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Gewässer

weitere Buchkapitel

14. Natürlich vorkommende Toxine in Lebensmitteln

In Lebensmitteln können toxische Substanzen vorkommen, die aus natürlichen Quellen gebildet werden, z. B. Pilzgifte oder pflanzliche Abwehrstoffe. Diese Toxine können beim Menschen sowohl chronische Effekte verursachen (z. B. Krebs induzieren) als auch akut toxisch wirken (Grüner Knollenblätterpilz, ungekochte Bohnen, Maniokwurzel). Bestimmte Bakterienspezies bilden Toxine, die Lebensmittelvergiftungen und lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche verursachen. Bakterielle Toxine haben zum Teil sehr spezifische Wirkmechanismen und gehören zu den stärksten bekannten Giftstoffen, wobei die bakteriellen Botulinum-Neurotoxine die höchste Potenz zeigen. Aber auch andere Mikroorganismen wie Dinoflagellaten sind in der Lage, höchst komplexe und wirksame Toxine zu bilden.

Wim Wätjen

Kapitel 3. Logistik und Transport

In diesem Kapitel werden die bisher gelernten Zusammenhänge aus dem IPR mit einem Fokus auf die Transportlogistik angewandt. Ziel ist es hier zunächst, die Probleme zu erkennen, die der Anknüpfungsgegenstand Logistik rechtlich beinhaltet und anschließend das Zusammenspiel nationaler wie internationaler Normen am Beispiel wichtiger transportrechtlichen Konventionen nachzuvollziehen. Abschließend wird ein Beispiel zur Durchsetzbarkeit von Ansprüchen aus internationaler Perspektive gegeben.

Prof. Dr. Darius Oliver Schindler, Yves Clément Zimmermann

7. Die geografische Dimension von Sezession

Wie naturräumliche Gegebenheiten Sezessionsbestrebungen beeinflussen

Sezessionsbestrebungen und deren Auswirkungen sind immer auch räumlicher Natur. Räumliche Gegebenheiten und räumliche Prozesse entfalten oft bereits im Vorfeld einer Sezession große Wirkung. Topografie, Klima und Böden als naturräumliche Ausstattung von Wirtschaftsräumen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Diese unterschiedlich ausgeprägten natürlichen Faktoren haben wesentlichen Einfluss auf die räumliche und historische Entwicklung von Kulturen, Zivilisationen und Wirtschaftsformen. Vor diesem Hintergrund kann man unterschiedliche geosphärische Einflussfaktoren voneinander abgrenzen, die Sezessionsbestrebungen begünstigen oder erschweren. Dieser Beitrag setzt sich das Ziel, in geraffter Form anhand der Beispiele Insellage, Halbinsellage, Kontinentallage, Gebirgslage sowie anhand der Beispiele Klima, Böden und Kulturraum geografische Gegebenheiten zu analysieren, die geeignet sind, Sezessionsbestrebungen zu fördern.

Franz Benker

Kapitel 3. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Der Unterschied zwischen Haufen und Systemen

Was ist ein System überhaupt? Umgangssprachlich kann man ein „System“ definieren als eine Ganzheit, die aus miteinander verknüpften Teilen besteht und „vom Rest der Welt“ abgegrenzt ist. Ein System ist eine Menge von Objekten, zwischen denen gewisse Beziehungen bestehen. Die Frage, ob es sie objektiv gibt oder ob sie nur ein Modell sind, das sich der Mensch von der Realität macht, soll davon nicht berührt werden. Doch wir wollen nun etwas genauer betrachten, was es mit diesem wichtigen „Ding“ auf sich hat. Dabei werden wir besonders auf die „Übertragungsfunktion“ eingehen, den Zusammenhang zwischen Ausgang und Eingang eines Systems.

