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17. Disruptiver wirtschaftlicher Strukturwandel

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  • 2026
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Zusammenfassung

Das Kapitel führt zu KI-Anwendungen in der Wirtschaft ein. Die digitale Transformation und der Einsatz Künstlicher Intelligenz haben einen disruptiven Strukturwandel ausgelöst, der oftmals als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird. Das Kapitel erklärt wesentliche Begriffe und Zusammenhänge zwischen vernetzter Digitalisierung, Datenökonomie und Künstlicher Intelligenz und stellt den laufenden disruptiven Strukturwandel in einen historischen Zusammenhang. Es untersucht die besondere Bedeutung von KI am Beispiel der volkswirtschaftlichen Themen Produktivität und Wertschöpfung sowie einer sich verändernden internationalen Arbeitsteilung. Schließlich werden verstärkende geoökonomische Prozesse beschrieben und damit der Zusammenhang zu den Kapiteln „Der Beginn einer neuen Epoche“ (I.1) und „Werte-Renaissance und neue Weltordnung: Der geoökonomische Rahmen für sicherheitsrelevant KI“ (VII. 24) hergestellt, um die historische Tragweite verständlich zu machen.

17.1 Einleitung

„Kali ist in bester Laune!“
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shiva wirbelt die hinduistische Göttin mal wieder alles durcheinander, was wir als gegeben angesehen haben. Sie ist die Kraft der schöpferischen Zerstörung, die alles vernichtet, um einen kreativen Neubeginn zu ermöglichen. Die damit zwangsläufig verbundenen „Opferungen“ (Kuchuk, 2010) sind sinnbildlich eine Voraussetzung für den Neubeginn und eine unter hohem Druck erzwungene Anpassung an neue Gegebenheiten. Disruptionen sind natürliche Vorgänge in unserem Universum, die wir als disruptive Selektion aus der Biologie (Darwin, 2018/1859) oder als historische Umbrüche aus der Zivilisationsgeschichte (Potter, 2021) kennen. In der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Streben, die Ordnung der Dinge durch ständige Erneuerung zu gewährleisten oder weiterzuentwickeln (Foucault, 2003/1974), ergibt sich die goldene Mitte eben gerade nicht als Produkt der Mäßigung, sondern als ein vorübergehender, fragiler Zustand, der immer wieder neu, im ständigen Kampf um das „Weiter“, wiederhergestellt werden muss, seit der Mensch seine unreflektierte Einheit mit der Natur verloren (Varul, 2015) und begonnen hat, „sich zu entwickeln“. Das Begreifen dieser „eingebauten“ menschlichen Grundmotivation ermöglicht es, die disruptiven Entwicklungen, die mit der digitalen Transformation von Wirtschaft und soziokulturellem Überbau und vor allem mit der forcierten Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz einhergehen, als „normalen“ evolutionären Schritt zu erkennen, der aber gleichzeitig in Geschwindigkeit, Umfang und möglichen Folgen revolutionär ist. Der Mensch ist ein äußerst neugieriges Säugetier, das stets nach einem „Mehr“ an Erkenntnissen strebt, die nahezu immer, wenn sie in Form von Erfindungen oder Entdeckungen erst einmal in der Welt sind und sich als „nützlich“ erwiesen haben, notfalls unabhängig von ethischen Überlegungen auch konsequent genutzt werden.
Dabei scheint es vor allem die Intention des Menschen zu sein, sich dank seiner Fantasie und Intelligenz sein Leben zu vereinfachen und es sich bequemer zu machen. Die Erfahrungen der letzten hundert Jahre zeigen: Gibt es eine Nachfrage (= kaufkräftiges Bedürfnis) nach einer Innovation, dann setzt sich diese über alle Bedenken hinweg durch. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine Innovation ist, die die Art des Produzierens verbessert (B2B) oder eine, die direkt auf Verbrauchernachfrage trifft (B2C).
Teil V des Buches beschreibt auf unterschiedlichen Ebenen, wie die digitale Transformation und vor allem die Nutzung von KI einen Prozess der kreativen Zerstörung ausgelöst haben, der in Umfang und Wirkung den Konsequenzen der vorangegangenen industriellen Revolutionen zumindest gleichkommt. Dieses Eingangskapitel von Teil V konzentriert sich auf ausgewählte volkswirtschaftliche Aspekte, die sich aus der Innovationsdynamik der digitalen Transformation und der Anwendung von KI ergeben. Hierfür wird zunächst der aktuelle Strukturwandel in größere theoretische und historische Zusammenhänge gestellt. Dem folgt eine Betrachtung des Besonderen der KI-Revolution (Priddat, 2017) jeweils am Beispiel eines volkswirtschaftstheoretischen (Wertschöpfung/Produktivität) und eines volkswirtschaftspolitischen (internationale Arbeitsteilung) Prozesses. Damit fließen sowohl mikroökonomische als auch makroökonomische Argumente in die Diskussion ein. Meine Ausgangsthese ist, dass die sichtbare und absehbare KI-Entwicklung zunächst und im Wesentlichen die digitale Transformation und damit den aktuellen Strukturwandel verstärkt, der bereits in sich disruptiv ist und vor allem in Deutschland als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird. Zugleich zeigt die gerade erst beginnende KI-Revolution Merkmale, eine Triebfeder des durch sie qualitativ veränderten Strukturwandels zu sein. Dieses Kapitel fokussiert auf weltweit wirkende, KI-induzierte disruptive Veränderungen ökonomischer Strukturen und Prozesse.

