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2022 | Book

Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz

Stand, Entwicklungslinien und Praxisbeispiele

Editors: Dr. Lyn Ellen Pleger, Dr. Alexander Mertes

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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About this book

Das Buch zeichnet aktuelle Entwicklungen der digitalen Transformation in der Verwaltung im Schweizer Kontext nach. Thematisch setzen sich die Beiträge mit der digitalen Transformation im Hinblick auf die Ausgestaltung der Verwaltung, die demokratische Mitbestimmung, die digitale Leistungserbringung sowie mit regulatorischen Rahmenbedingungen auseinander. Verwaltungswissenschaftliche Theorien werden auf aktuelle Entwicklungen angewendet. Neben empirischen Studien werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt und vor dem Hintergrund möglicher Herausforderungen, Chancen und Risiken diskutiert und verortet. Dieses Buch richtet sich an Interessierte aus den Bereichen Verwaltung, Politik und Wirtschaft, an Studentinnen und Studenten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker. Dieses Buch erfordert kein spezifisches Vorwissen, sondern zielt darauf ab, eine möglichst breite Leserschaft an Interessierten zu informieren, weiterzubilden und zu unterhalten.

Table of Contents

Frontmatter
Einführung: Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz − Stand, Entwicklungslinien und Praxisbeispiele
Zusammenfassung
Das Buch zeichnet aktuelle Entwicklungen der digitalen Transformation in der Verwaltung im Schweizer Kontext nach. Thematisch setzen sich die Beiträge mit der digitalen Transformation im Hinblick auf die Ausgestaltung der Verwaltung, die demokratische Mitbestimmung, die digitale Leistungserbringung sowie mit regulatorischen Rahmenbedingungen auseinander. Verwaltungswissenschaftliche Theorien werden auf aktuelle Entwicklungen angewendet. Neben empirischen Studien werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt und vor dem Hintergrund möglicher Herausforderungen, Chancen und Risiken diskutiert und verortet.
Lyn Ellen Pleger, Alexander Mertes

