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About this book

Zur Beurteilung des Risikos künftiger wirtschaftlicher Betätigung greift man üblicher­ weise auf Ergebniswerte vergleichbarer Aktionen der Vergangenheit zurück. Entscheidungen über die Existenzgründung entziehen sich weitgehend derartiger Kalkulierbarkeit, weil den potentiellen Gründern keine Erfahrungswerte aus eigener wirtschaftlicher Tätigkeit vorliegen. Die mangelnde Kalkulierbarkeit des Existenz­ gründungsrisikos hat negative einzel- und gesamtwirtschaftliche Folgen: Eine Unter­ schätzung des Gründungsrisikos kann zum Scheitern des gegründeten Unternehmens führen. wobei Eigenkapital, Fremdkapital und Fördermittel der öffentlichen Hand vernichtet werden. Eine Überschätzung des Gründungsrisikos hat ebenfalls negative Konsequenzen. weil das Unterlassen einer an sich vorteilhaften Gründung mit Wohlstandsverlusten verbunden ist. Die vorliegende Arbeit basiert auf einer Dissertation, die ich als Erstgutachter betreut habe. Sie leistet einen sehr wertvollen Beitrag zur Kalkulierbarkeit des Existenz­ gründungsrisikos im Handwerk. Die Forschungsergebnisse dürften nicht nur für die Handwerksorganisation, Kreditinstitute und öffentliche Fördereinrichtungen, sondern auch für die Existenzgründer selbst von großem Interesse sein. PROF. DR. ULRICH DÖRING Vorwort Die vorliegende Dissertation hat die Risikoeinschätzung von Existenzgründungen im Handwerkssektor zum Gegenstand. Für die vielfältige Unterstützung bei meinem Promotionsvorhaben an der Universität Lüneburg möchte ich insbesondere folgenden Personen bzw. Institutionen danken: Eine hervorragende Betreuung habe ich durch meinen Doktorvater - Herrn Prof. Dr. Döring - erfahren. Mit zahlreichen neuen Ideen und Betrachtungsrichtungen führte er mich zu konstruktiven Verbesserungen. Ihm sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Table of Contents

Frontmatter

1. Problemstellung und Lösungsweg

Zusammenfassung
Während bis in die 80er Jahre überwiegend die Bestandspflege von Unternehmen ein zentrales Anliegen bundesdeutscher Wirtschaftspolitik war, rückte das Thema „Existenzgründung“ in den darauffolgenden Jahren zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Diskussion. Insbesondere die mögliche Schaffung dauerhafter, qualifizierter Arbeitsplätze und die damit einhergehenden positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte hatten das Interesse der Wirtschaftspolitik — und in diesem Zuge auch der Forschung — geweckt.
Stefan Eckhardt

2. Begriffsabgrenzungen

Zusammenfassung
In der Literatur findet sich für das Handwerk im wesentlichen eine funktionale und eine legale Begriffsumschreibung; eine eindeutige wissenschaftliche Definition hat sich bisher nicht herausgebildet.4 Die funktionale Umschreibung versucht anhand bestimmter Wesensmerkmale — z.B. Einzelfertigung, Dominieren der Handarbeit, lokal begrenzte Absatzmärkte oder geringe Betriebsgröße — das Handwerk zu charakterisieren.5
Stefan Eckhardt

3. Stand der bisherigen Gründungsforschung und Erkenntnisse für diese Arbeit

Zusammenfassung
Gegenstand dieses Kapitels ist insbesondere, Problembereiche der bisherigen Gründungsforschung aufzuzeigen und deren Behandlung im Rahmen dieser Arbeit zu erläutern. Zum Stand der bisherigen Gründungsforschung wird an den jeweiligen Stellen auf umfangreiche, detaillierte und aktuelle Ausarbeitungen verwiesen; der Forschungsstand hinsichtlich der Handwerksbranche wird ausführlich dargestellt.
Stefan Eckhardt

4. Theoretische Fundierung

Zusammenfassung
Der Stand der theoriegeleiteten Existenzgründungsforschung wurde bereits in Kapitel 3 dargestellt. Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es jedoch nicht, bestehende Theorien der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen auf ihre Relevanz für die Gründungsforschung zu überprüfen oder sich auf einzelne bereits überprüfte Theorien der jeweiligen Bereiche (personen-, untemehmens- und umfeldorientiert) anderer Studien zu beschränken. Vielmehr gilt es, verschiedene Einflußfaktoren aller Bereiche hinsichtlich ihrer Relevanz für das Überleben eines Gründungsunternehmen der Handwerksbranche für einen bestimmten Zeitraum einfließen zu lassen.
Stefan Eckhardt

5. Aufbau der empirischen Erhebung

Zusammenfassung
Die Datenbasis dieser Ausarbeitung bilden die Neueintragungen (Gründungen/Übernahmen) in die von der Handwerkskammer Lüneburg-Stade geführten Handwerksrolle und das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe dieser Kammer im Zeitraum Januar 1994 bis März 1996 (Basiszeitraum).196 Die seitens der Handwerkskammer zur Verfügung gestellten Datensätze enthalten folgende wesentliche Angaben:
Stefan Eckhardt

6. Modelle zur Auswertung des Datenmaterials

Zusammenfassung
Im Rahmen des Kapitels 3 wurde bereits ausgeführt, daß sich die in der — sowohl nationalen als auch internationalen — Gründungsforschung angewendeten statistischen Analysetechniken bisher auf recht bescheidenem Niveau bewegen. Dies spiegelt sich in der Dominanz schlichter Grundauszählungen und bivariater Analysen wider. Bivariate Analysemethoden vergleichen einzelne Ausprägungen einer unabhängigen Variablen mit lediglich einer abhängigen Variablen.235 Diese Analysemethoden ermöglichen jedoch keinerlei Rückschlüsse auf „kritische“ Einflußfaktoren, da sie lediglich einen von anderen Größen isolierten Zusammenhang betrachten. Diese bisherige Schwäche stellt die Motivation für die Durchführung von — dem Stand der modernen Ökonometrie entsprechenden — multivariaten Auswertungen dar, welche die Identifikation kritischer Zusammenhänge unter Berücksichtigung von Interdependenzen zwischen den erhobenen Variablen ermöglichen.236
Stefan Eckhardt

7. Existenzgründungsrisiko und Erfolgsfaktoren: Ergebnisse und Diskussion

Zusammenfassung
Im Rahmen des Abschnitts 5.1 wurden bereits die einzelnen Schritte der Detailanalyse beschrieben. Die folgende Abbildung ermöglicht einen Überblick zum Rücklauf an Fragebögen der 3.013 in die Erhebung aufgenommenen Existenzgründungen und den Ergebnissen der Detailanalyse:
Stefan Eckhardt

8. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ansatzpunkte für die künftige Gründungsforschung

Zusammenfassung
Die folgenden Ausführungen geben einen kurzen Überblick zu den Ergebnissen dieser Forschungsarbeit und ermöglichen einen Einblick in das Vorgehen zur Zielerreichung dieser Studie — der Einschätzung des Existenzgründungsrisikos von Handwerksgründungen. Es sollten Faktoren ermittelt werden, welche die Basis für die Einschätzung des „Scheiterns“ bzw. des „Überlebens“ eines zu gründenden Handwerksunternehmens bilden. Diese Faktoren sollten die Beurteilung bereits im Vorfeld der Existenzgründung (also ex ante) ermöglichen. Anregungen tür zukünftige Forschungsbemühungen im Bereich der Risikoeinschätzungen von Existenzgründern bilden den Abschluß dieser Arbeit.
Stefan Eckhardt

Backmatter

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