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0. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Welche Zukunftsaussichten ergeben sich für die westeuropäische, insbesondere für die bundesdeutsche Gaswirtschaft vor dem Hintergrund der zunehmenden Schäden an der natürlichen Umwelt durch die Energienutzung? Wo beginnen sich erste Ansätze einer Kritik am Status quo der Gaswirtschaft abzuzeichnen und wie könnte diese auf die ökologische Herausforderung adäquat reagieren?
Steger, Heeren, Tiebler

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die gegenwärtige Energiedebatte ist durch Unsicherheit auf den Weltenergiemärkten geprägt: Unsicherheit über die globalen ökonomischen Wachstumsraten und damit den künftigen Weltenergieverbrauch, über das Entwicklungstempo des industriellen Strukturwandels und die Veränderungen der Energiekonsumgewohnheiten sowie über die künftige Energiepreisentwicklung. Die energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Entscheidungen sind aufgrund dieser Unsicherheiten mit kaum kalkulierbaren Risiken behaftet. Akzentuiert wird diese Problemlage zusätzlich dadurch, daß heute schon wichtige, vorsorgende Entscheidungen für eine sehr viel spätere Zukunft getroffen werden müssen. Kurz: Heute schon unter einem hohen Maß an Unsicherheit grundlegende Entscheidungen treffen zu müssen, die auf die Qualität der Lebensbedingungen künftiger Generationen einen hohen Einfluß haben, dies stellt die eigentliche Herausforderung an die Energiewirtschaft und Energiepolitik dar.
Steger, Heeren, Tiebler

2. Status quo-Analyse: Entwicklung und gegenwärtiger Stand der bundesdeutschen Gaswirtschaft

Zusammenfassung
Die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in der Bundesrepublik weist seit etwa Mitte der 70er Jahre zwei signifikante Erscheinungen auf: eine annähernde Stagnation und eine Verschiebung in der Zusammensetzung. So betrug der prozentuale Anteil des Mineralöls am gesamten Primärenergieverbrauch im Jahr 1970 noch rund 53%, der Anteil der Stein- und Braunkohle knapp 38%; die flüssigen und festen fossilen Brennstoffe trugen damit zu fast 91% des Primärenergieverbrauchs bei. Gegen Ende der 80er Jahre hat sich die Zusammensetzung deutlich zugunsten von Erdgas und Kernenergie verschoben. Die Stagnation des Primärenergieverbrauchs bei steigendem realen Bruttosozialprodukt — die bekannte “Entkoppelung” von Primärenergieverbrauch und Wirtschaftswachstum — ist als langfristige strukturelle Tendenz zu verstehen: Denn trotz eines Rückgangs des Primärenergieverbrauchs zu Beginn der 80er Jahre infolge nachlassenden Wirtschaftswachstums hat sich der Primärenergieverbrauch im Zeitraum 1973 bis 1987 um lediglich 2,8% erhöht, während das reale Bruttosozialprodukt im gleichen Zeitraum um insgesamt fast 30% stieg (Schiffer 1988). Es hat danach den Anschein, als reagiere der Primärenergieverbrauch langfristig auf steigendes Wirtschaftswachstum kaum, dagegen in begrenztem Umfang rückläufig auf kurzfristig nachlassende wirtschaftliche Aktivität.
Steger, Heeren, Tiebler

3. Die Perspektiven der westeuropäischen Erdgaswirtschaft

Zusammenfassung
Im folgenden wird Bezug auf jüngere Arbeiten zur westeuropäischen Gasmarktentwicklung genommen. Da der Erdgasmarkt einen hohen Grad an internationaler Verflechtung und wirtschaftlicher Integration aufweist und soweit die Rahmenbedingungen der Energiepolitik und der Energiemarktentwicklung der europäischen Industrieländer sich weiter annähern, lassen sich die Überlegungen und Entwürfe zur zukünftigen Entwicklung der westeuropäischen Gaswirtschaft auch auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen. Die mit der Vereinigung der alten und neuen Bundesländer einhergehenden Veränderungen des bundesdeutschen Gasmarktes, die in ihrer Gänze noch nicht absehbar sind, werden in dieser Arbeit nur am Rande gestreift.
Steger, Heeren, Tiebler