17.2 Grundlagen

17.2.1 Begriffsbestimmung und Annährung an das Thema

Disruptiver Strukturwandel
Disruption meint einen Prozess der schöpferischen (kreativen) Zerstörung: grundlegende Veränderungen, die mit starken systemischen Verwerfungen, also mit Opfern, verbunden sind. Der Begriff Disruption wurde 1997 von Clayton Christensen in seinem Buch „The Innovator’s Dilemma“ geprägt1 und wird seither meist im dort beschriebenen, sehr engen betriebswirtschaftlichen Sinne verwendet (1997; Christensen et al., 2015; vgl. zur Rezeption auch Schultz, 2019). Christensen fokussiert seine Betrachtungen disruptiver Innovationen auf die Durchsetzung neuer Geschäftsmodelle bzw. grundlegender Veränderungen von Marktstrukturen durch Lern- und Skaleneffekte. Im Mittelpunkt stehen für ihn einzelbetriebliche Beispiele des Scheiterns vormals innovativer Großunternehmen (z. B. Xerox, Kodak, Nokia), die durch ausschließlich evolutive (inkrementelle, iterative) Verbesserungen von Produkten und Prozessen der disruptiven Herausforderung von (neuen) Wettbewerbern begegnen wollten und damit letztlich scheiterten. Durch die disruptiven Innovationen der „jungen“ Herausforderer werden Marktsegmente umdefiniert und bestehende Marktstrukturen durch ganz anders gestaltete Angebote ersetzt bzw. im Extremfall neue Märkte geschaffen (Christensen & Raynor, 2003, S. 98; Geffroy, 2018, S. 24 ff.; Roth, 2020, S. 98; Straubhaar, 2019; Kaufmann & Servatius, 2020). Diese Fokussierung auf einzelne Beispiele, die dann verallgemeinert werden, ist auch die wesentliche Kritik an Christensens Modell, das deshalb nur in Ausnahmefällen operativ anwendbar sei (Lepore, 2014; King, 2017). Christensens Ideen spielen in dem nachfolgenden Kapitel eine wesentlich größere Rolle, sind aber auch für meine Betrachtungen hier ein anschauliches Bild.
Unter Strukturwandel verstehen wir grundlegende, umfassende und tiefgreifende Veränderungen des inneren Aufbaus bestehender Systeme. Dementsprechend bezieht sich der Begriff des wirtschaftlichen Strukturwandels auf dauerhaft wirkende tiefe Einschnitte in Produktionsstrukturen, Produktionsprozesse und Konsummuster. Diese können innerhalb einer Volkswirtschaft sektoral, regional oder umfassend sein, und sie können ausschließlich nationale oder aber internationale bis globale Prozesse meinen. Disruptiv wäre dieser Strukturwandel immer dann zu nennen, wenn er mit starken systemischen Verwerfungen verbunden, also durch einen Prozess schöpferischer Zerstörung gekennzeichnet ist, der etwas völlig Neues hervorbringt, welches im Extremfall vorher nicht einmal denkbar war. Was Strukturwandel meint, entstammt in seinem Sinngehalt der Volkswirtschaftslehre, genauer: der Makroökonomie. Wir finden die Idee des Strukturwandels als substanzielle Beschreibung bei Karl Marx (1968/1867–1894, 1983/1848) sowie, auf ihm basierend und die Idee weiterentwickelnd, vor allem bei Joseph Schumpeter (1997/1911, 2020/1942). Für unsere Betrachtungen ist interessant, dass Schumpeter den Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung als fundamentale, spontane und diskontinuierliche Veränderung des wirtschaftlichen Status Quo beschreibt. Damit hat er die Idee der Disruption umrissen.
Vernetzte Digitalisierung und Big Data
Auf die strukturwandelnden Implikationen einer zunehmend vernetzten Digitalisierung in der Wirtschaft sind wir bereits umfassend in unserem Buch „Wie wir leben wollen“ (Schmiedchen et al., Hrsg., 2021) eingegangen. Auf die dort getroffenen Aussagen wird hier ausdrücklich verwiesen. Wir gehen darin davon aus, dass bereits die fortgeschrittene Vernetzung digitaler Produktionsvorgänge einen Strukturwandel in der Wirtschaft eingeleitet hat. In der Bezeichnung haben wir uns dem deutschen Diskurs angeschlossen, der von einer vierten industriellen Revolution (oder Industrie 4.0) spricht. Dafür, dass die vernetzte Digitalisierung auch ohne KI zu einem disruptiven Aufbrechen vorhandener Branchenstrukturen geführt hat, stehen beispielsweise die ersten („vor-KI“) Erfolgsjahre von Netflix und Amazon.
Big Data bezeichnet große Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten (Schmitz, 2021, S. 3) und basiert auf der schier unendlich anmutenden Flut von Echtzeitdaten, die jeden Tag digital erfasst und gespeichert werden (Thönnessen, 2020, S. 34 f.). Dabei werden Volumen, Geschwindigkeit, Varietät und Qualität/Zuverlässigkeit der Daten betrachtet (Marchesi, 2020, S. 112 ff.; Schmitz, 2021, S. 3 ff.). Ein wesentlicher Aspekt der Datenökonomie, der die volkswirtschaftliche Betrachtung erheblich erschwert, ist die Frage des monetären Wertes sowie der Qualität von Daten (Lawrenz & Fischer, 2023, S. 47; Petersen, 2020, S. 69 ff.). Die mit der Messung und Berechnung einhergehenden methodischen Schwierigkeiten sind eine ernste Herausforderung für die quantitative Bestimmung der digitalen Wertschöpfung in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und eine strukturelle Quelle für Verzerrungen (vgl. Petersen, 2020, S. 163 ff.).
Die Nutzung vorhandenen Wissens und die Generierung neuen Wissens durch die Strukturierung und Umwandlung von Daten, die durch Sensoren oder andere Medien gewonnen und erst durch Kontextualisierung zu Informationen werden (vgl. Gronwald, 2024, S. 6 ff.), hat aus Daten einen außerordentlich wertvollen Rohstoff gemacht. 2023 wurden 132,4 Mrd. Zettabyte Daten generiert oder repliziert. 2021 waren es nur 84,5, und 2028 sollen es immerhin schon 393,9 Mrd. ZB sein (vgl. Statista, 2024a). 2010 waren es lediglich 2 Mrd. ZB (ebenda). Das bedeutet, dass sich derzeit der globale Datenumsatz ca. alle drei Jahre verdoppelt. Auch die weltweite Speicherkapazität ist seit 1986 exponentiell gewachsen. So betrug sie 2,6 Exabyte im Jahr 1986 und 2007 bereits 295 Exabyte (Hilbert & Lopez, 2011, S. 62). 2019 war die Welt dann bei 33.000 Exabyte angekommen (vgl. Kroker, 2019).
Dennoch verliert Big Data als Quelle und Treiber für die zukünftige digitale Transformation an Bedeutung. Ursächlich hierfür sind die gewachsenen Fähigkeiten zur Abstraktion und Vereinfachung der Datenozeane, um die sehr hohen Kosten der Datenverwaltung zu senken. Dabei spielen KI-Algorithmen eine entscheidende Rolle. Die KI-Revolution hat hier also einen qualitativen Kurswechsel hervorgerufen: Obwohl die verfügbaren Datenmengen immer größer werden und als Rohstoff von gleichbleibend hoher Bedeutung sind, haben datenzentrierte Innovationen messbar an Bedeutung für weitere Produktivitätsgewinne der fortgeschrittenen digitalen Transformation verloren (vgl. Reis & Housley, 2023, S. 35 ff.).
Künstliche Intelligenz
Der weltweite Umsatz mit KI wird für 2024 auf über 550 Mrd. US-$ geschätzt (vgl. Statista, 2024b). Die weltweiten Investitionen in KI stiegen seit 2012 mit zunehmender Geschwindigkeit (vgl. Kreutzer & Sirrenberg, 2019, S. 100 ff.; Buxmann & Schmidt, 2021, S. 21 ff.): Private Investitionen sind von 5,17 Mrd. US-$ (2013) auf 132,36 Mrd. US-$ (2021) gewachsen. Erstaunlicherweise sind sie 2022 (103,4 Mrd. US-$) und 2023 (95,99 Mrd. US-$) gesunken (vgl. Statista, 2024c). Dies könnte eine Folge der zuvor überdurchschnittlich erhöhten Investitionsvolumina sein, die dem Digitalisierungsschub in Zeiten der Covid-19-Pandemie geschuldet waren. In dieser Zeit wurden viele bereits geplante Investitionen vorgezogen, um dem stark erhöhten gesellschaftlichen Digitalisierungsbedarf Rechnung zu tragen. Für die Zukunft bis 2030 wird von einem weiteren Wachstum der weltweiten KI-Investitionen ausgegangen. So beziffert Goldman Sachs das weltweite Investitionsvolumen in KI für 2025 auf 200 Mrd. US-$, (Goldman Sachs, 2023), was in der Tat ein erneutes starkes Wachstum wäre.
Laut der jährlichen Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen in Deutschland, die das Statistische Bundesamt am 25. November 2024 präsentierte (Destatis, 2024), nutzten bereits 20 % der deutschen Unternehmen KI-Anwendungen. In die Erhebung waren 84.000 Unternehmen2 einbezogen. Dies entspricht einem Anstieg um 8 % gegenüber der Erhebung von 2023, also innerhalb eines Jahres. Dabei steigt erwartungsgemäß die Einsatzquote mit der Unternehmensgröße: So sind es bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten bereits 48 %, während es bei denen mit 50–249 Beschäftigten lediglich 28 % und bei denen mit weniger Arbeitnehmern nur 17 % sind, die KI-Systeme verwenden. Auch ist die Wachstumsgeschwindigkeit bei größeren Unternehmen höher (+13 % in einem Jahr).
Von den Unternehmen, die KI anwenden, nutzen 48 % diese zur Analyse von Schriftsprache (Text Mining) und 47 % zur Spracherkennung. 25 % nutzen KI zur Optimierung von Produktions- und Dienstleistungsprozessen und 24 % jeweils in der Verwaltung und im Bereich Controlling/Buchführung/Finanzverwaltung. Der Anteil der Unternehmen, die einen KI-Einsatz für nicht sinnvoll erachten, ist mittlerweile auf 21 % geschrumpft (Destatis, 2024). Es ist insbesondere die Privatwirtschaft, die bei der Adaptation von KI „voranprescht“ (Demary et al., 2021; Sreekala et al., 2024). Es ist darüber hinaus beobachtbar, dass besonders die großen Sprachmodelle eine neue Welle von KI-Adaptationen ausgelöst haben (Azhar, 2024; Minevich, 2023).

