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26-03-2019 | Gebäudebetrieb | Im Fokus | Article

Klimaschutz im kommunalen Gebäudebereich

Author:
Christoph Berger

Rathäuser, Kindergärten oder Grundschulen: Kommunale Liegenschaften sind im Bereich der Gebäudeautomation oftmals nicht auf dem Stand der Technik. Durch das Projekt SmartRathaus soll dies geändert werden.

Seit September 2018 wird in der Stadt Borkum an maßgeschneiderten Ansätzen zur Energieeinsparung gearbeitet. Mit digitaler Steuer- und Regeltechnik soll Energie eingespart und so das Klima, aber auch die Gemeindekasse geschont werden – auch ausführlich besprochen im Abschnitt "Gebäudeautomation" des Kapitels "Elektrotechnik" (Seite 558) im Springer-Fachbuch "Technischer Ausbau von Gebäuden". Die Maßnahmen umfassen Lösungen in den Bereichen Wärme- und Kälteversorgung sowie deren Verteilung, Lüftung und Klimatisierung sowie schließlich die Außen- und Innenbeleuchtung. Dabei werden zunächst die Liegenschaften Rathaus, Kindergarten und Grundschule einer entsprechenden Analyse unterzogen. Darauf aufbauende Praxishilfen sollen später eine großflächige Übertragbarkeit auf andere kommunale Liegenschaften garantieren.

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Energie-Management

Energieeffizienz, Fernüberwachung, Komfortgewinn – Gebäudeautomation ist für die Entwicklung von Smart Energy Grids eines der interessanten Themen im Portfolio der praktischen Anwendung von Industrie 4.0. Eine intelligente Gebäudevernetzung trägt dazu bei, dass sich Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz gleichermaßen steigern lassen – sowohl in den eigenen vier Wänden, dem Smart Home, als auch in Smart Energy Grids.


Borkum ist zusammen mit vier weiteren Kommunen Modellkommune im vom Bundesumweltministerium geförderten Klimaschutzprojekt SmartRathaus der Deutschen Umwelthilfe (DUH) – die Gemeinden sollen beispielhaft für die mehr als 10.000 kleinen und mittleren Kommunen stehen, ihre zu analysierenden Gebäude stellvertretend für mehr als 170.000 kommunale Liegenschaften in Deutschland. In diesen werden laut DUH mit Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Infrastruktur Unmengen an Energie verschluckt.

Oft noch händische Einstellungen

So geht es in Borkum beispielsweise um energieeinsparende Lösungen für das 1910 erbaute Rathaus, das unter Denkmalschutz steht. Auch ein zu untersuchender Kindergarten und eine Grundschule stehen teilweise unter Denkmalschutz – Voraussetzungen, die zum einen eine individuelle Beratung benötigen, daneben aber auch in vielen anderen Kommunen Deutschlands in ähnlicher Weise zu finden sind. Von einer Vorbild- beziehungsweise Best Practice-Funktion wird auch aus Hessen berichtet, im Kapitel "Maßnahmen der Stadt Ortenberg zur Engerieeinsparung" im Springer-Fachbuch "Klimaneutralität – Hessen 5 Jahre weiter".

Kommunen hätten das Problem des Energieverbrauchs einerseits und die Potenziale der Energieeinsparung andererseits erkannt und würden daher zum Beispiel bereits die Heizungsanlagen in den Ferien herunterregeln, meist händisch, oder die Beleuchtung in öffentlichen Bereichen mithilfe von Bewegungsmeldern und Hauptschaltern steuern. Doch, so Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH: "Digitale Alternativen erlauben eine viel feinere und ausgefeiltere Steuerung in den Gewerken – das reduziert den Energiebedarf und erhöht häufig sogar noch den Komfort für die Nutzer." Demnach schreibt auch Hartmut Frey im Kapitel "Energie-Management" des Springer-Fachbuchs "Energieautarke Gebäude": "Für das reibungslose Zusammenspiel der einzelnen Komponenten einer intelligenten, dezentralen und nachhaltigen Gebäudeenergieversorgung ist ein Gebäudemanagementsystem notwendig. Es umfasst das gesamte Controlling und Monitoring der Energieerzeuger, -speicher, -verbraucher und des Raumklimas. Zur Optimierung der Energieerzeugung und -speicherung muss auch die Wettervorhersage für den Standort des entsprechenden Gebäudes integriert werden."

Großer Aufwand für Kommunen

DUH-Experte Holzmann hat jedoch auch festgestellt, dass der Einstieg in digitale Alternativen gerade für die kleinen und mittleren Kommunen mit einem hohen Aufwand verbunden ist – gerade im Hinblick auf Wissen und Personal. Dies soll sich durch das auf drei Jahre angesetzte Projekt ändern, mit dem den Gemeinden passende Werkzeuge an die Hand gegeben werden sollen, um im digitalen Gebäudemanagement aktiv zu werden. Unterstützung erfährt das Projekt dabei auch durch das Institut für Gebäude- und Energiesysteme (IGE) der Hochschule Biberach, das für jede der fünf Modellkommunen zusammen mit der DUH im Laufe des Projekts maßgeschneiderte Ansätze zur Energieeinsparung in bis zu drei kommunalen Liegenschaften entwickelt.

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