4. Erdgas aus ökologischer Sicht

Zusammenfassung
Die Einwirkungen des Energiesystems auf die Ökosphäre sind von unterschiedlicher Qualität und Quantität. Die wissenschaftliche Untersuchung der Zusammenhänge steht in vielen Bereichen noch am Anfang. In der augenblicklichen Situation scheint das Wissen über die Zusammenhänge von Ökosystemen und menschlicher Aktivität schneller zuzunehmen als die Möglichkeiten zur Vermeidung der Schadensakkumulation. Aus dieser Lage heraus erwächst eine nicht zu vernachlässigende Verunsicherung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit, die zu offener oder latenter Kritik der Schadensursache führen kann.
Steger, Heeren, Tiebler

5. Die Erdgaswirtschaft zwischen Kernenergie und Energieeinsparung

Zusammenfassung
Die Durchsicht jüngerer energiewirtschaftlicher und energiewissenschaftlicher Veröffentlichungen belegt, daß gegenwärtig dem Themenkomplex “Klima — künftige Energieversorgungssysteme” größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Das vor noch nicht allzulanger Zeit diskutierte Problemfeld der Verknappung fossiler Ressourcen scheint davor an Relevanz eingebüßt zu haben. Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt, hat diese ‘Wende’ vor dem Hintergrund der prognostizierten Folgen des Treibhauseffekts durchaus ihre Berechtigung.
Steger, Heeren, Tiebler

6. Perspektiven für Erdgas im Niedertemperatur-Wärmemarkt unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte

Zusammenfassung
Die gestiegene gesellschaftliche Sensitivität in bezug auf ökologische Risiken der Energienutzung, aber auch die Neubewertung der ökonomischen und politischen Aspekte der Energienutzung, ausgelöst durch die beiden Ölkrisen, haben Ende der 70er Jahre zur Aufstellung und Förderung örtlicher und regionaler Energieversorgungskonzepte für Niedertemperaturwärme (NTW) geführt. Dahinter stand auch die Überlegung, durch Dezentralisierung der Entscheidungsprozesse einem sich weiter differenzierenden gesellschaftlichen Energiebedarf mehr Artikulations- und Durchsetzungsmöglichkeiten zu gewähren, was so zu effizienteren Energieversorgungssystemen führen müßte. Insbesondere wurde Energieversorgungssystemen, die im Aufbau der Fernwärme eine partielle Antwort auf ökologische Risiken und auf Probleme der Ressourcenrestriktion sahen, ein konzeptueller Bonus verliehen. Diesen neben den Vorteilen und Nachteilen anderer Versorgungssysteme für NTW zu überprüfen, wurde in den Folgejahren zu einem beherrschenden Thema in der energiewirtschaftlichen Auseinandersetzung.
Steger, Heeren, Tiebler

