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2022 | Book

CSR und Nachhaltigkeitsstandards

Normung und Standards im Nachhaltigkeitskontext

Editor: Bernhard Schwager

Publisher: Springer Berlin Heidelberg

Book Series : Management-Reihe Corporate Social Responsibility

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About this book

Dieses Buch zeigt exemplarisch auf, welche Unterstützung der Megatrend Nachhaltigkeit durch Standards und Normen erfährt. Experten aus der Wissenschaft, aus Verbänden, Zertifizierungsstellen, Organisationen und Unternehmen erläutern Perspektiven und Zusammenhänge, demonstrieren die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und verdeutlichen anschaulich den Nutzen für eine nachhaltige Unternehmensführung.
Das Werk wendet sich an alle Verantwortlichen in Unternehmen, die den Megatrend Nachhaltigkeit aktiv aufgreifen und fortschrittliche Vorgehensweisen mit geeigneten Prozessen zum Wohl ihrer Organisation implementieren wollen. Darüber hinaus bietet dieses Buch auch für Verwaltungen, NGOs und Studierenden einen hervorragenden Überblick zu heute relevanten Nachhaltigkeitsstandards.

Table of Contents

Frontmatter

Normung und Standards

Frontmatter
Normung im Überblick

Die anerkannten Regeln der Technik und Wissenschaft werden meist über privatwirtschaftlich organisierte Dienstleister in Normen und Standards beschrieben. Normung und Standardisierung beim Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) kann jeder mitgestalten und sollte dies auch aktiv tun, damit fehlerfreie, praxisnahe und wirtschaftlich sinnvolle Anforderungen darin beschrieben werden. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Normungsarbeit, angefangen von den Grundlagen, der nationalen, europäischen und internationalen Organisation und der Verknüpfung zu den rechtlichen Festlegungen. Die zeitlich sich veränderte Entwicklung der Normeninhalte von den rein technischen Sachverhalten zu Verfahren, Abläufen und Kriterien für deren Umsetzung führte zu einer Anwendung auch im Bereich der sozialen Verantwortung von Unternehmen. Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung ist Expertenwissen von allen notwendig, damit die Normen aktuell und anwendbar sind – machen Sie mit.

Albert Hövel
Normung im Kontext Nachhaltigkeit

Der Beitrag schildert die Entstehung der Umweltnormung in Deutschland im Anschluss an den sogenannten Töpfer-Vertrag zu Beginn der 1990er-Jahre. Dabei wird auch auf die Rolle der von ISO-TC 207 erarbeiteten Normen der ISO-14000er-Reihe und deren Stellenwert im Normengefüge eingegangen. Er stellt die Bedeutung von öffentlich zugänglichen Standards innerhalb der gesetzlichen Normenhierarchie dar und die Vorteile der Normanwendung heraus. Abschließend wird die Entwicklung der Umweltnormung im Zeichen der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen, der Anforderungen des Klimaschutzes nach dem Pariser Abkommen sowie der Circular Economy berichtet und ein Ausblick auf künftig absehbare Normungsprojekte gegeben.

Helge Wendenburg

Nachhaltigkeitsmanagement

Frontmatter
ISO 26000: Anleitung zu einem ganzheitlichen Management unternehmerischer Verantwortung

Bei der internationalen Norm DIN ISO 26000, deren englische Originalfassung unter dem Titel Guidance on Social Responsibility (ISO 26000: 2010) veröffentlicht wurde, handelt es sich um den ersten und einzigen Standard zum Thema, der eine eindeutige, international konsensfähige Definition gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen (CSR) vorgelegt hat und der empfiehlt, die damit verbundenen Aspekte nicht isoliert zu betrachten und zu managen. Aufgrund der Entwicklung im Rahmen eines aufwendigen globalen Multistakeholderprozesses auf der Basis des Konsensprinzips verfügen ihre Inhalte zudem über ein hohes Maß an Legitimität. Neben einer Betrachtung der Inhalte und Besonderheiten der Norm soll deutlich gemacht werden, dass und warum es für Organisationen aller Art lohnend sein kann, sich auch zehn Jahre nach der Veröffentlichung mit diesem umfassendsten Standard zum Thema auseinanderzusetzen: Welche Hinweise und Ratschläge für ein zeitgemäßes Management von CSR bzw. Nachhaltigkeit lassen sich für die Praxis daraus nach wie vor entnehmen? Welche Antworten bietet die ISO 26000 zu neueren gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Trends, zu den heutigen Anforderungen an ein Nachhaltigkeitsmanagement? War man bei ihrer inhaltlichen Konzeption und Ausarbeitung dem Mainstream der damaligen Zeit vielleicht sogar voraus?

