Skip to main content
Top

2021 | Book

Fallstudien zur Digitalisierung im Mittelstand

Reale Unternehmensbeispiele und Handlungsimplikationen

Editors: Prof. Friederike Müller-Friemauth, Prof. Dr. Joachim Hafkesbrink, Prof. Dr. Michael Schaffner, Carsten Weber, Steffen Weimann

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

Book Series : FOM-Edition

share
SHARE
insite
SEARCH

About this book

Dieses Buch versammelt Fallbeispiele und Vorbilder aus und für Unternehmen aus dem Mittelstand, die sich mit Digitalisierung beschäftigen. Mittelständische Unternehmen zeigen großes Interesse an digitalen Neuerungen, es mangelt jedoch an Mustern, Modellen oder Ideen, wofür genau diese nützlich sein können. Da die Einsatzfelder sehr heterogen sind, lässt sich dies am besten anhand von Beispielen veranschaulichen. Gründer und KMU erläutern, wie sie digitale Werkzeuge nutzen, um Prozesse und den Einsatz von Technologie zu verbessern, die eigenen Kompetenzen zu erweitern und ihre Organisation zu entwickeln. Außerdem zeigen sie, wie sie ihre Unternehmensstrategien neu fundieren und damit in Bereiche auch radikaler Innovationen und neuer Geschäftsmodelle vordringen. Diese Anwendungsfälle können vor allem Firmen und Verantwortliche aus der Praxis dabei unterstützen, Ansatzpunkte und erste Sektoren zu identifizieren, in denen im eigenen Unternehmen Digitalisierung eingesetzt werden kann.

Table of Contents

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
Die FOM Hochschule engagiert sich im Bereich Bildung für digitale Arbeit und Gesellschaft, etwa im Rahmen der „Future Skills“-Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V. Um digitale und lernorientierte Kompetenzen nicht nur von Studierenden, sondern auch in den Firmen selbst zu verbessern, sind Vorbilder gefragt; Benchmarks, Impuls- und Ideengeber, welche die Führungskräfte in den Unternehmen inspirieren und ihnen neue Wege zu Weiterentwicklung und Innovation aufzeigen können. Denn Digitalisierung ist ein weites Feld – inwiefern können Unternehmen von ihr profitieren?
Friederike Müller-Friemauth, Joachim Hafkesbrink, Michael Schaffner, Carsten Weber, Steffen Weimann

Prozesse und Technologien

Frontmatter
Kapitel 2. Die Vision eines Landschaftsarchitekten
Unternehmensgründung zwischen Surfboard und digitalem Geschäftsmodell
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Herausforderungen dargestellt, die mit der Gründung und dem Wachstum eines virtuellen und ortsunabhängigen Unternehmens verbunden sind. Bis das passende, wirtschaftlich erfolgreiche digitale Geschäftsmodell gefunden ist, muss die Vision mehrfach hinterfragt und an Märkte und Kunden, Land und Leute sowie die lokalen Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst werden. Die heutige Unternehmensgestalt entspricht letztlich nicht der Ursprungsvision. Was sich als zentrale Erkenntnis am Ende herauskristallisiert: Digitalisierung an sich ist nicht das Ziel, sondern das Werkzeug, um Ziele zu erreichen. Daraus ergeben sich drei Key-Learnings, die im Beitrag erläutert werden.
Kornelia Ahrens, Carolin Ballweg
Kapitel 3. Ready for Industry 4.0
Digitalisierung des Produktionsprozesses bei einem Mess- und Prüfsystemhersteller
Zusammenfassung
Diese IT- bzw. technikbezogene Fallstudie zeigt, wie es einem mittelständischen Unternehmen gelungen ist, durch die Implementierung des Industrie-4.0-Standards OPC UA die Steuerung des Produktionsprozesses effizienter zu gestalten, Digitalisierungs-Know-how aufzubauen und dadurch attraktiver für seine Kunden zu werden. Resultat des Projektes ist nicht nur, dass das Unternehmen nun den künftigen Anforderungen seiner Kunden besser entsprechen kann. Sondern durch das erarbeitete Know-how ist das Unternehmen auch zu einem begehrten Gesprächspartner bei Kunden geworden, die aktuell eigene Digitalisierungsprojekte konzipieren.
Bernd Beckert, Esther Bollhöfer
Kapitel 4. Sprache verkauft!
Digitale Lösungen für ein Corporate-Language-Management
Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt digitale Unterstützungsmöglichkeiten bei der Implementierung und Durchführung eines Corporate-Language-Managements (CLM). Mit Corporate Language ist eine professionelle, strategisch konzipierte und überwachte sprachliche Identität eines Unternehmens gemeint, denn die verwendete Sprache (Produktinformationen, Kundenkommunikation etc.) prägt, wie die Firma wahrgenommen wird. Insbesondere exportierende Firmen können damit bisher noch nicht gehobene Wertbeiträge realisieren. Es werden Best Practices beschrieben, die in ein individualisierbares Gesamtkonzept eingebettet werden können. Ein durchgängig digitalisiertes CLM ist noch selten anzutreffen, obwohl eine konsequente Digitalisierung der Prozesskette Potenziale nicht nur in der Kommunikationsqualität, sondern auch bei der Kostenstruktur in anderen Organisationsbereichen birgt.
Wolfgang Sturz

