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07-12-2020 | Firmenkunden | Nachricht | Article

Ländlicher Mittelstand kommt mit Krise besser zurecht

Author: Angelika Breinich-Schilly

2:30 min reading time

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Zwar hat die Kriese den deutschen Mittelstand mit Wucht getroffen. Doch viele Unternehmen haben in der Vergangenheit gut gewirtschaftet und zeigen sich als widerstandsfähig, so eine aktuelle DSGV-Analyse. Das gilt vor allem auf dem Land.

Im Bezug auf die Umsatzrentabilität und die Eigenkapitalquote geht es mittelständischen Betrieben in ländlichen Regionen Deutschlands besser, als kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Ballungsräumen und Städten. Wie der aktuelle Report "Diagnose Mittelstand 2020" des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) ermittelte, müssen dort die Unternehmen "im Durchschnitt deutlich signifikantere Umsatzeinbußen hinnehmen" als im ländlichen Raum. 

Mittelstand finanziell gut gerüstet 

Nach Verbandsangaben wurden für die Studie rund 450.000 Datensätze zu Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften mit einem jährlichen Umsatzvolumen von bis zu 500 Millionen Euro analysiert. "Dabei wurde bewusst auf eine Umsatzgewichtung verzichtet, um eine Verzerrung der Ergebnisse durch einen unterschiedlichen Mix aus großen und kleinen Unternehmen in ländlichen und städtischen Gebieten zu vermeiden", stellt der DSGV klar.

Insgesamt sei die aktuelle Situation für die deutschen KMU zwar unerwartet, aber diese waren nicht unvorbereitet, so das Fazit des Verbands. In den vergangenen Jahren hätten die Unternehmen große Teile des Gewinns nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert und in das eigene Unternehmen investiert. 

Umsatzprofitabiliät und Eigenkapitel bei ländlichen KMU höher

"Im Durchschnitt verblieben jedes Jahr rund drei Viertel des Gewinns nach Steuern im Unternehmen. Die Eigenkapitalquote stieg von 31,3 Prozent im Jahr 2003 bis auf 38,7 Prozent im Jahr 2019. Diese hohe finanzielle Stabilität ermöglicht den meisten Unternehmen, temporäre Verluste aus eigener Kraft über ihr Eigenkapital zu kompensieren", heißt es in der Studie. Dabei zeigte die Analyse bei der jährlichen Umsatzprofitabilität über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg ein höherer Wert für ländliche KMU. Auch die Eigenkapitalquote sei beim ländlichen Mittelständlern durchweg rund ein Prozentpunkt höher als bei städtischen Wettbewerbern. 

In fast einem Fünftel aller städtischen Sparkassengebiete geben die Firmenberater an, dass mehr als 50 Prozent ihrer mittelständischen Kunden mit signifikanten Umsatzeinbußen von 20 Prozent oder mehr konfrontiert waren. Bei den ländlichen Sparkassen war es nur knapp jeder elfte Berater, bei dem die Gewerbekunden solche hohen Umsatzeinbrüche verkraften mussten. Das habe sich auch auf Faktoren wie die Kurzarbeit ausgewirkt: So lag der Anteil der ländlichen Sparkassengebiete, bei denen mehr als 20 Prozent der KMU ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken mussten, bei rund 50 Prozent. In den Städten waren es knapp acht Prozent mehr. 

Firmenkundenberater rechnen nicht mit Pleitewelle

Mehr als drei Viertel (78,5 Prozent) der Firmenkundenberater in ländlichen Regionen geben an, dass der Lockdown kurzfristig keine große Insolvenzwelle auslösen wird. Sie sagen, dass nur bis zu zwei Prozent ihrer Firmenkunden bis Anfang nächstes Jahres von einer Pleite bedroht seien. Aber auch in den Städten gehen gut 74 Prozent nicht von höheren Insolvenzzahlen aus. 

Die Unternehmen in Deutschland reagieren nach Einschätzung der befragten Fachleute flexibel auf die durch Corona veränderten Bedingungen: 83 Prozent stellten demnach bei ihren Kunden Anpassungen der Geschäftsmodelle fest. So seien zum Beispiel Bekleidungshersteller auf die Produktion medizinischer Schutzausrüstung umgeschwenkt. 

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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