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DORA und LSI-Banken

Proportionalität auf dem Prüfstand

  • 2026
  • Book

About this book

Die Arbeit untersucht die digitale operationale Resilienz kleiner und mittlerer Kreditinstitute im Lichte der EU-Verordnung DORA. Im Zentrum steht die Frage, wie ein einheitlich kalibrierter europäischer IKT-Regulierungsrahmen mit den begrenzten Ressourcen und Geschäftsmodellen deutscher LSI-Banken vereinbar ist und wo sich Spannungsfelder zwischen regulatorischem Anspruch und praktischer Umsetzbarkeit auftun.
Auf Basis einer systematischen Analyse des bestehenden Aufsichtsrahmens und einer empirischen Erhebung unter deutschen LSI-Instituten werden die wesentlichen Belastungsschwerpunkte in den Bereichen IKT-Risikomanagement, Incident Reporting, Tests der digitalen Resilienz und Steuerung von IKT-Drittparteien herausgearbeitet. Die Studie zeigt, wo DORA kleinere Institute faktisch überfordert und wie der Proportionalitätsgrundsatz konkretisiert werden müsste, um digitale Stabilität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Bankenmarkt in ein tragfähiges Gleichgewicht zu bringen.

Table of Contents

  1. Frontmatter

  2. 1. Einleitung

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das erste Kapitel verortet die DORA-Verordnung im Kontext der steigenden Regulierungsdichte im europäischen Bankensektor und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen digitaler Resilienz und Proportionalität. Im Fokus stehen deutsche Less Significant Institutions (LSIs), die trotz begrenzter Ressourcen umfassende IKT-Anforderungen umsetzen müssen. Das Kapitel definiert die Zielsetzung der Arbeit, formuliert zentrale Forschungsfragen zur Belastungswirkung von DORA und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung.
  3. 2. Regulatorischer Rahmen

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das zweite Kapitel analysiert den regulatorischen Rahmen der Arbeit mit besonderem Fokus auf die Entwicklung IKT-bezogener Aufsichtsanforderungen. Es erläutert das Proportionalitätsprinzip in der Bankenaufsicht und zeichnet die Evolution von MaRisk und BAIT bis hin zur Einführung der DORA-Verordnung nach. Die zentralen Inhalte von DORA (IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldung, Resilienztests, Drittparteiensteuerung und Informationsaustausch) werden systematisch dargestellt und von bisherigen Regelwerken abgegrenzt. Damit schafft das Kapitel die konzeptionelle Grundlage für die spätere empirische Untersuchung der Belastungswirkungen auf LSIs.
  4. 3. Methodik

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das dritte Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Untersuchung. Es erläutert den deduktiv-quantitativen Forschungsansatz, der durch qualitative Elemente ergänzt wird, sowie die theoriegeleitete Operationalisierung der zentralen DORA-Themenfelder. Im Mittelpunkt steht die Konzeption eines standardisierten Online-Fragebogens, der Belastungswahrnehmung, Umsetzungsaufwand und institutsindividuelle Einflussfaktoren erfasst. Darüber hinaus werden Zielgruppe, Stichprobenauswahl, Durchführung der Erhebung sowie die angewandten statistischen Auswertungsverfahren dargestellt. Das Kapitel schafft damit die methodische Grundlage für eine valide und nachvollziehbare Analyse der DORA-Auswirkungen auf LSIs.
  5. 4. Ergebnisse

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das vierte Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Untersuchung zur Umsetzung der DORA-Verordnung in deutschen LSIs. Es analysiert die allgemeine Belastungswahrnehmung sowie spezifische Umsetzungsherausforderungen in den zentralen DORA-Themenfeldern. Darüber hinaus werden Einflussfaktoren wie Institutsgröße, Digitalisierungsgrad und Outsourcing-Struktur untersucht und mittels multivariater Verfahren ausgewertet. Ergänzend fließen qualitative Rückmeldungen aus Freitextangaben in die Interpretation ein. Das Kapitel liefert damit ein differenziertes Bild der praktischen Umsetzungserfahrungen und identifiziert zentrale Belastungsschwerpunkte im Hinblick auf das Proportionalitätsprinzip.
  6. 5. Bewertung der Befunde

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das fünfte Kapitel interpretiert die empirischen Ergebnisse im Lichte des Proportionalitätsprinzips und ordnet sie regulatorisch wie auch betriebswirtschaftlich ein. Es analysiert zentrale Umsetzungshürden, bewertet identifizierte Belastungsschwerpunkte und diskutiert strukturelle Spannungsfelder zwischen regulatorischem Anspruch und operativer Realität in LSIs. Darauf aufbauend werden proportionale Gestaltungsansätze entwickelt, die eine differenzierte Anwendung der DORA-Vorgaben ermöglichen sollen. Abschließend werden strategische Implikationen für Institute und Aufsicht abgeleitet, um digitale Resilienz wirksam zu stärken, ohne kleinere Institute unverhältnismäßig zu belasten.
  7. 6. Fazit und Ausblick

    Oliver Michelmann
    Zusammenfassung
    Das sechste Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die aufgeworfenen Forschungsfragen im Hinblick auf die Proportionalität der DORA-Anforderungen für LSIs. Es ordnet die empirischen Ergebnisse wissenschaftlich ein und leitet praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Institute und Aufsicht ab. Darüber hinaus werden methodische Limitationen der Untersuchung reflektiert und deren Auswirkungen auf die Aussagekraft diskutiert. Abschließend werden weiterführende Forschungsansätze skizziert, um die Diskussion zur verhältnismäßigen Ausgestaltung digitaler Resilienzanforderungen im europäischen Aufsichtsrahmen fortzuführen.
  8. Backmatter

Title
DORA und LSI-Banken
Author
Oliver Michelmann
Copyright Year
2026
Electronic ISBN
978-3-658-51102-9
Print ISBN
978-3-658-51101-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-51102-9

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