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Was ist der VW-Dieselskandal?

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Ein Softwaretrick bei VW löste 2015 den Dieselskandal aus. Millionen Autos mussten zurück, es gab Milliardenbußgelder und Haftstrafen. Zehn Jahre später ist die Aufarbeitung nicht abgeschlossen. 

10 Jahre Dieselskandal bei VW


Seit fast zehn Jahren beschäftigt der Dieselskandal den Autobauer Volkswagen, die Justiz und die Politik. Der Konzern setzte bei Millionen Autos unzulässige Software ein, die Abgastests verfälschte. Auf Prüfständen funktionierte die Abgasreinigung, im normalen Straßenverkehr stießen die Fahrzeuge deutlich mehr Schadstoffe aus. Am 18. September 2015 veröffentlichte die US-Umweltbehörde EPA die "Notice of Violation", in der VW beschuldigt wurde, mit einer Software Emissionsprüfungen für bestimmte Luftschadstoffe zu umgehen. Kurz zuvor hatte VW in den USA falsche Testergebnisse eingeräumt.

Weltweit waren rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, 2,5 Millionen davon in Deutschland. 2015 ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt Rückrufe an. Für den Konzern begann eine Krise, die nach eigenen Angaben rund 33 Milliarden Euro kostete. In den USA zahlte Volkswagen mehr als 20 Milliarden Dollar an Strafen und Entschädigungen. Auch in Deutschland wurden Bußgelder in Milliardenhöhe verhängt.

Käufer klagten erfolgreich. Der Bundesgerichtshof entschied 2020, dass VW Verbraucher vorsätzlich getäuscht hat. In einem Vergleich erhielten rund 250.000 Betroffene Entschädigungen zwischen 1.350 und 6.257 Euro. 

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2017 | Book

The Dieselgate

A Legal Perspective

This book explains, compares and assesses the legal implications of Dieselgate within a range of selected jurisdictions and at the EU, international and comparative law level.The book analyses the US EPA-VW $14.7 billion dollar settlement of 2016, one of the largest civil settlements in the history of environmental law.

Haftstrafen für Ex-Manager

In den USA wurden vergleichsweise schnell Haftbefehle und Gefängnisstrafen verhängt. Im ersten strafrechtlichen Urteil in Deutschland wurde Ex-Audi-Chef Rupert Stadler in München wegen Betrugs zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Zahlung von 1,1 Millionen Euro verurteilt. Dabei hatte es zunächst eine Verständigung gegeben, anschließend legten die Verteidiger aber überraschend Revision ein.

Im Mai 2025 verurteilte das Landgericht Braunschweig vier frühere Führungskräfte. Zwei müssen mehrjährige Haftstrafen antreten, zwei erhielten Bewährung. Der frühere Leiter der Dieselmotoren-Entwicklung etwa muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis. 

Die Kammer sprach von einem besonders schweren Fall des Betrugs und bezifferte den Schaden auf rund 2,1 Milliarden Euro. Die Verurteilten sehen sich als Bauernopfer, die Verteidigung kündigte Revision an.

Winterkorn als Schlüsselfigur

Martin Winterkorn war Konzernchef, als der Skandal 2015 aufflog. Er trat wenige Tage später zurück. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßigen Betrug, Marktmanipulation und uneidliche Falschaussage vor. Sein Verfahren wurde 2024 begonnen, nach wenigen Tagen aber wegen gesundheitlicher Probleme unterbrochen. Das Landgericht Braunschweig stellte es im Juli 2025 wegen Verhandlungsunfähigkeit vorläufig ein. Ob die Verhandlung jemals fortgesetzt wird, ist offen.

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittlungen gegen 101 Beschuldigte geführt. Viele Verfahren davon sind aus verschieden Gründen mittlerweile eingestellt. Nach vier weiteren Anklagen droht einigen Betroffenen aber noch ein Prozess.

Studie sieht E-Mobilität auf gutem Weg 

Dass die gesamte europäische Autoindustrie zehn Jahre nach der Aufdeckung des Abgasskandals bei VW auf einem guten Weg zu mehr Elektromobilität ist, bescheinigt ausgerechnet eine neue Studie der Organisation ICCT. Der internationale Umweltforschungsverbund hatte im Frühjahr 2014 eine Analyse zu auffälligen Messungen von Abgaswerten in den USA veröffentlicht – von Betrug war noch keine Rede. Zusammen mit US-Umweltbehörden trug das "International Council on Clean Transportation" aber dazu bei, dass die VW-Dieselaffäre 2015 aufflog. 

