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23-10-2018 | Fintechs | Im Fokus | Article

Auf Safari zu Hamburgs Gründern

Author:
Stefanie Hüthig
3:30 min reading time

Ausgewählte Finanz-Start-ups kennenlernen? Die Fintech Safari in der Hafencity im Rahmen der Fintech Week Hamburg 2018 machte es möglich. Auf der Agenda standen zum Beispiel Collect AI, und das Co-Working Space Finhaven.

Startpunkt der Hamburger Fintech Safari 2018 ist die U-Bahn-Station Hafencity Universität. Bis zum ersten Etappenziel Collect AI sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Nach einer kurzen Führung durch die Teams und Räumlichkeiten hören die Safari-Teilnehmer von Max Bense, Head of Strategic Sales, woraus das Angebot des Forderungsmanagers besteht und wie die dahinterstehende Technologie funktioniert. Die Tochtergesellschaft der Otto-Gruppe bietet basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI) unter der eigenen Marke Inkasso an, Mahnwesen als White Label-Lösung. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden startet laut Bense aber immer manuell. Am Anfang stehen etwa die Entwicklung von Szenarien und die Fütterung der Maschine. 1.000 Fälle monatlich benötigt sie zu Beginn, um zum Beispiel zu lernen, wann für welche Endkunden am Tag der beste Zeitpunkt für die Erinnerung ist und welcher Kanal und welche Tonalität jeweils die beste Conversion bringt, also die Zahlung des ausstehenden Betrags.

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Mit einem Augenzwinkern an Zahlung erinnern

Collect AI arbeitet mit Personas, etwa der 23-jährigen Studentin Jenny, die die Zahlungsaufforderung idealerweise um zehn Uhr morgens im Bus zur Uni per SMS erhält. Der Text müsse in diesem Fall nicht ganz streng rüberkommen. "Ja, Jenny, Strom ist durchsichtig, aber die Rechnung musste trotzdem bezahlen", formuliert Bense. Jenny kann in der Regel den ausstehenden Betrag direkt über einen Button begleichen, bei dem verschiedene Bezahlarten hinterlegt sind, das Geld klassisch überweisen oder der Aufforderung widersprechen. Auf Wunsch des Gläubigers setzt Collect AI auch andere Lösungen um, etwa Briefe mit QR-Code für die einfache Überweisung per Mobile Banking.

Weiter geht es zu Exporo, Anbieter für digitale Immobilieninvestments. Key Account Manager Benjamin Graf von Hochberg erklärt, wie sein Unternehmen Projektentwickler und Kleinanleger zusammenbringt. Das Start-up steht vor einer Erweiterung seines Angebots und seiner Zielgruppen. Ein Sparplan soll hinzukommen, außerdem will das Fintech künftig auch institutionelle Investoren ansprechen. Bei der Besichtigung der Büros fällt ein Bildschirm mit unternehmenseigenen Daten ins Auge, die Exporo in Echtzeit misst, wie von Hochberg versichert. Demnach sind noch nicht einmal ein Viertel der Exporo-Anleger weiblich. Seinen Kunden bringt sich das Jungunternehmen regelmäßig mit Fotos und Videos der Immobilienprojekte in Erinnerung. Dies führe dazu, sagt von Hochberg, dass der Kunde im Schnitt alle zwei Monate neu investiere.

Neues Co-Working Space für Fintechs

Nach einem Abstecher in die Speicherstadt zum Digital Hub Logistics und der im Aufbau befindlichen Schiffsfinanzierungsplattform HHX Blue gehen die Safari-Teilnehmer zurück. Und zwar auf eine Baustelle in der Nähe des Ausgangspunkts in der Hafencity, wo sie neben Michael Schweikart vom nachhaltigen Finanzdienstleister Tomorrow auch Hausherr Robert Beddies erwartet. Der Geschäftsführer des Hamburger Betahauses führt in den Räumen herum, die bald zum neuen Zuhause für Fintechs werden. Das Softopening des Finhaven soll im Dezember stattfinden. Wer hier Mitglied ist, darf auch im Betahaus im Schanzenviertel arbeiten, für das Beddies aber keinen Leerstand befürchtet. Im Gegenteil: "Wir würden gerne auch mit dem Betahaus noch weiter wachsen."

Positive Aussichten bestätigt den aufstrebenden Jungunternehmen auch Christopher Hahn in seinem Buchkapitel "Die Start-up-Szene in Deutschland" (Seite 7 f.): "In der Politik wird die Internetwirtschaft auf regionaler und nationaler Ebene umgarnt. Im Bund werden beispielsweise Investments in Start-ups für Investoren besonders gefördert und so die Start-up-Szene unterstützt." Lokal erhoffe man sich positive Auswirkungen sowohl durch den nicht zu vernachlässigenden emotionalen Kreativfaktor als auch die real messbare Wirtschaftsleistung, vor allem durch die nennenswerte Schaffung neuer Arbeitsplätze. "Weitere Unterstützung kommt aus der Old Economy, deren Beteiligte ihre teilweisen digitalen Versäumnisse durch entsprechende online-fokussierte Akquisitionen auszugleichen versuchen", sagt der Springer-Autor. Alles in allem wendeten sich die meinungsbildenden Akteure den aufstrebenden Start-ups zu, sodass diese ihr Wachstum unter sich stetig verbessernden Bedingungen vorantreiben können.

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