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About this book

Die Autorinnen und Autoren des Tagungsbandes liefern aus Sicht des Marketing, der Kommunikationstheorie sowie der Medienwissenschaften Erklärungsansätze für das Entstehen und Wirken von Erlebnissen im Eventkontext. Der Band fasst die auf der achten Wissenschaftlichen Konferenz zur Eventforschung, die am 28. Oktober 2016 an der TU Chemnitz stattfand, vorgestellten und diskutierten aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Events und Erlebnis zusammen. Das Schwerpunktthema wird ergänzt um wissenschaftliche und praxisorientierte Beiträge u. a. zum Messecontrolling, zu Events im Innovationsmanagement, zur Digitalisierung in der Live-Kommunikation oder zum Markenschutz.​

Table of Contents

Frontmatter

Erlebnisse, überall - Ein Streifzug durch die Erlebnispraxis

Zusammenfassung
Menschen erleben – etwas. Dies schon immer, aber seit etwa zwei Jahrzehnten vermehrt. Dem Begriff oder der Bezeichnung „Erlebnis“ begegnen wir im Alltag unverhofft oft, und das, so scheint es mir, seit gut fünf Jahren noch gehäufter als seit 1992 in der von Gerhard Schulze ebendann ausgerufenen „Erlebnisgesellschaft“. Wie kann man diesen Befund und diese Zuschreibung noch toppen? Die Steigerungslogik, der die modernen Gesellschaften unterworfen sind versagt hier, da inzwischen auch die DHL am Point of Sale vom „Erlebnis Briefmarke“ spricht und damit den marginalen Stand für den Verkauf im Shop ziert; der schleppende Schuhverkauf mit dem „Fuss-Erlebnis-Pfad“ im Shop gestützt wird; sich der profane vorstädtische Fahrradladen in einen Erlebnis-Store gewandelt hat, der gescheiterte Berliner-Hauptstadtflughafen mittels einer Tour als „Erlebnis BER“ erkundet werden kann und sich die Europäische Gemeinschaft in Berlin Unter den Linden als „Erlebnis Europa“ in einem ziemlich nüchternen Ladenlokal zu verkaufen sucht.
Ulrich Wünsch

Die Bedeutung von Erlebnissen im Prozess der Value Co-Creation bei Veranstaltungen

Zusammenfassung
In praxisorientierten Publikationen (vgl. z. B. Eisermann/Dodt/Roßbach 2014; Müller 2014, S. 1ff.; Thinius/Untiedt 2013) sowie in wissenschaftlichen Texten (vgl. z. B. Drengner 2014; Quinn 2013, S. 42ff.; Drengner/Jahn 2012; Weinberg/Nickel 2007) besteht Einigkeit darüber, dass Erlebnisse sowohl als wichtige Determinante des Erfolgs von Events aufzufassen sind als auch einen wertvollen Beitrag zur Analyse der Wirkungen von Veranstaltungen leisten.
Jan Drengner

Der Einfluss einer erlebnisorientiert gestalteten Umwelt auf die Empfänglichkeit für Emotionale Ansteckung – Eine experimentelle Untersuchung am Messestand

Zusammenfassung
Der Ansatz des Customer Experience Management veranschaulicht, dass bei jeder Interaktion, die zwischen einem Konsumenten und einem Unternehmen bzw. dessen Leistungsangebot stattfindet, Erlebnisse erzeugt werden (vgl. Schmitt 2009, S. 699). Diese Erlebnisse beeinflussen nicht nur die mit einem Unternehmen oder einer Marke verbundenen Assoziationen, sondern auch verhaltensrelevante Konstrukte, wie die Einstellung gegenüber einer Marke, die Zufriedenheit oder die Kundenbindung (vgl. Brakus/Schmitt/Zarantonello 2009).
Katja Lohmann, Sebastian Pyka, Cornelia Zanger

Erlebnis am Messestand: Erste Ergebnisse einer multimodalen Studie im Umfeld der Internationalen Tourismusbörse (ITB) Berlin

Zusammenfassung
Events und Messen als Teil des Live Communication-Portfolios von Unternehmen sind nach wie vor unentbehrlich. Die stetig zunehmende Erlebnisorientierung, die zahlreiche Bereiche unseres Lebens durchdringt, hat auch vor Messen nicht Halt gemacht.
David Ruetz

Erleben, Spielen und inszenierte Räume des Erlebens

Zusammenfassung
Erleben und innere Einbindung stellen markante Grenzpunkte für die Gestaltung von interaktiven Erlebnisräumen dar. In diesem Beitrag werden die Komponenten und die Möglichkeiten für Spieleinbindung in inszenierte Erlebnisräume diskutiert. Das Erleben als Bedingung und Vorgang wird festgehalten.
Ursula Drees

Erlebnismarketing und Markenschutz – Gewerblicher Rechtsschutz von Gestaltungskonzepten für Flagship Stores

Zusammenfassung
Flagship Stores sind erlebnisorientierte Einkaufstätten. Der Markenhersteller als Betreiber der Flagship Stores schafft selbstinszenierte Markenerlebniswelten, um die Marke und das jeweilige Produkt für den Konsumenten erlebbar zu machen. Die Erlebnisvermittlung mit allen Sinnen findet direkt am Point of Sale statt. Ziel ist, das Erlebte lange im Gedächtnis der Konsumenten zu verankern und so eine positive Reputation der Marke hervorzurufen.
Mandy Risch-Kerst

Innovationsmanagement und innovationsfördernde Unternehmenskultur in Agenturen für Live-Kommunikation

