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About this book

Bodenschätze, die überwältigenden Naturschönheiten, die Vielfalt scheinbar intakter Kulturen, wirtschaftliche Vielfalt - das sind Stichwörter, die man gemeinhin mit den Anden verbindet. Erstmals seit Jahrzehnten wird eine Gesamtschau eines Erdraums versucht, der durch die längste Gebirgskette der Erde verbunden ist. In diesem Raum von außerordentlicher klimatischer, floristischer und geologischer Vielfalt hatten sich vor Ankunft der Spanier Hochkulturen entwickelt und bis heute ist der Andenraum durch die Diversität von ethnischen, demographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen sowie die Disparität von sozioökonomischen Schichten gekennzeichnet. Die Andenländer stellen sich auf unterschiedlichen Wegen der Herausforderung, ihre natürlichen und kulturellen Potenziale besser zu nutzen und dennoch die ökologischen Grundlagen nicht zu gefährden, die wirtschaftlichen Disparitäten zu überwinden, und soziale Kohärenz herzustellen. Dieses mit faszinierenden Fotos und anschaulichen Grafiken reich bebilderte Buch liefert Grundlagen für ein besseres Verständnis dieses Naturraums mit seinen Problemen.

Axel Borsdorf ist Ordinarius des Instituts für Geographie an der Universität Innsbruck und Leiter des Instituts für Interdisziplinare Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Autor oder Herausgeber zahlreicher Bücher zu verschiedenen Themen der Humangeographie, der Alpen und der Anden. Christoph Stadel ist Emeritus an der Universität Salzburg und Adjunct Professor des Institute for Natural Resources an der University of Manitoba, Kanada. Er ist der Verfasser zahlreicher Arbeiten zur vergleichenden Hochgebirgsgeographie und zur Geographie der Anden.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
El Condor Pasa – diese Melodie brachte in den 1970er Jahren andine Exotik in europäische Wohnzimmer und Diskotheken. In den Andenländern hat sie einen tieferen Inhalt. Der Kondor wurde bereits bei den frühen Kulturen verehrt und unzählige Male in Felsbildern, Reliefs, ja selbst in den überdimensionalen Scharrbildern in der Atacamawüste bei Nazca dargestellt.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

2. Naturgeographische Faktoren, Prozesse und Räume

Zusammenfassung
Die südamerikanische Platte ist ein Teil des Gondwana-Urkontinents (Abb. 2-1). Sie hat sich vor 140 Millionen Jahren von Afrika gelöst und ist durch die Öffnung des Atlantiks westwärts gedriftet. Dabei wurden vulkanische Tätigkeiten als breite Ergüsse im Landesinneren, aber auch innerkontinentale Grabenbrüche und Beckenfüllungen angeregt.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

3. Naturschutz und geschützte Gebiete

Zusammenfassung
In neuerer Zeit hat weltweit die Erkenntnis breite Zustimmung erhalten, dass es wegen der Nutzung der Naturressourcen über die Kapazitätsgrenzen hinaus und wegen der starken Beeinträchtigung der Ökosysteme ein globales Anliegen sein muss, besonders wertvolle oder repräsentative Natur- und Kulturlandschaften zu schützen.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

4. Die kulturelle Entwicklung des Andenraumes

Zusammenfassung
Im Jahr 1992 wurde dem 500. Jahrestag der „Entdeckung“ der Neuen Welt gedacht. Diese Welt war allerdings weder neu noch wurde sie durch Kolumbus erstmalig entdeckt. Vielmehr ist Amerika seit vielen tausend Jahren besiedelt, und auch die Hochkulturen in Mesoamerika und in den tropischen Anden und dem angrenzenden pazifischen Küstensaum gehen bis weit vor Christi Geburt zurück.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

5. Ethnische und demographische Strukturen und Prozesse

Zusammenfassung
Die spanische Herrschaft begründete die bis heute bedeutsame sozio-ethnische Schichtung in den Andenländern. In der Kolonialzeit bildeten die aus Spanien entsandten Beamten die Spitze der Sozialpyramide, sie wurden peninsulares, guachopiones oder chapetones genannt, gefolgt von den Kreolen, die ihre Stellung aus der Herkunft ihrer Familien aus Spanien begründeten (vgl. Kap. 4.3.7).
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

6. Ländliche und städtische Siedlungsstrukturen

Zusammenfassung
Heute ist es oft nicht mehr möglich ist, klar zwischen ländlichen und städtischen Siedlungen zu unterscheiden (Borsdorf & Bender 2010: 77–78). Selbst in den wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen des globalen Südens verwischen sich zunehmend die Unterscheidungsmerkmale zwischen Stadt und Land.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

7. Wirtschaftsstrukturen und Wirtschaftsräume

Zusammenfassung
Ein Erbe der Kolonialzeit ist in den Andenländern noch immer die Abhängigkeit von Agrar- und Rohstoffexporten. Zwar hat die Phase der importsubstituierenden Wirtschaftspolitik von ca. 1930–1980 Industrien entstehen lassen. Sie waren jedoch mehr auf die Binnenmärkte ausgerichtet und auf dem Weltmarkt weniger konkurrenzfähig.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

8. Die Anden als Verkehrsraum

Zusammenfassung
Unter naturräumlichen Gesichtspunkten werden Hochgebirge als Hindernisse für den (modernen) Verkehr angesehen. Derartige Einschätzungen sind jedoch vom Wirtschaftssystem und dem Zivilisationsniveau abhängig. In den Alpen hat die Erschließung mit Schnellstraßen und die Belastung durch Transit- und Touristenverkehr dazu geführt, dass der Verkehr als Feind der Bewohner angesehen wird.
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

9. Politisch-geographische und religionsgeographische Rahmenbedingungen

Zusammenfassung
Mit der Loslösung aus dem spanischen Kolonialreich in den ersten Dekaden des 19. Jh. begann in Lateinamerika der Prozess der Bildung von Nationalstaaten. Diese Staaten entstanden zunächst aus dem kolonialen Erbe, im ehemals spanischen Südamerika aus den Vizekönigtümern von Neu-Granada, Peru und La Plata und den administrativen Untergliederungen der Audiencias (siehe auch Kap. 4.4).
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

10. Entwicklungsprobleme und -perspektiven

Zusammenfassung
„Während der letzten Dekaden waren die andinen Bauern, stärker als in der Vergangenheit, mit vielen Kräften der Veränderung konfrontiert, die unumstößlich den ländlichen Raum verändert haben. In den leichter erreichbaren Gegenden haben technologische Innovationen und der Einfluss der Märkte neue landwirtschaftliche Entwicklungen und den Wandel im Anbau von Produkten gefördert, was zu weitreichenden Konsequenzen für wirtschaftliche Austauschbeziehungen zwischen Regionen geführt hat. In anderen Bereichen hat die Bevölkerung die Grundlagen ihres Lebensunterhalts durch nicht-agrarische Aktivitäten ausgeweitet, oder sie nahmen an den Migrationsströmen teil“ (Salman & Zoomers 2003: 3; übersetzt von den Verfassern).
Axel Borsdorf, Christoph Stadel

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