Annette Kleinfeld
Mit den Sustainable Development Goals nachhaltiges Handeln in Unternehmen positionieren und gestalten
Grundlagen und Vorschläge sowie Beispiele aus der Versicherungswirtschaft

Die 2015 von den Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedeten 17 Sustainable Development Goals (SDG) mit ihren insgesamt 169 Unterzielen liefern einen vollständigen, global einheitlichen und universell nutzbaren Rahmen hinsichtlich aller Facetten sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Entsprechend interpretiert und kreativ angewendet eignen sich die SDG somit auch im unternehmerischen Kontext als Einstieg in die Nachhaltigkeitsthematik sowie als Leitplanken für nachhaltiges Handeln. Sie lassen sich individuell mit den klassischen Instrumenten der Nachhaltigkeitsberichtserstattung verknüpfen und können auch die Nachhaltigkeitskommunikation ganzheitlicher und verständlicher gestalten. Die Sichtweisen der Barmenia-Versicherungsgruppe und des Zukunftskreis Nachhaltigkeit sowie einige Erfahrungen aus der Praxis mit bewusst einfach und praxisnah gehaltenen Aktionsvorschlägen sollen dazu anregen, die SDG individuell im eigenen geschäftlichen Umfeld zu nutzen.

Michael Kaminski-Nissen, Stephan Bongwald
B Corporation: Wirtschaften als Kraft für das Gute – ein Leitfaden

B Lab und das Bewertungstool B Impact Assessment erfreuen sich seit der Coronakrise wachsender Beteiligung. Nachhaltiges Wirtschaften beschäftigt immer mehr Unternehmen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Zertifizierung B Corporation. Nach der Definition und Abgrenzung zur Benefit Corporation wird B Lab – die Institution hinter den B Corporations – vorgestellt. Der Leser erhält einen Leitfaden, wann ein Unternehmen zur Zertifizierung qualifiziert ist, wie das B Impact Assessment aufgebaut ist und wie ein Reviewprozess durchlaufen wird. Vor- und Nachteile einer B-Corp-Zertifizierung werden beleuchtet sowie der Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen mittels SDG Action Manager erörtert. Abschließend wird B Corp mit den Global-Reporting-Initiative(GRI)-Standards in Kontext gesetzt.

Andrea Berglehner, Cornelia Frey
Der UN Global Compact und das Deutsche Global Compact Netzwerk – eine Initiative für verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung

Der United Nations Global Compact (UN Global Compact) ist die weltweit größte Initiative für verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung mit über 17.800 Teilnehmenden (Stand: Juli 2021), darunter mehr als 13.800 Unternehmen und rund 4000 Organisationen der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor aus rund 170 Ländern. Der UN Global Compact umfasst gegenwärtig etwa 70 lokale Netzwerke, von denen das Deutsche Global Compact Netzwerk eines der ersten und größten Netzwerke ist.

Marcel Engel, Claudia van den Berg, Leonore Herzberg

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Frontmatter
Nachhaltigkeitsreporting 4.0

Reporting wird zu einem Dreh- und Angelpunkt der Transformation. Denn vor dem Hintergrund der EU-Strategie zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wird künftig kein Geschäft mehr ohne den Nachweis nachhaltigen Handelns erfolgreich sein. Die EU hat ihre CSR-Berichtspflicht entsprechend nachjustiert und will mit dem im April 2021 vorgelegten Vorschlag zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auch nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen zu Transparenz verpflichten. Finanz- und Nachhaltigkeitsreporting rücken immer enger zusammen. Der Beitrag zeigt, welche Rahmenwerke für das Reporting relevant sind, mit welchen Fragen sich Unternehmen im Kontext der Berichterstattung beschäftigen müssen und gibt einen Ausblick auf die Entwicklungen der kommenden Jahre.

Sabine Braun, Elisabeth Senger
DNK 2.0 – Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex als Rahmen für fairen Wettbewerb

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat Ende 2011 den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) beschlossen und Unternehmen zur freiwilligen Anwendung empfohlen. In der Zwischenzeit traten umfangreiche Berichtspflichten in Kraft. Weitere Stakeholder formulieren weitreichende Anforderungen an das unternehmerische Berichtswesen zur Offenlegung unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen. Der DNK leistet Unternehmen jeder Größe und Rechtsform Hilfestellung und macht aus der lästigen Pflicht eine Übung, die für strategische Wettbewerbsvorteile sorgt

Yvonne Zwick
Der Berichtsrahmen der Gemeinwohl-Ökonomie: Transformationsbrücke in die Zukunft