Jürgen Beetz

12. Elektromobilität

Politische Handlungsfelder – Elektromobilität: Die Elektrifizierung des Antriebs ist nicht nur eine technische Umstellung, wie etwa die von Kohle auf Windkraft. Sie ist ein unmittelbar den Kunden mit seinen Erwartungen an das Auto betreffender Wandel mit fundamental neuen Anforderungen an die Grundinfrastruktur des Automobils. Zugleich wird die Wettbewerbslandschaft innerhalb der Industrie verändert. Mit dem kalifornischen ZEV-Mandat und dem dort eingebauten Kredit-Handelsmechanismus wurde Tesla überhaupt erst ermöglicht. Für die etablierten Automobilhersteller ist die Transition in den elektrischen Antrieb zugleich zur größten strategischen Herausforderung geworden. Trotz der aktuellen Beschleunigung der Elektrifizierung sind die Voraussetzungen für einen nachhaltigen, dauerhaften Hochlauf unsicher. Die Ladeinfrastruktur ist in weiten Teilen der EU unzureichend, verbindliche Anforderungen an Staaten, Regionen und Städte fehlen. Diese entscheiden aber darüber, ob und wie schnell Elektrifizierung auf den CO2-Fußabdruck der europäischen Bestandsflotte durchschlägt oder aber ob eine aggressive angebotsseitige Politik an fehlender Symmetrie auf Nachfrageseite scheitert. Die Ansiedlung von und die umweltpolitischen Anforderungen an die Batterieproduktion in Europa sind zugleich zum Schnittpunkt von Umwelt- und Industriepolitik geworden.

Thomas Becker

Kapitel 5. Bewertungsverfahren zur Monetarisierung und Allokation verkehrsbedingter externer Effekte

Der städtische Verkehr verursacht neben den direkten finanziellen Wirkungen, die in den Rechnungsunterlagen kommunaler Verwaltungen, Eigenbetriebe und Verkehrsunternehmen erfasst sind, auch eine Reihe von externen ökonomischen Wirkungen, die außerhalb der definierten institutionellen Abgrenzung des sogenannten „Stadtkonzerns“ auftreten. Die Frage der externen Wirkungen des Verkehrs ist im Besonderen in Zusammenhang mit Wettbewerbsverzerrungen, der Preisgestaltung des Verkehrs, dem ökonomischen Vergleich von Verkehrsträgern und Verkehrsmitteln und damit der Schaffung einer Kostentransparenz im Verkehrssektor von besonderer Relevanz. Ein ökonomischer Vergleich wäre daher ohne die Einbeziehung der externen Effekte des städtischen Verkehrs unvollständig.

Carsten Sommer, Assadollah Saighani, Daniel Leonhäuser

Open Access

Kapitel 14. Ansätze integrierter strategischer Planung für automatisierte Mobilität im Kontext der Mobilitätswende

Fallstudie im suburbanen und ländlichen Raum Wien/Niederösterreich

Mit der vorliegenden Studie wird das Ziel verfolgt, konkrete Einsatzmöglichkeiten von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen im Kontext der notwendigen Mobilitätswende exemplarisch aufzuzeigen. Spezifischer geht es darum, Konzepte der strategischen Planung für ausgewählte Kommunen und Regionen in der Metropolregion Wien/Niederösterreich vorzustellen und zu diskutieren. Diese strategischen Planungskonzepte wurden als eine Ergänzung zu den vorwiegend noch abstrakten und generischen Gestaltungsansätzen bzw. Handlungsfeldern entwickelt. Sie sind das Ergebnis eines transdisziplinär angelegten Prozesses: PlanerInnen sowie ForscherInnen haben gemeinsam mit AkteurInnen der Politik und Verwaltung aus den gewählten Kommunen und Regionen sowie mit ExpertInnen im Bereich der automatisierten und vernetzten Mobilität in Fokusgruppen gearbeitet.

Mathias Mitteregger, Daniela Allmeier, Lucia Paulhart, Stefan Bindreiter

Kapitel 22. Omnichannel Distributionslogistik

Die Distributionslogistik stellt das Bindeglied zwischen der Produktion und der Absatzseite des Unternehmens dar. Sie umfasst alle Lager und Transportvorgänge von Waren sowie die damit verbundenen Informations-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten. Das Ziel der Distributionslogistik ist die Lieferung der richtigen Waren, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, mit der richtigen Qualität und gleichzeitigem, optimalen Verhältnis zwischen Lieferservice und anfallenden Kosten.

