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2018 | Book

Filmstil, Differenzqualitäten, Emotionen

Zur affektiven Wirkung von Autorenfilmen am Beispiel der Berliner Schule

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About this book

Thomas Schick entwickelt ein Analysemodell, mit dem die Bedeutung stilistischer Mittel für die affektive Wirkung von Spielfilmen erfasst werden kann. Im Rahmen der Arbeit werden vor allem Autorenfilme untersucht, die durch ihre spezifischen Gestaltungsweisen von etablierten Normen und Konventionen des sogenannten ‚klassischen Spielfilms‘ abweichen. Dabei wird der Frage nachgegangen, auf welche Art und Weise die stilistische Gestaltung von Autorenfilmen das affektive Erleben des Zuschauers bei der Rezeption beeinflusst. Ein ausführlicher Analyseteil überprüft das erarbeitete Modell anhand von Spielfilmen, die der Berliner Schule zugeordnet werden: Thomas Arslans „Der schöne Tag“, Angela Schanelecs „Mein langsames Leben“, Christian Petzolds „Gespenster“ und Valeska Grisebachs „Sehnsucht“. Mit diesen Analysen arbeitet der Autor zusätzlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Filme heraus und beleuchtet die Ästhetik der Berliner Schule.

Table of Contents

Frontmatter
Chapter 1. Einleitung: Kunstwerke und affektives Erleben
Vom antiken Theater zum Kino
Zusammenfassung
Kunstwerke haben zweifelsohne das Potential, bei den Rezipienten affektive Zustände verschiedenster Art hervorzurufen. Ein Musikstück kann Freude erzeugen, die Lektüre eines Romans zu Tränen rühren oder ein Gemälde den Betrachter in eine melancholische Stimmung versetzen. Es ist meist sogar eine der Hauptintentionen der Künstler, durch ihre Werke Emotionen auf Seiten der Leser, Hörer oder Betrachter zu erzeugen, sie zu erheitern, aufzurütteln oder gar in Angst und Schrecken zu versetzen.
Thomas Schick
Chapter 2. Filmrezeption und affektives Erleben
Zusammenfassung
Bereits seit seiner Entstehung ist das Medium ‚Film‘ eng mit dem Erleben von Emotionen verbunden. Tom Gunning spricht in Bezug auf den frühen Film von einem „Kino der Attraktionen“, bei dem noch weniger das Erzählen von Geschichten und die Erzeugung einer kohärenten fiktionalen Welt im Mittelpunkt standen, sondern das vielmehr die neuen Möglichkeiten und die neue Technik des Films zur Schau stellte (vgl. Gunning 1996). Es sollte ein Spektakel vor den Augen des Zuschauers entstehen, das seine Aufmerksamkeit fordert, seine visuelle Neugier weckt und nicht zuletzt – Vergnügen bereitet.
Thomas Schick
Chapter 3. Emotionstheorien
Zusammenfassung
Auf den ersten Blick erscheint es einfach die Frage zu beantworten, was eine Emotion ist: Wir freuen uns, weil wir einen alten Freund wiedersehen, sind traurig über den Verlust eines geliebten Menschen, ärgern uns über einen verspäteten Zug oder haben Angst vor einer Prüfung. Emotionen bilden einen wichtigen Teil unseres alltäglichen Lebens und jeder ist mit Empfindungen vertraut, die man als emotional bezeichnen würde.
Thomas Schick
Chapter 4. Theorien zu Filmrezeption und affektivem Erleben
Ein Überblick
Zusammenfassung
In filmwissenschaftlichen Theorien zum affektiven Erleben von Filmen wird, wie bereits angedeutet, häufig der bewertungstheoretische Ansatz herangezogen. So baut etwa Ed Tan seine Überlegungen explizit auf die Emotionstheorie Nico Frijdas auf. Im folgenden Kapitel werde ich zunächst einige zentrale filmwissenschaftliche Theorien zur affektiven Wirkung von Spielfilmen, die sich auf kognitive Ansätze beziehen, zusammenfassend vorstellen.
