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About this book

Feedback wird im breiteren Sinne als Rückkopplung verstanden, nicht nur als verbale Rückmeldung. Rückkopplung ist das Rückführen der Wirkung auf die Ursache – und die verblüffenden Effekte sind in allen Lebensbereichen anzutreffen.

Der Wissenschaftsautor Jürgen Beetz spricht Sie als Leser direkt an und entdeckt mit Ihnen

Geschichten des Alltags mit merkwürdigen Feedback-Effekten,die Selbstbezüglichkeit und die daraus entstehenden Widersprüche,die Eigenschaften komplexer dynamischer vernetzter Systeme,das Wesen der Rückkopplung, das aus diesen Bedingungen hervorgeht,Rückkopplungseffekte in der Technik, der Natur, der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft ... und im Rest der Welt,das „mächtigste Konzept der Welt“, die Evolution.

Sie verstehen, was passiert, wenn die Wirkung zur Ursache wird. Rückkopplung bestimmt unser Leben. Sie scheint oft im Verborgenen zu wirken. Wir bemerken sie erst, wenn sie ihr Werk schon getan hat. Manchmal voller Zufriedenheit, wenn sie stabilisierend war, aber oft mit Schrecken, wenn sie sich in einem „Teufelskreis“ aufgeschaukelt hat. Noch weniger ahnen wir, wie schwer sie oft zu durchschauen oder gar zu beherrschen ist. Aktuelle Krisen mit oft hochkomplexen Rückkopplungen führen uns das täglich vor Augen. Nach der Lektüre dieses Buches sehen Sie genauer hin.

Das Werk ist in der zweiten Auflage vollständig durchgesehen und erweitert. Hinzugefügt wurde ein Abschnitt über das dynamische Verhalten von Systemen.

Stimmen zur ersten Auflage
„Ein wichtiges Buch, das ein zentrales Element kreativer Entwicklungen in Natur und Gesellschaft in all seinen Facetten beleuchtet.“
Prof. Dr. Bernd-Olaf Küppers, Friedrich-Schiller-Universität Jena

„Dieses Buch beschreibt sehr anschaulich, dass Systeme in Natur, Technik und Gesellschaft ohne Feedbacknicht – oder nur sehr ineffizient – funktionieren könnten. Es zeigt, dass Rückkopplung ein zentrales Prinzip darstellt, das das Verhalten von Systemen zum Besseren (bei falschem Gebrauch aber auch zum Schlechteren) verändern kann. Es ist deshalb eminent wichtig, die Bedeutung und das Potential dieses Prinzips zu erfassen. Dies ermöglicht dieses Buch in leicht lesbarer Weise.“
Prof. Dr. Jörg Raisch, Technische Universität Berlin, Fachgebiet Regelungssysteme, Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme

Der Autor
Jürgen Beetz studierte nach einer humanistischen und naturwissenschaftlichen Schulausbildung Elektrotechnik, Mathematik und Informatik an der TH Darmstadt und der University of California, Berkeley. Bei einem internationalen IT-Konzern war er als Systemanalytiker, Berater und Dozent in leitender Funktion tätig. Von ihm sind im selben Verlag „1+1=10: Mathematik für Höhlenmenschen“ sowie „E=mc²: Physik für Höhlenmenschen“ erschienen.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Rückkopplung – eine unsichtbare Erscheinung

Ein Blick hinter die Kulissen dynamischer Prozesse
Zusammenfassung
Im ersten Kapitel wurden Geschichten erzählt. Sie wiesen gemeinsame Muster auf, die hier deutlich wurden: Immer tauchten mehrere „Dinge“ auf, die miteinander in Wechselwirkung traten („Komponenten eines Systems“ könnte man dazu sagen). Diese Wechselwirkungen beschränkten sich nicht auf einen linearen Zusammenhang zwischen einer Ursache und einer Wirkung, sondern sie wiesen meist ein Netz von Ursachen und Wirkungen auf – und charakteristische Merkmale einer Rückkopplung, einem Feedback der Wirkung auf die Ursache.
Jürgen Beetz