Anja Franke

Kapitel 24. Entsorgungslogistik und ökologische Logistik

Bei der betrieblichen Leistungserstellung fallen in Industrieunternehmen Produkte an, die weder in der eigenen Fertigung noch in anderen Betriebsbereichen verwendet werden. Für diese Produkte wird i. d. R. der Sammelbegriff Abfall verwendet. Die Abfallentsorgung kann als Kern der betrieblichen Abfallwirtschaft angesehen werden.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 5. Die Vorstellungen der Politiklehrkräfte im Spiegel der Antisemitismusforschung

In Kapitel 2 wurde diskutiert, warum die subjektiven Alltagsvorstellungen bei der Gestaltung von Bildungsprozessen, also etwa bei Lehrerfortbildungen, gleichberechtigt neben den Bezugswissenschaften stehen: Eine Subjektorientierung ermöglicht ein Anknüpfen an vorhandene Vorstellungen, was die notwendige Voraussetzung für eine Änderung, Ausdifferenzierung und Erweiterung von Vorstellungen und damit Handlungsoptionen darstellt (Lange 2008, 254; Gropengießer 2001, 30; Kleickmann et al. 2001; Arnold 2003). Daher wurden mit Hilfe der QIA in Kapitel 4 die Alltagsdidaktiken wie die Vorstellungen (also das Bürgerbewusstsein) der Lehrer*innen rekonstruiert und dargestellt. Im nun folgenden Kapitel werden diese Vorstellungen im Rahmen von Erkenntnissen der Antisemitismusforschung diskutiert und so für die Weiterbildungsempfehlungen in Kapitel 6 aufbereitet.

Christoph Wolf

Digitalisierung – Technik für eine nachhaltige Gesellschaft?

Das Thema Digitalisierung ist inzwischen in aller Munde, und das nicht erst seitdem die globale Corona-Pandemie in den zentralen Bereichen Arbeit und Bildung eine Digitalisierung in kürzester Zeit notwendig gemacht hat. Nicht umsonst galten Digitalisierung bzw. Konnektivität schon vorher als zentrale Megatrends. Obwohl insbesondere die Bedeutung des Themas für das eigene Leben und die wirtschaftliche Zukunft offensichtlich ist, sind viele Begriffe zum Thema, wie Internet 4.0, Big Data oder Internet of Things, zahlreichen Bundesbürgern noch nicht bekannt. Fahrerlose Verkehrsmittel wie der Skytrain am Frankfurter Flughafen, Selbstscan-Kassen in Supermärkten oder öffentlichen Bibliotheken, Mitfahrportale wie „Uber“ oder Sharing-Plattformen wie „AirBnB“ sowie zunehmende Onlinezeiten und zum Teil verödende Innenstädte zeigen die Veränderung von Leben und Arbeiten durch digitale Technologien. Der Artikel untersucht ausgewählte ökologische und soziale Chancen und Risiken aus diesen Entwicklungen und die sich daraus ergebenden politischen und gesellschaftlichen Implikationen.

Andreas Kröhling

1. Peak-Konsum

Konsumnachfrage in Abhängigkeit der Bevölkerungsentwicklung

Immer mehr Länder haben eine Fertilitätsrate, die tiefer als das Reproduktionsniveau von 2.1 ist. Somit ist absehbar, dass die Weltbevölkerung irgendwann zu sinken beginnt und die Bevölkerung nicht nur älter, sondern auch kleiner wird. Doch wenn wir weniger werden, dann konsumieren wir auch weniger und das Wirtschaftswachstum wird negativ, bis die Bevölkerung einen Boden gefunden hat, von dem sie wieder ansteigt. Dieses Kapitel zeigt, wann es so weit ist und wie der Zeitpunkt hergeleitet wird. Zusätzlich macht es auf die externen Effekte aufmerksam, die dazu führen können, dass der Zeitpunkt einer schrumpfenden Bevölkerung und des Peak-Konsums früher kommen könnte als erwartet und diese dann auch schneller schrumpfen.

