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03-06-2020 | Gesundheitsmanagement | Im Fokus | Article

Arbeiten in der neuen Normalität

Author:
Richard Jager
4 min reading time

Die Corona-Pandemie prägt die Arbeitswelt nachhaltig. Mit angepassten Prozessen bleiben Organisationen in der neuen Normalität handlungs- und arbeitsfähig. Was zu beachten ist, wenn Mitarbeiter ins Büro zurückkehren, erläutert Randstad-CEO Richard Jager.

Die ersten Lockerungen der Schutzmaßnahmen in Deutschland sind umgesetzt, doch einige Einschränkungen wie physische Distanz werden die Menschen noch eine Weile begleiten. Viele Unternehmen stellen sich die Frage: Wie gelingt ein erfolgreicher Wiedereinstieg in die neue Normalität mit und nach Corona? Wer sich auf die nachhaltige Veränderung der Arbeitswelt einstellt, und bereit ist, sich anzupassen, ist den ersten Schritt zur sicheren Rückkehr an die Arbeit bereits gegangen.

In Corona-Zeiten sicher ins Büro zurückkehren

Eine besonders große Rolle spielt in der neuen Normalität das richtige Gesundheits- und Sicherheitsmanagement. Die nötigen Anpassungen betreffen viele Bereiche der Arbeitswelt. Doch wie sehen wirksame Lösungsansätze aus?

  1. Oft erweisen sich Digitalisierungsmaßnahmen als sinnvoll, um zum Beispiel Abstandsregelungen umzusetzen. Im Personalmanagement geht das mit digitalen Tools. Vom Recruiting bis zum Mitarbeitergespräch helfen Online-Anwendungen, den Arbeitsalltag kontaktfrei zu meistern und doch im persönlichen Austausch zu bleiben.
  2. Flexible Arbeitsmodelle erhalten einen hohen Stellenwert. Sie helfen Kontakte auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz zu reduzieren. Dies schließt auch das Arbeiten im Homeoffice ein. Hier haben Unternehmen nachgerüstet. Vor der Pandemie boten lediglich 39 Prozent ihren Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice an. In 39 Prozent der Fälle blieb das Angebot ungenutzt. Dies zeigt die Randstad-ifo Personalleiterbefragung (Q2 2019).
  3. Mit kleineren Teams in mehreren Schichten fördern Arbeitgeber ebenfalls die Kontaktvermeidung. Je weniger Menschen gemeinsam an einem Ort sind, desto mehr Platz haben sie, um sicher und mit ausreichend Abstand zueinander zu arbeiten. Für freie Wege zur Arbeitsstätte und reduzierte Kontakte am Arbeitsplatz eignet sich zudem die Arbeit in Schichten. Unterschiedliche Pausenzeiten unterstützen diese Maßnahmen.
  4. Ein agiler Führungsstil ist gefragt. Erfolgreich ist in Zeiten wie diesen nicht, wer alle Herausforderungen im Alleingang an der Spitze bewältigen will. Vielmehr ist schnelles und flexibles Agieren von Bedeutung und Vertrauen in die Leistung von Mitarbeitern sowie Experten. Denn jetzt kommt es darauf an, voneinander zu lernen und schnell tragfähige Maßnahmen zu entwickeln. Wer als Führungskraft Werte wie diese vorlebt, schafft Stabilität für das sichere und produktive Arbeiten in der neuen Normalität.
  5. Arbeitsplätze umgestalten und beispielweise Büros neuaufteilen oder Schutzwände aus Plexiglas aufstellen ist wichtig. Hinweise wie Markierungen oder Vorsprünge auf Böden, Wänden und Übergängen sind ebenfalls gute Mittel, um an Sicherheitsabstände zu erinnern. Farbige Markierungen weisen darauf hin, welche Bereiche häufigem Kontakt ausgesetzt sind und erinnern gleichzeitig an das Waschen der Hände und das Wechseln der Schutzausrüstung.
  6. Eine verantwortliche Person als Mentoren zu ernennen hilft Mitarbeitern bei der Eingewöhnung an die neue Arbeitswelt. Sie stattet Personal bei Bedarf mit nötigen Materialien aus und erinnert sie regelmäßig an wichtige Hygiene- und Schutzmaßnahmen.
  7. E-Learning-Angebote machen Mitarbeiter mit den neuen Gegebenheiten am Arbeitsplatz vertraut. Webinare funktionieren von Zuhause aus und ermöglichen den persönlichen Austausch zwischen Teilnehmern und Ausbildern.

Bei Rückkehr aus Homeoffice Mitarbeitersorgen ernst nehmen

Die richtigen Vorbereitungen helfen dabei, Mitarbeiter so schnell und so sicher wie möglich in den Arbeitsprozess zurückzubringen. Je früher Unternehmen prüfen, welche Maßnahmen für sie sinnvoll sind und wie sie diese umsetzen, desto besser läuft die Wiederaufnahme der Arbeit.

Die Erfahrung zeigt, dass es besonders wichtig ist, die Erwartungen und Ängste von Arbeitnehmern bei Veränderungsprozessen zu berücksichtigen und ernst zu nehmen, sowie eine proaktive Zusammenarbeit von Unternehmen und Mitarbeitern zu fördern. Auch wenn Unternehmen Rat benötigen, sollten sie ihn sich einholen. Auf der Suche nach den geeigneten Lösungen ist es für alle Beteiligten sinnvoll, bewährte Vorgehensweisen weiterzuentwickeln und Wissen sowie Erfahrungen zu teilen. Niemand muss bei Null anfangen.

Mit neuer Normalität Wirtschaft wieder in Schwung bringen

Am besten gelingt die erfolgreiche Rückkehr an die Arbeit, wenn Unternehmen Strategien und Prozesse frühzeitig an die neue Arbeitsrealität mit und nach Corona anpassen. Wohlbefinden und Schutz der Gesundheit stehen weiterhin im Fokus – auch wenn diese Anforderungen jetzt in Einklang mit Maßnahmen zum Wiederanlaufen der Wirtschaft zu bringen sind. Bei der Entwicklung von Konzepten lohnt es sich, auf bewährte Strategien zurückzugreifen und darauf aufzubauen, statt das Rad immer wieder völlig neu zu erfinden. Und wer Unterstützung braucht, sollte sich Rat suchen. Denn worauf es jetzt besonders ankommt, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, ist schnelles Handeln – aber miteinander und nicht gegeneinander.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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