Es genügt nicht, die Schadwirkungen der Wirtschaft zu adressieren, z. B. den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Das ist zweifellos notwendig. Ebenso notwendig ist die Frage nach den Ursachen: Welche Haltung und welche Ethik gegenüber Mensch und Natur ist in Unternehmen vorhanden? Das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) beinhaltet den Bezug auf ethische Werte, die demokratische Gesellschaften und das Augenmerk auf Nachhaltigkeit hervorgebracht haben. Die Ethik der Gemeinwohl-Ökonomie befähigt zu ganzheitlichen und grundsätzlichen Lösungen, die mit den Denk- und Handlungsstrategien kapitalistischer Marktwirtschaften nicht gedacht werden können. Mit der Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung war die Hoffnung verbunden, dass die Transparenz und die öffentliche Diskussion eine Veränderung der Geschäftsmodelle zu nachhaltigeren Wirtschaftsweisen bewirken könne. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die Gesetzgeber:innen auf EU Ebene arbeiten deshalb an einem Berichtsmodell, das Transparenz und Vergleichbarkeit herstellt und damit politische Steuerung ermöglicht. Das Berichtsmodell der Gemeinwohl-Ökonomie erfüllt diese Erwartungen bereits heute und wird von Hunderten von Unternehmen im Mittelstand angewendet. Die Bestrebungen des Gesetzgebers haben mehrere Konzerninitiativen ausgelöst – eine in Deutschland namhafte, die Value Balancing Alliance (VBA), wird diskutiert. Deren Modell beansprucht, die Aufgabe der Transformation zu nachhaltigen Geschäftspraktiken durch die Monetarisierung der Wertschöpfung bewirken zu können. Die Monetarisierung bedingt jedoch dieselbe Blickverengung, die auch der konventionellen Wirtschaft zugrunde liegt: nur was einen monetären Wert hat, kann in Entscheidungen einfließen. Die VBA sucht einen Ausweg aus diesem Dilemma, findet ihn aber nicht. Da die konventionelle Wirtschaftsweise die Natur willentlich beschädigt und die Menschenwürde nicht willentlich fördert, braucht es Berichtsrahmen und -methoden, die in der Lage sind, diese Werte, die ihrer Beschaffenheit nach nicht monetär sind, zu erfassen, zu bewerten und vergleichbar darzustellen. Die Methode der Gemeinwohl-Ökonomie leistet dies und wird in groben Zügen dargestellt. Ein weiteres Merkmal der GWÖ-Methode: Sie siedelt die ethische Kompetenz zur Entscheidung, welche Produktionsprozesse und Produkte angewendet werden, im Unternehmen an und delegiert es nicht an den Staat. Der Staat soll zwar ein „level playing field“ im Sinn einer permanenten Entwicklung zu höherwertigen, ethischeren Wirtschaftsweisen schaffen und ermöglichen, aber die ethische Verantwortung bleibt bei der Unternehmensführung.

Gerd Hofielen, Matthias Kasper
Vom Managementsystem zur integrierten Berichterstattung

International normierte Managementsysteme wie EMAS und die dazu vollständig kompatible ISO-Reihe der Managementsystemnormen ISO 9000, 14000, 26000, 27001, 31000, 45000 und 50000 eignen sich grundsätzlich hervorragend, um eine moderne, ansprechende Nachhaltigkeitsberichterstattung unter der Anforderung der Wesentlichkeit zu erzeugen. Wenn die entsprechenden Eingangsgrößen konsequent definiert sind, ein hoher Grad an Digitalisierung der Datenerhebung und Transparenz vorliegt, kann die Entwicklung der relevanten Daten sogar live erfolgen und zu beliebigen Zeitpunkten berichtet und extern validiert werden. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist das ernsthafte Interesse der GesellschafterInnen und des Topmanagements an sozialen und ökologischen Herausforderungen, und wie diese vom Unternehmen zum Nutzen von Umwelt und Gesellschaft bedient werden können. In der Folge entsteht die Wertschöpfung des Unternehmens auf Basis eines Beitrags zum Gemeinwohl. Durch dieses Mindset entwickelt eine Organisation Gewohnheiten, die in der Konsequenz zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der Organisation und dem zugehörigen modernen CSR-Reporting führen, das auch zukünftige Anforderungen der EU Taxonomie und der Corporate Sustainability Reporting Directive erfüllen wird. Solange dieses Interesse nicht vorliegt, wird das ausgefeilteste Managementsystem nicht greifen können und bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Damit entsteht eine Parallelwelt in der Organisation, die einerseits die externe Kommunikation, andererseits die Managementsysteme separat voneinander betreibt und Potenzial verschenkt. Der Beitrag betont die Wichtigkeit der Positionierung des Topmanagements zu dieser Frage und gibt zahlreiche Tipps für eine erfolgreiche Integration von Managementsystemen und Nachhaltigkeitsberichterstattung inklusive konkreten Normverweisen und weiterführenden Quellen.

Thorsten Grantner
Nachhaltigkeitsstandards – welchen Beitrag leisten sie derzeit zur Erzielung von tatsächlicher Nachhaltigkeit?

Seit drei Jahrzehnten sind Nachhaltigkeitsstandards zur Transparenz über Nachhaltigkeitswirkungen, Berichterstattung (separat oder integriert) und Unternehmenslenkung in der Anwendung und Weiterentwicklung. Darauf aufbauend sind Ratings, Rankings und Indices im Finanzbereich entwickelt worden, die die Finanzwirtschaft für Verbesserung in Richtung Nachhaltigkeit als Ziel ihres Anlageverhaltens nutzen. Aber ist dadurch mehr Nachhaltigkeit erzielt worden? Was muss geschehen, um von Environmental Social Governance (ESG) zur vollständigen Erfassung von Nachhaltigkeitsleistungen zu kommen? Hierzu gibt der Beitrag Antworten und antizipiert in Konsequenz den Beitrag der notwendigen Transparenzoffensive zur Erreichung einer regenerativen und distributiven Ökonomie.