Bestandsaufnahmen des digitalen Fortschritts der Schweizer Verwaltung

Frontmatter
Smartness-Narrative im Bodenseeraum: Evidenz aus einer vergleichenden Fallstudie mit drei Gemeinden
Zusammenfassung
Ursprünglich entstanden durch und geprägt von neuen technischen Möglichkeiten, wird heute unter dem Smart-City-Begriff längst mehr verstanden als nur Sensoren, Software und Daten. Welche Anforderungen Smartness an Gemeinwesen stellt und welche Auswirkungen sie hat, wird heute rege erforscht. Noch weitestgehend unbekannt sind jedoch die Narrative, welche die Städte und Gemeinden ihren Bemühungen zugrunde legen. In diesem Kapitel untersuchen wir daher, auf welche Narrative Gemeinwesen aus dem Bodenseeraum zurückgreifen, um ihre Smart-City-Projekte zu begründen. Es zeigt sich, dass die betrachteten Städte und Gemeinden vor allem argumentieren, mit Smartness die Bürgerinnen und Bürger ins Zentrum zu stellen und sowohl auf deren veränderte Bedürfnisse als auch auf einen verschärften Standortwettbewerb reagieren zu wollen.
Ruth Frischknecht, Ali A. Guenduez, Kuno Schedler
Ausgestaltung von kantonalen Digitalisierungsstrategien – Eine Bestandsaufnahme
Zusammenfassung
Die Kantone sind Treiber der digitalen Transformation in der Schweiz. In Digitalisierungsstrategien formulieren sie mittelfristige Ziele, Pläne und Prinzipen für die digitale Transformation im öffentlichen Sektor. Der Beitrag vergleicht die Strategien in den Kantonen. Dabei werden insbesondere der Umsetzungsstand und die Kooperationsmodelle fokussiert. Die Kooperationsmodelle zeigen primär Unterschiede in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und privatwirtschaftlichen Akteuren sowie in der Finanzierung der Digitalisierungsvorhaben. Auf Basis einer schriftlichen Befragung wurden die Unterschiede in den Digitalisierungsstrategien erhoben.
Chantal Menzi, Alexander Mertes, Caroline Brüesch
Digitalisierung und digitale Transformation in den Schweizer Gemeinden – Stand und Entwicklung
Zusammenfassung
Digitalisierung und digitale Transformation stellen wichtige Megatrends dar, die auch die Gemeinden betreffen. Deren Aufgabenerbringung sowie die Arbeit der Gemeindeverwaltung werden dadurch fundamental verändert. Im Zuge der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen physischen Distanz wird deutlich, wie wichtig eine gut funktionierende digitale Verwaltung ist. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den unterschiedlichen Stand und die Entwicklung der Digitalisierung sowie der digitalen Transformation in den Schweizer Gemeinden. Untersucht werden mitunter die Rolle der Gemeinden bei der Umsetzung der E-Government-Strategie Schweiz, das Online-Angebot von Gemeindeleistungen sowie die interkommunale Zusammenarbeit und die externen Beratungsleistungen im IT-Bereich. Bei der Analyse, die auf einer Literatur- und Dokumentenrecherche sowie auf Daten aus dem Gemeindemonitoring beruht, werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schweizer Gemeinden herausgearbeitet. Insgesamt wird deutlich, dass schweizweite Unterschiede existieren, die von Faktoren wie Gemeindegrösse, geografische Lage sowie Sprachregion abhängig sind.
Claire Kaiser, Jana Machljankin
Kritik der Digitalen Verwaltung: Von Mythen, Medien und Mimesis
Zusammenfassung
Der Mythos ist eine symbolische Form, die Komplexität in erhabene Eindeutigkeit hüllt. Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung geht teils von Annahmen aus, die solch mythischen Narrativen gleichen. In diesem Kapitel werden vier dieser Mythen eingängig reflektiert. Mit Hilfe einer Diskursnetzwerkanalyse wird aufgezeigt, dass diese vier Mythen auch im Schweizer Diskurs lebendig sind und insbesondere politische und verwaltungsnahe Akteure diese mythischen Narrative in die Öffentlichkeit tragen. Unter Beachtung mimetischer Isomorphieprozesse wird dargelegt, welche Bedeutung diese E-Government-Mythen für die Digitale Verwaltung haben. Das so geschaffene Bewusstsein für Mythen und deren Wirkmacht soll die Verantwortlichen für staatliche Digitalisierungsvorhaben dabei unterstützen, tradierte Strategien und routinierte Vorgehensweisen kritisch zu hinterfragen und vermeintliche Eindeutigkeit in tatsächliche Mehrdeutigkeit zu transformieren.
Kevin C. Andermatt