Organisation und Kompetenzentwicklung

Frontmatter
Kapitel 5. Mit Bedacht in die Agilität
Digitale Schritte einer kirchlichen Non-Profit-Organisation
Zusammenfassung
Auch die Evangelische Landeskirche in Württemberg als behördlich strukturierte Non-Profit-Organisation muss sich den Herausforderungen von Digitalisierung und steigenden Innovationsansprüchen bzw. -erwartungen stellen. Die Fallstudie beschreibt das intern entwickelte Vorgehensmodell dazu. Es wurde ein Innovationsmanagement implementiert, mit dessen Hilfe digitale Projektideen gezielt und strukturiert gefördert werden. Beschrieben werden der Implementierungsprozess, die angewandten Mechanismen zur Projektbeurteilung, das eingesetzte Förderinstrumentarium sowie erste Lernkurven innerhalb einer Organisation, für die auch in naher Zukunft prozessorientierte Entscheidungsfindungen wichtig bleiben werden.
Nico Friederich
Kapitel 6. Digitalisieren heißt auch organisieren
Kompetenzentwicklung für die Speditionslogistik 4.0
Zusammenfassung
Die rund 60.000 Unternehmen der Branche Speditionslogistik in Deutschland sind in vielfältiger Weise vom digitalen Wandel betroffen. Sowohl die Geschäfts- wie auch die Arbeitsprozesse ändern sich rapide vor dem Hintergrund von verfügbaren 4.0-Technologien. Die Branche ist geradezu prädestiniert für die Anwendung vielfältiger Vernetzungstechnologien („cyber-physische Systeme“), die zum Beispiel Echtzeitdaten aus dem Güterverkehr unter Nutzung intelligenter Ladungsträger mit Kunden- und Prozessdaten aus der Lieferkette verknüpfen, damit die Lieferqualität verbessern und neue (digitale) Serviceleistungen im Verhältnis zu den Kunden ermöglichen. Bei der Zukunftsorientierung geht es im Kern um Maßnahmen der Personalentwicklung der Fach- und Führungskräfte. Die Fallstudie beschreibt den Weg eines mittelständischen Speditionsunternehmens sowie Erfolgsgrößen im Kompetenzmanagement mit Blick auf die digitale Transformation.
Joachim Hafkesbrink, Ralf Petersen
Kapitel 7. Vorbeugen statt reparieren
Ein Leitfaden für Smart Maintenance
Zusammenfassung
In Produktionsunternehmen ist eine erfolgreiche Digitalisierung ohne die Instandhaltung nicht denkbar. Im Fokus steht hier die Steigerung der Anlagenverfügbarkeit und der Durchlaufzeiten, welche durch technologische Hilfsmittel wie Sensoren und eine Vernetzung der Maschinen und Anlagen („Internet der Dinge“) erreicht werden soll. Viele Firmen, darunter insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), sind sich aber unsicher, wie sie diese Herausforderungen meistern sollen. In diesem Beitrag wird ein Umsetzungsleitfaden für die Instandhaltung 4.0 (Smart Maintenance) vorgestellt, der solche Unternehmen durch den Prozess begleitet. Basis dieses Leitfadens sind die praktischen Erfahrungen nicht eines Unternehmens, sondern von vier regionalen Instandhaltungsnetzwerken in NRW. Er wurde entwickelt auf Basis einer Workshopreihe, die von der Effizienz-Agentur NRW (EFA NRW) koordiniert wurde. Die Autoren haben die Workshops mit einer Vielzahl von Unternehmensvertretern in den Regionen Münsterland, Südwestfalen und Bergisches Land/Rheinland durchgeführt und die dort diskutierten Anforderungen aus der Praxis leitfadengemäß zusammengetragen.
Thomas Heller, Markus Schroll

