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10-05-2017 | Gesamtbanksteuerung | Nachricht | Article

Bafin fordert differenzierteren Ansatz für die Regulierung

Author:
Barbara Bocks
2 min reading time

 

Die Finanzaufsicht Bafin macht sich dafür stark, kleinere Institute bei ihren regulatorischen Anforderungen zu entlasten. Das ist aber nicht das einzige Thema, das den Aufsehern derzeit unter den Nägeln brennt.

Die Pläne der EU-Kommission, kleinere Institute regulatorisch zu entlasten, gehen Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nicht weit genug. "Wir brauchen einen differenzierten Ansatz", forderte er auf der Jahrespresseveranstaltung am 9.5.2017. So soll es laut Ansicht der Bafin Erleichterungen für kleinere Institute geben, wenn dadurch "der administrative Aufwand ohne Schaden für die Risikotragfähigkeit minimiert werden kann". Dennoch dürften die nach der Krise verschärften Anforderungen an Eigenkapital und Liquidität auch nicht für kleinere Banken aufgeweicht werden, heißt es seitens der Bafin weiter.

Auch beim Thema Bankentgelte positioniert sich die Aufsicht klar. Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, müsse akzeptieren, "dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen", sagt Bafin-Präsident Felix Hufeld laut Medienberichten. Auch aus Sicht von Dr. Nils Beier, Leiter der deutschen Bankenpraxis bei Accenture Strategy, ist die Diskussion um neue Gebühren nachvollziehbar. Schließlich spitze sich die Ertragslage der Institute drastisch zu.

"Grundsätzlich Spielraum für höhere Gebühren"

An der Kostenschraube für bislang frei zugängliche Services anzusetzen, hält Beier jedoch für die Institute "nicht für erfolgversprechend". Solange nicht alle Marktteilnehmer mitziehen, würden Kunden Beier zufolge ins Lager der Konkurrenz wechseln. Auf Grundlage der vergleichsweise günstigen Preisstruktur besteht laut Beier im deutschen Bankenmarkt grundsätzlich Spielraum für höhere Gebühren, "allerdings nur, wenn Banken und Sparkassen ihren Kunden einen entsprechenden Mehrwert entgegenstellen".

Gerade beim Thema IT-Sicherheit von Banken sieht die Bafin noch großen Verbesserungsbedarf. Wer meine, er sei "auf der sicheren Seite, wenn er nur hier und da ein wenig an seinem IT-System herumbastelt, sitze einem gefährlichen Irrtum auf", so Hufeld. Auch Beier von Accenture Strategy bemängelt die veralteten IT- und Geschäftsstrukturen zahlreicher Institute. Viele Prozesse könnten laut Beier deutlich stärker gestrafft oder automatisiert werden. "Genau hier liegen die Kostenpunkte, die in einem angespannten Umfeld über Gewinn oder Verlust entscheiden", resümiert er.

Mit der generellen Ertragslage und Stabilität des deutschen Bankensektors im Niedrigzinsumfeld wird sich auch der aktuelle Stresstest der Bafin beschäftigen. Dafür sammelt die Behörde noch bis Ende Juni Daten der deutschen Institute ein.

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