesen durch zahlreiche Transformationsprozesse herausgefordert. Dies gilt auch für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Deutschland. Die Geschichte der KAB verdeutlicht die hohe Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, das Streben nach Eigenständigkeit und Modernität der katholischen Arbeitervereine. Auseinandersetzungen und Anfeindungen blieben nicht aus. Auch innerkirchlich mussten die katholischen Arbeitervereine als „ungeliebte Kinder“ der Katholischen Kirche um ihre Anerkennung kämpfen. Als Teil der Kirche und als Teil der Arbeiterbewegung standen sie im Spannungsfeld unterschiedlicher Anforderungen und Loyalitäten. Auf der Grundlage einer kämpferischen Selbsthilfe entfaltete die KAB ihre politischen und gesellschaftlichen Forderungen. Heute ist die KAB erneut zu einem Modernisierungsschub aufgerufen, indem sie zu einer strukturellen Reform der Kirche beiträgt, eine Empowerment-Strategie verfolgt und zeitgemäße neue Formen des Engagements möglich macht.

Michael Schäfers
„Manchmal werden wir erwartet, manchmal sogar erhofft“

Interview mit Svenja Gruß und Wolfgang Herrmann zum Beitrag von Michael Schäfers „Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in Deutschland vor neuen Herausforderungen – Geschichte, Gegenwart und Zukunft“, geführt im Juni 2021.

Stefanie Oeben
Digitalisierung als Herausforderung im kirchlichen Kontext

Dass in Zeiten von Corona Unternehmen oder Schulen offen halten können, ist nicht zuletzt ein Ergebnis fortschreitender Digitalisierung. Dies gilt auch in Bezug auf kirchliches Handeln: Mit digitalen, sozialen Medien sind uns wichtige Instrumente gegeben, den Dienst für die Menschen mit den Menschen zu leisten. Damit ist nicht ein Ersatz für Handeln in sozialer Unmittelbarkeit gemeint, sondern vielmehr eine wichtige Ergänzung, etwa in der Schaffung und Festigung von Gemeinschaft und in der Vermittlung von Trost. Damit dies realisiert werden kann, bedarf es eines unverkrampften Zugangs zu den digitalen Möglichkeiten und der Ausgestaltung dieser als Mittel und nicht als Ziel. Dies bedeutet, Grenzen abzustecken und Perspektiven auf Möglichkeiten zu eröffnen. Um solches zu erreichen, bedarf es auch einer ethischen Analyse des Wesens der Digitalisierung und einer kritischen, unterscheidenden Sichtung ihrer Merkmale, auch auf theologischem Hintergrund.

Leopold Neuhold
„Kirche sollte eine pragmatische Position einnehmen“

Interview mit Sarah Theune zum Beitrag von Leopold Neuhold „Digitalisierung als Herausforderung im kirchlichen Kontext“, geführt im Mai 2021.

Stefanie Oeben
Corporate Urban Responsibility – [Kirche] in der Stadtentwicklung

Bis heute sind Kirchen markante Gebäude im Stadtbild. Der Kontext von Städten war sogar vor dem Bau erster Kirchen für die Verbreitung des Christentums wesentlich. Aus raumtheoretischer Perspektive sind Orte und Räume zu differenzieren: Kirche als Gebäude und Kirche als Raum für Transzendenz, Kultur und Gemeinschaft tragen zur Stadtentwicklung bei. In dem gemeinsam zu verantwortenden Prozess zwischen den verschiedenen Akteuren in einer Stadt kann die Kirche unter dem Anspruch der Nachhaltigkeit zum Besseren der Stadt beitragen.

Angela Kaupp
„Umnutzung muss proaktiv mit der Gemeinde angegangen werden“

Interview mit Kerstin Gothe zum Beitrag von Angela Kaupp „Corporate Urban Responsibility: Kirche in der Stadtentwicklung“, geführt im August 2021.

Stefanie Oeben
Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Frage der Glaubwürdigkeit

Für soziale Organisationen ist ein ganzheitlicher Blick auf alle Dimensionen von Nachhaltigkeit wesentlich, um glaubwürdig zu bleiben. Nur der integrierte Dreiklang von Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie versetzt wirtschaftliche Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen in die Lage, knapper werdende Ressourcen in einem möglichst hohen Maß gerecht zu verteilen. In Partnerschaften auf Augenhöhe können gewinnorientierte und gemeinnützige Organisationen voneinander lernen und kooperieren. Um dabei mögliche Missstände zu beachten bei der Ausbeutung von Mensch und Natur, ist stets individuell zu prüfen, ob eine Partnerschaft auf einem gleichen Wertekanon beruht oder dort hinführen kann. Wer CSR als reine Marketingmaßnahme betreibt oder als einfaches Fundraisingkonzept versteht, wird schnell entlarvt werden, was das Engagement unglaubwürdig erscheinen lässt und die Chancen auf eine langfristige Zusammenarbeit verspielt. Eine strukturelle Verankerung nachhaltigen Wirtschaftens in der Unternehmensstruktur mit klaren Bekenntnissen zu sozialen und ökologischen Standards ist unabdingbar, um Prozesse unabhängig von Personen dauerhaft nachhaltig aufzustellen, glaubwürdig gegenüber Mitarbeiter- und Gesellschaft aufzutreten und zukunftsfähig zu bleiben.