Hendrik Budliger

Open Access

Kapitel 4. Modellgestützte Wirkungsanalysen ausgewählter Maßnahmen und Strategien

Im Dialog mit Akteuren der Landnutzung wurden die Leitmotive Klimaschutz, Bioenergieerzeugung, Umwelt- und Naturschutz und Klimaanpassung herausgearbeitet und anschließend in Landnutzungsstrategien untersucht sowie die möglichen Beiträge dieser Landnutzungsstrategien zu gesellschaftlichen Zielen geprüft. Die Szenarienstudie CC-LandStraD fokussiert auf Vermeidungsstrategien des Klimawandels. Betrachtete Klimaszenarien illustrieren die Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen. Die Wirkungen ausgewählter Maßnahmen und Landnutzungsstrategien wurden mit Hilfe eines interdisziplinären Modellverbundes im Rahmen eines komparativ-statischen Vergleichs untersucht, und zwar für die Landnutzungssektoren Siedlung und Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft. Anschließend wurden Maßnahmen gebündelt und zu Strategien zusammengefasst und die Wirkungen regional differenziert im Hinblick auf Änderungen der Flächennutzung, land- und forstwirtschaftlicher Produktion und Einkommen sowie Simulation von Waldbeständen sowie Stoffflüssen ausgewertet.

Sarah Baum, Tobias Conradt, René Dechow, Peter Elsasser, Hermann Englert, Nils Ermisch, Horst Gömann, Roland Goetzke, Pia Gottschalk, Martin Gutsch, Martin Henseler, Jana Hoymann, Margret Köthke, Peter Kreins, Petra Lasch-Born, Felicitas Suckow, Frank Wechsung

Open Access

Kapitel 2. Ist-Situation der Landnutzung in Deutschland

Die für die Landnutzung in Deutschland prägenden politischen, agrar- und forstökonomischen sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden aufgezeigt. Nach einer Beschreibung der Flächennutzung wird ein Überblick über die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland gegeben, um die sektoralen landnutzungsinduzierten Treibhausgas-Emissionen einzuordnen.

Jana Hoymann, Sarah Baum, Peter Elsasser, Rene Dechow, Martin Gutsch, Johanna Fick

Open Access

Kapitel 3. Handlungsfelder der Landnutzung

Mit welchen Maßnahmen eine angepasste Landnutzung zum Klimaschutz beitragen kann, wird anhand von Handlungsfeldern im Siedlungswesen, in der landwirtschaftlichen Landnutzung und forstlichen Handlungsoptionen sektoral veranschaulicht. Es werden die Maßnahmen beschrieben und ihre jeweilige Relevanz hergeleitet. Ferner wird spezifiziert, welche Maßnahmen konkret analysiert werden.

Sarah Baum, Peter Elsasser, Roland Goetzke, Martin Henseler, Jana Hoymann, Peter Kreins

Open Access

Kapitel 1. Einführung

Die Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel in Deutschland werden skizziert. Dazu werden die für Deutschland relevanten Vereinbarungen hinsichtlich landnutzungsbedingter Treibhausgas-Emissionen und deren Minderung dargestellt sowie die Einflussfaktoren auf die Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung und auf die land- und forstwirtschaftliche Landnutzung aufgezeigt. Anschließend folgt eine Einordnung des Begriffs Landnutzung. Es werden die Untersuchungsregion Deutschland einschließlich der Fokusregionen Altmark und Rhein charakterisiert sowie der verwendete methodische Ansatz und die Vorgehensweise erläutert.

Horst Gömann, Johanna Fick

Open Access

Chapter 5. Gesellschaftliche Bewertung der Landnutzungsstrategien

Das Konzept der Ökosystemleistungen wird genutzt, um die verschiedenen Effekte von Landnutzungsänderungen systematisch zu erfassen und monetär zu bewerten. Eine Bewertung der in Kapitel 4 erarbeiteten Maßnahmen und Strategien der Landnutzung erfolgt auf der Grundlage der Ergebnisse einer umfangreichen Befragung im Rahmen einer erweiterten Kosten-Nutzen-Analyse. Die Bewertung erfolgt für landwirtschaftliche sowie für forstwirtschaftliche Ökosystemleistungen. Darüber hinaus wurden die Rahmensetzungen des Umwelt- und Planungsrechts, die Anreizsetzungen verschiedener Förderpolitiken sowie die Einflüsse privater und öffentlicher Akteure und Institutionen untersucht. Es wurden Möglichkeiten aufgezeigt, diese Regelungs- und Steuerungssysteme der Landnutzung anzupassen und weiterzuentwickeln, um den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung sektorspezifisch und sektorübergreifend begegnen zu können. Mit Landnutzung befasste gesellschaftliche Akteure wurden im Forschungsprozess, für die Validierung von Zwischenergebnissen und die Praxisrelevanz der zu erzielenden Ergebnisse kontinuierlich im Projekt beteiligt. Die Ergebnisse dieses Prozesses, die Beteiligung und inhaltlichen Anregungen der Stakeholder werden dargestellt und methodische Fragen reflektiert.