7. Neue Anforderungen an die Wettbewerbs- und Marktpolitik der Erdgaswirtschaft

Zusammenfassung
Erdgas ist — wie der elektrische Strom und die Fernwärme — ein leitungsgebundener Energieträger (LGE) für den Markt stationärer Energieverwendung. Eine Analyse des Strukturwandels des Energiesektors weist auf, daß der Anteil der LGE an der gesamten Endenergie über die letzten 35 Jahre stark gewachsen ist; es spricht vieles dafür, daß dieser Prozeß sich weiter fortsetzt (Fischer 1986). Die LGE nehmen innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung durch ihr “natürliches Monopol” eine Sonderstellung ein. Die spezifische Ökonomie der Erzeugung, des Transports bzw. der Verteilung der dargebotenen Energie, die hohen Kapitalerfordernisse für die Leitungssysteme, für die Infrastruktur der Energieverteilung und der besondere Charakter der dargebotenen Energie hat historisch zu einer spezifischen Wettbewerbslage geführt. Konzessions- und Demarkationsverträge (aber auch Anschluß- und Versorgungszwänge) sichern innerhalb der Branchen Marktanteile und schließen einen vollkommenen Wettbewerb nahezu aus. Der Wettbewerb herrscht vielmehr eingeschränkt zwischen den Branchen um Marktanteile in den jeweiligen Anwendungsbereichen und -arten. Aber auch dies wird von einigen Vertretern der Energiewirtschaft wie von Energiewissenschaftlern für bestimmte Märkte abgestritten. Der Grund liegt in der Tatsache, daß große Querverbundunternehmen Anbieter mehrerer LGE sind. So werden im Wärmemarkt unter den LGE wie zwischen den LGE und Nicht-LGE Wettbewerbsverzerrungen konstatiert, die tendenziell zu höheren Preisen führen. Gerade die Wettbewerbsfähigkeit des Erdgases gilt hier als “politisch soweit abgesichert, daß es einen echten marktmäßigen Wettbewerb nicht zu führen braucht” (Bennigsen-Foerder 1985). Bennigsen-Foerder begründet seine Feststellung in bezug auf die Bundesrepublik Deutschland mit zwei Argumenten: der Preisbindung des Erdgases am Erdöl und der Ausstattung der Gasgesellschaften mit dem Privileg des Gebietsmonopols, das er zwar für den elektrischen Strom als gerechtfertigt ansieht, nicht aber für die Gaswirtschaft.
Steger, Heeren, Tiebler

8. Ökologisches Umweltmanagement der Erdgaswirtschaft

Zusammenfassung
Zu Beginn der 90er Jahre präsentiert sich die ökologische Herausforderung an die bundesdeutsche Gaswirtschaft in paradoxer Weise: nicht die Verringerung, sondern die Ausdehnung der Erdgasnutzung — in allerdings auch immer ‘intelligenteren’ Anwendungsweisen — scheint die Anforderung schlechthin an eine langfristig orientierte ökologische Unternehmensstrategie darzustellen. Neben den ökologischen Vorteilen des Erdgases gegenüber den konkurrierenden fossilen Brennstoffen sprechen dafür auch Gründe einer breiteren Diversifikation der Primärenergieträger, denn eine weitere Reduktion der Erdölabhängigkeit scheint ebenso notwendig wie eine verstärkte Nutzung der Kernenergie zumindest momentan unwahrscheinlich. Dagegen steht ein beobachtbares Zögern nicht nur der bundesdeutschen Gaswirtschaft, den Geschäftsbereich über das Traditionelle hinaus auszudehnen. In Anbetracht aber der Diskussion um die Wettbewerbsintensivierung der europäischen Energiewirtschaft bzw. der schon getroffenen Maßnahmen spricht vieles dafür, daß der latente Konflikt sich in Zukunft eher verstärken wird.
Steger, Heeren, Tiebler

9. Schlußbemerkung

Zusammenfassung
Längst sind in dieser Arbeit nicht alle die vielfältigen Aspekte des Erdgasgeschäftes im Zusammenhang mit der ökologischen Problematik behandelt worden. Gänzlich unberücksichtigt wurden so die ökologischen Probleme, die mit der Verlegung der Transportleitungen verbunden sind. Insbesondere wurden aber alle preislichen Gesichtspunkte des Erdgasgeschäftes weitgehend vernachlässigt, was insofern indirekt für die Thematik hier von Bedeutung ist, wie eine möglicherweise für die fernere Zukunft sich abzeichnende Entkoppelung des Erdgaspreises vom Ölpreis die Chancen für das Erdgas unter Umständen verbessert (Percebois 1986).
Steger, Heeren, Tiebler

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