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About this book

Die vorliegenden Beiträge dokumentieren einen Workshop der Arbeitsgruppe Energie und Ressourcen der Akademie der Wissenschaft in Hamburg vom 9. Oktober 2014. Sie diskutieren die ursprünglichen Ziele der Energiewende unter den derzeitigen Prämissen interdisziplinär unter verschiedenen Aspekten und helfen, eine Perspektive aufzuzeigen.

Table of Contents

Frontmatter

3. Technische Optionen der Energieversorgung

Zusammenfassung
Die technische Realisierung der Umstellung der Energieversorgung von vorwiegend fossilen Primärenergien auf eine nachhaltige Energiebereitstellung stellt eine Herausforderung sowohl an die Energiewandlungssysteme als auch, wie sich immer mehr herausstellt, an die Abstimmung der Energieerzeuger und Verbraucher dar. So gilt es einerseits immer effektivere, möglichst wenig volatile Stromerzeugungsanlagen bereitzustellen und andererseits durch intelligente Regelung Angebot und Verbrauch anzupassen.
Gerd Brunner

4. Elektrische Energieversorgung

Zusammenfassung
Eine zuverlässige elektrische Energieversorgung ist eine wesentliche Stütze unserer Gesellschaft. Sie ermöglicht technischen Fortschritt und Lebenskomfort. Mit zunehmend dezentraler Energiewandlung aus fluktuierender Wind- und Solarenergie entstehen neue Anforderungen für innovative Lösungsansätze. Dabei soll stets eine hohe Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen gewährleistet bleiben. Mit diesem Ziel sind neuartige Strukturen für das gesamte Energieversorgungssystem zu entwickeln.
Detlef Schulz

5. Wird konventionelle Energieerzeugung im nachhaltigen Energiekonzept noch benötigt?

Zusammenfassung
Seit Herbst 2010 setzt das Energiekonzept der damaligen Bundesregierung das Ziel, neben der Einsparung an Primärenergie durch einen sehr starken Ausbau an regenerativer Energieerzeugung bis zu 80 % des mittleren Verbrauchs an elektrischer Energie im Jahr 2050 zu liefern. Dieses unbestritten sehr anspruchsvolle Ziel wurde durch den im Jahr 2011 beschlossenen vorzeitigen Kernenergieausstieg noch ambitionierter. Selbst bei einer 80%igen Stromerzeugung durch Nachhaltige Energie und unter Berücksichtigung der Einspar- und Verbrauchssteuerungsziele, sowie der vorgesehenen Speicher, sind zur Versorgungssicherheit noch ca. 50 % bis 70 % der derzeitigen konventionellen Kraftwerke notwendig. Diese sich abzeichnende
Franz Joos

6. Reduzierung des Ressourcenverbrauchs

Zusammenfassung
Eine nachhaltige Energieversorgung setzt auch eine Schonung der bestehenden Ressourcen voraus, die einerseits als Primärenergieträger andererseits als wertvoller Rohstoff für die Chemie dienen. Durch Nutzung weiterer fossiler Rohstoffe, wie z. B. Schiefergas und Methanhydrate, sowie durch Sammlung und Recycling von Altmaterialien, können sowohl eine Schonung der konventionellen Gas-, Öl- und Kohle-Ressourcen als auch ein geringerer Primärenergieverbrauch erzielt werden. Aus Kunststoff- und Gummiabfällen lassen sich durch Pyrolyse Gas und Öl gewinnen, die zur Energieerzeugung, sowie als petrochemischer Rohstoff genutzt werden können.
Walter Kaminsky

7. Stromerzeugung aus Wind und Sonne – Erzeugungscharakteristik und Aspekte einer Integration ins Versorgungssystem

Zusammenfassung
Erneuerbare Energien tragen bereits heute über 23 % zur deutschen Bruttostromerzeugung bei und das mit steigender Tendenz. Dabei wird sich aus Kosten-Potenzial-Gründen der zukünftige Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in Deutschland aus derzeitiger Perspektive primär auf eine weitergehende Nutzung von Wind- und Sonnenenergie fokussieren. Energieangebotsbedingte Schwankungen in der Stromerzeugung werden daher potenziell zunehmen und das Stromversorgungssystem vor neue Herausforderungen stellen.
Philip Witte, Martin Kaltschmitt