Kapitel 2. Selbstbezüglichkeit und das Henne-Ei-Problem

Ursache und Wirkung, zyklische Prozesse und seltsame Schleifen
Zusammenfassung
Nach dem folkloristischen Vorspann wollen wir nun ein wenig nachdenken. Schließlich hat uns die Evolution ein Gehirn geschenkt. Aber das ist schon das erste Missverständnis: Es ist uns nicht präsentiert worden, sondern in Wechselwirkung mit der Umwelt entstanden. Ein Feedback-Prozess, wie wir in späteren Kapiteln noch sehen werden. Hier gehen wir auf die Voraussetzungen für Rückkopplungsprozesse ein: Selbstbezüglichkeiten und Kausalität, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Und wir betrachten zyklische Prozesse: Sätze, die genau so wahr sind wie ihre Umkehrung.
Jürgen Beetz

Kapitel 3. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Der Unterschied zwischen Haufen und Systemen
Zusammenfassung
Was ist ein System überhaupt? Umgangssprachlich kann man ein „System“ definieren als eine Ganzheit, die aus miteinander verknüpften Teilen besteht und „vom Rest der Welt“ abgegrenzt ist. Ein System ist eine Menge von Objekten, zwischen denen gewisse Beziehungen bestehen. Die Frage, ob es sie objektiv gibt oder ob sie nur ein Modell sind, das sich der Mensch von der Realität macht, soll davon nicht berührt werden. Doch wir wollen nun etwas genauer betrachten, was es mit diesem wichtigen „Ding“ auf sich hat. Dabei werden wir besonders auf die „Übertragungsfunktion“ eingehen, den Zusammenhang zwischen Ausgang und Eingang eines Systems.
Jürgen Beetz

Kapitel 4. Die Wirkung wird zur Ursache

Das logische Prinzip der Rückkopplung und seine Folgen
Zusammenfassung
Nun haben wir einen größeren, aber hoffentlich unterhaltsamen Umweg gemacht. Über das Phänomen der Selbstbezüglichkeit, die daraus entstehenden Paradoxien und einige Anmerkungen zu den Grundlagen von Systemen kommen wir nun zum eigentlichen Thema, der Rückkopplung.
Jürgen Beetz

Kapitel 5. Rückkopplung in der Technik

Der Alltag ist voll davon – und wir merken es kaum
Zusammenfassung
Fangen wir mit der Technik an, mit der vom Menschen konstruierten Rückkopplung. Sie war lange bekannt, bevor man das Prinzip auch in anderen Gebieten entdeckte. Auch ich bringe sie zuerst – nicht, weil ich Sie für Ingenieure halte, sondern weil technische Regelkreise bei Weitem die einfachste Form von Feedback darstellen. Sie sind relativ unkompliziert und leicht zu durchschauen – im Vergleich zu den komplexen vernetzten Systemen, die man in anderen Bereichen antrifft.
Jürgen Beetz

Kapitel 6. Rückkopplung in der Natur

Das Prinzip des Lebens
Zusammenfassung
Alles gehorcht den Gesetzen der Physik. Hier nun finden wir eine Verbindung zum vermutlich mächtigsten Prinzip der Welt, dem die Rückkopplung gewissermaßen untergeordnet ist: der Evolution. Wir finden sie in der Natur, denn die belebte Natur (Gegenstand der Biologie) und die unbelebte (Gegenstand der Physik) entstanden dadurch überhaupt erst. Die meisten verbinden mit dem Begriff „Evolution“ jedoch das biologische Geschehen. Deswegen gibt es die „biologische Kybernetik“ als Zweig der Wissenschaft. Sie untersucht die Steuerungs- und Regelungsvorgänge in der Biologie, sowohl in Organismen als auch in Ökosystemen.
Jürgen Beetz