17.2.2 Einordnung in die Technikgeschichte

Wie in der Einleitung angedeutet, sind strukturumwälzende Erneuerungen durch disruptive technologische Innovationen ein prägendes Merkmal menschlicher Produktivgeschichte (Brynjolfsson & McAfee, 2015).3 Betrachten wir den Homo habilis als Teil unseres Selbstverständnisses menschlicher Geschichte auf dem Planeten Erde, hat es rund 1.990.000 Jahre lang keine nennenswerten technologischen Fortschritte in der Art und Weise gegeben, in der Menschen zweckgerichtet mit knappen Ressourcen umgegangen sind. Betrachten wir lediglich die Geschichte des Homo sapiens sapiens als menschlich, wären es immer noch 190.000 Jahre weitgehenden technologischen „Stillstands“.
Erst seit rund 12.000 Jahren können nennenswerte technologische Innovationen nachgewiesen werden. Dabei veränderte sich die Geschwindigkeit, mit der sich dieser technologische Wandel in dieser Phase (bis 1450) vollzog, nicht wesentlich, obgleich es immer wieder auch verstärkte Innovationsphasen gab, wie beispielsweise 700–300 v. Chr., und wir auch Perioden von Rückschritten kennen, in denen bereits vorhandenes angewandtes Wissen verloren gegangen ist (z. B. Brand der Bibliothek von Alexandria, Übergang von der Antike zum Mittelalter, Inka-Technologien, Untergang von Al-Andaluz). Eine erste bleibende Beschleunigung der Technikentwicklung trat mit Beginn des europäischen Expansionsstrebens und der Renaissance ab 1450 ein.4
Um den Begriff der KI-Revolution historisch einordnen zu können, führe ich hier nur die wichtigsten vorindustriellen Beispiele technologisch-innovatorischer Disruptionen beispielhaft auf:5
  • Der Faustkeil (ca. 1,75 Mio. Jahre alt und seit ca. 600.000 v. Chr. weitverbreitet) war das erste vielseitig verwendete Werkzeug auf der Erde.
  • Die Handhabung des Feuers (ca. 800.000 v. Chr.) ermöglichte eine hygienischere Nahrungsverarbeitung und bot Kälteschutz. Ab 6000 v. Chr. war die Handhabung des Feuers Voraussetzung für die fortgeschrittene Metallverarbeitung durch das Einschmelzen von Erzen.
  • Das Schiff (ca. 8000 v. Chr.) ermöglichte effiziente Fischerei und den maritimen (Fern-)Handel.
  • Die Schrift (ca. 6500 v. Chr.) ermöglichte eine beständigere Aufbewahrung und Weitergabe von Wissen jenseits mündlicher Überlieferungen. Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Typen (1450 n. Chr.) revolutionierte die Vervielfältigung dieses Wissens.6
  • Das Gleitlager in seiner Form des Rades auf der Grundlage von Rollbalken und Schlitten (ca. 3600 v. Chr.) sowie die Töpferscheibe (ca. 4500 v. Chr.) ermöglichten den Ferntransport auf dem Landweg und revolutionierten die Keramikproduktion.
In der ersten (mechanischen) industriellen Revolution ab Mitte des 18. Jahrhunderts ermöglichte es vor allem die Erfindung von Dampf- und Spinnmaschine (1712/1769),7 die vorhandenen (Textil-)Manufakturen zu industriellen Fertigungsstätten (Fabriken) produktiv weiterzuentwickeln. Eine zweite Welle löste die Erfindung und Verbreitung der Eisenbahn (ab 1814) und des Telegraphen (1838) aus. Die Erfindung des binären Codes und die „Verkabelung der Welt“, die bereits 1870 in den westlichen Industrieländern weit fortgeschritten war, stellten den Höhepunkt und Abschluss der ersten industriellen Revolution dar (vgl. Osterhammel, 2020).
In der zweiten (elektrischen) industriellen Revolution ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die massive wirtschaftliche Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen der Physik und Chemie Ausgangspunkt für die Entstehung moderner industrieller Massenproduktion. Insbesondere die Entdeckung der breiten Nutzbarkeit von Elektrizität (ab 1830) und die Erfindung des elektrischen Lichts (1841) ermöglichten die erforderlichen Produktivitätssteigerungen für die Massenproduktion. Die Erfindung des Elektromotors (1866) und bahnbrechende chemisch-pharmazeutische Innovationen ergänzten die zweite industrielle Revolution. Damit waren die Voraussetzungen für eine industrielle Reihenfertigung (später Fließfertigung) geschaffen.8
Die dritte (digitale) industrielle Revolution (ab 1950) basiert auf der Entwicklung des Mikrochips und hat durch Automatisierung und Digitalisierung die Art und Weise des Wirtschaftens in nur drei Jahrzehnten grundlegend verändert. Spätestens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts können Menschen in ihrer Lebenszeit beobachten, was es bedeutet, dass die Geschwindigkeit der Technikentwicklung exponentiell ist. Zahlreiche Studien belegen, dass es dennoch für Menschen sehr schwer ist, sich ein adäquates Verständnis von „exponentiell“ zu bilden (klassisch hier: das Seerosenbeispiel).
Auch hinsichtlich der räumlichen Verbreitung neuer Technologien in der Welt, also der Ausbreitung von Innovationen aus den technologischen Zentren hin zur technologischen Peripherie, ergeben sich spätestens seit 1980 eine völlig neue Qualität, Quantität und Geschwindigkeit. Unbenommen der seit Menschheitsbeginn existierenden Wanderbewegungen sowie Handels- und Kolonialisierungsströme ist der Prozess der Globalisierung, wie er seit 1980 stattfindet, eine historisch einmalige Epoche. Technologische Innovationen und, diesen folgend, auch wirtschaftlicher Strukturwandel finden zunehmend zeitgleich auf mehreren Kontinenten der Erde statt bzw. verbreiten sich in nur wenigen Jahren weltweit. Damit wurde die dritte industrielle Revolution zum ersten planetaren disruptiven Strukturwandel. Mit der Massennutzung von Smartphone und entwickeltem Internet wurden vorhergehende Trends vor allem in Schwellen- und wohlhabenderen Entwicklungsländern (middle income countries), aber auch stellenweise in ärmeren Entwicklungsländern (z. B. Ruanda, Kenia) gebrochen, und die weitere wirtschaftliche Entwicklung wurde zumindest sektoral in Form von Sprung-Innovation (leap frog) auf eine qualitativ neue Stufe geführt.
Die Verbreitung der Anwendung Künstlicher Intelligenz verläuft im Vergleich zu den früheren Stadien und Aspekten der digitalen Transformation mit außergewöhnlich hoher Geschwindigkeit (IBM Watson, 2021; Minevich, 2023; Pavaloaia & Necula, 2023), so dass dem Einsatz von KI eine Schlüsselrolle bei der weiteren Entwicklung der digitalen Transformation zukommt.