Ralph Thurm

Ökologische Nachhaltigkeit – Umwelt

Frontmatter
Umweltmanagement – Entwicklungen und Herausforderungen aus Sicht der internationalen Normung

Das Normenwerk im Bereich des Umweltmanagements hat sich in den letzten Jahren stark ausdifferenziert. Viele neue Normen und Normungsgremien sind entstanden oder in Bearbeitung. Der Bezug zur zentralen Umweltmanagementnorm ISO 14001 geht dabei zusehends verloren. Für Anwender ist oft nur noch schwer nachvollziehbar, wie die Vielzahl der bestehenden Normen in der Praxis sinnvoll zusammen genutzt werden kann. Im vorliegenden Beitrag geben wir einen ordnenden Überblick über den aktuellen Stand der internationalen Normung mit Bezug zum Umweltmanagement, zeigen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen auf und skizzieren einen Ansatz, wie Anwendern der Weg durch den Normendschungel künftig erleichtert werden könnte.

Christoph Töpfer, Burkhard Huckestein
EMAS – das universelle Management- und Audittool für Umwelt und Nachhaltigkeit

EMAS, das Environmental Management and Audit Scheme der EU, ist seit seiner Einführung 1993 das Premiumsystem für Umweltmanagement. In den letzten Jahren hat sich EMAS weiterentwickelt zu einem System, das neben dem Umweltschutz auch Energie- und Klimamanagement sowie Nachhaltigkeitskommunikation und nachhaltige Unternehmensführung wirkungsvoll unterstützen kann.Der Premiumcharakter von EMAS beruht zunächst auf der Tatsache, dass es sich auf einen europäischen Rechtsakt stützt und unmittelbarer staatlicher Überwachung unterliegt. Die Anforderungen von EMAS gehen über die in der internationalen Norm ISO 14001 enthaltenen hinaus, decken dabei aber die ISO 14001 vollständig ab. Auch große Teile der ISO 50001 werden durch EMAS erfüllt. Damit lässt sich die EMAS-Registrierung problemlos mit einer ISO-Zertifizierung kombinieren. EMAS kann inzwischen auch weltweit angewendet werden, und die Umwelterklärung wird von vielen Unternehmen als Basis ihrer Nachhaltigkeitskommunikation genutzt.Der Beitrag zeigt auf, wie EMAS zum Kern eines umfassenden Management- und Nachweissystems für nachhaltige Unternehmensführung (einschließlich Rechtskonformität) werden kann. Gerade angesichts wachsender Anforderungen an glaubwürdige und transparente Informationen entlang der Lieferkette steht hier ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung, mit dem das Informationsbedürfnis der Stakeholder ohne großen Zusatzaufwand erfüllt werden kann.

Michael Schemmer
Circular Economy

Circular Economy geht davon aus, dass abfallfreies Wirtschaften grundsätzlich möglich ist und Stoff- und Materialkreisläufe nach dem Ideal natürlicher Systeme langfristig in Kreisläufen gehalten werden können. Circular Economy ist aber nicht gleichzusetzen mit Nachhaltigkeit. Für jede Systemveränderung, die durch die Umsetzung von Kreislaufstrategien vorgenommen wird, ist der Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften mit einer Lebenszyklusperspektive zu evaluieren. Um Zirkularität messbar zu machen, werden Standards entwickelt. Die Gesellschaft profitiert von ressourcenschonenden Produktionssystemen, positive Beschäftigungseffekte durch Innovationen werden erwartet und Unternehmen verringern die Abhängigkeit von knappen Rohstoffen und fragilen Lieferketten durch neue Geschäftsmodelle und resilientere Systeme. Die Circular Economy erfordert sehr viel mehr Kooperation und die digitale Nachverfolgbarkeit und Transparenz von Materialien, Inhaltsstoffen und Bauteilen innerhalb komplexer und globaler Wertschöpfungsnetzwerke. Standards und Normen sind Wegbereiter und notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Circular Economy.

Martina Prox
Nachhaltigkeitsbewertungen und die Rolle von Standards und Normen

Das Leitbild einer zukunftsverträglichen, nachhaltigen Entwicklung stellt eine der großen Herausforderungen in der heutigen Zeit dar. Die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten spielt dabei eine zentrale Rolle. Verschiedene Werkzeuge wurden dafür in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt. Die Ökobilanz ist dabei ein prominentes Beispiel, aber auch die Ökoeffizienz-Analyse und weitere Bewertungsmodelle für unterschiedlichen Entscheidungsprozesse. Um Ergebnisse, die mit diesen Methoden erarbeitet werden, in einem harmonisierten Ansatz anwenden zu können, Ergebnisse vergleichbar zu machen und eine Weiterverbreitung der methodischen Ansätze zu ermöglichen, sind Standards und Normen unverzichtbar. Gerade die Erarbeitung von Standards und Normen in diesem Bereich verhalf der Nachhaltigkeitsbewertung zu einem Durchbruch als allgemein anerkannter Ansatz.

