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About this book

Ausgehend von der Annahme, dass individuelle Entwicklungs-, Lern- und Aneignungsprozesse angesichts ihrer Komplexität und Reichweite nur in einem biographischen Kontext rekapituliert und rekonstruiert werden können, analysiert Andrea Siewert biographische Lern- und Bildungsprozesse auf dem Weg zur Existenzgründung. Mithilfe autobiographisch-narrativer Interviews erforscht sie die lebensgeschichtliche Einbettung der Existenzgründung und leitet daraus dezidierte Lernkonzepte ab. Es wird deutlich, dass die Lebensgeschichten eben nicht geradlinig verlaufen, sondern dass es sich um gebrochene Biographien handelt: Gründerpersonen durchlaufen häufig Bewährungsproben, um daran zu wachsen.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Selbständigkeit und Unternehmertum sind wichtige Triebkräfte der Volkswirtschaft und bestimmen in einer globalisierten Welt unsere wirtschaftliche Zukunft. Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern sind Träger von Innovationen und Ausdruck des sektoralen Wandels, das bedeutet, mit der Verkleinerung des sekundären Sektors (Industrie) geht der Zuwachs des tertiären Sektors (Dienstleistungen) der Volkswirtschaft einher. Nun bringen die klassischen Modelle der Rekrutierung von Existenzgründer/innen, wie z. B. die Unternehmensnachfolge oder -übernahme, nicht mehr genügend Nachwuchs hervor, so dass erfolgreiche Prozesse der Existenzgründung sehr von den berufsbiographischen Potenzialen der Gründer/innen abhängig sind.
Andrea Siewert

2. Der/die Unternehmer/in in der Gründungsforschung

Zusammenfassung
In der Gründungsforschung stößt man auf vielfältige Begrifflichkeiten, die nicht übereinstimmend definiert sind. So werden Begriffe wie Unternehmer/in und Entrepreneur/in häufig synonym benutzt und weitere Etikettierungen wie Existenzgründer/ in, Selbständige/r sowie Geschäftsinhaber/in darunter subsumiert.
Andrea Siewert

3. Der Lerndiskurs in der Biographieforschung

Zusammenfassung
Die empirische Untersuchung von lebensgeschichtlich eingebetteten Lernphänomenen führt zunächst zur Auseinandersetzung mit dem biographietheoretisch gerahmten Lernbegriff, der vor allem die längerfristigen Lernprozesse über die Lebenszeit fokussiert. Lernen heißt im allgemeinen Sinn des Wortes zunächst die auf einer Erfahrung beruhende, relativ beständige Verhaltensänderung eines Menschen, wobei der Fokus auf der Erfahrung liegt (vgl. Lefrancois 1986, S. 3).
Andrea Siewert

4. Das Forschungsdesign

Zusammenfassung
Um den unterschiedlichen forschungsleitenden Fragestellungen der Arbeit gerecht zu werden und die Rekonstruktion und Analyse der Lernprozesse der Existenzgründer/ innen ermöglichen zu können, wird in der Studie methodisch eine induktive Vorgehensweise angewendet. Deduktive Methodologien würden der Differenziertheit des autobiographisch-narrativen Datenmaterials nicht gerecht werden.
Andrea Siewert

5. Fallporträts

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Biographien von einer Unternehmerin und einem Unternehmer in Form von Einzelfallporträts vorgestellt, welche im Forschungsprozess als maximal kontrastive Eckfälle aus dem Datensample ausgewählt und analysiert wurden. In einer Einleitung werden die Kontaktaufnahme und die Interviewsituation abgebildet und anschließend die analytischen Ergebnisse der strukturellen Beschreibung in Form der biographischen Gesamtformung, der Wissensanalyse und dem biographischen Lernportfolio dargestellt.
Andrea Siewert