Strategie und disruptive Geschäftsmodelle

Frontmatter
Kapitel 8. Der Target-Generator
Digitale Akquisition im M&A-Prozess
Zusammenfassung
Das Fallbeispiel beschreibt die Digitalisierung eines Suchprozesses in einem beratenden Unternehmen. Ein Teilbereich des Unternehmenskaufs oder Unternehmensverkaufs (Mergers & Acquisitions, M&A) beinhaltet die Suche nach potenziellen Erwerbern oder Verkäufern. Diese Suche wird meist über das eigene Netzwerk (zum Beispiel CRM-System) oder Eigenrecherchen (Online) abgewickelt. Der Nachteil ist die aufwendige Suche nach potenziellen Targets, die außerhalb des eigenen Netzwerks liegen. Die für den Prozess (Erstellung der Target-Liste) relevanten Informationen (unter anderem Unternehmensgröße, Produktportfolio, Finanzzahlen, Gesellschaftsstruktur) müssen über mehrere Informationsquellen abgefragt werden und sind oftmals nicht aktuell. Die Fischer Capital Corporate Finance GmbH (nachfolgend CCF) digitalisiert diesen Suchprozess dahin gehend, dass mithilfe einer Cloud Software für Sales und Marketing Intelligence Zielunternehmen fokussiert und nach den gewünschten Kriterien (Größe, Umsatz, Produkte etc.) gesucht werden können. Diese Digitalplattform gestattet dem Unternehmen, systematisch externe Informationen, aktuelle Ereignisse und sich stetig verändernde Daten automatisch und in Echtzeit auszuwerten, nutzbar zu machen und seinen Kunden zur Verfügung zu stellen. Dadurch erzielt CCF einen Ressourcenvorteil hinsichtlich Geschwindigkeit, Zeit und Mitarbeiterkapazität gegenüber Wettbewerbern.
Carsten Weber, Alexander Wert
Kapitel 9. Metallbearbeitung disruptiv gedacht
Plattform an der Schnittstelle zwischen Industriekunden und Blechbearbeitern
Zusammenfassung
Online-Marktplätze und Plattformen verändern zahlreiche Industriezweige disruptiv, vor allem im B2C-Kontext. Hier wird am Beispiel eines Start-ups beschrieben, wie sich Plattform-Geschäftsmodelle auch in einer traditionellen fertigenden Industrie im B2B erfolgreich etablieren können. Speziell diese Plattform bringt Kunden und Lieferanten zusammen. Die Fallstudie zeigt den Weg von der Gründung bis zur erfolgreichen Marktbearbeitung. Im Vordergrund stehen Herausforderungen und Potenziale sowie Chancen für Kunden und Lieferanten, die sich verallgemeinern lassen und auch für bestehende digitalisierungsoffene Firmen Ideen und Entwicklungen bergen. Vor allem aber geht es um die Mentalität und Denkweise von Gründern digitaler Plattformen.
Adrian Raidt, Steffen Weimann
Kapitel 10. „Erfahrung killt das System“
Systemdigitalisierung am Beispiel eines Schraubenherstellers
Zusammenfassung
Screwerk – ein Produktionsbetrieb für Schrauben – bezeichnet sich selbst als „Krümelkuchenbäcker“. Das 2013 gegründete Unternehmen, in dem heute ca. 70 Mitarbeiter arbeiten, will damit zeigen, dass sich durch intelligente Ausnutzung der Digitalisierung auch Nischen profitabel machen lassen. Ein Unternehmen für Schrauben als Beispiel für radikale Innovation? Ein Betrieb mit älteren Maschinen in älteren Hallen – mit durchgängiger Produktionsdigitalisierung? Eine Firma für industrielle C-Teile, die KI kann? Gibt es Langweiligeres als Schrauben? Das Unternehmen basiert auf einer Systemdigitalisierung: Die Firma wurde von vornherein auf Basis eines digitalen Geschäftsmodells aufgebaut. Es handelt sich dabei um ein integriertes Datenkonzept, das alle Unternehmensentscheidungen mittels künstlicher Intelligenz steuert. Im Fokus der Fallstudie stehen Firmenprinzipien, Unternehmensstrukturen, Entwicklungsmaßstäbe: Deswegen gilt Screwerk als eines der aktuell am schnellsten wachsenden Handels- und E-Commerce-Unternehmen Deutschlands mit rund 2500 Neukunden pro Jahr. 2018 verzeichnete das Unternehmen über 7 Mio. EUR Umsatz. Das durchschnittliche Umsatzplus betrug in den letzten drei Jahren 151 %.
Friederike Müller-Friemauth

Resümee

Frontmatter
Kapitel 11. Einordnung und Bewertung
Zusammenfassung
Die vorgestellten neun Fallstudien sind heterogen, entstammen wechselnden Branchen und repräsentieren Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Lassen sich daraus Prinzipien gewinnen, verallgemeinerbare Erkenntnisse ableiten, gar Handlungsempfehlungen gewinnen? Möglich wird dies dadurch, dass Beispiele nach digital relevanten Sichtweisen geordnet werden. Im Folgenden erfolgt deshalb ein abschließender Durchgang durch die Cases gemäß dreier Strukturlogiken: Anhand einer Achse von konservativ bis disruptiv, mit Blick speziell auf organisationskulturelle Aspekte sowie entlang des Interesses an neuen, noch weitgehend ungehobenen Potenzialen eines mutigen digitalen Unternehmertums.
Friederike Müller-Friemauth, Joachim Hafkesbrink, Michael Schaffner, Carsten Weber, Steffen Weimann
Backmatter
Metadata
Title
Fallstudien zur Digitalisierung im Mittelstand
Editors
Prof. Friederike Müller-Friemauth
Prof. Dr. Joachim Hafkesbrink
Prof. Dr. Michael Schaffner
Carsten Weber
Steffen Weimann
Copyright Year
2021
Electronic ISBN
978-3-658-32955-6
Print ISBN
978-3-658-32954-9
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-32955-6

Premium Partner