Peter Saling
Die strategische Bedeutung von Umweltnormen im Produktdesign

Die Kreislaufwirtschaft beschreibt ein Lebenszyklusmodell, in dem vorhandene Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden sollen. Im Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Kreislaufwirtschaft, der EU Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) und der Sustainable Product Initiative (SPI) der Europäischen Kommission werden klare Aussagen gemacht, wie die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in die bestehende Produktumweltgesetzgebung integriert werden sollen und neue Regelungswerke entstehen sollen. Zahlreiche internationale und europäische Normungsvorhaben bei ISO, IEC, CEN und CENELEC entstehen aus der Motivation heraus, Kreislaufwirtschaftsprinzipien mit einer zirkulären Unternehmensstrategie und (Umwelt-)Managementsystemen in Einklang zu bringen.

Christian Dworak
Umweltkommunikation von Produkten

Dieser Beitrag beschreibt verschiedene Typen von Umweltaussagen und ihre Anwendungsbereiche mit Beispielen. Es wird darauf eingegangen, zu welchen Typen von Umweltaussagen internationale oder europäische Normen vorliegen. Hierzu werden spezifische Aspekte von ISO 14020, ISO 14021, ISO 14024, ISO 14025, ISO 14026 sowie der ISO 14067 dargestellt. Ebenso werden neue Entwicklungen hinsichtlich der Revision der ISO-14020er-Reihe vorgestellt.

Eva Schmincke

Ökologische Nachhaltigkeit – Energie und Klima

Frontmatter
Energiemanagementsysteme im Kontext der Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung beinhaltet das Ziel Nr. 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ einen der wichtigsten ökologischen Aspekte. Eine wesentliche Maßnahme zur Umsetzung des Ziels Nr. 7 ist die effiziente Energienutzung. Die effiziente Energienutzung, die Einsparung von Energie und die Senkung der Energiekosten können insbesondere durch zertifizierte Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 nachgewiesen werden. Energiemanagementsysteme sind somit ein wichtiger Bestandteil im nationalen und internationalen Kontext der Nachhaltigkeit.Weiterentwicklungen von Energiemanagementsystemen im Hinblick auf die Bewertung der Maßnahmen zur Senkung der energiebedingten CO2-Emissionen und zum Einsatz klimafreundlicher Energieträger stellen einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz von Organisationen dar.

Ortrun Janson-Mundel
Nachhaltigkeitsmanagement – der Baustein Klimaschutz und Klimaneutralität in Normung und Praxis

Die steigende Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre und der damit einhergehende Klimawandel gehören zu den größten Herausforderungen unserer Generation. Politik, Wirtschaft und Bevölkerung sind dazu aufgerufen, sich aktiv an der Aufhebung und Umkehrung zu beteiligen, um das europäische Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen. Der Beitrag gibt einen Überblick über den politischen Rahmen sowie den Stand der bestehenden Normung und der angewendeten Standards im Bereich des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit. Es werden Anforderungen, Chancen und generische Vorgaben für verschiedene Akteure beleuchtet und die Verbindung zwischen gesetzlichen Verpflichtungen und standarisierten oder normierten Verfahren hergestellt. Dabei wird aufgezeigt, welche Normierungen für das Erreichen von Klimaneutralität und nachhaltiger Unternehmensentwicklung geeignet sind und für welche Arten von Organisationen und Produkten diese auch in Verbindung mit gesetzlichen Anforderungen verwendet werden können. Im Anschluss werden praktische Umsetzungshilfen für Unternehmen beschrieben, mit deren Hilfe verschiedene Aspekte des Klimaschutzes, insbesondere im Bereich der Treibhausgase einheitlich berücksichtigt und glaubhaft kommuniziert werden können. Die Treibhausgasneutralität kann nicht von heute auf morgen erreicht werden. Daher ist es wichtig, heute die richtigen Schritte einzuleiten und kontinuierlich zu optimieren, um diesem gesellschaftspolitischen Ziel kontinuierlich einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Stefan Bräker, Paula Hellmich
Unternehmen und Anpassung an den Klimawandel

Der durch die steigenden Oberflächentemperaturen voranschreitende Klimawandel wird sich zunehmend auf das Wirtschaften auswirken – und damit auch auf die Unternehmen. So konstatierte die Bundesregierung in ihrem zweiten Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, dass sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland im Zeitraum von 1881 bis 2019 um 1,6 °C erhöht hat.