17.3 Bedeutung der Künstlichen Intelligenz im disruptiven Strukturwandel

17.3.1 KI im Gesamtzusammenhang der digitalen Transformation

Voraussetzung für die derzeit stattfindende KI-Revolution waren die enorm gewachsene Rechenleistung von Prozessoren, die Explosion verfügbarer Datenmengen sowie große Fortschritte im Bereich des Maschinenlernens neuronaler Netzwerke (vgl. Heim & Gerth, 2023, S. 9 f.). Das Training neuronaler Netzwerke (Machine Learning) setzt digital verfügbare, große, heterogene und qualitativ gute Datenmengen voraus (Big Data), was wiederum hochentwickelte und -vernetzte digitale Strukturen voraussetzt. Dementsprechend gibt es eine Voraussetzungshierarchie für Entwicklung und Training neuronaler Netzwerke. Umgekehrt ist die Inwertsetzung von Big Data ohne den Einsatz von KI als Auswerter und Strukturierer nur sehr begrenzt möglich. Speziell das effiziente Auffinden von Korrelationen und Mustern in unüberschaubaren und weitgehend unstrukturierten Datenozeanen (Data Mining) bedarf leistungsfähiger und zuverlässiger KI-Algorithmen, die die manuelle Auswertung durch Datenanalysten (Data Science) zumindest teilweise verdrängen.
Der folgende Abschnitt zeigt ausführlich den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Hierarchieebenen der Digitalisierung: KI-Strategien müssen, um sinnvoll und erfolgreich zu sein, auf einer effizienten Datenstrategie fußen, die wiederum integraler Teil einer entsprechenden Digitalisierungsstrategie der Organisation sein sollte. Das bedeutet einerseits, dass Digitalisierungs-, Daten- und KI-Strategien kohärent und aufeinander bezogen sein müssen, und andererseits, dass es eine Hierarchie gibt, deren Fundament eine solide Digitalisierungsstrategie sein sollte. Aus dieser können dann die „modernen“ Aspekte der digitalen Transformation abgeleitet werden.
Die technologischen Entwicklungen, die den gewaltigen Investitionsschub von KI ermöglicht haben, sind eine exponentiell gewachsene, kostengünstige Rechenleistung und (nahezu) kostenlos verfügbare große Datenmengen. Aber auch eine damit eng verbundene Marktentwicklung war entscheidend: Weil Unternehmen, die auf ein digitales Geschäftsmodell gesetzt haben, zu den erfolgreichsten Unternehmen der Erde wurden und weil deren Geschäftsmodelle datengetrieben sind, konnten riesige Datenmengen von ihnen generiert werden. Ohne diesen vorangegangenen wirtschaftlichen Erfolg von Google (Alphabet), Facebook (Meta), Apple, Microsoft und Amazon wären vermutlich nicht oder nicht so schnell hinreichend Hochleistungsrechenzentren und Trainingsdaten für das maschinelle Lernen der ersten Generation entstanden (Daum, 2019). Folgt man diesen Überlegungen, dann ist die aktuelle KI-Revolution unmittelbar ein Produkt des Erfolges digitaler Geschäftsmodelle, vor allem der Plattformökonomie. Umgekehrt sind es die genannten Unternehmen und das hinzugekommene Tesla/X AI, die am stärksten an der Entwicklung der KI beteiligt sind und von KI-induzierten Disruptionen profitieren können. Dieser Zusammenhang ist von hoher Bedeutung, um eine verkürzte und technikzentrierte Zuschreibung der aktuellen Umwälzungen zu verhindern und die zugrunde liegenden sozioökonomischen Zusammenhänge mit den damit verbundenen Interessen- und Machtstrukturen im Zentrum der Analyse zu halten. Nur so gelangt man zu einer realitätsnahen Erklärung des „Warums“ der KI-Revolution (Daum, 2019; Geffroy, 2018).
Die quantitativ wirkenden Entwicklungen auf dem Gebiet digitaler Hardware und Software, die mit exponentieller Geschwindigkeit stattfinden, sowie ihre Vernetzung haben durch die Entwicklung neuronaler Netzwerke und des maschinellen Lernens aber auch eine qualitative Veränderung der Digitalisierung als solcher mit sich gebracht. Das Einfügen einer maschinellen kognitiven Ebene verändert grundlegend die Möglichkeiten von Automatisierung. Indem KI als „lernfähiger“ Algorithmus maschinelle bzw. Mensch-Maschine-Prozesse optimieren kann, verändert KI Prozesse kreativ und schafft eigenständig Mehrwert. Insofern wird durch KI die digitale Transformation „intelligent“ und „lernfähig“. Dies verändert in disruptiver Weise Wertschöpfungsketten – mit wiederum weitreichenden Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaftsweise. Weitere wichtige Indizien eines eigenständig wirkenden disruptiven Strukturwandels durch KI sind die Möglichkeit, mithilfe von KI grundlegend neue Formen der Art und Weise zu kreieren, wie Innovationen selbst zustande kommen (Haefner et al., 2021; Beckert et al., 2023; Paaß & Hecker, 2020, S. 386 ff.), sowie auch der entscheidende Beitrag zur Erreichung qualitativer Sprunginnovationen (z. B. Protein Folding,9 Toxikologie,10 Autonomes Fahren11). Allerdings muss auch dann konsequent mitgedacht werden, dass die KI-Revolution logisch nicht von den anderen beschriebenen Elementen der digitalen Transformation, auf denen sie fußt, getrennt werden kann.

