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2021 | OriginalPaper | Chapter

7. Framing

Author : Jan Schedler

Published in: Rechtsterrorismus

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

In der Analyse politischer Gelegenheitsstrukturen konnten gesellschaftliche Kontextfaktoren für bewegungsinterne Radikalisierungsprozesse herausgearbeitet werden. Die Untersuchung von Radikalen Milieus und Ressourcenmobilisierung hat aufgezeigt, wie die Dynamiken der Bewegung, die Entwicklung von Strukturen, Mobilisierungsverläufe und politische Praxis die Radikalisierung beeinflusst haben. Dabei ist bereits an verschiedenen Stellen deutlich geworden, dass die Konstruktion der Wirklichkeit und damit die Interpretation gesellschaftlicher Entwicklungen und politischer Ereignisse durch Bewegungsakteur*innen eine signifikante Rolle für deren Mobilisierung und auch für die Radikalisierung zu terroristischer Gewalt zukommt.

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Footnotes
1
Im Brandschutt der letzten NSU-Wohnung in Zwickau wurde eine entsprechende Liste gefunden. Mit dem Weissen Wolf und dem Magazin Der Fahnenträger ist für zwei dieser Zeitschriften ein Eingang des Schreibens incl. 500 € bestätigt und dementsprechend wahrscheinlich, dass dieser auch den anderen zugegangen sein dürfte.
 
2
Vgl. bspw. die Folk-Lieder des sogenannten Irish Rebel oder aktuell die Nashids islamistischer Prägung (vgl. https://​www.​bmi.​bund.​de/​SharedDocs/​Downloads/​DE/​Themen/​Sicherheit/​Extremismus/​salafismus_​2.​pdf?​_​_​blob=​publicationFile).
 
3
„Hans Westmar“ ist ein Pseudonym, hinter dem sich Henry Fiebig und Christian Scholz verbergen, vgl. Maegerle 2002: 166; gegen Fiebig und Scholz ermittelte die Bundesanwaltschaft deswegen nach §129a (Bildung einer terroristischen Vereinigung), vgl. Antifaschistisches Autorenkollektiv 1996: 54.
 
4
Bei der NSDAP-AO handelte es sich um einen maßgeblich von Einzelpersonen aus den US und Kanada sowie Deutschland betriebenen Versuch, in Deutschland eine neue NSDAP aufzubauen.
 
5
Dabei handelte es sich um eine erstmals Anfang 1945 herausgegebene „Kleinkriegsanleitung“, die für die historische Werwolf-Organisation des Nationalsozialismus gedacht war, die im Fall einer drohenden Niederlage hinter den feindlichen Reihen Attentate verüben sollte.
 
6
Ursprünglich 1957 von einem Major der Schweizer Armee verfasst und in Deutschland seit 1988 indiziert
 
7
Schon lange bevor das Internet populär wurde, brachten Neonazis ebenfalls in den 1990er Jahren eine „Werwolf-Diskette“ mit Hinweisen zur Herstellung von Sprengstoff und Ähnlichem in Umlauf. Ebd., Vgl. Maler 1996: 579
 
8
Die Vorwürfe richteten sich dabei nicht nur gegen den Staat und die etablierten Parteien, sondern ebenso gegen die Gewerkschaften. So warf man dem DGB vor, dieser vertrete „kaum mehr die Interessen deutscher Arbeitnehmer. Pro-Ausländerkampagnen ersetzen die Gewerkschaftsarbeit.“ (Neue Thüringer Zeitung 1998)
 
9
Das Lied erschien zwar nur auf einem Demoband, bundesweit kursierten aber Kopien unter den Fans (vgl. Flad 2002: 95, FN 10), zudem werden sie regelmäßig als Bootlegs wieder neuaufgelegt (vgl. ebd.).
 
10
Passagen aus den Titeln „Der Hetzer“ und „Wacht an der Spree“ von der CD „Ran an den Feind“ der Gruppe „Landser“, zitiert aus Brandenburgisches Oberlandesgericht 2004: 18.
 
11
Der Dateiname „ALI.000“ verwendet zudem bereits die gleiche Kennung, die der NSU später zum Archivieren der gemachten Fotos ihrer sterbenden Opfer nutzte (vgl. Heise u. a. 2011: 34).
 
12
In der Praxis stößt die Umsetzung dieser theoretischen Prämissen jedoch immer wieder auf Unverständnis von Aktivist*innen. So sorgte die Kritik an deutschen Kriegsverbrechen während des zweiten Weltkriegs in der Rede eines ausländischen Redners beim von Ralf Wohlleben organisierten „Fest der Völker“ der NPD in Jena 2005 für Unmut unter den Anwesenden Neonazis, ebenso die Rede eines osteuropäischen Redners.
 
13
Dass dies von allen relevanten Akteuren in der Bewegung geteilt wurde, zeigt ein gemeinsam von NPD und Vertreter*innen der ‚Freien Kameradschaften‘ erarbeiteter Beitrag, in dem es heißt, der nationale Widerstand sei sich einig, dass die ethnische Durchmischung des deutschen Volkes erzwungen sei und dieses deshalb Gefahr laufe, Opfer eines Völkermordes zu werden (zitiert nach Grumke 2002: 45).
 