Joachim Nibbe
CO2e-Ausgleichsprojekte

CO2e-Ausgleichprojekte schaffen die Möglichkeit, die nicht vermeidbaren Klimagase der betrieblichen Tätigkeit auszugleichen. Bei der Auswahl geeigneter Projekte sind normierte Kriterien vertrauensbildend. Dieser Ansatz ist unabhängig davon, ob das Ziel CO2-Neutralität, Net-Zero-Emissionen oder Klimaneutralität ist. Zentraler Standard ist die DIN EN ISO 14064-2, die eine transparente und glaubwürdige Herleitung und Testierung der geschöpften CO2e-Menge erlaubt. Mit diesem Ansatz lassen sich sowohl nationale als auch internationale Projekte einordnen. Die Kosten der Tonne CO2e sind durch Anwendung einer Checkliste vor dem Hintergrund der Bedürfnisse der Stakeholder zu begründen. Der Ankauf von freiwilligen Zertifikaten aus Projekten ist immer eine einzelbetriebliche Entscheidung. Im Einzelfall gibt es günstige Rahmenbedingungen für Eigenkompensationsprojekte durch Einbeziehung von Lieferanten.

Georg Nuoffer-Wagner

Governance & Integrity

Frontmatter
Corporate Compliance und Integrity Management – Gestaltungsansätze der Unternehmensverantwortung

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, dass eine klare Trennung von verpflichtenden Anforderungen und freiwilliger Verantwortungsübernahme nur noch schwer möglich ist. Haftungsvermeidung, Reputationsschutz sowie der Aufbau und die Sicherung von Vertrauenskapital in Kooperationsbeziehungen gehen Hand in Hand. Der Beitrag beleuchtet Corporate Compliance und Integrity Management als Gestaltungsansätze eines gezielten und integrierten Managements der Unternehmensverantwortung. Compliance ist dabei das Rückgrat, Integrity ihr Herz.

Stephan Grüninger, Quirin Kissmehl
Welcher große Nutzen lässt sich auf Unternehmensseite durch Korruptionsprävention erreichen? Welche Entwicklungen gibt es und welche Konsequenzen kann die Nichtbeachtung haben?

Korruptionsprävention ist besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten wichtig. Gerade dann besteht die Gefahr, die drohenden Verluste durch unlautere Geschäfte auffangen zu wollen. Gleichzeitig verschärft sich das regulatorische Regime. Aus diesem Grund ist die Korruptionsprävention ein wesentlicher Bestandteil eines effektiven CSR-Programms in Unternehmen. Korruption ist kein nationales Thema, sondern erfordert eine globale Perspektive und ein globales Konzept. Aus den internationalen Vorgaben anderer Länder und ausländischer Behörden lassen sich wertvolle Hilfestellungen für die eigene Korruptionsprävention ableiten.

Nicolai Behr, Robin Haas
Vorteile von CSR und Risikomanagement als Bausteine in einem Integrierten Managementsystem

Für die nachhaltige Zukunft einer Organisation sollen heute die Erfordernisse der Umweltsysteme, der sozialen Systeme und der Wirtschaftssysteme verantwortungsvoll ausbalanciert werden, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen und gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen. Gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung steigert die Belastbarkeit und sichert dauerhaften Erfolg. Die Internationale Organisation für Normung stellt mit ihren Normen Werkzeuge für die Erfüllung dieser Anforderungen zur Verfügung. Einige davon sollen hier vorgestellt werden.

Frank Herdmann

Soziale Nachhaltigkeit: Lieferkette, Menschenrechte, Arbeitsschutz

Frontmatter
Globale Lieferketten nachhaltig gestalten: Wie eine intelligente Mischung von freiwilligen und verbindlichen Maßnahmen zum Erfolg führen kann