17.3.2 Veränderungen in Wertschöpfung und Produktivität

Die Frage, ob und in welchem Umfang der Einsatz von Künstlicher Intelligenz Wertschöpfung und Produktivität verändert, wird hier eingeführt und in den nächsten vier Kapiteln an Beispielen erläutert. Dies soll auch Forschungsinteresse für Fragen der Ökonomie von Technologie wecken, da dieses Forschungsthema noch weitgehend unerschlossen ist.
In der Volkswirtschaftslehre wird unter Wertschöpfung das aggregierte „Mehr“ verstanden, welches innerhalb der Grenzen eines Landes von allen Akteuren (Bruttoinlandsprodukt) oder von den Staatsangehörigen des Landes weltweit (Bruttosozialprodukt oder Bruttoinländerprodukt) innerhalb einer Zeitperiode erwirtschaftet wird. Dabei wird automatisch die betriebswirtschaftliche Definition von Wertschöpfung mitgedacht. Diese besagt, dass die Summe des Outputs minus der Summe aller für die Erstellung des Outputs genutzten Inputs den Mehrwert darstellt, also Wertschöpfung ist. Es gibt drei Quellen für Wertschöpfung, die miteinander produktiv kombiniert werden: Natur, Arbeit und Kapital. Dabei kann bis zu einem gewissen Grad jeder der drei Faktoren durch die anderen substituiert werden. Das bedeutet, dass die jeweilige Zusammensetzung variiert. Mehrwert ist dabei das Ergebnis konkreter Arbeitsleistung, die als Schaffensprozess ein „Mehr“ aus Natur und Kapital macht, wobei Kapital seinerseits das Ergebnis vorab produzierten Mehrwertes ist. Dabei sind kognitive Leistungen (z. B. Ideen, Erfindungen) inkludiert, sofern sie in ein verkaufsfähiges Produkt münden. Gerade diese kognitiven Leistungen spielen in der heutigen wirtschaftlichen Wertschöpfung eine zentrale Rolle (Redlich et al., 2017, S. 146 ff.).
Jeder Betrachtung von Wertschöpfungsprozessen liegt eine Grundsatzentscheidung zugrunde, was „Wert“ ist und wie „Wert“ betrachtet und letztlich gemessen werden soll. Hier unterscheidet die Ökonomie zwischen dem Gebrauchswert und dem Tauschwert. Wertschöpfung in Bezug auf den Gebrauchswert bedeutet, dass die Summe der aufgewandten Mittel einschließlich negativer externer Effekte12 niedriger sein muss als der Nutzwert des erzeugten Produktes (Gut, Dienstleistung). Dabei spielen objektive und subjektive Einschätzungen des Gebrauchswertes eine Rolle. Das ergibt sich daraus, dass die „Nützlichkeit“ eines Produktes immer auch subjektiv festgestellt werden muss. Der objektive Charakter ergibt sich in Anlehnung an Karl Popper dadurch, dass sich zumindest eine Gruppe von Individuen, letztlich aber eine Gemeinschaft oder die Gesellschaft darauf geeinigt hat, dass diese Nützlichkeit allgemein gegeben, also wahr ist.
Demgegenüber ist die Feststellung des Tauschwertes einfacher: Es handelt sich um den Geldbetrag (oder ein Äquivalent), der für das erzeugte Produkt gezahlt wird. Dem werden die tatsächlichen Vollkosten (Fixkosten + variable Kosten) des Produktionsaufwandes gegenübergestellt. Eine Wertschöpfung findet statt, wenn der beim Verkauf des Produktes erzielte Preis höher ist als die gesamten Produktionskosten. Dabei spielen nicht internalisierte negative externe Effekte keine Rolle, da sie nicht als Kostenfaktor in Erscheinung treten. In Bezug auf den Gebrauchswert eines Gutes oder einer Dienstleistung stellt sich also die Frage, inwieweit KI einen höheren Grad bzw. eine neue Dimension von Nützlichkeit erzeugt und somit den Gebrauchswert erhöht. Bezogen auf den Tauschwert ist die Frage, inwieweit der Einsatz von KI die Differenz zwischen der Summe aller Inputfaktoren und dem erzielbaren Verkaufspreis steigert. Darüber hinaus muss der hier behauptete disruptive Charakter von KI sich dadurch beweisen, dass zumindest einzelne Prozessstufen der Wertschöpfungskette verändert werden oder wegfallen und eine neue Form von Wertschöpfungskette entsteht.
Ein wesentlicher Motivator für die Digitalisierung insgesamt und für den Einsatz von KI im Besonderen ist es, die Produktivität des Produktionsprozesses zu steigern. Nach den heute vorliegenden Erkenntnissen und Zahlen kann sicher davon ausgegangen werden, dass die Digitalisierung zu einem deutlichen Produktivitätswachstum führt (Falck et al., 2024). Die digitale Transformation hat also einen starken Einfluss auf das Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität. Eine Studie der Bundesbank aus 2024 zeigt „auf Basis eines multisektoralen Makro-Modells“, „dass ohne die Effizienzgewinne in den digitalen Branchen das Arbeitsproduktivitätswachstum in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten zwischen 1996 und 2020 nur etwa halb so hoch gewesen wäre“ (Falck et al., 2024).
Es ist derzeit aber nicht möglich, das tatsächliche Ausmaß digitaler Produktivitätsgewinne exakt zu messen. Das Solowsche Produktivitätsparadoxon von 1987 besagt, dass digitalisierungsbedingte Produktivitätszuwächse zumindest nur teilweise statistisch abgebildet werden können (hierzu und zu den folgenden Überlegungen des Abschnitts: Petersen, 2020, S. 72 ff. und S. 157 ff.).
Gemäß dem Paradoxon führt Digitalisierung statistisch zumindest partiell zu einer Abschwächung des Produktivitätswachstums. Dies ist jedoch der Nichtberücksichtigung von spezifisch digitalisierungsbedingten volkswirtschaftlichen Effekten geschuldet:
  • Kostensenkungen, die an die Kunden weitergegeben werden und nicht dazu führen, dass die damit verbundenen Verluste des vorherigen Umsatzvolumens vollumfänglich durch einen höheren Absatz kompensiert werden, führen zu einer Reduktion des BIP. Das ignoriert aber den Wohlfahrtsgewinn, der aus den Preissenkungen resultiert und zu einer höheren Kaufkraft der Bevölkerung führt.
  • Qualitätsverbesserungen und Zeitersparnis durch Digitalisierung werden lediglich in ihrer zerstörerischen Dimension bzw. gar nicht erfasst. Das smarte Telefon ersetzt beispielsweise Kamera, Scanner, Taschenrechner, Thermometer, Navigationsgeräte, Steuerungsgeräte, Audio-/Video-Abspielgeräte, Gesundheitschecks, PCs und Tablets usw. und verdrängt diese zum Teil endgültig und vollständig vom Markt. Smartphones kosten aber nur einen Bruchteil dessen, was diese Geräte vormals in ihren gesamten Lieferketten und den damit verbundenen Investitionskosten als Beitrag zum BIP „erwirtschaftet“ haben. Darüber hinaus verringern sie für die Nutzer den Zeitaufwand, der mit der Beschaffung und Koordination der verschiedenen Geräte, aber auch mit dem Informationsbeschaffungs- und Kommunikationsaufwand vorher verbunden war. Entsprechend dämpft dieser Effekt das statistisch messbare Produktivitätswachstum, führt jedoch zu erhöhten Wohlfahrtsgewinnen.
  • Viele digitale Dienstleistungen werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt und von den Konsumenten mit ihren Daten steuerfrei bezahlt. Dies wird ebenfalls nicht in der volkswirtschaftlichen Statistik erfasst.
  • Crowd/Sharing Economy: Konsumenten beteiligen sich „ehrenamtlich“ an der Produktion und Weiterentwicklung digitaler Produkte (Crowdsourcing, Prosumtion = Produktion + Konsum) und verwenden physische Produkte auf der Basis gemeinschaftlicher Nutzung. Damit fallen Arbeitslöhne weg, und der Umsatz von vormals gekauften Produkten, die nun nutzungsabhängig gemietet oder kostenfrei gemeinschaftlich genutzt werden, sinkt. Beides bewirkt eine Verringerung des BIP. Der Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass beide Prozesse zum Teil nicht versteuert werden.
Die oben genannten Wohlfahrtsgewinne können dann, aber eben nur dann indirekt gemessen werden, wenn die höhere Kaufkraft und der Zeitgewinn für den Erwerb anderer Produkte, für die es einen Marktpreis gibt (z. B. kommerzielle Freizeitaktivitäten, Reisen), oder zur Generierung von zusätzlichem Einkommen (z. B. Selbstständigkeit, Nebenjob) genutzt werden. Ansonsten wirken die Effekte wie eine Verarmung der Gesellschaft, obwohl sie tatsächlich zur Erhöhung von Lebensstandard und Lebensqualität beitragen.

