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14-03-2022 | Gesamtbanksteuerung | Kolumne | Article

Green Change generiert neue Wachstumschancen für Banken

Author: Maria Meermeier

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Die wenigsten Menschen assoziieren Nachhaltigkeit mit der Finanzbranche. Umso wichtiger ist es für Banken, entsprechende Werte im Kerngeschäft zu verankern und mit holistisch nachhaltigen Initiativen dafür zu sorgen, dass sich Kunden wie Mitarbeitende mit dem Kreditinstitut identifizieren.

Der Green Change kommt im Finanzsektor an: Künftig wird das Thema Nachhaltigkeit verpflichtend in die Beratung von Kunden einfließen. So wollen es entsprechende Vorgaben, die die Europäische Kommission mit der Anpassung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) kürzlich veröffentlichte. Die Änderungen dieser Richtlinie sollen ab August 2022 stufenweise in Kraft treten. Der nachhaltige Wandel wird also auch von regulatorischer Seite massiv vorangetrieben. Die von der Europäischen Kommission geforderten Anpassungen wirken sich folglich einerseits auf das Produktportfolio von Banken aus, andererseits auf die Menschen, die dieses Portfolio gestalten und repräsentieren. 

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Nachhaltigkeit in der Gesamtbanksteuerung

Mit dem europäischen Green Deal stellt die EU-Kommission eine Antwort auf die vom Klimawandel ausgehende Gefahr für die Menschheit und die Ökosysteme der Erde vor. Es handelt sich um eine neue Wachstumsstrategie, die zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt. Vor diesem Hintergrund ist es für Kreditinstitute erforderlich, Klimarisiken auf geeignete Art und Weise in der Gesamtbanksteuerung zu berücksichtigen.

Einfluss der Mitarbeitenden erkennen und fördern

Eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie lebt vor allem davon, dass die Mitglieder einer Organisation diese verinnerlichen und ihr Handeln entsprechend anpassen. Entscheidend ist folglich, dass die Verantwortlichen bei Kreditinstituten beim Thema Nachhaltigkeit zuerst an die eigene Organisation und die Mitarbeitenden denken - in den sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen. Gelingt es den Banken, der eigenen Belegschaft die Wirksamkeit ihrer nachhaltigen Produkte und Services, aber auch ihre Selbstwirksamkeit zu vermitteln, ist viel geschafft. Dieses Etappenziel wird sich automatisch auch im Umgang mit den Kunden und letztlich auch in den Geschäftszahlen positiv widerspiegeln.

Damit das Vorhaben gelingt, ist es zentral im Unternehmen festzuschreiben. Nachhaltigkeit darf nicht in die Hände von Satelliten-Einheiten verortet oder ausgelagert werden. Das Kerngeschäft bietet hingegen den perfekten Anker. Denn daran sind alle in einer Organisation tätigen Menschen beteiligt und packen mit an. So kann das Thema Nachhaltigkeit organisch in allen operativen Geschäftszweigen implementiert und von den Mitarbeitenden erfahren und erlebt werden. Nur wenn der Green Change von innen heraus und silo-übergreifend organisiert ist, gelingt die Transformation.

Die GLS beispielsweise nimmt das eigene Kerngeschäft in den Fokus und beweist damit ernsthaftes Commitment: Weithin bekannt als eine der ersten nachhaltigen Banken, setzt sie auf Leuchttürme, die stärkeren Einfluss auf das Kerngeschäft haben. Beispielweise auf den unabhängigen Anlageausschuss, der aus internen und externen Fachleuten besteht und alle Investitionsvorschläge auf Konformität zu den GLS-Grundsätzen prüft.  

Initiativen schaffen Identifikation

Indem Nachhaltigkeit nach außen strahlt, vermittelt sie die Werte des eigenen Unternehmens. Nach innen sorgt der grüne Wandel idealerweise dafür, dass sich Menschen mit ihrer Organisation identifizieren. Die Landesbank Baden-Württemberg hat bereits einige solcher Initiativen im Bereich Klimaneutralität hervorgebracht. Unter anderem etablierte die Unternehmensführung in der Stuttgarter Zentrale eine groß angelegte Ladeinfrastruktur für die E-Fahrzeuge der Mitarbeitenden und Kunden. 

Zudem visualisierte man in einigen Kantinen der LBBW den CO2-Fußabdruck verschiedener Lebensmittel und zeigt so mit Hilfe von Fakten statt erhobenem Zeigefinger den Impact der eigenen Ernährungsentscheidungen auf. Die Initiative der LBBW ist für die breite Masse greifbar und lässt sich leichtfüßiger erzählen. Im Idealfall schaffen es Banken in Zukunft, ihre nachhaltigen Angebote für Kunden und Mitarbeitenden gleichermaßen relevant zu gestalten.

Keine Zukunft ohne grüne Initiativen

Jedes Unternehmen sollte sich individuell durch die Herausforderungen navigieren, die ein holistischer, nachhaltiger Wandel erfordert. Anhand ihrer individuellen Rahmenbedingungen müssen Unternehmen den eigenen Startpunkt definieren und die notwendigen Maßnahmen ableiten, um eine neue Art des Wachstums zu ermöglichen. Denn eines ist sicher: Das Thema Nachhaltigkeit ist gekommen, um zu bleiben. Es wird keine Zukunft mehr ohne grüne Initiativen geben. Umso wichtiger ist es, dass Entscheider im Finanzsektor frühzeitig Ziele festlegen und geeignete Maßnahmen finden, die nicht nur das Überleben des Unternehmens sichern, sondern auch für neues Wachstum sorgen.

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