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About this book

Das vorliegende Buch erklärt mithilfe des Konzepts der emotionalen Qualität einer Politikidee, weshalb die deutsche Bevölkerung die Rente mit 67 stärker ablehnte als andere, ebenso einschneidende Rentenreformen. Dafür werden zunächst die Geschichte des Reformvorhabens (der Politikidee) rekonstruiert, die Umstände der Verabschiedung des Reformgesetzes analysiert und dessen Abstraktionsgrad bestimmt. Den Mittelpunkt des Arguments bildet die diskurslinguistische Mehr-Ebenen-Analyse der Topoi in den Rechtfertigungen der Regierung für ihr Reformhandeln. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die von Politik und Bevölkerung in Deutschland althergebrachte Ablehnung des späteren Ruhestands nicht mehr kurzfristig durch eine Post-Entscheidungskommunikation der Regierung aufzubrechen war.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Jede Dissertation erzählt eine Geschichte. Die Geschichte der hier vorliegenden Dissertation handelt vom deutschen Rentensystem und der Erhöhung der Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) über das Alter von 65 Jahren hinaus: dem Rentenversicherung-Altersgrenzenanpassungsgesetz, dem die Idee Rente mit 67 zu Grunde liegt. Dieses Gesetz wurde im März 2007 als „wichtiger Schritt zur nachhaltigen Stabilisierung und Sicherung des [deutschen] Rentenversicherungssystems“ verabschiedet.
Marcus Zachäus

Kapitel 2. Allgemeine Grundlagen der Untersuchung

Zusammenfassung
Die Rentensysteme der westlichen Staaten leiden überwiegend an einem zentralen Problem: der Überalterung der Gesellschaft (May 2010: 9; Börsch-Supan 2011: 196; Torp 2015: 9; Axelrad/Mahoney 2017: 56 f.; OECD 2018c: 9). Diese demografische Entwicklung hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Finanzierungssicherheit des deutschen Rentensystems, welches auf dem Umlageverfahren basiert, keine sonderlich umfangreichen Rücklagen besitzt und somit zwingend auf die Beiträge der arbeitenden Bevölkerung angewiesen ist. Sinken die Beiträge oder die Anzahl der Beitragszahler*innen und hierdurch die Einnahmen, so fehlt buchstäblich Geld in der Rentenkasse, wenn man nicht das Rentenniveau und damit die Ausgaben senkt oder die Einnahmen anderweitig erhöht.
Marcus Zachäus

Kapitel 3. Die emotionale Qualität der Idee Rente mit 67

Zusammenfassung
Den Ausführungen von Cox/Béland (2013) folgend werde ich in diesem Kapitel die emotionale Qualität der Idee Rente mit 67 bestimmen. Hierzu werde ich die Geschichte der Rente mit 67 bzw. die historischen Entwicklungen, die hin zur Rente mit 67 geführt haben, und damit den Lebenszyklus der Idee beschreiben.
Marcus Zachäus

Kapitel 4. Die Sprache des Rentenversicherung-Altersgrenzenanpassungsgesetzes

Zusammenfassung
Die maßgebliche Erweiterung der vorliegenden Arbeit im Vergleich zu anderen Policy-Analysen ist die sprachwissenschaftlich gestützte Analyse der Post-Entscheidungs-Regierungskommunikation (PERK) der Großen Koalition bezüglich des RV-AGAG im Verabschiedungszeitraum des Gesetzes von Ende 2005 bis Anfang 2007.
Marcus Zachäus

Kapitel 5. Deutungen der Rentenversicherung-Altersgrenzenanhebung im Wandel der Zeit

Zusammenfassung
Die Arbeiten an dieser Dissertation begannen fast schon naiv mit der vermeintlich kleinen Frage danach, warum es in der deutschen Bevölkerung im Vergleich zu anderen umfassenderen Rentenreformen so großen Widerstand gegen die Idee Rente mit 67 und das dazugehörige Rentenversicherung-Altersgrenzenanpassungsgesetz (RV-AGAG) gab und zum Teil bis heute gibt. Quasi nebenbei sollte dabei mit einer gewissen Euphorie die Relevanz externer politischer Kommunikation gezeigt und ein besseres Verständnis derer erarbeitet werden. Die Arbeit schließt nun mit einer ernüchternden Gesamtbewertung der Ereignisse um die Rente mit 67 als auch der Möglichkeiten (akuter) externer politischer Kommunikation im Rahmen des RV-AGAG.
Marcus Zachäus

Backmatter

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