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12-06-2024 | Führungsqualität | Im Fokus | Article

Deutsche Beschäftigte sind zunehmend unzufrieden

Authors: dpa, Andrea Amerland

2:30 min reading time

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Schlechte Stimmung am Arbeitsplatz? Einer Umfrage zufolge sinkt die Lebenszufriedenheit der Arbeitnehmer in Deutschland im weltweiten Vergleich. Gleichzeitig bleibt das Stresslevel hoch.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind zunehmend unzufrieden mit ihrem Leben. Das geht aus einer Befragung des Beratungsunternehmens Gallup hervor. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Befragten fühlen sich demnach zufrieden und schauen zuversichtlich in die Zukunft. Im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres sank der Wert um acht Prozentpunkte. Im europäischen Vergleich landet Deutschland damit auf dem 20. Platz. Angeführt wird das Ranking in Europa von Finnland mit 83 Prozent, Dänemark mit 77 Prozent und Island mit 76 Prozent. 

Stresslevel bleibt hoch und macht wütend

Das Stresslevel in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr zwar um einen Prozentpunkt verbessert, bewegt sich im europäischen Vergleich mit 41 Prozent trotzdem weiterhin im vorderen Drittel. Damit fühlen sich deutsche Beschäftigte auch deutlich angespannter als ihre Nachbarn aus Österreich (35 Prozent) und der Schweiz (30 Prozent). 

Rund ein Viertel der gestressten DACH-Befragten macht die Belastung wütend. In konkreten Zahlen bedeutete dies für Deutschland, dass am Tag der Befragung rund 4,4 Millionen Arbeitnehmende aufgrund von Belastung am Arbeitsplatz aggressiv oder zumindest aufgebracht waren. Das liege oftmals daran daran, dass starke Beanspruchung von Führungskräften nicht wahrgenommen werde oder diese nichts unternehmen, um gegenzusteuern, urteilen die Gallup-Experten.

"Die Kombination aus gesunkener Lebenszufriedenheit und immer noch überdurchschnittlich hohem Stress kann darauf hindeuten, dass die Befragten zunehmend das Gefühl haben, viele der Faktoren, die ihr Leben bestimmen, nicht selbst beeinflussen zu können", sagte Marco Nink, Gallups Forschungsleiter für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.

Auch in Deutschland gebe es Unternehmen, bei denen über 60 Prozent der Mitarbeitenden emotional hoch gebunden sind, so Nink weiter. Diese Unternehmen trieben das Thema Führungsqualität allerdings aktiv voran und sorgten so dafür, dass sie ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit steigern, beispielsweise durch weniger Fehlzeiten, geringere Fluktuation, höhere Qualität und größere Kundenzufriedenheit, die zu Folgegeschäft führe.

Nachholbedarf bei Mitarbeiterbindung

Die Zahlen für Europa zeigen zudem, dass Beschäftige ohne emotionale Bindung zum Unternehmen deutlich weniger zufrieden und zuversichtlich sind (34 Prozent) als Beschäftige mit einer hohen emotionalen Bindung zum Arbeitsplatz (58 Prozent). "Überall auf der Welt wollen Arbeitnehmende als Menschen und nicht nur als Ressource gesehen werden", sagte Nink.

Doch laut Umfrage hapert es in Europa genau daran. Im Vergleich mit anderen Weltregionen weist Europa den niedrigsten Grad an hoher emotionaler Mitarbeiterbindung (13 Prozent) auf. Der globale Durchschnitt liegt bei 23 Prozent. In Deutschland liegt der Wert bei 15 Prozent, vor Österreich (zehn Prozent) und der Schweiz (neun Prozent).

Für den Bericht "Gallup State of the Global Workplace 2024" wurden in 145 Ländern rund 128.000 Beschäftigte telefonisch zwischen April 2023 und März 2024 befragt, davon etwa 16.000 Interviews in 38 europäischen Ländern geführt. Die Auswahl der Befragten erfolgte dabei zufällig. 

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