17.3.3 Folgen für die internationale Arbeitsteilung

KI-getriebene Abschwächung der Globalisierung
Das durch die Digitalisierung verstärkte, massive Sinken der Kosten für (Tele-)Kommunikation und Transport seit Ende der 1970er war ursächlich für das explosionsartige Anwachsen des Auslagerns von Produktionsprozessen bzw. Direktinvestitionen in Schwellen- und Entwicklungsländer (Offshoring). Damit ging eine exponentielle Steigerung von internationaler Arbeitsteilung sowie Welthandels- und -finanzströmen einher. Gleichzeitig nahm die Zahl von Unternehmenszusammenschlüssen (Mergers & Acquisitions) und das Entstehen global agierender Konzerne stark zu. Diese Phänomene werden allgemein als Globalisierung bezeichnet und waren 30 Jahre der vorherrschende Trend globaler wirtschaftlicher Entwicklung. Ordnungspolitisch ist die Globalisierung, die ja nach wie vor stattfindet, wenn auch mit nachlassender Geschwindigkeit, getragen von einer monetaristisch definierten, ordoliberalen Freihandelsdoktrin, die wiederum auf die Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre Adam Smith und David Ricardo zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgeht und deren Gedanken die Chicago School in Form des Monetarismus radikal erneuert hat. Die wirtschaftspolitische Entsprechung des Monetarismus, der eine auf die Finanzströme fokussierte, ergänzte Version der radikal-liberalen klassischen Ökonomie ist, war der sogenannte Washington-Konsensus, der, wenngleich erst 1990 von John Williamson so benannt,13 bereits seit Anfang der 1980er-Jahre unter Führung der Regierungen Reagan (USA) und Thatcher (UK) wirkmächtig wurde. Dieses vereinfacht als Neoliberalismus bezeichnete Konglomerat normativer ökonomischer Weichenstellungen zugunsten eines entfesselten globalen Freihandels zwischen angebotsorientierten, deregulierten und möglichst weitgehend privatisierten Nationalökonomien hatte drastisch fallende Transaktionskosten vor allem in den Bereichen Verkehr und Digitalisierung als unbedingte Voraussetzung. Vor allem ohne den Prozess der schnell fortschreitenden Digitalisierung ab 1980 hätte die Globalisierung zumindest nicht in ihrem dann tatsächlichen Ausmaß stattgefunden.
Das Ende des ersten Kalten Krieges durch den Sieg des liberalen Kapitalismus ermöglichte es den USA und der EU, gemeinsam mit anderen westlich orientierten Staaten die GATT-Freihandelsverträge 1995 zu einer Welthandelsorganisation (WTO) weiterzuentwickeln, die die angelsächsische monetaristische Freihandelsdoktrin zum globalen Maßstab der Weltwirtschaft machte und diese in international verbindliche Regeln goss, die im Gegensatz zu fast allen anderen internationalen Regeln auch im Rahmen des Schiedsverfahrens durchsetzbar sind.
Die Blütezeit des regelbasierten Freihandels währte jedoch nur kurz. Oberflächlich betrachtet wirkt es, als wären es der Brexit (2016), die erste Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten (2016), der Ausbruch der Covid-19-Pandemie (2020), der Überfall Russlands auf die Ukraine (2022) sowie sich verändernde Konsummuster im Angesicht des Klimawandels gewesen, die die massive Umlenkung von grenzüberschreitenden Investitionsströmen bewirkten. Tatsächlich wurde es seit 2015 einfacher, Signale auch in den Medien wahrzunehmen, die protektionistische Ideen in unterschiedlichem Gewand wieder salonfähig machten. Eine genauere Betrachtung zeigt, dass Investitionen in der eigenen, in nahe gelegenen oder in „befreundeten“ Regionen zeitlich mit dem Fortschreiten der vierten industriellen Revolution messbar zunahmen und demgegenüber Investitionen in Entwicklungsländern und zum Teil auch in Schwellenländern relativ abnahmen. Seit der Finanzkrise 2008 und verstärkt mit Beginn der vierten industriellen Revolution um 2011 verlangsamte sich das relative Wachstum des Welthandels bezogen auf das Wachstum der Weltproduktion (BMWK, 2019). Bezogen auf Deutschland hat die Handelselastizität (Exportwachstum im Verhältnis zum BIP-Wachstum) übrigens bereits seit 2001 nachgelassen. Weltweit liegt die Handelselastizität seit 2013 wieder auf dem Niveau der 1980er-Jahre, also unter 1. Das bedeutet, dass das Welt-BIP schneller wächst als der Welthandel (BMWK, 2019). Ebenso verringern sich bereits seit fünfzehn Jahren die grenzüberschreitenden Direktinvestitionen und Wertschöpfungsverflechtungen. Zwar trifft es nicht zu, in diesem Zusammenhang schon von einer Deglobalisierung zu sprechen. Dennoch ist es wichtig, zur Kenntnis zu nehmen, dass der heute allseits sichtbare Paradigmenwechsel keine Folge des russischen (um 2007) und vor allem chinesischen (ab 2015) Kurswechsels hin zu einer aktiven Abgrenzung vom Westen ist.
Investitions- und Handelsströme konzentrieren sich wieder verstärkt auf die wirtschaftlichen Zentren der Welt.14 Vor allem die Industrieländer beschließen zunehmend protektionistische Maßnahmen (z. B. nichttarifäre Handelshemmnisse, vgl. BMWK, 2019; Carbonero et al., 2018). Das zugrunde gelegte politische Schlagwort ist Resilienz. Das bedeutet, dass das populärmediale Narrativ auf Überlegungen zu Fragen der Sicherheit, Unabhängigkeit und Verlässlichkeit fußt. Das stimmt zwar, aber auch hier hilft Karl Marx, die tatsächlichen Zusammenhänge zu verstehen: Die Hierarchie von ökonomischen Kernprozessen und den auf diesen aufbauenden und ihnen entsprechenden soziokulturellen Aufbauten ist ein bisher nicht falsifizierter Zusammenhang in der Menschheitsgeschichte seit der Zeit der Jäger und Sammler. Es sind demnach nicht politische Faktoren primär ursächlich für die aktuelle Entwicklung von Reshoring und Nearshoring. Vielmehr ist es die technologieinduzierte radikale Veränderung der Bedingungen erfolgreichen wirtschaftlichen Handelns, die die internationale Arbeitsteilung wieder zurückdrängt und lokale und regionale Investitionen in den Hauptmärkten oder in deren unmittelbarer Nähe fördert.
Diese für die heutige Zeit eher ungewöhnliche These gilt es zu belegen: Im Mittelpunkt der vierten industriellen Revolution geht der Bedeutungszuwachs des Faktors Kapital durch beschleunigten Technologieeinsatz zu Lasten des Faktors Arbeit. Vor allem die Inwertsetzung des Rohstoffs Daten, der in grenzenlos scheinender Menge zur Verfügung steht, sowie der Einsatz von KI zur Aktivierung dieses Datenschatzes bewirken eine Substitution des Faktors Arbeit durch den Faktor Kapital unter deutlicher Erhöhung des Inputfaktors Energie (Petersen, 2020, S. 202 f.). Immer komplexere Arbeitsaufgaben und neue intelligente, miteinander digital vernetzte Produktionsverfahren, die Informationen austauschen und lernfähig sind, prägen zunehmend Produktionsprozesse in allen wirtschaftlichen Sektoren. Damit fallen klassische Digitalisierung sowie Vernetzung bis hin zu Clouds und dem Internet der Dinge mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit von KI-Algorithmen zusammen. Dies ist keine evolutionäre Weiterentwicklung von Computerisierung und Automation, sondern eine revolutionäre disruptive Entwicklung. Durch die exponentiell zunehmende Anzahl von Sensoren sowie durch die Digitalisierung potenziell aller Dinge und ihre Vernetzung untereinander und mit Menschen wird erstmals denkbar, dass Wertschöpfungsprozesse durch KI-gesteuerte, automatisierte Maschinen beherrscht werden; und das über die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung, Produktdesign und Marketing, Produktion bis hin zu Recycling und Entsorgung.
Dieser technologische Prozess wirkte von Beginn an der bestehenden „materiellen“ Globalisierung entgegen und änderte die Wettbewerbsfähigkeit weltweiter Produktionsstandorte erneut erheblich. Produktionsstätten in Industrieländern werden wieder wettbewerbsfähiger, da der Produktionsfaktor Arbeit und damit der Standortfaktor Arbeitskosten an Bedeutung verlieren (Kinkel, 2020; Petersen, 2020, S. 202). Dafür gewinnt der Produktionsfaktor Kapital weiter an Bedeutung. Kostenrelevante Faktoren, wie politische Stabilität (z. B. Good Governance, Kriege/Unruhen/Kriminalität, Steuern, Auflagen), Energie (Versorgungssicherheit, zur Verfügung stehende Mengen, Preise) sowie Expertenverfügbarkeit und Markt-/Kundennähe, verkehren die Kosten-Risiko-Struktur investitionsrelevanter Parameter, so dass die Kalkulationen, die zu einer Produktionsverlagerung in Schwellen- und Entwicklungsländer geführt haben, plötzlich zum gegenteiligen Ergebnis führen. Neue Investitionen werden so auch wieder in Industrieländern rentabel, und bestehende Investitionsentscheidungen werden zumindest zum Teil wieder rückgängig gemacht (Reshoring).
