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2016 | Book

Gesellschafter und Geschäftsführer im Transaktionskonflikt

Lösungen für den Unternehmensverkauf aus der Perspektive des Gesellschafters

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Florian Holstein zeigt in seinem Buch auf, wie der veräußernde Gesellschafter in der Transaktionsphase trotz des bestehenden Principal-Agent-Konflikts seine Interessen gegen den nicht seinem Willen entsprechend agierenden Fremdgeschäftsführer durchsetzen kann. Die Rechtsordnung bietet – so die Analyse des Autors – dem Gesellschafter neben den in der Praxis gängigen monetären Incentivierungen vor allem auf Ebene des Schadensrechts Ansatzpunkte für eine Harmonisierung der gegenläufigen Interessen. Dabei eignen sich besonders Direktansprüche aufgrund einer sittenwidrigen Schädigung. Derartige Ansprüche bestehen unabhängig von der fehlenden Sonderverbindung zwischen Gesellschafter und Geschäftsführer, beeinträchtigen das gesellschaftsrechtliche Haftungssystem nur minimal und ermöglichen eine punktuelle Lösung der Transaktionsproblematik.

Table of Contents

Frontmatter
1. Einführung
Zusammenfassung
Entschließt sich der Gesellschafter einer GmbH, seine Geschäftsanteilsmehrheit zu veräußern, kann dies tiefgreifende Einschnitte für die Beschäftigten nach sich ziehen. Speziell für den Fremdgeschäftsführer der Zielgesellschaft (Target) ergeben sich durch den Verkauf in der Regel elementare Veränderungen. Diese können von der völligen Neuausrichtung der Unternehmens- oder Führungsstrategie bis hin zum Austausch des Managements reichen. Daher wird er, sobald er von den Verkaufsplänen erfährt, versucht sein, die Verhandlungen in seinem eigenen Sinne zu beeinflussen. Dies kann ihm besonders gut gelingen, wenn der veräußernde Gesellschafter dem Unternehmen bisher ferngestanden hat und nicht in das Tagesgeschäft involviert war. In diesem Fall ist der Gesellschafter in hohem Maße auf die Mithilfe des Geschäftsführers angewiesen. Nur wenn der Gesellschafter über das Unternehmen und seine Potentiale detailliert informiert ist sowie sämtliche für den Kaufpreis relevanten Größen überblicken kann, lassen sich die Verkaufsverhandlungen für ihn gewinnbringend führen. Über dieses Insiderwissen verfügt aber gewöhnlich allein der mit den täglichen Geschäften betraute Geschäftsführer.
Florian Holstein
2. Kapitel: Problematik des Interessenkonflikts zwischen dem Fremdgeschäftsführer und dem veräußernden Gesellschafter
Zusammenfassung
Die geplante Unternehmensveräußerung greift gravierend, wie kaum eine andere Einzelentscheidung, in die bestehenden Verhältnisse von Managern und Gesellschaftern ein. Besonders für den Geschäftsführer der Zielgesellschaft ergeben sich durch den Verkauf elementare Veränderungen. Die nach der Transaktion möglichen betrieblichen Umgestaltungen des Targets durch den neuen Anteilseigner können von der völligen Neuausrichtung der Unternehmens- oder Führungsstrategie bis hin zum Austausch des Geschäftsführers reichen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass den teilweise gegensätzlichen Interessen der Beteiligten im Transaktionsprozess eine besondere Bedeutung zukommt.
Florian Holstein
3. Kapitel: Ökonomische Ansätze zur Auflösung des zwischen dem Fremdgeschäftsführer und dem veräußernden Gesellschafter bestehenden Interessenkonflikts
Zusammenfassung
Die Agency-Theorie betrachtet die Konsequenzen einer asymmetrischen Informationsverteilung im Zusammenhang mit Interessengegensätzen innerhalb einer zwischen dem Agent und dem Principal bestehenden Auftragsbeziehung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der optimalen Gestaltung der von asymmetrischer Informationsverteilung geprägten Auftragsbeziehung. Diese liegt vor, wenn sich der Agent im Sinne des Principals verhält. Gemäß dem Menschenbild des homo oeconomicus verhält sich der Agent rational und handelt zur Maximierung des erwarteten ökonomischen Nutzens. Er strebt daher nach der Optimierung seiner Eigeninteressen, die nicht mit den Interessen des Principals korrespondieren müssen. Zur Herbeiführung eines loyalen Verhaltens sind daher beeinflussende Maßnahmen erforderlich.
Florian Holstein
4. Kapitel: Strafrechtliche, mittelbare zivilrechtliche und gesellschaftsrechtliche Sanktionen als Ansatz zur Auflösung des Principal-Agent-Konflikts in der Transaktionsphase (negativer Anreiz)
Zusammenfassung
Strafrechtliche, zivilrechtliche und gesellschaftsrechtliche Ansprüche könnten durch ihre präventive und restriktive Wirkung zur Auflösung des zwischen dem Gesellschafter und dem Geschäftsführer bestehenden Interessenkonflikts beitragen, wenn der Geschäftsführer die drohenden Haftungsrisiken in seine Verhaltensentscheidungen einbezieht oder für die entstandenen Schäden persönlich einstehen muss.
Florian Holstein
5. Kapitel: Zivilrechtliche und gesellschaftsrechtliche Direktansprüche des veräußernden Gesellschafters gegen den Geschäftsführer
Zusammenfassung
Im Folgenden ist zu eruieren, ob Direktansprüche im Verhältnis zwischen dem veräußernden Gesellschafter und dem Geschäftsführer bestehen, um durch den Druck von Schadensersatzansprüchen den Geschäftsführer präventiv zu einem loyalen Verhalten zu bewegen oder zumindest restriktiv eine Schadenskompensation herbeizuführen. Direktansprüche werden bisher überwiegend abgelehnt oder an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft, da eine direkte Sonderverbindung zwischen dem Geschäftsführer und den einzelnen Gesellschaftern grundsätzlich nicht bestehe. Vielmehr bilde § 43 Abs.2 GmbHG mit der Haftungskonzentration der Organe auf die Gesellschaft die Grundlage eines innerverbandlichen Haftungssystems. Demnach hafte der Geschäftsführer für Pflichtverletzungen bei der Geschäftsführung nur der Gesellschaft gegenüber. Eine Haftung gegenüber Gesellschaftern und sonstigen Dritten sei grundsätzlich ausgeschlossen. Dadurch solle gewährleistet werden, dass die Ersatzleistung des Organs allen Gesellschaftsgläubigern und Gesellschaftern in gleicher Weise zugutekomme
Florian Holstein
Backmatter
Metadata
Title
Gesellschafter und Geschäftsführer im Transaktionskonflikt
Author
Florian Holstein
Copyright Year
2016
Electronic ISBN
978-3-658-13271-2
Print ISBN
978-3-658-13270-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-13271-2

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