Zusammenfassung
Value Engineering (VE) ist eine Methode, mit deren Hilfe der Wert eines Produktes durch das Gegenüberstellen erforderlicher Funktionen und der Produktionskosten gesteigert wird. Häufig wird unter Kostenreduzierung nur die Tätigkeit des Einkaufs verstanden, günstigere Preise bei Zulieferern zu verhandeln. Hier liegt das Potenzial oftmals in der Größenordnung von zwei Prozent pro Jahr und kann schnell erschöpft sein. Mit der Methodik des Value Engineerings und der Überarbeitung des Produktdesigns lässt sich diese Quote verzehnfachen und somit lassen sich durchaus Einsparungen im Bereich von 20 bis 30 % generieren. Der „Value Improvement Process“ ist eine wertvolle Methode, die alle Bereiche des Unternehmens auf dem Weg zu einem optimierten Produktdesign begleitet und dazu überflüssige Komponenten und Produktionsprozesse sowohl beim Lieferanten als auch in der eigenen Fertigung eliminiert. Eine intensive Zusammenarbeit der Fachbereiche stellt einen entscheidenden Faktor für erfolgreiches VE dar. Ob ein Produkt Potenzial zur Überarbeitung aufweist, lässt sich anhand von Produktselektionskriterien feststellen. Dazu zählen unter anderem die Stückzahl, der Umsatz und negative Margen. Es ist wichtig, in Form von Workshops oder Meetings das selektierte Produkt mit allen relevanten Fachbereichen zu beleuchten und gemeinsam eine Priorisierung der Kosten und des Nutzens des möglichen Projektes zu erstellen. Auf der Kostenseite lassen sich z. B. Entwicklungs- und Werkzeugkosten, auf der Nutzenseite unter anderem Einsparungen pro Stück und der Return on Investment aufzeigen. Das VE-Projekt durchläuft die vier Prozessschritte Funktionsanalyse (Functional Analysis), Kostenanalyse (Cost Analysis), Handhabungsanalyse (Handling Analysis) und Montage- und Fehleranalyse (Assembly & Mistake Proofing Analysis). Das Vorgehen wird anhand eines Überströmventils und das Potenzial der Methode am Praxisbeispiel eines VE-Projekts bei einem Pneumatik-Zylinder-Enddeckel aufgezeigt.