Carina Uhlen
„Ökologisches Handeln braucht strukturiertes Vorgehen“

Interview mit Inci Wiedenhöfer zum Beitrag von Carina Uhlen „Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Frage der Glaubwürdigkeit: Das CSR-Kompetenzzentrum der Caritas“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Qualitäts-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsnormen in kirchlichen Einrichtungen

Dieser Beitrag analysiert die Gründe kirchlicher Einrichtungen und Organisationen, international geltende Normen für Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme einzuführen, und untersucht ihre Relevanz für die Nachhaltigkeitspolitik und das Nachhaltigkeitsmanagement. Das Ziel dieses Beitrags besteht einerseits in der Erkundung der bestehenden Möglichkeiten kirchlicher Einrichtungen, ihre Leistung und auch ihr Image in der Öffentlichkeit durch umwelt- und qualitätsmanagementorientiertes Handeln zu verbessern, und andererseits in der Aufräumung häufiger Missverständnisse bezüglich der ISO-Normen für Managementsysteme. Die neue Institutionentheorie sowie die Signaling-Theorie liefern die theoretische Grundlage für den hier angeführten Forschungsansatz. Dieser Beitrag postuliert, dass die ISO-Managementnormen in den Bereichen Qualität und Nachhaltigkeit bereits zum gemeinsamen Nenner der intensiven und fruchtbaren Arbeit religiöser Organisationen und Einrichtungen geworden sind. Die Normung der Managementsysteme kirchlicher Einrichtungen führt zur Vereinheitlichung von Begrifflichkeiten und damit zur Erleichterung sowie zur Optimierung der Kommunikation mit ihren Stakeholdern. Gemeinsame Nachhaltigkeitsziele werden dadurch klarer formuliert und mit eindeutig definiertem Aufwand erreicht.

Alexander Moutchnik
„Wer jetzt keine Zeit für Nachhaltigkeit hat, wird scheitern und seine Glaubwürdigkeit verlieren“ – CSR und nachhaltiger Einkauf in kirchlichen Institutionen

War es möglich wegzuschauen, als im April 2013 mehr als 1000 Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ihr Leben verloren und etwa 2500 weitere verletzt wurden? Überhörte man in Deutschland die Protestrufe der Textilarbeiterinnen, als sie trotz coronabedingter Ausgangssperre in Bangladesch im Mai 2020 wieder in die Textilfabriken gerufen wurden, weil westliche Firmen Druck ausübten, die Produktion wieder zum Laufen zu bringen?

Thomas Heine
„Auf Biodiversität und Artenvielfalt muss Rücksicht genommen werden“

Interview mit Stefan Schneider zu den Beiträgen von Alexander Moutchnik und Thomas Heine „Qualitäts-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsnormen in kirchlichen Einrichtungen“ und „CSR und nachhaltiger Einkauf in kirchlichen Institutionen“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Von Überfluss zu Lebensfülle – Franz von Assisi

Papst Franziskus lässt sich auch in sozialen und wirtschaftlichen Fragen von Franz von Assisi inspirieren. Wieweit kann ein mittelalterlicher Mystiker ins Heute sprechen? Der Beitrag zeigt auf, wie ein junger Unternehmer am Morgen der Moderne in eine Krise stürzt, die Schlagseiten der neuen bürgerlich-marktwirtschaftlichen Kultur erkennt und sich auf eine existenzielle Sinnsuche begibt. Seine Antwort an eine Gesellschaft, in der Reiche reicher und Arme ärmer werden, Freie sich über Unfreie erheben und Menschen unter sozialer Exklusion leiden, ist Geschwisterlichkeit: grundgelegt im Glauben an den himmlischen Vater aller. Mit Gefährten aus allen sozialen Schichten und als fraternitas, in die bald auch Priester und Frauen eintreten, weitet die Bewegung um Franz von Assisi ihre Horizonte schon früh global auf die Menschheitsfamilie. Keine Rezepte, sondern zutiefst christliche Grundhaltungen lassen Papst Franziskus an seinem Vorbild anknüpfen, wenn er für eine solidarischere Welt einsteht.

Bruder Niklaus Kuster
„Ein breites Angebot mit gutem Gewissen“

Interview mit Anton Vaas zum Beitrag von Bruder Niklaus Kuster „Von Überfluss zu Lebensfülle – Franz von Assisi“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Expertin in Menschlichkeit. Die Kirche als globale Akteurin

Die Katholische Kirche positioniert sich als Expertin in Menschlichkeit, die den Respekt vor der Würde der menschlichen Person in den Mittelpunkt ihres sozialen Engagements stellt. Dabei spricht die Kirche von einer verwundbaren und verwundeten Perspektive, wurde und wird die Kirche in ihrer institutionalisierten Form doch den Ansprüchen der Würde des Menschen vielfach nicht gerecht. Das kann und soll zu Demut führen. Der Beitrag rekonstruiert das globale soziale Engagement der Kirche über zwei Stichworte – ganzheitliche menschliche Entwicklung („integral human development“) und Begleitung („accompaniment“). Hier finden sich zwei bedeutsame Säulen, die die humanitäre und karitative Arbeit der Kirche prägen. Dies soll an einigen Beispielen verdeutlicht werden. Das globale humanitäre Engagement der Kirche wird abschließend mit Hinweisen aus dem Synodaldokument „Iustitia in Mundo“ verdeutlicht, in dem der Einsatz für die Gerechtigkeit und die Teilnahme an der Umgestaltung der Welt als wesentlicher Bestandteil der Verkündigung des Evangeliums und der Sendung der Kirche ausgewiesen werden.

Clemens Sedmak
„Wir wollen die Lebensbedingungen vor Ort verbessern“

Interview mit Thomas Antkowiak zum Beitrag von Clemens Sedmak „Expertin in Menschlichkeit. Die Kirche als globale Akteurin“, geführt im Juli 2021.

Stefanie Oeben
Metadata
Title
CSR und Kirche
Editors
Dr. Joachim Drumm
Stefanie Oeben
Copyright Year
2022
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-64419-5
Print ISBN
978-3-662-64418-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64419-5

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