Peter Elsasser, Ulrike Grabski-Kieron, Meike Hellmich, Jesko Hirschfeld, Mathias Raabe, Sandra Rajmis, Julian Sagebiel, Rosemaire Siebert, Annett Steinführer, Reimund Steinhäußer, Priska Weller

Open Access

Kapitel 6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Die Integration eines verstärkten Klimaschutzes in die Landnutzung verursacht mehr oder minder ausgeprägte Nutzungskonflikte. Die Ergebnisse der modell-gestützten Maßnahmenwirkungsanalysen sowie die Darstellung, Einordnung und gesellschaftliche Bewertung dieser Nutzungskonflikte geben Anhaltspunkte zur Einschätzung der jeweiligen Einsparpotenziale für Treibhausgas-Emissionen und den damit verbundenen Kosten, die wichtige Faktoren für die Bewertung von Maßnahmen und Maßnahmenbündeln (Strategien) sind. Die wesentlichen Ergebnisse und Empfehlungen für die Sektoren Siedlung und Verkehr sowie Landwirtschaft werden zusammengeführt, eingeordnet und bewertet.

Horst Gömann, Johanna Fick

Kapitel 5. Analyse von Umweltwirkungen

Als Folgen des Verkehrs auf die menschliche Umwelt werden diejenigen Beeinträchtigungen bezeichnet, die von der Anlage und dem Betrieb des Verkehrssystems auf den Menschen ausgehen. Diese Beeinträchtigungen ergeben sich im Wesentlichen durch die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Verkehrsunfälle (Verkehrssicherheit), die Beeinträchtigung und Belastung durch Lärm und Schadstoffimmissionen sowie die Folgen durch den Ablauf und Betrieb des Verkehrs. Anhand von Indikatoren können die Wirkungen des Verkehrs in den drei Bereichen mithilfe geeigneter Methoden quantitativ beschrieben werden. Die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Unfälle stellt eine der augenfälligsten Folgen des Verkehrs auf den Menschen dar. Die Beschreibung der Verkehrssicherheit über Anzahl und Schwere von Unfällen erfolgt durch Unfallkosten, die die volkswirtschaftlichen Verluste durch die (polizeilich erfassten) Straßenverkehrsunfälle zusammenfassen. Die Monetarisierung von Personenschäden von Verkehrsunfällen gilt als eines der umstrittensten Kapitel der ökonomischen Bewertung der Verkehrsfolgen. Verkehrslärm stellt unerwünschten, unangenehmen oder schädlichen Schall dar, der auf das Verkehrsgeschehen zurückzuführen ist. Als subjektiv wahrgenommenes Phänomen ist eine Beurteilung von Verkehrslärm nur auf der Basis des mit ihm verbundenen Schalls und dessen Schwankungen über einen definierten Zeitraum möglich. Die in Deutschland zur Anwendung kommenden Verfahren zur Beurteilung des Verkehrslärms werden erläutert und verschiedene Grenzwerte für Verkehrslärm dargestellt. Bewertungsverfahren mit Aussagen über die gesamtgesellschaftliche Vorteilhaftigkeit geplanter Infrastrukturausbauten müssen Auswirkungen der Ausbauvorhaben auf den Verkehrslärm und dessen Folgewirkungen enthalten. Die dafür notwendige Methodik wird in ihren Grundzügen mit Bezug zum innerörtlichen Verkehrslärm erläutert. Ausführungen über einige (nicht auf Kfz selbst bezogene) Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms zeigen in Wirkungsbandbreiten das mögliche Ausmaß zur Verbesserung verkehrsbedingter Lärmimmissionen auf. Trotz signifikanter Reduzierung einiger Luftschadstoffemissionen im Straßenverkehr stellt der Kfz-Verkehr neben Kraftwerken, Industrie und Hausbrand einen der bedeutendsten Verursacher der anthropogenen Umweltbelastungen dar. Der Teil „Luftschadstoffe“ behandelt in diesem Zusammenhang die Wirkungen der Luftschadstoffe auf den Menschen, die geltenden Immissionsgrenzwerte für die unterschiedlichen Luftschadstoffe (bezogen auf alle Quellen), die Abgasgrenzwerte für Pkw und Lkw und weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen. Mit den dargestellten Verfahren zur Berechnung der Emissionen und Immissionen lassen sich quantifizierte Aussagen zur Luftverunreinigung gewinnen und in einer Weise evaluieren, wie sie in gängigen Bewertungsverfahren im Verkehrsbereich eingesetzt werden. Die Qualität und Leistungsfähigkeit eines Verkehrssystems wird vor allem durch den Zeitbedarf charakterisiert, den die Verkehrsteilnehmer zum Erreichen der Ziele ihrer täglichen Wege benötigen. Die im Rahmen von Wirkungsanalysen verwendeten Ansätze zur Ermittlung der Indikatoren Zeit- und Betriebskosten werden vorgestellt. Zu den Folgen von Ablauf und Betrieb des Verkehrs zählt ferner die Trennwirkung für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, ohne deren Berücksichtigung eine Gesamtbewertung geplanter Verkehrsinfrastrukturvorhaben unvollständig bleibt.