Kapitel 7. Rückkopplung im Sozialleben und in der Psychologie

Kommunikation und Interaktion – Spiele des Lebens
Zusammenfassung
Man kann nicht nicht kommunizieren. Oder, wie man sagt: „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“ Kommunikation läuft immer, solange ein Partner in Sicht- oder Hörweite ist. Und sie läuft immer auf zwei Ebenen, denn man kann auch nicht ohne Nebenbedeutung kommunizieren. An jeder scheinbar sachlichen Äußerung hängt immer ein Rucksack an Bedeutung und eigentlichem Inhalt.
Jürgen Beetz

Kapitel 8. Rückkopplung in Politik und Geschichte

Die Geschichte beruht nur auf Feedback – worauf denn sonst?!
Zusammenfassung
Ein Kapitel mit diesem Titel ist natürlich vermintes Gelände. Denn besonders hier lauert ein persönlicher Gesichtspunkt oder eine subjektive Meinung. Allgemein anerkannte Tatsachen und Fakten treten bei den Argumenten in den Hintergrund, vorgefasste Meinungen und Einstellungen dominieren. Deswegen ist Politik auch kein Gegenstand für Smalltalk. Ziel dieses Kapitels ist es nicht, eine vom Leser womöglich nicht geteilte Weltanschauung und Meinung zu vertreten. Und deswegen beschränkt sich dieser Abschnitt auf einige wohlbekannte Grundsätze, bei denen die Besonderheiten des Themas auffällig hervortreten.
Jürgen Beetz

Kapitel 9. Rückkopplung in der Wirtschaft

Das Stabilitätsprinzip und die „Abwärtsspirale“
Zusammenfassung
Was ist „die Wirtschaft“? Oder sollte ich besser fragen: wer? Nicht ein anonymes Gebilde, sondern handelnde Verantwortliche. Menschen. Eine interessante Frage für die Wirtschaftsphilosophie. Aber wir müssen uns auf die kybernetischen Gesichtspunkte beschränken. Aus dieser Sicht ist die Wirtschaft ein komplexes hierarchisches System, in dem unzählbar viele Komponenten miteinander in Beziehung stehen. Und zwar in Wechselwirkung – rückgekoppelte Systeme. Das sieht man schon an Trivialitäten wie: Das Angebot bestimmt die Nachfrage und die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Jürgen Beetz

Kapitel 10. Rückkopplung im Größten und im Kleinsten

Das Universum wird nicht verschont, so wenig wie die Elementarteilchen
Zusammenfassung
Das Universum – das Gebiet der Kosmologie. Die Welt des unvorstellbar Großen. Gegenüber steht ihm die Welt des unvorstellbar Kleinen, Gegenstand der Atomphysik bis hin zur Quantentheorie. Die Physiker sprechen von „fundamentalen Wechselwirkungen“, den vier Grundkräften der Physik. Mit ihnen beeinflussen sich physikalische Objekte (Körper, Felder, Teilchen, Systeme) gegenseitig. Die allgemein bekannten sind die Gravitation und der Elektromagnetismus. Die anderen beiden Grundkräfte wirken nur im subatomaren Bereich, mit dem Sie in der Regel nicht in Berührung kommen.
Jürgen Beetz

Kapitel 11. Rückkopplung hat alles erschaffen

Unser Universum und das Leben: Die Entstehung von etwas aus nichts
Zusammenfassung
Genauer gesagt: Evolution hat alles erschaffen. Aber ohne Rückkopplung funktioniert sie nicht. „Evolution“ könnte man mit ‚Auswickeln‘ übersetzen – es deutet auf etwas Vorhandenes hin, das nur ausgepackt wird. Aber die Evolution ist nicht das Auspacken von schon vorhandenen Dingen, sie ist die Herstellung von etwas Neuem, ein Prozess des Erschaffens. Und es gibt keinen Hersteller, das Neue macht sich selbst. Das ist wunderbar und kaum zu begreifen. Die Entstehung neuer Eigenschaften ist ein Faktum und zugleich ein Rätsel: Wieso kann eine einzelne Nervenzelle nicht denken, aber ein Haufen von ihnen schon? „Mehr ist anders“, das war die Begründung: Emergenz.
Jürgen Beetz

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