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15-03-2016 | Finanzierung | Nachricht | Article

VW Financial Services wächst trotz Konzernkrise

Author:
Eva-Susanne Krah

Die Finanzsparte des VW-Konzerns konnte 2015 deutlich mehr Geschäft machen. Trotz der negativen Begleiterscheinungen durch die Abgasaffäre der Konzernmutter stieg das Ergebnis zweistellig.

Mit 1,9 Milliarden Euro und einem Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielte VW Financial Services (VWFS) "das beste operative Ergebnis aller Zeiten", wie Lars Henner Santelmann, Vorstandsvorsitzender der VW-Finanztochter, auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main verkündete. Für 2016 erwarte er mindestens ein Ergebnis, das auf dem Niveau von 2014 liegen wird. In Deutschland, dem größten Absatzmarkt von VWFS, stieg das operative Ergebnis des Finanzdienstleisters um 14 Prozent. Der Gesamtvertragsbestand legte inklusive aller Joint-Ventures auf 16,6 Millionen Stück zu, ein Plus von 11,4 Prozent. Die Kundeneinlagen betrugen Ende 2015 rund 28,1 Milliarden Euro, was einem Plus zum Vorjahr von 7,2 Prozent gleichkommt.

In den vier Bereichen, 

  • Finanzierung und Leasing,
  • Versicherungen und
  • Fahrzeug-Dienstleistungen

erzielte VWFS unter anderem in der Flottensparte ein überdurchschnittlich hohes Wachstum. Die Zahl der Neuverträge in allen vier Geschäftsbereichen kletterte auf 6,8 Millionen. Der Vertragsbestand bei Versicherungen lag 2015 bei 5,1 Millionen Stück, was einem Plus von knapp 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Dienstleistungssparte legte im gleichen Zeitraum um 12,5 Prozent auf 2,7 Millionen Verträge zu. 

Reaktion auf die Diesel-Krise

Um für künftige Risiken gewappnet zu sein, stellte VWFS insgesamt 354 Millionen Euro auf das bestehende Leasingportfolio zurück. Davon entfallen 286 Millionen Euro für einen möglichen Rückgang der Restwerte von Fahrzeugen, die von Abgasmanipulationen betroffen sein. Für das Geschäft in den USA wurden Rückstellungen in Höhe von 96 Millionen Euro netto gebildet. Eine Vertrauensoffensive mit besonderen Kundenangeboten und Sonderfinanzierungen sowie ein weltweites Kosten- und Effizienzprogramm wird den Konzern ebenfalls Geld kosten. Gleichzeitig will das Unternehmen im laufenden und im kommenden Jahr rund 300 Millionen Euro Kosten sparen. Dabei werde man auch um "manche harte Einschnitte" nicht herumkommen“, erklärte Frank Fiedler, Finanzvorstand von VWFS. 

Seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen im Mutterkonzern muss der Finanzdienstleister mit einem schlechteren Rating zurechtkommen. "Derzeit steht den Volkswagen Finanzdienstleistungen der Kapitalmarkt in den Währungen Euro, Pfund und US-Dollar nicht zur Verfügung", erklärte Fiedler. Grund ist die Pflicht des Unternehmens, die Risiken aus dem Abgasskandal in die Wertpapierprospekte einzuarbeiten. Derweil profitiert VWFS im Kredit- und Leasinggeschäft von einem Refinanzierungsmix aus Direktbankeinlagen und Asset-Backed-Securities-Programmen.

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