6. Beeinflussende Determinanten der Existenzgründung als Ergebnis der Biographieanalyse

Zusammenfassung
Nach den im letzten Kapitel dargestellten empirisch analysierten Eckfällen und Kurzporträts werden nun in diesem und in den Folgekapiteln das erarbeitete theoretische Modell vorgestellt. An dieser Stelle erscheint es sinnvoll, das Erkenntnisinteresse der Arbeit erneut zu rekapitulieren. Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, die Lebensgeschichten von Existenzgründer/innen zu untersuchen, um die lebensgeschichtlich situierten Lernprozesse analysieren und theoretisch verorten zu können.
Andrea Siewert

7. Zentrale familienbiographische und milieuspezifische Dispositionen der Gründer/innen

Zusammenfassung
Die biographischen Determinanten von Gründerpersonen bleiben in der bisherigen Gründungsforschung weitestgehend unbeachtet. In einigen erziehungswissenschaftlichen Studien werden meist nur die biographischen Erfahrungs- und Lernprozesse von Selbständigen innerhalb des Gründungsprozesses untersucht (Fritzsche/Nohl/Schondelmayer 2006, Panick 1999).
Andrea Siewert

8. Typologie der Gründer/innen – Darstellung lernbiographischer Prozesse

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die lebensgeschichtlichen Lernprozesse der Existenzgründer/ innen umfassend dargestellt, wobei sowohl den biographieanalytischen als auch den lerntheoretischen Ergebnissen Raum gegeben wird. Auf der Grundlage des analysierten Datenmaterials wurde eine Gründer-Typologie von Realtypen entwickelt, welche in Abgrenzung von theoretisch-konzeptionell gebildeten Idealtypen verstanden werden (vgl. Fallgatter 2002, S. 188f.).
Andrea Siewert

9. Existenzgründung als Bearbeitung eines biographischen Problems

Zusammenfassung
Im Zuge der konkreten Fallbearbeitungen der Studie und der Erarbeitung der Unternehmertypologie wird ein Phänomen immer wiederkehrend deutlich. In den Biographien zeigen sich vielfach Leidensprozesse sowie die Aufschichtung von Verlaufskurvenpotenzial. Bei näherer Erörterung dieser Phänomene wird ersichtlich, dass die Unternehmer/innen durch die Bewältigung der Leidensprozesse multiple Kompetenzen aufbauen, die sie bei der Gründung eines Unternehmens für sich nutzen können. Auch die empirisch ermittelte prozessuale Lerndimension des leidgeprüften Lernens, die bei jedem Unternehmertypus zu finden ist, verdeutlicht diese Annahme (vgl. Kapitel 8). So entwickelte sich eine Grundthese dieser Dissertation: Der Weg in die Existenzgründung ist die Bearbeitung einer biographischen oder familienbiographischen Problemlage. Oder prägnanter ausgedrückt: Die Krise wird zum Katalysator der beruflichen Selbständigkeit.
Andrea Siewert

10. Existenzgründungsberatung – ein Exkurs

Zusammenfassung
Das Thema Existenzgründungsberatung wird an dieser Stelle kurz aufgegriffen, da zumindest ein Teil der Biographieträger/innen des Samples jenes pädagogische Setting für sich genutzt hat und die vorliegende Studie an den erziehungswissenschaftlichen Diskurs und andere Studien hoch anschlussfähig ist (vgl. Maier-Gutheil 2009, Tödt 2001).
Andrea Siewert

11. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung
Die vorliegende qualitativ-rekonstruktive Untersuchung richtet ihren Fokus auf die Lern- und Bildungsprozesse von Existenzgründerpersonen unter der Berücksichtigung ihrer gesamten Biographie. Durch die Auswertung von 21 autobiographisch- narrativen Interviews und den dazugehörigen teilstrukturierten Experteninterviews mit erfolgreichen Gründern und Gründerinnen kann die lebensgeschichtliche Einbettung der Existenzgründung erforscht und die relevanten Lernkonzepte der Gründer/innen herausgearbeitet werden. Damit ist ein genuin erziehungswissenschaftlicher Zugang zur Existenzgründungsforschung gelungen.
Andrea Siewert

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