Die Lösung menschenrechtlicher und ökologischer Herausforderungen in globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten bedürfen der Anstrengungen aller: Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften gleichermaßen. Denn alle tragen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in einer zunehmend globalisierten Welt. Wenn es um die unternehmerische Verantwortung geht, so wird diese gegenwärtig größtenteils freiwillig wahrgenommen. Unternehmen engagieren sich in Foren und Initiativen gemeinsam mit anderen Unternehmen sowie anderen Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften für eine nachhaltige und transparente Gestaltung ihrer Wertschöpfungs- und Lieferketten. Sie nutzen freiwillige Standards, um ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen und ihren Kund*innen Orientierung beim Einkauf zu geben. Unternehmerische Nachhaltigkeit bedeutet dabei, dass die Unternehmensstrategie langfristig ausgerichtet ist und soziale, ökologische und ökonomische Anforderungen integriert. Dabei sind grundlegende Unternehmenswerte und eine unternehmerische Nachhaltigkeitsvision, die von der Unternehmensleitung gelebt wird, von entscheidender Bedeutung. Die letzten Jahre haben jedoch deutlich gezeigt, dass das freiwillige Engagement von Unternehmen alleine unwillkürlich an seine Grenzen stößt. Dies ist immer dann der Fall, wenn große Teile der Wirtschaft sich der Beteiligung an freiwilligen Initiativen – bewusst oder unbewusst – entziehen. Um jedoch global erfolgreich nachhaltige Strukturen zu schaffen, ist es von entscheidender Bedeutung, gleiche Wettbewerbsbedingungen und einen klaren Rechtsrahmen für alle zu schaffen. So wie die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sich 17 Nachhaltigkeitsziele bis 2030 gesetzt haben, die in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung festgehalten sind, bedarf es eines verbindlichen Rechtsrahmens für Unternehmen, um ihren Sorgfaltspflichten in der Wertschöpfungs- und Lieferkette nachzukommen. Mit der Verabschiedung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) in 2021 hat Deutschland einen wichtigen Beitrag für einen verbindlichen Rechtsrahmen für Unternehmen geleistet. Neben den vielen freiwilligen Unterstützungsmaßnahmen, die die Bundesregierung in den vergangenen Jahren unterstützt und finanziert hat, komplettiert sie damit die von den VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte geforderte intelligente Mischung aus freiwilligen und verbindlichen sowie nationalen und internationalen Maßnahmen (sog. Smart Mix) zur Förderung von verantwortungsvollem Unternehmenshandeln und zum Schutz der Menschenrechte weltweit. Zu den freiwilligen Maßnahmen zählen neben der Weiterentwicklung von freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards auch die Förderung von Multi-Akteurs-Partnerschaften, die nachhaltige Ausgestaltung der öffentlichen Beschaffung und die Umsetzung von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit. Auch in der EU und ihren Mitgliedstaaten geht der Trend zur Regulierung unternehmerischer Sorgfaltspflichten in Ergänzung zu freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gilt dabei als das derzeit ambitionierteste Gesetz weltweit, weil es sektorübergreifend Sorgfaltspflichten definiert und sie mit einem starken behördlichen Sanktionsmechanismus unterlegt. Als größte Volkswirtschaft innerhalb der EU trägt die Bundesrepublik Deutschland nicht nur eine große Verantwortung, sondern setzt damit auch ein starkes Signal und bietet einen wichtigen Beitrag zur Beförderung der ordnungspolitischen Regulierungsdebatte auf EU-Ebene. Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungs- und Lieferketten, so die Schlussfolgerung, wird für Unternehmen zu einer zentralen Zukunftsfrage – auch im Hinblick auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Die Sicherung der eigenen Wertschöpfungs- und Lieferketten in Krisenzeiten wie der COVID-19-Pandemie oder dem jüngsten russischen Angriffskrieg in der Ukraine, die frühzeitige Vorbereitung auf regulatorische Entwicklungen und steigende Erwartungen von Verbraucher*innen, Investoren und anderen Stakeholdern machen eine stärkere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit notwendig. Nachhaltiges Wirtschaften sollte von Unternehmen mehr als eine Chance begriffen werden, die zu Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung führen kann und nicht nur als ein reines Risikomanagement zur Minimierung von rechtlichen Risiken und potentiellen Reputationsschäden. Auf dem Weg zu nachhaltigeren Wertschöpfungs- und Lieferketten bedarf es dabei der Zusammenarbeit von Unternehmen, Staat und Zivilgesellschaft.

Anosha Wahidi
Menschenrechtsstandards werden Standard

Der Text zeigt auf, dass Menschenrechtsstandards zum Standard für nachhaltiges Wirtschaften werden. Die Produktionsstrukturen auf den Weltmärkten haben sich in den letzten Jahren durch die politisch gestaltete Liberalisierung erheblich verändert. Diese müssen durch eine ökologische, soziale und menschenrechtliche Gestaltung von globalen Lieferketten ergänzt werden. Die Initiative des ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan hat zur einstimmigen Annahme der UN-Leitprinzipien im Menschenrechtsrat geführt. Diese erkennen neben der Verpflichtung der Staaten auch eine Verantwortung der Unternehmen für menschenrechtliche Sorgfalt an, die als Aufgabe auf Unternehmen zukommt, zum einen aufgrund einer wachsenden regulatorischen Dichte in einzelnen Ländern oder der EU, aber zum anderen auch aus Eigeninteresse von Unternehmen an einer nachhaltigen Ausgestaltung der eigenen Produktion.

Michael Windfuhr
Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nach DIN ISO 45001 – Vorteile für Unternehmen und deren Mitarbeiter

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist durch eine hohe Regelungsdicht geprägt. Unternehmerische Freiheit und Flexibilität stehen im Widerspruch zu einengenden Vorschriften. Die zentrale Frage ist: Wie kann ein flexibles System einen hohen Standard an Schutz erhalten und gestalterische Freiheiten geben? Mit dem Prinzip der Managementsysteme und einer Systematik zur fortlaufenden Verbesserung hat man ein Instrument, das nun nach sehr langer Entwicklungszeit zur Verfügung steht. Die DIN ISO 45001 besitzt einen harmonisierten Rahmenaufbau und kann mit weiteren Managementsystemen integriert werden. Eine kurze Abhandlung zur Entstehung der Norm und deren Vorteile für Unternehmen und deren Mitarbeiter werden vorgestellt.