Seitdem habe sich die europäische Autoindustrie tiefgreifend gewandelt. Um Vertrauen zurückzugewinnen und Emissionen zu reduzieren, versprachen die Autohersteller, verstärkt auf Elektrifizierung zu setzen, sagte Peter Mock, Geschäftsführer des ICCT Berlin. Der Verweis auf mehrere Hersteller macht Sinn, weil nach VW viele andere deutsche und ausländische Produzenten mit ähnlichen Vorgängen in den Fokus rückten. 

Mehr als nur VW

Es gab Vorwürfe, Durchsuchungen, Rückrufe und auch andere Autobauer mussten Fahrzeuge nachrüsten, insgesamt rund 630.000 Stück. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags befasste sich mit der Rolle der Behörden. Die EU-Kommission forderte strengere Abgastests und mehr Aufsicht. Umweltverbände klagen seit Jahren auf Fahrverbote in Städten. 

Von einem selbst verursachten "Kulturschock" sprach VW-Chef Oliver Blume jüngst auf der IAA Mobility in München. Der Konzern habe aber aus seiner Sicht Lehren daraus gezogen. Es seien Compliance-Prozesse installiert worden, die Kultur bei Volkswagen habe sich verändert und dabei auch die Art und Weise, wie der Konzern geführt werde. "Wir haben die Produktstrategie verändert", sagte Blume mit Blick auf die Transformation zu mehr Elektromobilität

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Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern mit Hauptsitz in Wolfsburg ist einer der führenden Automobilhersteller der Welt und der größte in Europa. Volkswagen, das den Titel „Grüner Motor des Jahres 2009“ erhielt, wurde am 18. September 2015 wegen langjähriger …

Der Dieselskandal

Im folgenden Artikel soll die Frage diskutiert werden, ob ethische Regeln eine geeignete Handlungsempfehlung im Dieselskandal gewesen wären. Dazu wird erst ein kurzer Überblick über Schadstoffe und die Schadstoffentstehung gegeben und dann werden …

The Dieselgate

  • 2017

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How “Dieselgate” Changed Volkswagen: Rushing to Erase the Traces of Greenwashing

This case focuses on Volkswagen Group’s strategies between September 2015 and April 2021 following the guidelines of the “Sustainable Development Goals (SDGs) of the United Nations’ 2030 Agenda for Sustainable Development.” In 2015, German automaker Volkswagen (VW) had admitted to cheating 11 million of diesel vehicles around the world to circumvent emissions tests in the USA and elsewhere. “Dieselgate”, one of the costliest corporate scandals in the history of contemporary automotive industry, was interpreted as “greenwashing.”

Dieselgates: VW, FCA, Renault, and PSA

This chapter examines prominent cases of environmental fraud within the automotive industry. In particular, the scandal come to be known as the Volkswagen Dieselgate is grappled as an exemplary case of the practice. Similar occurrences involving …

Zusätzliche Bemerkungen zur Thematik „Dieselgate“

In diesem kurzen Kapitel werden im Gegensatz zu vielen Diskussionen Kritikpunkte an Randbedingungen geäußert, welche die Entwicklung von Dieselfahrzeugen erschweren. Ferner werden in Kürze Darstellungen kritisiert, die die Dieseltechnologie nach Ausbruch der öffentlichen Diskussion viel schlechter erscheinen ließen als notwendig.

Manipulation von Abgaswerten

  • 2017

Dieses kleine Buch stellt Hintergründe zum Abgasskandal dar, z. B. welche Schadstoffe kritisch sind, wie Motorsteuergeräte, Abgasrückführung und Abgasnachbehandlung funktionieren, mit welchen Fahrzyklen getestet wird, wie Manipulationen auf dem Prüfstand möglich sind und politischen Umfeld dies lange Zeit unbemerkt mit unterschiedlichen Konsequenzen in der EU und den USA geschehen konnte. 

Zivilrechtliche und rechtsökonomische Aspekte zum Dieselskandal der Volkswagen AG

  • Analysen und Berichte

Die Installation von Manipulationssoftware in Diesel-Pkw von Volkswagen führt zu unterschiedlichen Konsequenzen in den USA und in Deutschland. Die deutschen Käufer werden weniger oder gar nicht entschädigt, weil weder die staatliche Regulierung noch die privatrechtliche Haftung wirksam gegriffen hat.

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