8. Gesellschaftliche Herausforderungen der Energieversorgung

Zusammenfassung
Es gibt ein Industrieland, das in den letzten zwei Jahrzehnten mit Atomausstieg und Energiewende Ernst gemacht hat, ohne dass seine Industrie an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat und ohne dass die Lichter ausgegangen sind. An Tagen, an denen der Wind weht und die Sonne scheint, werden inzwischen in Deutschland fast 80 % des Stromverbrauchs aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt. Deutschland mal wieder als Weltmeister und Vorbild für alle? Jeder, der sich an die politischen Kämpfe, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und an die Irrund Umwege beim Atomausstieg und bei der Energiewende erinnert, wird diese Frage verneinen. Und das natürlich auch angesichts der Probleme der Gegenwart, die zeigen, dass die Energiewende keinesfalls ein friktionslos abgeschlossener Erfolgsprozess ist. Knapp 90 % der bei Umfragen kontaktierten Bürgerinnen und Bürger sind aktuell der Meinung, dass die Energiewende grundsätzlich wichtig ist, aber in der öffentlichen Diskussion dominieren die Kosten und die Probleme. Die Realisierung der Energiewende bleibt auch in Zukunft eine enorme gesellschaftliche Herausforderung.
Cord Jakobeit

9. Ethische Fragen der Energieerzeugung

Zusammenfassung
Die Energieversorgung berührt Fragen des Lebensstils des Menschen sowie des Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Die Ethik beschäftigt sich traditionell mit derartigen Fragestellungen. Welche ethischen Fragen sich dabei konkret stellen und welchen Beitrag die Ethik leisten kann, wird aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.
Ewald Stübinger

10. Die deutsche Energiepolitik aus ökonomischer Perspektive

Zusammenfassung
Die Energiewende und der damit verbundene Systemwandel haben eine große Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklung des Marktumfelds sowie der gegebenen Rahmenbedingungen bei den Marktteilnehmern induziert. Gleichzeitig offenbart sich, dass es bei der Auswahl und der Wirkrichtung der politischen Instrumente der Energiewende zu Fehlsteuerungen gekommen ist, die politischer Anpassung bedürfen.
Christian Growitsch

11. Probleme der Versorgungssicherheit bei Erdöl und Erdgas – Argumente für erneuerbare Energien?

Zusammenfassung
Die Versorgung Deutschlands mit konventionellen Energieträgern, insbesondere Öl und Gas, ist in hohem Maße von politischer Stabilität und offenem Welthandel abhängig. Beide sind auf unterschiedlichen, miteinander verschränkten Ebenen gefährdet. Verschiedene Überlegungen prägen die Sorge, dass die gegenwärtige Energieversorgung Sicherheitsprobleme mit sich bringt, die durch die Steigerung des Anteils erneuerbarer heimischer Energie abgebaut werden würden. Zwei Argumentationsstränge stehen dabei im Vordergrund. Im ersten werden die möglicherweise gravierenden Folgen von kurzfristigen, politisch-motivierten Einschränkungen oder Unterbrechungen der Versorgung aus dem Ausland betont, die die vorhandenen Speicherbestände übersteigen oder zu übersteigen drohen. Im zweiten Argumentationsstrang werden die potenziellen Folgen einer strukturellen Abhängigkeit von einzelnen Staaten bei der Versorgung mit Erdöl und Erdgas thematisiert.
Michael Brzoska

12. „Energiewende – quo vadis“ – Rechtliche Rahmenbestimmungen

Zusammenfassung
Die rechtswissenschaftliche Beobachtung und Analyse des technologischen Wandels widmet sich den Aspekten des Rechts von Technologien, die die Gefährdung der Gesundheit oder der Umwelt eher als unerwünschte Nebeneffekte in Kauf nehmen. In dieser Hinsicht ist das Recht der Technologien „Risikorecht“ geworden. Mehr und mehr rücken allerdings die Ziele der Technologien unabhängig von oder zusätzlich zu ihren „Nebenwirkungen“ in das Zentrum des Interesses der Rechtswissenschaft. Der vorliegende Artikel geht vor diesem Hintergrund der Frage nach dem Beitrag der Energiewende in Deutschland zur Lösung der komplexen Herausforderungen in einer entwickelten Industriegesellschaft nach.
Marian Paschke

13. Wie effizient ist die Energieeffizienz?

Zusammenfassung
Die Entlastung des Klimas und die Einsparung an Primärenergie soll unter anderem durch die Erhöhung der Energieeffizienz erzielt werden. Bei der Interpretation der Ziele muss sauber beachtet werden, dass die primäre Aufgabe die Energieeinsparung ist. Man kann dieses Ziel selbstverständlich erreichen, indem die Energie verbrauchenden Prozesse effizienter werden. Letztendlich sagt aber die Effizienz über die erzielte Einsparung nichts aus, sie ist lediglich eine Steigung, die zusätzliche Änderungen im Energieverbrauch nicht berücksichtigt. Deshalb ist immer auch der tatsächliche Energieverbrauch, d. h. genauer die Einsparungen des Endenergieverbrauchs, zu betrachten, wenn mit der Effizienz argumentiert wird.
Franz Joos

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