Hauptursächlich hierfür ist, dass Lohnveredelung und damit auch die Bedeutung von Arbeitskräften in Entwicklungsländern an Bedeutung verlieren. Investitionsstandorte in Entwicklungsländern werden dadurch vergleichsmäßig unattraktiver, und die Menschen in diesen Ländern verlieren zumindest an Verhandlungsmacht und müssen infolgedessen vermutlich mindestens sinkende Stundenlöhne in Kauf nehmen. Viele Arbeitsplätze werden aber auch wegfallen.
Auch die Qualifikationsanforderungen ändern sich. Die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften und nach sehr wenig Qualifizierten wächst, während die Nachfrage nach Mittelqualifizierten (z. B. Sachbearbeiter, Facharbeiter) sinkt (Petersen, 2020, S. 202 f.; Frey & Osborne, 2013; Graham et al., 2017, S. 158 ff.). Kurze Lieferwege und Qualitäts- und Sicherheitsüberlegungen (z. B. Resilienz von Lieferketten) werden gegenüber den abschmelzenden Kostenvorteilen bei gleichbleibenden Risiken in Entwicklungsländern wichtiger (Butollo, 2021, S. 145 ff.). Um die wieder wachsenden Nachteile für Entwicklungsländer in der internationalen Arbeitsteilung auszugleichen, bräuchte es einen konsolidierten, global abgestimmten Ansatz, z. B. durch entgegenwirkende Programme der Entwicklungsbanken. Dies ist mindestens seit 2018 bekannt (Hallward-Driemeier & Nayyar, 2018), doch scheint kein ernsthafter politischer Wille hierzu vorhanden zu sein. Dementsprechend muss davon ausgegangen werden, dass das Wohlstandsgefälle zwischen den meisten Industrie- und einer Reihe von Schwellenländer einerseits und allen anderen Ländern andererseits weiterwachsen wird.
Hier gibt es aber auch theoretische und in Einzelfällen sichtbare Gegentendenzen: Individualisierte Produktion und Automatisierung (z. B. KI und personalisierte Daten in Verbindung mit 3D-Druck) können auch lokale und regionale Produktion in urbanen (vor allem küstennahen) Zentren in ärmeren Entwicklungsländern lohnenswert machen. Dies umso mehr, wenn die Staaten, in denen diese Zentren liegen, regionalen Freihandelszonen angehören und ein Minimum an verlässlichen Transportwegen zwischen Kundenzentren existiert. Getrieben von digitalen Geschäftsmodellen sind auch in ärmeren Entwicklungsländern neue Wirtschaftsakteure entstanden, so dass die Einbindung lokaler Unternehmen durchaus möglich, aber eben nicht zwingend ist. Ganz allgemein kann bereits festgestellt werden, dass Entwicklungsländer nur dann überhaupt partizipieren können, wenn KI als Ergänzung menschlicher Arbeitskraft genutzt wird. In dem Umfang, in dem KI menschliche Arbeitskraft ersetzt, werden auch die Entwicklungsländer als Produktionsstandorte ersetzt werden. Die letzten zehn Jahren lassen jedenfalls eher erwarten, dass vor allem die Regionen Lateinamerika, Zentralasien und Afrika nicht unbedingt an dem bereits begonnenen goldenen KI-Zeitalter in größerem Umfang teilhaben werden.
Unterstützende geoökonomische Entwicklungen
Ohne das grundsätzliche Gesetz ursächlich technologisch-wirtschaftlicher Entwicklung und der darauffolgenden politisch-soziokulturellen Anpassung in Frage zu stellen, beobachten wir zeitgleiche Dynamiken politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, die die oben beschriebene Veränderung der internationalen Arbeitsteilung erheblich verstärken und beschleunigen und zum Teil auch auslösen.
Um die Anfälligkeit der eigenen Lieferketten gegenüber externen Schocks zu mildern und die Zeiten auszudehnen, in denen die eigene Wirtschaft möglichst unabhängig vom „Ausland“ weiterbetrieben werden kann, führen die unten genannten interagierenden Entwicklungen zu verstärkten Bemühungen, die Resilienz der nationalen Wirtschaften zu erhöhen.
Decoupling
2014 (Russland: Annexion der Krim) bzw. 2015 (China: grundlegende Parteitagsbeschlüsse) trat der Systemwettkampf zwischen westlich orientierten Industriestaaten auf der einen Seite und China und Russland auf der anderen Seite in eine neue Phase, die 2021 zu einer strategischen Zusammenarbeit Chinas und Russlands gemeinsam mit Iran führte. Dieser nicht formalisierten Allianz gelang es in kürzester Zeit, das globale Schachbrett neu zu ordnen und die westlich-liberale, regelbasierte Werteordnung deutlich zurückzudrängen. Erst der Sturz Präsident Assads in Syrien Ende 2024 hat hier einen wirksamen Gegenimpuls im Nahen Osten begründet, auch wenn dieser ganz sicher nicht zu einer pro-westlichen, offenen Gesellschaft führen wird.
Die meisten der bedeutenden Unternehmen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz haben ihren Hauptsitz in den USA oder der V.R. China15. Auch für KI gilt das eherne Gesetz der Digitalisierung, dass der „Gewinner“ sich den Löwenanteil der Beute nehmen kann und vor allem die weiteren Spielregeln (stark mit-)definiert. Deshalb können wir seit einigen Jahren einen sich beschleunigenden KI-Wettlauf beobachten, der zwischen einzelnen Unternehmen, aber eben auch zwischen den beiden staatlichen Systemkonkurrenten tobt. Die daraus resultierende Konsequenz für die Weltwirtschaft wird zumeist mit dem Begriff der Entkopplung (Decoupling) bezeichnet. Die Folge sind die oben beschriebenen Veränderungen von Investitionsflüssen zugunsten nahegelegener oder „befreundeter“ Märkte. Bereits die Erfahrungen mit den handelsbezogenen Konsequenzen der Covid-19-Pandemie hinsichtlich der Anfälligkeit globalisierter Lieferketten gegenüber innenpolitisch motivierten Unterbrechungen von Produktion und Transport haben dabei wie eine Art Rückkopplungsschleife funktioniert und die Geschwindigkeit und den Umfang der KI-getriebenen Digitalisierungswelle ebenso verstärkt wie den Prozess des Decouplings. Hinzu kamen kriegerische Einzelereignisse, wie die ab Dezember 2023 gemachten Erfahrungen mit den Folgen der Huthi-Angriffe im Roten Meer.
Ökologischer Regionalismus und Protektionismus
Wenngleich aus unterschiedlichen ideologischen Motiven heraus betrieben, haben auch die Veränderungen von Konsumenten- und Bürgerverhalten eine verstärkende Wirkung.
Einerseits wächst nach wie vor in urbanen westlichen Konsumzentren die Tendenz, eigene Konsummuster hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit zu hinterfragen und zu versuchen, den individuellen CO2-Fußabdruck zu verringern. Dies stärkt Ansätze zur Entkopplung von Energieinput und Warenoutput und vor allem lokale und regionale Warenkreisläufe. Auch kritisches Käuferverhalten und die zunehmend eingestampften ESG-/DIE-Agenden institutioneller Investoren und großer Unternehmen, die die soziale und ökologische Verantwortung in ihre Bilanzierung hineinnahmen,16 verstärken Narrative, dass lokaler und regionaler Produktion Vorrang einzuräumen ist. Dies kann sich zukünftig auch deshalb wieder ändern, weil durch den Einsatz digitaler Technologien zur Rückverfolgbarkeit von Lieferketten die Akzeptanz von Produktion in Entwicklungsländern wieder wächst.17
Zugleich wächst die Neigung vor allem westlicher Staaten, ihre Wirtschaft gegenüber negativen äußeren Einflüssen abzuschotten und Freihandel zumindest partiell wieder einzuschränken. Dieser neue, oft nationalistisch oder populistisch vermittelte Protektionismus unterstützt in hohem Maße die Tendenz multinationaler Konzerne, in allen wesentlichen globalen Wirtschaftszentren (USA, Europa, China, Indien, Südostasien) mit Produktionsstandorten vertreten zu sein und ihre Lieferketten möglichst zu verkürzen.18
Im Gegenzug werden Investitionen in anderen Regionen der Erde entweder unterlassen oder zurückgefahren.