14
Interview mit Katja Lane in: Blood & Honour Division Deutschland (o. J.), Nr. 8: 32.
 
15
Noch deutlicher benannt wird dieser Zusammenhang im Magazin der rechtsterroristischen Gruppe VAM aus Schweden, weshalb diese Passage hier exemplarisch wiedergegeben wird: „The DEATH OF THE WHITE RACE is eternal. Our race- the creator of law, justice, technology, medicine and practically everything of real value- as it moves toward extinction prepares the collapse of civilisation. […] Racial compatriots, regard the magnificent white race. Think of our children’s future. THINK, WHITE ARYANS! We stand on the threshold of annihilation; the next generation will be hopelessly outnumbered by the other races.[…] Something must happen NOW; this is our last chance…“ „We must fight for our own kind, or vanish just like thousands of other races. Share the cause with other racially conscious militant white Aryans; raise your sword against ZOG! DO it NOW; time is short…“ (Storm 1991, Nr. 4, Hervorhebungen im Original, zitiert nach Bjørgo 1997a: 156.)
 
16
Onkel Tom/Konspiratives Redaktions-Kollektiv (2003.): „Vorwort zu ersten Ausgabe“, in: Stormer. Die deutsche Fassung, S. 2, Fehler und Hervorhebungen im Original. Beim Stormer handelt es sich um ein Magazin aus dem Kreis von Combat18. Hierbei handelt es sich nicht um eine Übersetzung des gleichnamigen englischen Originals, sondern ein eigenständiges Magazin, von dem aber keine weiteren Ausgaben bekannt geworden sind.
 
17
Beim Großteil der Musikveröffentlichungen sind die Texte vor der Veröffentlichung juristisch geprüft, allerdings gibt es immer wieder Bands, die versuchen, die Identität der Mitglieder geheim zu halten und die illegal Musik mit strafrechtlich relevanten Texten verbreiten.
 
18
Vehement vertreten wurde diese krude Vorstellung unter anderem vom deutschen Neonazi Horst Mahler. Vgl. Mark Weitzman (2006): „Antisemitismus und Holocaust-Leugnung“, in: Greven/Grumke 2006: 59.
 
19
Ich nutze die aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung zur Bezeichnung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transexuellen/transgender und intersexuellen Menschen.
 
20
Hier findet Sprinzaks Theorie einer Split-Delegitimation Bestätigung (vgl. Sprinzak 1995).
 
21
Ein ehemaliger Polizist hatte sie dort gesehen, nachdem er am Vorabend Fahndungsbilder von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt in der MDR-Sendung Kripo live gesehen hatte. Zschäpe bestätigt, an dem Tag in Berlin gewesen zu sein. An eben diesem Tag hat eine Telefonüberwachung des sächsischen Verfassungsschutz den NSU-Unterstützer Jan Werner im Bereich der Synagoge lokalisiert, wenige Wochen später wurde Werner bei einer Observation in Berlin in Begleitung einer Frau gesehen, die zwei kleine Kinder hatte und deren Äußeres zur Beschreibung der an der Synagoge anwesenden, zweiten weiblichen Person passt (vgl. Hoffmann/Elberling 2016).
 
22
Entweder handelt es sich dabei um illegale Bands wie Macht & Ehre, Kommando Freisler oder Landser oder Bands nehmen eine Indizierung in Kauf und setzen darauf, vor dieser – in der Regel eine ganze Zeit dauernden – Bewertung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien möglichst viele CDs abzusetzen, die von den einschlägigen Versänden dann bereits mit dem Hinweis beworben werden, sich ein Album vor der Indizierung zu sichern.
 
23
Die Gruppe bezeichnete sich selbst zumeist als Brüder Schweigen, wird jedoch in der Fachliteratur ebenso wie von Neonazis zumeist nur The Order oder Silent Brotherhood genannt. Ausführlich zu „The Order“: Kevin Flynn/Gary Gerhardt (1995): The Silent Brotherhood, New York.
 
24
Dies Forum war in den Jahren 2000–2005 das wichtigste Austausch -
und Mobilisierungsmedium des deutschsprachigen Neonazismus.
 
25
Bei diesen ist dies belegt. Bei Interpreten wie den genannten kann aber mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens von allen im NSU-Netzwerk gehört worden sein werden, bewegten sie sich doch alle auch in der rechten Jugendkultur, in der diese zu den absoluten Stars gehören.
 
26
Ein beliebtes Motiv in der Bewegung ist denn auch eine Ahnenreihe von schwertschwingenden Wikingern über NS-Soldaten bis hin zu bewaffneten Neonazis der Gegenwart. Vgl. Titelbild des Neonazimagazins Donnerschlag (2001), Nr. 8, Faksimile in: Flad 2002: 111.
 
Metadata
Title
Framing
Author
Jan Schedler
Copyright Year
2021
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-00137-7_7

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