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13-09-2019 | E-Commerce | Im Fokus | Article

Auch bei Fußball-Online-Shops ist Zeit Geld

Author:
Gabi Böttcher

Für die Clubs der 1. und 2. Liga im deutschen Fußballgeschäft ist der Verkaufsstart für die neuen Trikots Merchandising-Höhepunkt der Saison. Wie erfolgreich diese Phase ausfällt, hängt vor allem von der Leistungsfähigkeit auf dem digitalen Feld ab.

Eines der schwergewichtigsten Argumente, einen Einkauf von Fanartikeln im Onlineshop eines Clubs zu tätigen oder abzubrechen, ist die Ladezeit ("Page Speed"). Die Lüneburger Agentur Web-Netz hat deshalb die Shop-Ladezeiten aller Fußballbundesliga-Clubs in Deutschland einem Check unterzogen und die Tops und Flops ermittelt. Denn auch beim Warten auf die gewünschte Seite gelte für Kunden und Interessenten das Motto "Zeit ist Geld". Fakt ist: Wer allzu lange warten muss, bis eine Seite aufgebaut wird, ist oft schnell wieder weg – noch bevor es zum Kauf kommt.

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Fan-Phänomen

Zwischen einem Anbieter von Leistungen, seien es Produkte oder Dienstleistungen, sowie dem Nachfrager, der diese konsumiert und dafür i.d.R. Zeit aufwendet und Geld bezahlt, besteht häufig eine besondere Beziehung. In unserer heutigen …

Ob sich die bereits getätigten Investitionen der Clubs in Online-Werbung auch in gesteigerten Abverkaufszahlen niederschlagen, hängt stark mit der Performance des Onlineshops zusammen. Zu den Erfolgsfaktoren gehört dabei nach Erkenntnis der Web-Netz-Betreiber eben auch die Optimierung der Seitenladegeschwindigkeit – neben Faktoren wie SEO-Optimierung, der Conversion-Rate-Optimierung oder einer starken Usability

Bei Union Berlin geht es am schnellsten

Beim Schnelligkeitstest konnten erwartungsgemäß die beiden Umsatzgiganten FC Bayern München und Borussia Dortmund mit Spitzenwerten aufwarten: Ihre Shops öffnen sich bereits nach 0,65 Sekunden Wartezeit. Allerdings liegen die Titelkonkurrenten mit diesen Werten lediglich gleichauf auf Platz drei. Die Desktop-Tabelle wird nämlich von einem Aufsteiger angeführt: Union Berlin kann mit rasanten 0,3 Sekunden aufwarten, gefolgt vom Shop des SC Freiburg mit 0,6 Sekunden.

Topadressen des deutschen Fußballs finden sich mit fast unzumutbar langen Ladezeiten übrigens auch auf den Abstiegsrängen des Speed-Ratings: So müssen Besucher des Online-Shops vom 1. FC Nürnberg 2,4 Sekunden warten, bis sich der Verkaufsraum öffnet, aber auch Traditionsclubs wie Borussia Mönchengladbach (1,35 Sekunden), der SV Werder Bremen, der FC Schalke 04 und VfL Bochum (jeweils 1,3 Sekunden) erwarten von ihren potenziellen Kunden viel Geduld beim Online-Einkauf. Langatmige Ladezeiten machen jedoch nach Ansicht der Web-Netz-Experten Online-Shops zum Flop. Absprünge und Absatzeinbußen sind die vordergründigsten Auswirkungen.

Millionenumsatz mit Neymar-Trikots

Hintergründig verpassen die Vereine dabei auch die Chance auf langfristige Gewinnsteigerung. Denn der Zusammenhang zwischen dem Merchandising-Geschäft und dem Erfolg eines Clubs ist nicht zu unterschätzen. "Da der einzelne Fan für seine Fan-Utensilien viel Geld investiert, wird er zu einem interessanten Kunden für die werbende Industrie", schreibt etwa Gerald Fitz im Kapitel "Fan-Phänomen"  (Seite 26) seines Buches "Fanclubs der Nationalmannschaften im deutschen Teamsport".  So kaufe dieser Trikots, Schals, Caps etc. von seinem Lieblingsverein beziehungsweise -spieler und sorge damit für Einnahmen auf Vereinsseite. Wie bedeutsam der Merchandising-Verkauf sein kann, verdeutlicht der Springer-Autor am Beispiel des brasilianischen Nationalspielers Neymar: "Paris Saint-Germain konnte allein durch den Superstar-Effekt seines Neuerwerbs bereits am Tag der Spielervorstellung in Paris 10.000 Trikots mit dem Namenszug Neymar Jr. und der Rückennummer 10 für 155 Euro pro Stück in den einschlägigen Fan-Shops am Prinzenparkstadion und auf den Champs-Élysées an seine Fans verkaufen und 1,55 Mio. Euro umsetzen. Damit verkaufte der Verein bereits annähernd doppelt so viele PSG-Trikots an einem Tag wie im kompletten Jahr 2016 zusammen."

Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent drohen

Für die Web-Netz-Tester ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass sportliche Schwergewichte wie Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04 mit Ladehemmungen hinterherhinken und so Gefahr laufen, Shopping-Interessierte an andere Anbieter zu verlieren. Denn, so die Warnung der E-Commerce-Experten: "Es drohen Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent, sobald die Ladezeit drei Sekunden andauert!"

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