Demokratische Mitbestimmung im Wandel der digitalen Transformation

Frontmatter
Vom Unterschriften sammeln auf Papier zum E-Collecting: Digitale Transformation der Auslösung von Volksbegehren
Zusammenfassung
Um direktdemokratische Verfahren lancieren zu können, müssen Unterschriften gesammelt und von den Behörden als rechtsgültig anerkannt werden. Das Kapitel beschreibt diesen Prozess im Detail, sowohl aus der Sicht der Komitees wie auch aus der Perspektive der Verwaltung. In der Vergangenheit war dieser Prozess vollständig papierbasiert. Mit digitalen Mitteln wird er bereits heute teilweise vereinfacht. Mit E-Collecting wird ein Konzept vorgestellt, mit dessen Hilfe das Unterschriftensammeln, -bescheinigen und -zählen einer digitalen Transformation unterzogen werden könnte.
Sandro Scalco, Rolf Rauschenbach
David gegen Goliath im digitalen Zeitalter:
Ein Vergleich der wahrgenommenen Sichtbarkeit von Online-Kampagnen kleiner und grosser Akteure im Abstimmungskampf
Zusammenfassung
Dieser Beitrag greift die beiden konkurrierenden Thesen Equalization vs. Normalization in Bezug auf die Sichtbarkeit von Argumenten verschiedener politischer Akteure im Internet auf. Diese beiden diametralen Thesen werden in diesem Beitrag erstmalig an einer Abstimmung in der Schweiz überprüft. Als Fallbeispiel dient die im Jahr 2020 zur Abstimmung vorgelegte Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) „Für eine massvolle Zuwanderung (Begrenzungsinitiative)“, die das Ziel verfolgt, die Einwanderung in die Schweiz neu zu regeln. Während dem Abstimmungskampf standen sich die SVP und die politische Bewegung „Operation Libero“ gegenüber. Der Beitrag untersucht mittels einer Umfrage im Vorfeld der Abstimmung, wie Kampagnen zivilgesellschaftlicher Akteure im Internet im Vergleich zu Kampagnen etablierter politischer Akteure wahrgenommen werden. Damit soll überprüft werden, inwiefern die bestehenden Machtverhältnisse der analogen Welt sich auch in der Sichtbarkeit der Online-Kampagnen der am Abstimmungskampf beteiligten Akteure widerspiegeln. Die Resultate zeigen, dass Online-Kampagnen nicht zu mehr politischer Gleichheit zwischen den verschiedenen Akteuren führen, d.h., die Kampagnen der grossen etablierten Akteure werden auch im Internet stärker wahrgenommen als diejenigen von relativ kleinen zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Damaris Fischer, Simone Dietrich
Politische Kommunikation im Zeitalter sozialer Medien: Eine Analyse des Twitter Diskurses zur Klimapolitik in der Schweiz
Zusammenfassung
Im Zeitalter von sozialen Medien finden Debatten längst nicht mehr ausschliesslich analog statt. Öffentliche Verwaltungen, Verbände und Parteien sind entsprechend unlängst mit einem neuen kommunikativen Umfeld konfrontiert. Soziale Medien ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern aber auch Akteuren der Politikgestaltung wie Politikerinnen und Politikern ihre Einschätzungen, Kommentare und Meinungen jederzeit einer breiten Öffentlichkeit kund zu tun. Dieser Beitrag untersucht am Beispiel der Klimadebatte in der Schweiz, wie Parlamentarierinnen und Parlamentarier sich online einbringen und wie dies im Zusammenhang mit ihrer Parteizugehörigkeit steht.
Pascal Horni, Joël Galey

