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About this book

Spielen weckt in allen Altersstufen die in uns angelegte Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Kooperation, die heute als Schlüsselqualifikationen für eine gelingende Lebensgestaltung im 21. Jahrhundert gelten. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft kommt jedoch eine spielerische Herangehensweise an das Leben zu kurz. Das Buch bringt deshalb einen Gegenentwurf zum Optimierungswahn, dem Kinder ausgesetzt sind und der sich dann im Erwachsenenalter in Form der Selbstoptimierung fortsetzt. Es zeigt auf, was Spielen für Kinder bedeutet, wie sich dies im Jugendalter verändert und wie viel mehr Erwachsene bis ins hohe Alter an Lebensfreude und Gesundheit dazugewinnen können, wenn sie wieder mehr Spiel ins Leben bringen. Anhand von entwicklungspsychologischen Grundlagen, Geschichten, Metaphern und vielen Beispielen geht das Buch dem Phänomen der Faszination im Spiel nach. Es wird aufgezeigt, wie viel wir von dieser Faszination von Geburt an mitbringen, wie unterschiedlich sich diese Fähigkeit in den verschiedenen Lebensabschnitten darstellt und wie sie als wichtige Ressource für ein lebendiges Leben wieder entdeckt werden kann.Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gerald Hüther.

"In diesem Buch findet jeder - egal ob jugendlich, erwachsen oder im Ruhestand - viele Ideen und Anregungen, wie man sich im Spiel neu entdecken und Lebensfreude empfinden kann." Dr. Martin Textor

„Spielend das Leben lernen, das ermöglicht dieses Buch. Es ist so einfach: Man muss nur einer Faszination folgen. Die kann man zwar nicht “machen”, aber die Voraussetzungen dafür lassen sich schaffen. Mit einer Fülle von Anregungen. In diesem Buch.“ Prof. Dr. Wilhelm Schmid

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Im Spiel „gesehen werden“

Zusammenfassung
Jeder Mensch möchte vom kleinen Kind bis ins hohe Alter in seiner einzigartigen Vielfalt wahrgenommen, gesehen und geschätzt werden. Im Spiel kann er dies lebenslang erfahren, er kann seine Fähigkeiten und Stärken ausschöpfen, sich spielerisch herausfordern, Kräfte tanken und für andere Bereiche des Lebens lernen. Die Faszination des Spiels liegt gerade darin, ohne Bewertung und Folgen in all seinen Facetten gesehen zu werden.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 2. Die Faszination

Zusammenfassung
In den Augen der Kinder, die vor dem Feuer sitzen, sehen wir sie sofort. Wir spüren, wie das Knistern und die Wärme der Flammen, das „Spiel mit dem Feuer“, jeden in den Bann zieht. Wir müssen nicht darüber nachdenken und kennen sie doch sehr gut. Wenn sie uns trifft, ist sie plötzlich da. Sie schleicht nicht langsam über den Nacken herauf wie die Angst, sondern verbreitet sofort ein aufregendes Gefühl von Spannung und Vorfreude. Manchmal irritiert sie uns sogar, und doch werden wir magisch von ihr angezogen. Wenn wir Faszination beschreiben möchten, finden wir Synonyme wie „Funken“, „Kribbeln“, „Blitz“ oder „Kick“, aber wir tun uns schwer, sie mit Worten zu definieren.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 3. Das Spiel in seinen Facetten

Zusammenfassung
Wir sind überzeugt: jeder Mensch muss spielen! Er spielt ein Leben lang und er hat seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte gespielt. Johan Huizinga (1872–1945), ein niederländischer Historiker und Kulturphilosoph, beschreibt das Spiel als grundlegendes Element unserer Kultur, das andere kulturelle Leistungen, wie Dichtung, bildende Künste, Philosophie überhaupt erst möglich gemacht hat. Er betont, dass das Spiel außerhalb der unmittelbaren Befriedigung von Notwendigkeiten und Begierden steht, ja diesen Prozess unterbricht: „Es befriedigt Ideale des Ausdrucks und des Zusammenlebens. Es hat seinen Platz in einer Sphäre, die über der des rein biologischen Prozesses des Sichnährens, Sichpaarens, und Sichschützens liegt.“ (2001, S. 17). Durch räumliche und zeitliche Abgrenzung vom gewöhnlichen Leben schafft das Spiel Ordnung in einer oft verworrenen Welt (ebd.,S. 19).
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 4. Frühe Kindheit und Spiel