Udo Weis

Finanzielle Nachhaltigkeit, Qualität und Überprüfung

Frontmatter
EU Sustainable Finance Taxonomy
Einordnung, Vorgaben und erste Praxiserkenntnisse

Unternehmen, die zur handelsrechtlichen nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet sind, werden gemäß EU-Taxonomie-Verordnung vom Juni 2020 künftig die Anteile ihrer ökologisch nachhaltigen Umsatzerlöse, Investitionen (Capex) und Aufwendungen (Opex) berichten müssen. Im Rahmen einer freiwilligen Pilotierung hat EnBW die entsprechenden Angaben für ausgewählte Aktivitäten bereits freiwillig in den Konzernlagebericht 2020 aufgenommen. Die Erkenntnisse und Empfehlungen aus der erstmaligen Umsetzung wurden in einer detaillierten Fallstudie zusammengefasst und veröffentlicht.

Lothar Rieth, Matthias Schmidt
Risikomanagement in Zeiten des Klimawandels – Chancen und Herausforderungen

Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde – und das zu Recht: Die Notwendigkeit, den Nachhaltigkeitsgedanken tiefer in der Gesellschaft zu verankern, wird immer offensichtlicher. Das zeigen nicht zuletzt die Wetterereignisse im Sommer letzten Jahres, als der Westen Deutschlands von starken Regenfällen und Überschwemmungen getroffen wurde. So notierten die Meteorologen in den vergangenen 20 Jahren allein 18 der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Aus gutem Grund ist die Europäische Union (EU) deshalb im Rahmen des Pariser Klimaabkommens die Verpflichtung eingegangen, die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 % gegenüber 1990 zu reduzieren.Der ökologischer Umbau der Wirtschaft erfordert aber bislang nicht gekannte Anstrengungen. Das Credo „From Committment to Action“ im Rahmen der Planungen rund um den Klimagipfel in Glasgow (COP26) geben einen Vorgeschmack darauf. Und man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass der Klimawandel auch die Finanzindustrie – und damit auch den Bankensektor – massiv verändern wird. Wenn wir gar nichts oder nicht genug tun, werden die Auswirkungen noch viel dramatischer.Wie sich der Klimawandel konkret auf das Geschäftsmodell von Banken auswirkt und welche Rolle das Risikomanagement in diesem Zusammenhang spielt, ist Gegenstand des folgenden Beitrags.

Katarin Wagner
Qualität und Qualitätsmanagement – Normen, Trends, Nachhaltigkeitsaspekte

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Qualitätsmanagement(QM)-Normenreihen ISO 9000 und ISO 10000 sowie Zuständigkeiten und Aktivitäten der maßgeblichen Normungsorganisationen. Für Organisationen einschließlich Unternehmen und deren QM und Managementsystem beleuchtet er relevante aktuelle Trends. Er benennt darüber hinaus Ansatzpunkte für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsfragen im Umfeld des QM mit Bezug auf die relevantesten QM-Normen. Eine Schlüsselbedeutung hat dabei das zugrunde liegende Verständnis von Qualität.

Thomas Votsmeier
Die Überprüfung des Managementsystems: Auditierung, Validierung, Zertifizierung

Um sicherzustellen, dass ein eingeführtes Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsmanagementsystem wirksam ist und die gesetzten Anforderungen erfüllt, ist es sinnvoll, regelmäßig eine Überprüfung vorzunehmen. Diese Überprüfung ist in den entsprechenden Normen bzw. Gesetzen ausführlich beschrieben und geregelt.Bei der Überprüfung eines Managementsystems wird unterschieden nach interner und externer Überprüfung (Audit). Das interne Audit ist ein Audit, in dem die betreffende Organisation selbst überprüft, ob ihr Managementsystem funktioniert, das externe Audit wird durch eine entsprechende Überwachungsgesellschaft durchgeführt und mündet meist in einer Zertifizierung (ISO-Normen) bzw. Validierung (EMAS). Interne Audits sind dementsprechend weniger stringent geregelt als externe Audits; sie sind jedoch Bestandteil der Begutachtung (Verifizierung) bei externen Audits.In der ISO-Welt werden eher Rahmenbedingungen vorgegeben, bei EMAS gibt es detailliertere Regelungen. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass es sich bei EMAS um ein unionsrechtlich verankertes Managementsystem handelt, bei den ISO-Normen um privatrechtliche Instrumente.Eine besondere Herausforderung stellt die Einrichtung und der Betrieb eines Managementsystems für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dar; darauf wird in den entsprechenden Regelungen jedoch Rücksicht genommen. Im Fall von EMAS gibt es Hilfestellungen, wie ein KMU ein Managementsystem einrichten kann.

Marianne Schönnenbeck
Metadata
Title
CSR und Nachhaltigkeitsstandards
Editor
Bernhard Schwager
Copyright Year
2022
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-64913-8
Print ISBN
978-3-662-64912-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64913-8

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