Ulrich Brannolte, Raimo Harder, Christoph Walther, Tanja Schäfer, Alexander Dahl

1. Einleitung

In diesem einleitenden Kapitel sollen die Grundgedanken dargelegt werden, die zu dem Titel des Buches – „Führung in Verwaltung und Polizei – eine soziologisch informierte Ermutigung“ – geführt haben. Abschließend wird der Aufbau des Buches, die Gliederung und ihre konzeptionelle Logik, dargestellt. In diesem Sinne findet der Leser hier Ausführungen zu den Themen:

Christian Barthel

Kapitel 1. Mengentheoretische Grundlagen

Die Mengenlehre ist ein Teilgebiet der Mathematik. Sie wurde vom deutschen Mathematiker Georg Cantor (1845-1918) etwa zwischen 1870 und 1900 begründet. Heutzutage baut die gesamte moderne und wissenschaftliche Mathematik, wenn sie formal axiomatisch betrieben wird, auf der axiomatischen Mengenlehre auf. Für Anfänger in der Mathematik ist ein axiomatischer Mengenbegriff sehr schwer zu verstehen. Deshalb wählen wir in diesem Kapitel einen, wie man sagt, naiven Zugang zu Mengen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von naiver Mengenlehre.

Rudolf Berghammer

Kapitel 10. Zum Verhältnis von Glauben, Philosophie und Naturwissenschaft

Nach den vorangegangenen Ausführungen zur Neurotheologie geht es im letzten Kapitel dieses Teils um die breitere Frage nach dem Zusammenhang zwischen Glauben, Philosophie und Naturwissenschaft. Lassen sich diese Welten miteinander verbinden oder handelt es sich um völlig verschiedene Sphären?

Stephan Schleim

Kapitel 4. Unser Planet im Fokus – Phänomene des globalen Wandels

Die moderne Satellitengeodäsie liefert uns eine Fülle an Beobachtungsdaten, die uns Informationen über eine Vielzahl an Prozessen im System Erde liefern. Teilweise tragen diese Prozesse ein erhebliches Zerstörungspotenzial in sich, und somit ist die kontinuierliche Erfassung von kleinsten Veränderungen von großer Bedeutung. Die träge Bewegung tektonischer Platten von einigen Millimetern bis Zentimetern pro Jahr kann plötzliche Erdbeben mit Deformationen von mehreren Metern auslösen. Erdbeben im Ozean können Tsunamis verursachen, die beim Auftreffen auf die Küste eine mindestens so große zerstörerische Kraft haben wie das Erdbeben selbst. Wesentlich gemächlichere, aber langfristig nicht minder bedrohliche Vorgänge zeigen sich in den Weltmeeren durch Veränderungen der Meeresoberfläche. Wir messen für den Meeresspiegelanstieg einen globalen Durchschnittswert von mehr als 3 Millimetern pro Jahr, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Durch unterschiedliche geodätische Messverfahren können wir sogar die Schuldigen dafür identifizieren. Einer der Hauptdelinquenten sind die großen Eisschilde in Grönland und der Antarktis, die zusammen aktuell fast 500 Gigatonnen an Eismasse pro Jahr an die Ozeane verlieren. Große Wassermassenveränderungen beobachten wir auch in den Kontinenten, beispielsweise durch großräumige Veränderung von Grundwasserständen. Das Verständnis des globalen Wasserkreislaufs ist hinsichtlich der Verfügbarkeit von Trink- und Nutzwasser gesellschaftlich höchst relevant, genauso wie das Schadenspotenzial durch Fluten und Dürren. Viele dieser Phänomene sind Indikatoren für nachhaltige Veränderungen im Klimasystem unseres Planeten.

