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12-12-2016 | Fintechs | Nachricht | Article

Comdirect kauft den Online-Broker Onvista

Author:
Barbara Bocks

 

Kurz vor Jahresende gibt es im Commerzbank-Konzern strategisch viel Bewegung. Warum die Akquisition von Onvista durch die Comdirect Bank gut in das Konzept der Muttergesellschaft passt.

Die Comdirect Bank hat am Freitag den kleineren Konkurrenten Onvista mit Sitz in Frankfurt am Main übernommen. Zu Onvista gehören laut Angaben des Unternehmens die Onvista Bank, ein Online-Broker, und mit Onvista Media das Finanzportal www.onvista.de. "Der Kauf der Onvista AG ist eine Wachstumsakquisition", sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der Comdirect Bank AG. "Mit der Onvista Bank stärken wir unsere Position als Marktführer im Brokerage in Deutschland nach Tradezahlen und halten Kurs auf unsere Strategie, die erste Adresse für Sparen, Anlegen und Handeln mit Wertpapieren zu sein."

Durch die Akquisition von Onvista erhält die Comdirect Bank laut Unternehmensangaben Zugang zu 90.000 Onvista-Kunden mit einem betreuten Vermögen von 2,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Direktbank betreut laut Unternehmensangaben rund drei Millionen Kunden mit einem Gesamtvermögen von rund 70 Milliarden Euro. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Arno Walter erklärte gegenüber dem "Handelsblatt" weiter, dass die Bank die Transaktion aus Eigenmitteln finanzieren werde. Der Erwerb stehe noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Bankaufsichts- und Kartellbehörden und werde voraussichtlich im ersten Kalenderhalbjahr 2017 abgeschlossen sein, heißt es seitens des Instituts.

Commerzbank setzt auch auf Digitalisierung

Die Akquisition von Onvista durch die Comdirect Bank passt auch zur Strategie der mehrheitlichen Muttergesellschaft Commerzbank. Diese experimentiert seit Kurzem mit einem neuen Typ einer kostengünstigeren stationären "City-Filiale", um bei ihrer Strategie "Commerzbank 4.0" interne Mittel in Höhe von knapp 700 Millionen Euro pro Jahr in digitale Prozesse und in die IT zu investieren. Unter anderem sollen laut Angaben der Commerzbank auf einem "Digital Campus" künftig agile Projektteams Digitalisierungsprojekte vorantreiben und Prozesse optimieren.

Beiden Instituten gemeinsam ist auch das Engagement für Fintechs. Während die Commerzbank unter anderem mit dem 2014 gegründeten "Main incubator", bisher in sieben Fintechs wie Gini oder Bilendo investiert hat, engagiert sich die Direktbank über ihre "Comdirect Start-up Garage" auch in diesem Bereich. Seit Dezember ist mit Fino, einem Unternehmen, das sich unter anderem mit den Themen Kontowechsel und Customer-Onboarding beschäftigt, das erste Fintech Teil der Garage, um laut Medienberichten dort sein Konzept der offenen Finanz-Plattform "Finn" fertigzustellen.

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