17.4 Was vom Tage übrigblieb

Der aktuelle disruptive Strukturwandel ist gekennzeichnet durch eine umfassende Vernetzung digitaler Prozesse durch die Erfassung und Nutzung riesiger Datenmengen und durch die Einführung von KI-Algorithmen auf allen Produktionsstufen bis hin zur selbstlernenden maschinellen Selbstorganisation in einem Unternehmen. Der sich schon jetzt abzeichnende flächendeckende Einsatz von KI-Algorithmen in allen Unternehmensbereichen und in allen Branchen verändert Produktivitätsmuster und Wertschöpfungsketten, was aber bereits durch die digitale Transformation ausgelöst wurde. Dabei spielt eine zentrale Rolle, dass der Einsatz von KI es erheblich erleichtert und zum Teil überhaupt erst ermöglicht, Produktionsprozesse vollständig zu dekonstruieren und völlig neue Lösungen sichtbar zu machen (s. Kap. 18: First-Principle-Thinking). Auch die sich noch in den Kinderschuhen befindlichen Möglichkeiten generativer KI-Anwendungen sind jenseits aller aufgeblähten Marketing-Hypes schon heute äußerst beeindruckend und werden in ihrer zweiten Stufe der agent-to-agent-Systeme auch seriöser. Die Wirkungen dieses Strukturwandels sind tief- und weitreichend. Sie verändern zunehmend und grundlegend die Art und Weise, wie Innovationen und Unternehmensführungs- und Konsumentscheidungen zustande kommen und Wertschöpfung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg disruptiv neu „erfunden“ wird.
Bereits aufgrund des bisher Beobachtbaren hat die KI-Revolution auch schon in ihrem aktuellen Frühstadium das Potential eines disruptiv wirkenden Megatrends, der unsere Art und Weise zu produzieren und zu konsumieren grundlegend, revolutionär und für immer verändert. Stimmen, die leugnen, dass es sich bei KI um eine Schlüssel-, Querschnitts- oder Basistechnologie handelt, sind jedenfalls kaum noch zu hören.19 KI hat das Potential einer Basistechnologie, die ähnlich wie die Beherrschung des Feuers, die Dampfmaschine oder die Elektrizität voraussichtlich eine unüberschaubare Zahl von Folgeinnovationen auslösen wird.
Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, inwieweit bestehende kleine und mittlere Unternehmen (KMU) den Sprung in die KI-getriebene digitale Transformation schaffen oder ob sie durch konkurrierende, etablierte Großunternehmen der gleichen Branche, durch multinationale Plattform-Unternehmen, die disruptiv den Markt neu bilden, oder durch innovative Start-ups, die völlig neue Lösungen finden, verdrängt werden. Die Adaptation von KI, Big Data und vernetzter Digitalisierung in KMU hat in den letzten Jahren deutlich an Beschleunigung gewonnen, so dass die 2018 noch weitverbreitete Skepsis (z. B. Schallow et al., 2018, S. 19 ff.) heute zumindest teilweise einer optimistischeren Sicht gewichen ist.
Dabei zeigt sich bereits ein wichtiges Verteilungsproblem. Während Großunternehmen mit datengetriebenen Geschäftsmodellen einen direkten Zugriff auf große Datenmengen haben, ist es für traditionell kleine und mittlere Unternehmen „nicht so einfach, relevante und vor allem für die Geschäftszwecke nutzbare Daten und Informationen zu identifizieren“ (Lawrenz & Fischer, 2023, S. 36; auch: Daum, 2019; Straubhaar, 2019; Geffroy, 2018, S. 17 ff.).
Um Missverständnisse zu vermeiden: Bei aller Technologie bleiben jedoch die entwickelten Fähigkeiten und Kenntnisse von Menschen zu Datenanalyse und Dateninterpretation eine Vorbedingung für eine effiziente Nutzung von Big Data und KI (Schmidt et al., 2021, S. 27 ff.).
Aufbauend auf diesen und in Kombination mit gesundem Menschenverstand, fundierten volks- und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Kreativität ist es der Mensch allein, der Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens und der Volkswirtschaft treffen sollte. Weitergehende Überlegungen mit Bezug auf die Unternehmensführung finden sich im folgenden Kap. 18.
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Title
Disruptiver wirtschaftlicher Strukturwandel
Author
Frank Schmiedchen
Copyright Year
2026
Publisher
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-71567-3_17
1
Nachdem er den Begriff bereits zwei Jahre zuvor eingeführt hatte.
 
2
18.000 Unternehmen haben den Fragebogen beantwortet. Von der Grundgesamtheit hatten 52.000 Unternehmen mindestens 10 Beschäftigte.
 
3
Eine Ausnahme bildet nach heutigem Erkenntnisstand die neolithische Revolution. Die Sesshaftigkeit der Menschheit und damit verbunden der Beginn primär agrarischer Produktionssysteme hatten wohl religiöse Gründe. Jedenfalls deuten die Funde in Göbekli Tepe (Türkei) darauf hin, dass die agrarische Produktion Folge technologieunabhängiger, soziokultureller Entscheidungen war.
 
4
Interessanterweise gibt es keinen methodisch differenzierten Gesamtüberblick der europäischen Dimension der Technikgeschichte von 1450 bis 1950 (Popplow, 2016).
 
5
In diesem Fall gibt Wikipedia einen guten Gesamtüberblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Technik.
 
6
Bei Schriftzeichen und Zahlen handelt es sich um den ersten menschlichen Akt der Digitalisierung (vgl. Kap. 4 in diesem Buch sowie Lucks, 2020, S. 29 ff.).
 
7
Die Newcomensche Dampfmaschine (1712) wurde durch James Watt im Wirkungsgrad erheblich verbessert (1769) (vgl. Stengel, 2017, S. 26).
 
8
Abweichend vom volkswirtschaftlichen Kanon trennt Kai Lucks (2020, S. 43 ff.) die zweite industrielle Revolution in zwei unabhängige Ereignisse, so dass er mittlerweile bei der fünften industriellen Revolution angelangt ist.
 
12
Z. B. Verschmutzung des Flusses, an dem die Produktionsstätte liegt.
 
13
John Williamson war ab 1981 Senior Fellow des einflussreichen Institute of International Finance, mit dessen Hilfe führende westliche Geschäftsbanken ihre Interessen weltweit durchzusetzen versuchten. Zur Zeit der asiatischen Finanzkrise 1997/1998 war er Chief Economist South Asia der Weltbank.
 
14
Hierbei ist zu beachten, dass wirtschaftliche Zentren nicht gleichbedeutend mit Industrieländern sind. Neben Nordamerika und Europa sind es vor allem Ost- und Südostasien sowie Indien, die von der Globalisierung profitiert haben und auch in der vierten industriellen Revolution zu profitieren scheinen (vgl. Azevedo, D. et al,. 2016).
 
15
Zwar spielen auch Deutschland, Japan, Südkorea, Israel, Taiwan, Vereinigtes Königreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Polen, Singapur und Russland mit ihren Unternehmen eine wesentliche Rolle, aber die quantitativ herausragenden Produktionszentren für zukunftsweisende Neu- und Weiterentwicklungen im Bereich KI sind unbestritten die USA und China.
 
16
Seit 2023 ist zu beobachten, dass eine wachsende Zahl v. a. US-amerikanischer Unternehmen wieder Abstand von sich freiwillig auferlegten Auflagen hinsichtlich Diversität, Gleichheit und Inklusion (DIE) sowie den sozial-ökologischen Bilanzierungsleitlinien (ESG) nimmt und stattdessen wieder erbrachte Leistungen als Qualifikations- und Unterscheidungsmerkmal betont.
 
17
Auch hier kann beobachtet werden, dass die politische Zustimmung zu verpflichtenden Vorgaben hinsichtlich der Dokumentation von Lieferketten bereits wieder deutlich abnimmt.
 
18
Wenn ein Produkt in den USA aus Vorprodukten besteht, die insgesamt elf Mal die Grenze zwischen den USA und Kanada in die eine oder in die andere Richtung überschreiten, dann würde ein Zollregime dazu führen, dass elf Mal Zölle zu entrichten sind, was die Produktionskosten vermutlich ins Absurde steigen ließe.
 
19
Als Schlüsselindustrie wird bezeichnet, was komplementäre Innovationen in unterschiedlichen Bereichen ermöglicht und weitverbreitet ist (vgl. Haefner & Morf, 2019, S. 47 ff.; Daum, 2019, S. 17).
 
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