Thomas Schick
Chapter 5. Jenseits des ‚klassischen‘ Spielfilms
Innovation, Abweichung und Differenzqualität
Zusammenfassung
Nachdem in den vorigen Kapiteln bereits an verschiedenen Stellen auf Filme verwiesen wurde, die sich durch Differenzqualitäten auszeichnen, werde ich nun genauer darlegen, was unter Differenzqualität zu verstehen ist. Peter Wuss bezieht sich etwa in seiner Beschreibung der Anforderung an erzähltheoretische Ansätze auf den Begriff der Differenzqualität.
Thomas Schick
Chapter 6. Differenzqualitäten und affektives Erleben
Zusammenfassung
Nachdem im letzten Kapitel dargelegt wurde, was unter ‚Differenzqualitäten‘ zu verstehen ist, in welcher Art und Weise sie auftreten können und dass Spielfilme innerhalb eines ‚Feldes von Differenzqualitäten‘ positioniert werden können, soll im Folgenden nun genauer darauf eingegangen werden, wie Differenzqualitäten das affektive Erleben von Filmen beeinflussen. Anhand der Beispielanalysen in Kapitel 5.5 sollte deutlich geworden sein, insbesondere bei der Analyse von Puius moartea domnului lăzărescu, dass das in Kapitel 4 dargestellte analytische und theoretische Instrumentarium dann an seine Grenzen gerät, wenn von klassischkonventionellen Erzähl- und Gestaltungsweisen in hohem Maße abgewichen wird, das affektive Erleben also nur noch teilweise auf verhandelte Themen oder dargestellte Figuren zurückgeführt werden kann.
Thomas Schick
Chapter 7. Thesen zum affektiven Erleben von Spielfilmen mit Differenzqualitäten
Zusammenfassung
Bevor ich nun in Kapitel 8 die theoretischen Grundlagen und das entwickelte Analysemodell auf konkrete Filmbeispiele anwende, werde ich in diesem Kapitel die bisherigen Ausführungen und Annahmen nochmals thesenartig zusammenfassen. Diese Thesen sollen im folgenden Kapitel anhand der Analyse exemplarischer Beispielfilme überprüft und im abschließenden Kapitel der Arbeit nochmals aufgenommen werden.
Thomas Schick
Chapter 8. Differenzqualität und affektives Erleben bei den Filmen der Berliner Schule
Zusammenfassung
Mit lola rennt gelang Tom Tykwer 1998 einer der ersten internationalen Erfolge eines deutschen Films seit dem Ende des ‚Neuen Deutschen Films‘ Anfang der 1980er Jahre. Die Zeit dazwischen war von einer ‚Komödienwelle‘ im deutschen Kino geprägt, für die Regisseure wie Detlev Buck, Sönke Worthmann oder Doris Dörrie stehen und deren Werke Eric Rentschler als ‚Konsens-Kino‘ charakterisiert hat (vgl. Rentschler 2000, 264).
Thomas Schick
Chapter 9. Schlussbemerkungen: Spielfilme, Differenzqualitäten und affektives Erleben
Zusammenfassung
In Kapitel 8 wurden die Strukturen der exemplarischen Beispielfilme der Berliner Schule eingehend betrachtet, um Aussagen über die potentielle affektive Wirkung der Filme treffen zu können. Dabei habe ich markante Differenzqualitäten und dominante Strukturen der Filme herausgearbeitet und bin darauf eingegangen, wie diese das affektive Erleben der Werke während der Rezeption beeinflussen.
Thomas Schick
Backmatter
Metadata
Title
Filmstil, Differenzqualitäten, Emotionen
Author
Thomas Schick
Copyright Year
2018
Electronic ISBN
978-3-658-19143-6
Print ISBN
978-3-658-19142-9
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-19143-6