Detlef Angermann, Roland Pail, Florian Seitz, Urs Hugentobler

Holzbrücke Hundwil

Die Holzbrücke Hundwil ist auch bekannt unter den Namen Brücke im Rachentobel oder alte Tobelbrücke. Wegen der vielen Inschriften auf den Dachbindern trägt sie zudem den Spitznamen „Sprechende Brücke“. Die 1778 erstellte Holzbrücke ist neben der Kubelbrücke eine der beiden letzten erhaltenen Brücken, welche sich eindeutig dem Teufener Baumeister Hans Ulrich Grubenmann zuordnen lassen. Die andere Brücke befindet sich nur wenige Kilometer entfernt und wurde zwei Jahre später nach den gleichen Konstruktionsprinzipien errichtet. Die ausgeklügelte Bauweise erlaubte es, die Brücken stützenfrei auszubilden, was Grubenmann weit über die Schweizer Grenzen hinaus große Anerkennung als Architekt und Ingenieur einbrachte.

Marijo Doslic

Landwasserviadukt

Das 1902 erbaute Landwasserviadukt in der Nähe von Filisur gilt als technisch besonders ehrgeizige architektonische Meisterleistung. „Aus technischer Sicht ist der zur Herstellung der Pfeiler und Bogen angewendete Bauvorgang beachtenswert.“ wird [4] festgestellt. Gelungen ist das Ergebnis aus Linienführung und Topografie. Ein Zug aus Richtung Chur fährt aus einem kurzen Tunnel auf die 65 m hohe Brücke und passiert anschliessend das Portal des Landwassertunnels, das in einer beinahe senkrechten Felswand konstruiert wurde.

Samuel Lutz

Über den Umgang mit den Dingen

In dem Beitrag geht es um Kritik am heutigen kulturell und ökonomisch geprägten Umgang mit den Dingen. Dabei wird eine kulturgeschichtliche und philosophische Entwicklungslinie unseres von Beschleunigung, Verschwendung und Überfluss bestimmten Handelns nachgezeichnet. Der Beitrag verdeutlicht die Widersinnigkeit und Widersprüchlichkeit unserer gegenwärtigen Produktions- und Konsumweise. Von der Umnutzung von Gebrauchsgütern früherer Zeiten über die Schnelllebigkeit im heutigen Umgang mit den Dingen (z. B. „Tempo-Taschentuch“) bis hin zur Absurdität industrieller Massenproduktion von gebraucht (historisch) erscheinenden Gütern („Used Look“) zeichnet der Beitrag eine Entwicklungslinie in Produktion und Konsumtion unserer Kulturgeschichte nach. Auf der Grundlage der Analyse werden philosophische Überlegungen einer Kultur der Mäßigung und eines achtsameren, wertschätzenden Umgangs mit den Ressourcen und Dingen als Alternative zu den Imperativen einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft aufgezeigt (vgl. Vogel, T. (2018). Mäßigung – Was wir von einer alten Tugend lernen können. München: oekom.). Seit 2500 Jahren philosophieren Menschen über Mäßigung als Ziel für Zufriedenheit und Glück. Der exzessive Produktions- und Lebensstil in den Industrieländern und die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen erfordern ein neues Nachdenken über diese Philosophie als Suche nach dem rechten Maß im Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zur Natur und im Umgang mit den Dingen.

Thomas Vogel

Kapitel 2. Grundlagen der Zustandsbeurteilung von Ingenieurbauwerken

In der Arbeit wird untersucht, welche Faktoren eine „objektive“ Zustandsbeurteilung von Ingenieurbauwerken beeinflussen. Neben der Analyse von Prüfprozessen und den Anforderungen an das Prüfpersonal wird maßgeblich das Bewertungsverfahren untersucht (siehe Abschnitt 3.4). Als Ergebnis von Bauwerksprüfungen wird eine Zustandsnote für das gesamte Bauwerk ermittelt, die dem Betrachter den aktuellen Bauwerkszustand symbolisiert.

