Published in:
01-04-2018 | Editorial
„Dam removal“ — auch die Zukunft bei uns?
Author:
Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Josef Schneider
Published in:
WASSERWIRTSCHAFT
|
Issue 4/2018
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Auszug
Mehrere Millionen Kilometer freie Fließstrecke, über eine Million Seen aber auch eine Million nicht fischdurchgängige Querbauwerke (davon über 7 000 Sperren höher als 15 m) in Europa! Diese Zahlen wurden im Rahmen des AMBER-Projektes, das sich mit der Wiederherstellung der Durchgängigkeit europäischer Flüsse beschäftigt, veröffentlicht. Abgesehen von rechtlichen Vorgaben, wie der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), welche die Durchgängigkeit von Querbauwerken in den Mitgliedsstaaten fordert, ist es augenscheinlich, dass diese große Zahl an nicht durchgängigen Bauwerken eine enorme Herausforderung darstellt. Üblicherweise werden zur Erreichung der Durchgängigkeit vor allem bei größeren Hindernissen Fischaufstiegsanlagen, teils mit erheblichen Kosten, errichtet. Somit sind neue Investitionen auch in bestehende Staubauwerke notwendig. Länderspezifisch unterschiedlich sind teils Förderungen vorhanden. Beispielsweise wurden in Österreich im Rahmen des ersten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes (NGP2009), dessen übergeordneter Grundsatz „Schaffung und Vernetzung von Lebensraum“ lautet, zwischen 2009 und 2015 über 1 000 Wanderhindernisse passierbar gemacht und in Summe etwa 55 Mio. Euro in Maßnahmen für die Durchgängigkeit und Morphologie investiert. Davon wurden 23 Mio. Euro aus Bundesmitteln zugeschossen. Fördergelder für die Periode des zweiten NGP (NGP 2015) sind jedoch seitens der Österreichischen Bundesregierung bis dato immer noch nicht genehmigt. Dies ist für die geforderte WRRL-Umsetzung jedoch nicht sonderlich förderlich. …