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31-03-2017 | Energieeffizienz | Im Fokus | Article

Die Leistungsfähigkeit des "Effizienzhaus Plus"-Konzepts

Author:
Christoph Berger

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Im Modellvorhaben Netzwerk Effizienzhaus Plus wurden von insgesamt 36 Modellprojekte bislang 20 Abschlussberichte veröffentlicht. Die bisherigen Ergebnisse lassen bereits einen eindeutigen Trend erkennen.

Ein klimaneutrales und energieeffizientes Wohnen ist möglich, architektonischer Anspruch, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz sind vereinbar. So lautet das Resultat nach den Veröffentlichungen von 20 Abschlussberichten im vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Modellvorhaben Netzwerk Effizienzhaus Plus.

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In diesem werden insgesamt 36 Modellprojekte werden von unterschiedlichen Forschungsinstitutionen über einen Zeitraum von zwei Jahren messtechnisch begleitet. Die Querauswertung der Messdaten obliegt dem Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart.

Interessant für Neubauten und den Bestand

Das wohl aufgrund der Berichterstattung bekannteste Effizienzhaus Plus steht in Berlin. Zu ihm heißt es im Kapitel "Solartechnik" des Springer-Fachbuchs "Energietechnik": "Neue Hauskonzepte wie das Effizienzhaus Plus in Berlin setzen bereits auf ein hausinternes Energiemanagement bei der Stromversorgung. Das allein mit Strom versorgte Gebäude verhält sich dabei netzfreundlich. Je nachdem, ob im Netz Stromüberschuss oder Unterversorgung vorliegt, kann das Energieeffizienzhaus 'Plus-Haus' selbsterzeugten Strom ins Netz einspeisen oder zwischenpuffern." Stromüberschüsse im Netz, die beispielsweise aus regenerativen Quellen stammen, könnten im Gebäude ebenfalls gepuffert oder zur Beladung eines E-Mobils eingesetzt werden, schreibt Prof. Dipl.-Ing. Elmar Bollin weiter.


Doch, wie das Modellvorhaben zeigt, gibt es zahlreiche weitere Beispiele für den Beleg des Resultats: Etwa das mit dem vom Passivhaus Institut eingeführten Passivhaus Premium Standard zertifizierte Münnerstädter Effizienzhaus Plus "MüPEG" – begleitet von Wissenschaftlern der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule Augsburg. Die kommen nach Auswertung ihrer Messergebnisse zu dem Fazit: "Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Gebäude Müpeg für alle nach DIN V 18599 berechneten Positionen in der untersuchten Messperiode bessere Werte erbringt, während der Verbrauch im Haushalt wesentlich höher ist als in der Prognose." Doch würde sich nach der Gegenüberstellung von Verbrauch und Erzeugung sowohl in der Vorhersage als auch durch das Monitoring ein hoher Überschuss an PV-Strom ergeben.

Wichtiger Bestandteil zum Erreichen der Klimaschutzziele

Untersucht wurden jedoch nicht nur Neubauten. Vom Fachbereich Architektur der TU Darmstadt begleitet, handelt es sich beispielsweise beim in Darmstadt stehenden Haus "energy + Home" um ein in den 1970er-Jahren erbautes Reihenhaus, das zu einem CO2‐neutralen Gebäude umgebaut wurde. Dabei wurde ein Sanierungskonzept entwickelt, das auf eine Vielzahl der deutschen Bestandsimmobilien anwendbar sei und eine wirtschaftliche und zukunftsorientierte Umwandlung eines Bestandsgebäudes zu einem Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität ermögliche, heißt es vonseiten der Forschungsinitiative Bau. Und: "Trotz höherer Investitionskosten stellt es sich günstiger als ein Passivhaus und zu vergleichbaren Kosten wie eine Sanierung nach der Energieeinsparverordnung dar."

Vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele und der anvisierten 80 prozentigen CO2-Einsparung bis 2050 würden die Abschlussberichte beweisen, "dass es sich bei dem Effizienzhaus Plus um ein zukunftsweisendes Konzept für Neu- und Bestandsbauten handelt", so die Forschungsinitiative Bau.

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