Zusammenfassung
Innovationen besitzen einen hohen gesellschaftlichen und damit auch wirtschaftlichen Stellenwert. Sie sind Motor jeglicher Weiterentwicklung. Für echte Innovatoren bietet sich die Chance, mit der Markteinführung einen First-Mover-Advantage wahrzunehmen und Branchenstandards zu setzen sowie im Sinne eines Quasi-Monopols Gewinne zu generieren, da Preisforderungen ohne einen Bezug der Konsumenten zu einem Preisanker realisiert werden können.
Sören Bär, David Baldig

Corporate Events als Innovationsinstrumente – Einsatz und Bedeutung in deutschen Innovationskonzernen

Zusammenfassung
Innovationsfähigkeit ist eine essentielle Voraussetzung für Unternehmen im 21. Jahrhundert. Sich fortwährend verändernde Marktstrukturen und damit einhergehend wandelnde Kundenbedürfnisse und Leistungserstellungsverfahren bringen sie dazu, ihre Produkte und Dienstleistungen, aber auch ihre internen Produktionsprozesse stetig weiterzuentwickeln.
Mathias Scheithauer

Events im Zeitalter der postmodernen Erlebnisindustrie

Zusammenfassung
Neue Technologien, die Urbanisierung und veränderte Gewohnheiten der Konsumenten sind wesentliche Faktoren dafür, dass Events immer stärker in unsere Alltagserfahrung integriert werden. Dies kann nicht losgelöst von gesellschaftpolitischen Facetten betrachtet werden.
Thomas Duschlbauer

Digitalisierung in der Live-Kommunikation

Zusammenfassung
Die Digitalisierung ist kein Zustand, der irgendwann erreicht ist. Man kann nicht sagen: jetzt ist die Kommunikation digitalisiert. Das würde den Begriff zu eng fassen und der Bedeutung absolut nicht gerecht werden.
Thorsten Rietbrock

Matchmaking: Steuerungsinstrument für Interaktion und Netzwerkbildung – Ansatz zur Incentivierung und Emotionalisierung

Zusammenfassung
Die verschiedenen Tagungsformate in der Meeting Industry wie Kongresse, Konferenzen, Gipfel etc. bieten den Teilnehmern durch Vorträge, Keynotes, Diskussionsrunden o. Ä. einen wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung bzw. zum Wissenstransfer. Diese Meetings stellen Zusammenkünfte dar, sind aber auch gleichzeitig Orte für soziale Interaktion und Kontaktbildung. Meetings können in einer wirtschaftsgeographischen Perspektive als temporäre Cluster verstanden werden und sind Orte der „schwachen Verbindungen“ (weak ties), damit sind sporadische, nur selten stattfindende Kontakte gemeint.
Dirk Hagen, Stefan Luppold

Erlebnis Inszenierte Digitale Moderation: Wertschätzende Partizipation in großen Gruppen

Zusammenfassung
Inszenierte Digitale Moderation unterstützt wertschätzende Partizipation. Sie ermöglicht auch sehr großen und über verschiedene Standorte verteilten Gruppen den Einsatz und Erfolg bewährter Moderationstechniken. Sowohl die Aktivierung der Teilnehmer durch Interaktion als auch die inhaltliche Einbindung der Teilnehmer wird ermöglicht, die ohne Digitale Medien nicht in vergleichbarer Qualität zu erreichen ist.
Jeder kennt das: Sie sind auf einer Veranstaltung und die Inhalte sind sehr interessant. Am Anfang ist Ihre Konzentration noch hoch und die dargebrachten Inhalte fesseln Sie. Doch nach einer gewissen Zeit merken Sie, dass Sie den inneren Anschluss suchen und die Relevanz der Informationen abzunehmen scheint.
Inmitten einer großen Gruppe Menschen sitzend, steigt die Frage auf, warum und für wen es eigentlich wichtig ist, dass Sie zu der Veranstaltung angereist sind. Hätte der Tagungsband nicht auch gereicht? Wo sind die Mehrwerte Ihrer physischen Anwesenheit? Wann ist die nächste Kaffeepause, um die Gelegenheit zu haben, Kontakte wieder aufzufrischen?
Häufig fehlt bei Veranstaltungen auf der einen Seite die adressatengerechte und –einbindende Inszenierung der Gesamtveranstaltung und der einzelnen Inhalte. Auf der anderen Seite fehlt das Ausschöpfen der möglichen Mehrwerte für und durch die Teilnehmer. Kurz: es fehlen Interaktionspunkte und Partizipation, und damit indirekt Wertschätzung den Teilnehmenden gegenüber.
Wie diese durch Inszenierte Digitale Moderation (IDM) geschaffen werden kann, theoretische und praktische Grundlagen, Elemente und tatsächliches Erleben im Tun, war Gegenstand unseres am späten Nachmittag gehaltenen Live-Workshops/Vortrags.
Der Artikel ist wie folgt gegliedert: Unter Punkt 1 wird zunächst anhand der IDM-Elemente ein Überblick über den Ablauf gegeben. Auf diese bezieht sich Punkt 2 weitestgehend mit den Inhalten des bei der Konferenz durchgeführten interaktiven Live-Workshops. Aufbauend auf die IDMInhalte wird unter Punkt 3 „Intervention: Elemente und ihre Wirkungen“, der Überblick der Elemente durch die intendierten Wirkungen ergänzt. „Praxiserfahrungen und -erkenntnisse“ sind unter Punkt 4 zu finden. Der Beitrag schließt mit dem Punkt 5 „Theoretische Verortung und Ausblick“.
Ulrike Michalski, Oliver Gehlert, Peter Tandler, Florian Dieckmann
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