Zusammenfassung
Um es vorweg zu nehmen: Kinder können nicht „nicht spielen“. Dies ist eine der magischen Erfahrungen, die uns dazu bewegt hat, die Faszination im Spiel als Chance fürs Leben zu begreifen. Zusammen mit den einleitenden theoretischen Aspekten ergibt sich für uns die logische Erkenntnis, dass das Spiel über die Kindheit und Jugend hinaus in das gesamte Leben gehört, beginnend beim Säugling bis zum Senior. So wie sich ein Leben entwickelt, entwickelt sich auch das Spiel und fügt sich ganz selbstverständlich in jede Lebensphase ein.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 5. Schulkinder und Spiel

Zusammenfassung
Die Eltern sind immer noch die wichtigsten Bezugspersonen, an denen sich die Kinder in allem, was sie machen, orientieren. Es sind die gewachsenen sicheren Bindungen, die der spielerischen Neugier einen Weg in den nächsten Lebensabschnitt bereiten. Welche immense Bedeutung die Familie, d. h. die Eltern auch zusammen mit Geschwistern, für die emotionale Entwicklung des Kindes (noch) haben, zeigt sich vor allem dann, wenn ein Kind die Erfahrung des Auseinanderfallens der eigenen Familie machen muss.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 6. Jugendliche und Spiel

Zusammenfassung
Betrachten wir das Thema Spielen und Faszination im Lebensabschnitt der Jugend, so ist die „Bühne des Spiels“ von Jugendlichen vor 20 Jahren mit der der heutigen Generation nicht mehr vergleichbar. Digitale Spiele auf dem Handy, am PC oder an der Spielekonsole sind in dieser Altersgruppe nicht mehr wegzudenken. 93 % der 10- bis 18-Jährigen spielen laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahre 2015 regelmäßig Computer- und Videospiele – im Schnitt 104 min pro Tag. Hier identifizieren sie sich, ähnlich wie jüngere Kinder im „Als ob“-Spiel mit den Figuren und lassen diese in der virtuellen Welt Abenteuer erleben und bestehen. Dieses große Feld der Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen dürfen wir nicht alleine den Spieleentwicklern digitaler Spiele überlassen, denn Faszination im Spiel ist auch in diesem Alter in vielfältiger Weise möglich und wichtig für die weitere Entwicklung.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 7. Erwachsene und Spiel

Zusammenfassung
In diesem Lebensabschnitt verändert sich die Faszination Spiel in eine neue Richtung, da viele Erwachsene oft keinen Zugang mehr zum kindlich/jugendlichen Spiel finden können. Wir erweitern den Begriff Spiel mit spielerischer Lebenskunst, mit einem spielerischen Umgang zu sich selbst und den Dingen der Welt. Faszination kann sich nun durch die Entdeckung von individuellen Spielräumen zur Erhaltung der geistigen, körperlichen und psychischen Gesundheit entfalten.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 8. Senioren und Spiel

Zusammenfassung
„Wenn ich einmal in Rente bin“ oder „Wenn die Kinder und Enkelkinder aus dem Haus sind“ – in diesen Sätzen spiegelt sich jener Wunsch wider, dass im Ruhestand Dinge realisiert werden können, die in vergangenen Lebensabschnitten immer wieder auf die lange Bank geschoben wurden. Im sog. Seniorenalter, also, wenn der Mensch aus einem strukturierten Arbeits- und Familienleben austritt, beginnt die Zeit der Veränderung hin zu einer selbstbestimmten Lebensführung, in der eigene Bedürfnisse, Ziele und Wünsche mehr in den Vordergrund treten. Die enorme Plastizität des menschlichen Gehirns ermöglicht Lernen und inneres Wachstum bis ins hohe Lebensalter und lässt eine Anpassung an neue Lebensinhalte und -prozesse zu. Deshalb der Titel „Da geht noch was“, der dem gleichnamigen Buch von Barbara Strauch entnommen ist.
Sabine Weinberger, Helga Lindner

Kapitel 9. Ausblick

Zusammenfassung
Verspieltheit, oder auch playfulness, wird von der psychologischen Fachwelt, den Neurowissenschaften, aber auch in der beruflichen Zukunftsforschung („playful business“) als wichtige kulturelle Überlebensfähigkeit bezeichnet. Uns war in diesem Buch wichtig zu zeigen, dass der einzelne Leser zum einen mehr davon weiß, wie gesund eine spielerische Haltung für das eigene Leben sein kann (Resilienz) und zum anderen erkennt, wie wichtig gemeinsames spielerisches Tun für den Zusammenhalt von Menschen ist: Gerade in der heutigen Zeit, in der durch eine zunehmende Fragmentierung und Vereinzelung das Bedürfnis nach Verbundenheit zunimmt. Im Spiel mit anderen erfolgt ein bewusstes In-Beziehung-Treten, das Wettbewerb, aber nicht unbedingt Konkurrenz beinhaltet, das sich mit jeder Runde, jeder Folge neu gestaltet und in dem wir uns selber und unsere Mitspieler immer wieder neu überraschen können.
Sabine Weinberger, Helga Lindner
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