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24-09-2019 | Fintechs | Nachricht | Article

Wie Finanzdienste für Kunden attraktiver werden

Author:
Christian Kemper
3 min reading time

Zur 5. Fintech-Konferenz von Bankmagazin und dem Center for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt am Main kamen Experten und Entscheider von etablierten Finanz-Start-ups und innovativen Anbietern zusammen, um neue Bankdienstleistungen auszuloten. 

"Go digital or go home", appellierte Julian Weste, Vice President des Zahlungsdienstleisters Wirecard, an die Fachleute im Publikum der 5. Fintech-Konferenz von Bankmagazin und dem Center for Financial Studies der Frankfurter Goethe-Universität am 24. September. In seiner Keynote erläuterte Weste, wie Technologie das Bankgeschäft verändert hat und warum das Smartphone die Währung der Zukunft ist. Dabei sollten digitale Lösungen immer die Kunden einbeziehen, obwohl Finanzdienstleistungen etwa im Payment-Sektor nicht sexy seien. "Für die Nutzer muss eine Anwendung einfach funktionieren", betonte er. Verbunden mit dem passenden Mehrwert würden selbst die bargeld-affinen und preisbewussten Deutschen für Services im Zahlungsverkehr bezahlen.

Immer mehr Bankanwendungen wandern aufs Smartphone

Wie Retail- und Firmenkunden dazu motiviert werden können, öfter ein mobiles Device für bargeldlose Zahlungen und andere Bankgeschäfte zu nutzen, erläuterte Michael Koch, Chef der Digital Factory der Deutschen Bank sowie Leiter des Online- und Mobile-Bankings. Vom Urknall für eine neue Generation von Smartphone-Apps, ausgelöst durch sein Institut, berichtete er ebenso wie von der Bedeutung von standardisierten Schnittstellen, den Application Programming Interfaces (APIs). Künftig werde die Deutsche-Bank-App auch für Drittentwickler geöffnet, um das Ökosystem für neue, innovative Services zu erweitern. 

Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und Mitarbeiter von Banken, Sparkassen, Versicherungen, Finanzdienstleistern, Börsen, Finanzaufsicht sowie von Fintechs und Insurtechs nutzten die Gelegenheit zum Austausch auf der Konferenz. Auf der begleitenden Fachausstellung präsentierten Unternehmern, Beratungsfirmen und Dienstleister ihre neuen Produkte und Services. 

Auf die Finanzierung kleiner Firmenkunden und Selbstständiger ist Iwoca spezialisiert. "Seit der Finanzkrise kommen Kleinunternehmer nur schwer an einen Kredit", hat Oliver Schmidt, General Manager des britisch-deutschen Fintechs, festgestellt. Die Liquitätssituation hierzulande sei stellenweise kritisch, warnte er in seinem Vortrag und erläuterte, welche Rolle die Schnelligkeit bei der Unternehmensfinanzierung spielt. Manche Betriebe könnten mangels Unterstützung durch ihre Hausbank ihr Geschäft nicht so betreiben, wie es möglich und wirtschaftlich nötig wäre. Hingegen würden Kreditanfragen an Iwoca innerhalb weniger Minuten beantwortet. Nach der Zusage könne der gewünschte Betrag über Instant Payments zur Verfügung gestellt werden. 

Tech-Giganten nehmen Finanzgeschäfte auf

Konzerne wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFAs) drängen laut Hartmut Giesen, Leiter Business Development im Bereich Fintech von Max Heinr. Sutor immer weiter in fremde Geschäftsbereiche vor, etwa in Finanzdienstleistungen. "Auf  Plattformen ist ein deutlich stärkeres Umsatzwachstum möglich als bei herkömmlichen Online-Anbietern", stellte er fest. Finanzdienstleister sollten deshalb selbst zur Plattform werden, Giesen nennt das Banking-as-a-Frontend. Alternativ könne auch das Banking-as-a-service ein vielversprechendes Geschäftsmodell für traditionelle Geldhäuser sein.  

Als eines der am schnellsten wachsenden B2B-Fintechs hierzulande stellt Oliver Dlugosch, Chief Executive Officer (CEO) von Ndgit, sein Unternehmen vor. "Der Markt wird von Open Banking disruptiert und die Institute müssen sich öffnen", forderte er in seinem Vortrag. Dafür seien API-Plattformen ideal, die Herausforderung liege allerdings in der Vernetzung der Angebote und Kanäle. Innovative Fintechs und neue Prozesse könnten etwa über den Ndgit-Marktplatz zentral angebunden werden.

Neue Ideen müssen schnell und sicher umgesetzt werden  

Wie Innovationen losgetreten werden können, erläuterten die Vortragenden des Vormittags auf der Podiumsdiskussion, moderiert von Stefanie Burgmaier, Geschäftsführerin von Springer Fachmedien Wiesbaden und Herausgeberin des Bankmagazins. "Der Kunde sagt uns was er haben will", betonte Julian Weste von Wirecard. Hinzu komme der Input von Innen, von den Mitarbeitern, die sich in ihren Fachbereichen auskennen. "Bei uns ist Innovation partnergetrieben", sagte Sutor-Banker Hartmut Giesen. "In der Peer stechen die besten Ideen durch", meint Ndgit-CEO Dlugosch. Und beim vergleichsweise jungen Fintech Iwoca laufen laut Geschäftsführer Oliver Schmid Innovationsprozesse dynamisch ab. "Dabei achten wir natürlich auf die richtige Priorisierung", fügte Schmid hinzu. Die Umsetzung von Innovationen in den jeweiligen Unternehmen erfolgt in der Regel agil unter Einbindung von Kunden und Mitarbeitern. Von erfolgreichen Fintechs können sich etablierte Finanzinstitute weiterhin etwas abschauen, darüber sind sich die Diskussionsteilnehmer einig. 

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