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06-10-2020 | Energie + Umwelt | Im Fokus | Article

Digitalisierung der Verbräuche für Energiemanagement nutzen

Author:
Frank Urbansky
2:30 min reading time

Mit dem Smart-Meter-Rollout läuft derzeit zumindest die Digitalisierung der Stromverbräuche an. Das ermöglicht eine neue Qualität des Energiemanagements und damit deutliche Einsparungen.

Die Digitalisierung von Verbrauchs-, aber auch Produktionsdaten ist eine Voraussetzung für ein "gebäudeeigenes Energiemanagement für Strom, Gas, Wärme, beispielsweise PV-Anlage, Solarthermie, Wärmepumpe, Micro-KWK, Gebäudeleittechnik", so Springer-Vieweg-Autor Adolf J. Schwab in seinem Buchkapitel Verteilung elektrischer Energie auf Seite 419.

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Verteilung elektrischer Energie

Von Verteilung spricht man bei der Weiterleitung elektrischer Energie aus den 220 kV/380 kV-Transportnetzen zu diversen Verteilerunternehmen, und letztlich zu den Sonderabnehmern und Endverbrauchern.

Diese komplexeren Erzeugungs- und Bezugsquellen lassen sich nur noch digital steuern. Sie ermöglichen dadurch aber auch ein Energiemanagement mit einer völlig neuen Qualität.Voraussetzung für Erfolg der Sektorenkopplung. So kann etwa die Sektorenkopplung über Medien wie Gas, Wasser und Strom hinweg vorangetrieben werden. Zudem lassen sich ganze Quartiere und sogar Stadtteile vernetzt so steuern, dass sie nur ein Minimum an Energie verbrauchen und Synergien, wie die zwischen Abwärme und Heizbedarf, überhaupt erst im großen Maßstab genutzt werden können. Das wiederum kommt den Verbrauchern zugute. Denn sie können von flexiblen Tarifen bei allen, auch den Kommunikationsmedien, profitieren. 

Rechtlich gesehen wird derzeit durch den Smart-Meter-Rollout nur für den Strom eine Verpflichtung zur digitalen Messung auferlegt. Doch selbst diese wird erst in vielen Zwischenschritten bis 2032 abgeschlossen sein. Die neue Energiedienstleistungsrichtlinie der EU hingegen verlangt schon ab Herbst dieses Jahres, dass da, wo dies möglich ist, Mieter und Kunden halbjährlich über ihre Wärmeverbräuche informiert werden. Ab 2022 gilt für Mehrfamilienhäuser mit einem bereits installierten fernauslesbaren Messsystem sogar eine monatliche Informationspflicht für die Bewohner. 

Eine Studie von YouGov im Auftrag des Messdienstleisters ista hat ergeben, dass solche Informationen von zwei Drittel der Befragten gewünscht sind. Ob diese unterjährige Information auch zu Einsparungen bei der Heizenergie führt, ist jedoch offen. Die Energieagentur dena hat für Wohngebäude ein diesbezügliches Einsparungspotenzial von 10 Prozent ermittelt. Praxisberichte aus England ergaben nicht mal das. 

Hier wurden nur zwei bis drei Prozent an Einsparungen gemessen. Funkbasierte Lösungen machen es möglich. Deswegen ist es erfolgversprechender, nicht nur die Verbrauchsdaten digital zu erfassen und den Bewohnern mitzuteilen, sondern sie zur Grundlage eines Energiemanagementsystems zu machen. Neue Funkstandards wie Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) und Narrowband IoT (NB-IoT) ermöglichen die Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten, den Sensoren und Aktoren, die auch in Bestandsquartieren nachzurüsten sind.

Dann wiederum wären ein Gebäude und ein ganzes Quartier effizient zu steuern – und zwar ohne die Fehlerquelle Mensch. Dazu gehören automatisierte Beleuchtungsregelungen in den Fluren oder im Keller, prognostische Heizungssteuerung nach Außentemperatur bis hin zu optimierten Bezügen für die verschiedenen Energiequellen. Das kann jedoch nur automatisiert erfolgen. "Je größer der erreichte Automatismus im Energiemanagement der Geräte des Endkunden, umso größer ist die Chance daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell zu generieren", benennt Springer-VS-Autor Christian Aichele in seinem Buchkapitel Die digitale Energiewirtschaft – Implikationen der Digitalisierung der Energiewirtschaft für den Endkunden auf Seite 706 die Möglichkeiten solcher Lösungen.

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