Digitale Leistungserbringung in der Praxis und rechtliche Bestimmungen

Frontmatter
Wie können kollaborative E-Government Projekte gelingen? Lessons Learned aus zwei Projekten im Kanton Zürich
Zusammenfassung
Die Einführung von E-Services in öffentlichen Verwaltungen ist ein zentraler Bestandteil der Digitalisierung des öffentlichen Sektors. An einem solchen Einführungsprozess sind häufig eine Vielzahl von Akteuren beteiligt: öffentliche Verwaltungen, privatwirtschaftliche IT-Unternehmen, zivilgesellschaftliche Akteure und Nichtregierungsorganisationen. In der Forschung wird ein solcher Zusammenarbeitsprozess als „Collaborative Governance“ bezeichnet. Der Kanton Zürich hat in den letzten Jahren zwei wichtige Services digitalisiert: Umzugsmeldungen und Baugesuche. Dieses Kapitel beschreibt und analysiert die beiden Prozesse der Einführung des E-Services und fragt nach Faktoren für erfolgreiche Collaborative Governance Projekte im Bereich E-Government.
Yvonne Hegele, Achim Lang
Nutzen für BürgerInnen und Verwaltung durch einen Smart Service-orientierten Gestaltungsansatz
Zusammenfassung
Mit der Digitalisierung und der Servitisierung (d. h. der Service Transformation) überlagern sich zwei Entwicklungen mit ausgeprägtem Potenzial für die Schaffung von Nutzen für Menschen und Organisationen in der Wirtschaft, der Verwaltung und somit der Gesellschaft insgesamt. Die konzeptionellen Ansätze für die digitale Service-Transformation in Unternehmen sind Gegenstand intensiver Forschung und Innovation sowie durch zahlreiche Best-Practice-Ansätze belegt. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, eine Service-orientierte Perspektive auf Themen der öffentlichen Verwaltung anhand einer Literaturanalyse und ausgewählten Beispielen in der Schweiz einzunehmen sowie die Gestaltungsprinzipien für die Smart Service Innovation aus diesem Blickwinkel zu diskutieren und den daraus resultierenden Nutzen für BürgerInnen und Verwaltung abzuleiten.
Jürg Meierhofer, Reto Lindegger, Roger Brunner
Extended Reality (XR) in der öffentlichen Verwaltung – XR-Grundlagen und Praxisbeispiele
Zusammenfassung
Das Ziel dieses Buchkapitels besteht darin, eine Übersicht über ausgewählte XR- Anwendungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung zu geben. Die zum Verständnis notwendigen Begriffe und Konzepte zur XR werden kurz eingeführt, bevor konkrete Beispiele dieser Technologie vorgestellt werden. Diese Praxisbeispiele sollen Sie als Leserinnen und Leser inspirieren und damit Ideen für weitere XR-Anwendungen geben. Technologie allein ergibt keine Anwendung. Dafür braucht es Branchen-Know-How und innovative Personen, welche Diskussionen sowie Pilotprojekte initiieren, um Mehrwerte durch den Einsatz dieser Technologie zu schaffen. Durch Einbezug von Domänenwissen und Kontext werden mehrwertstiftende Lösungen erstellt, die dadurch auf Akzeptanz stossen, was erfolgsrelevant ist.
Roger Seiler
Digitale Identitäten im Behördenverkehr – eine rechtliche Betrachtung
Zusammenfassung
Vermehrt bietet die öffentliche Verwaltung Dienstleistungen und Produkte online an. Viele dieser Angebote verlangen von den Benutzenden, dass sie sich, etwa durch die Eingabe von Benutzerdaten, identifizieren. Auf diese Weise kreierte „digitale Identitäten“ existieren oftmals neben anderen Online-Identitäten aus dem privaten Rechtsverkehr. Dies stellt insbesondere für den Bürger, welcher all diese Zugänge besitzt, keine optimale Lösung und ein Hindernis für die Durchsetzung des elektronischen Rechtsverkehrs dar. Im vorliegenden Beitrag wird beleuchtet, weswegen die Rechtsordnung gewisse Voraussetzungen hinsichtlich der Identifizierung der Verfahrensbeteiligten setzen muss und welche verschiedenen Identifizierungsmöglichkeiten gegenüber Behörden im Internet existieren. Schlussendlich sollen künftige Entwicklungen in diesem Bereich aufgezeigt und bewertet werden, durch welche die Identifizierung im digitalen Raum für alle Beteiligten künftig verbessert werden könnte.
Roger Plattner
Die Tallinn-Prinzipien als Wegbereiter der digitalen Transformation des öffentlichen Sektors in der Schweiz
Zusammenfassung
Mit der „Tallinn Declaration on eGovernment“ haben die EU- und EFTA-Staaten eine gemeinsame Grundlage geschaffen, um die Digitalisierung der Verwaltung national und international voranzutreiben. Der vorliegende Beitrag verortet diesen politischen Akt im verwaltungswissenschaftlichen Diskurs und beleuchtet den Stand der Umsetzung in der Schweiz. Es wird aufgezeigt, dass die Tallinn-Prinzipien grösstenteils der Logik der New-Public-Management-Reformen folgen, auch wenn vereinzelte Ansätze bereits darüber hinaus gehen. Wie ein Review der einschlägigen Strategien zeigt, trägt die Schweiz auf der strategischen Ebene den Tallinn-Prinzipien Rechnung und hat die nötigen Grundlagen für deren Realisierung geschaffen. Auch bei der praktischen Umsetzung wurden bereits erste Fortschritte verzeichnet, insbesondere im Bereich der Datenbewirtschaftung. Um den angestrebten Kulturwandel zu vollziehen, sollten künftig die sektoren- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit sowie die Menschen als Mitwirkende noch stärker in den Fokus der digitalen Transformationsoffensive rücken.
Michael D. Marti, Beat Estermann, Alessia C. Neuroni
Metadata
Title
Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz
Editors
Dr. Lyn Ellen Pleger
Dr. Alexander Mertes
Copyright Year
2022
Electronic ISBN
978-3-658-36591-2
Print ISBN
978-3-658-36590-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36591-2

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