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2023 | OriginalPaper | Chapter

6. Das Verhältnis von Zielen und Motiven

Author : Hendrik Hilmer

Published in: Motive, Motivation und Ziele im Personal Performance Management

Publisher: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Was Motive und Motivation sind, haben wir oben bereits ausführlich behandelt. Und wir haben festgestellt, dass Motive und Motivation auf Ziele hinführen sollen. Sie sind also im Prinzip der Treibstoff, der uns in Bewegung setzt, um uns zu Zielen zu bringen. Darüber hinaus bestimmen sie, welche Qualitäten Ziele haben müssen. So würde ein machtmotivierter Mensch vielleicht sagen, dass er Führungspositionen anstrebt. Anschlussmenschen wollen in einem Team arbeiten, mit dem sie sich verstehen, während Leistungsmenschen womöglich eher nach der nächsten Möglichkeit suchen, ihren persönlichen Exzellenzstandard zu bestätigen oder sogar auszubauen. Von Neugier getriebene Menschen wollen entdecken und Neues erfahren. Unsere Motivation kann dann noch einmal einen draufsetzen und den bereits vorhandenen Antrieb in Richtung eines bestimmten Ziels verstärken. Unsere spontane Motivation kann unserem Zielstreben aber auch für eine bestimmte Zeit (bis zu einigen Monaten!) eine neue Richtung geben oder sogar ausbremsen. Motive und Motivation geben also gewisse grundlegende Qualitäten vor, die gegeben sein müssen, um mit dem Ergebnis zufrieden sein zu können. In welcher Branche, in welchem Unternehmen oder auf welcher Ebene z. B. ein Machtmensch jedoch mit seinem Streben beginnt, wo es ihn hintreibt und wie viel Zeit es dazu braucht, ist in den Motiven nicht angelegt. Es geht bei den Motiven lediglich um die grobe Richtung. Motivation hingegen ist relativ frei in ihrer Wirkrichtung und kann sich sogar zweitweise gegen die eigenen Motive richten. Aus diesem Grund lasse ich die Motivation in den folgenden Betrachtungen außen vor und widme mich ausschließlich dem Verhältnis zwischen Zielen und Motiven. Sie stellt sich manchmal in den Dienst der Motive, gelegentlich macht sie sich zum Diener unserer physischen oder psychologischen Bedürfnisse oder lässt sich sogar von fremden Herren einspannen (extrinsische Motivation). Durch ihre insgesamt unentschiedene Art trägt sie nur wenig zum Erkenntnisgewinn aus der Betrachtung von Zielen bei.

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Footnotes
1
Man glaubte einmal, dass Frustration generell zu Aggressionen oder anderen dysfunktionalen Verhaltensweisen führen würde. Dies gilt mittlerweile als widerlegt. Ob und ab welchem Punkt jemand auf Frustration mit aggressivem Verhalten reagiert, hängt wesentlich von den Lernerfahrungen der betreffenden Person und den über die Zeit entwickelten Fertigkeiten zur Steigerung der Frustrationstoleranz und zur Selbststeuerung ab. Zunächst steigert Frustration lediglich die Aufmerksamkeit für das Mangelempfinden (Beckmann & Heckhausen, 2018).
 
2
Nach einigen bedeutenden Philosophen der Antike, wie z. B. Platon, Sokrates, Aristoteles, Epikur etc., ist das Glück eines der obersten, wenn nicht gar das einzige Ziel, auf das sich alles ausrichtet. Demnach wären alle anderen Ziele lediglich instrumentelle Ziele, um der Erreichung des einen Ziels zu dienen (vgl. hierzu auch den Exkurs in diesem Kapitel). Unabhängig, wie man zu dem Begriff des Glücks stehen mag, lässt sich dieser Gedanke nun mithilfe der Motivationspsychologie und unserer neuen Kenntnisse zu den grundlegenden Motiven konkretisieren. Dann lässt sich der etwas schwammige Begriff des Glücks ausreichend individualisieren, um für den alltagsgebrauch nützlich zu werden. Für einen Machtmenschen wäre demnach das oberste Ziel das Empfinden der Kontrolle und Autonomie.
 
Literature
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Metadata
Title
Das Verhältnis von Zielen und Motiven
Author
Hendrik Hilmer
Copyright Year
2023
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-67844-2_6

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