Cornell Weller

Wildnisauffassungen in der aktuellen Politik und das unterschätzte Potenzial der Fließgewässer

Wildnis und Wildniserlebnis in Deutschland häufiger zu ermöglichen wurde vor über zehn Jahren in der Nationalen Biodiversitätsstrategie als Vision formuliert. Für Wildnisgebiete wurde als Ziel festgelegt, bis zum Jahr 2020 den Anteil von 2 % der Landesfläche Deutschlands zu erreichen. Der Frage, warum dieses Ziel voraussichtlich nicht erreicht wird, geht dieser Beitrag mit folgender These nach: Die gesellschaftliche Vieldeutigkeit von Wildnis wird nur teilweise thematisiert und findet nicht genügend stringente Beachtung in den praktischen Konzepten. Mit einem diskursanalytischen Ansatz unter heuristischer Verwendung von Ernst Cassirers Raumtheorie wird die Pluralität an Auffassungen und Bewertungen aufgezeigt, die im Spannungsfeld Wildnis wesentliche Diskursstränge prägen. Es zeigt sich am Beispiel Fließgewässer, dass auch relativ kleinflächige Gebiete gesellschaftlich als Wildnis entdeckt, erlebt und ambivalent wertgeschätzt oder abgelehnt werden. Dieses Wildnispotenzial wird in der Praxis aktuell unterschätzt.

Gisela Kangler

Partizipatives Kartieren von kulturlandschaftlichen Besonderheiten als Beitrag für einen transdisziplinären Place-Branding-Prozess in der Metropolregion Hamburg

Das transdisziplinäre Verbundprojekt Regiobranding untersucht Kulturlandschaften innerhalb der Metropolregion Hamburg nach deren Charakteristika. Das Wissen um kulturlandschaftliche Besonderheiten wird in einen raumbezogenen Markenbildungsprozess eingebracht, der nachhaltig identitätsstiftend und imagefördernd wirken soll. Eine von mehreren im Projekt verfolgten Herangehensweisen zur Identifizierung von kulturlandschaftlichen Besonderheiten ist die Quantifizierung von Landschaftselementen mittels Geoinformationssystemen. Untersuchungen, die auf die physische Beschaffenheit des Raumes fokussieren, führen jedoch mitunter zu Schlüssen, die durch die Landschaftsnutzer, beispielsweise die lokale Bevölkerung, nicht geteilt werden. Aufgrund dessen wurden zusätzlich Daten auf Workshops erhoben, in deren Rahmen lokale Akteure kulturlandschaftliche Besonderheiten gemäß ihrer Einschätzung kartierten. Diese partizipative Form der Geodatenerfassung wurde als zentrales Element innerhalb von Gruppeninterviews eingesetzt, in denen – die Kartierung ergänzend – weiterführende Informationen über die jeweiligen Kulturlandschaften generiert wurden. Auf diese Weise wurden Mehrwerte für einen transdisziplinären Place-Branding-Prozess geschaffen, wie dieser Beitrag anhand der Untersuchungsregionen Steinburger Elbmarschen und Lübeck-Nordwestmecklenburg zeigt.

Markus Schaffert, Thorsten Becker, Fabian Caesar Wenger

Bundesweite empirie- und modellgestützte Bewertung von Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes

Derzeit fehlt es an Daten zur Bewertung von Eingriffen in das Landschaftsbild durch den Ausbau des Stromnetzes in Deutschland, die auf einer homogenen Methodik und einheitlichen Datengrundlage basieren und alle im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) genannten Bewertungskriterien abbilden. Der folgende Beitrag behandelt einen GIS-basierten Ansatz der Landschaftsbildbewertung, der auf Basis empirischer Daten eine statistische Modellierung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes erstellt. Die Modelle basieren auf Bewertungen von über 800 Landschaftsfotos durch über 3500 Personen in einer Onlineumfrage. Die Modellgüte (Bestimmtheitsmaß R2) der drei linearen Regressionsmodelle liegt zwischen 64 und 65 %. Jedes der drei Modelle wurde flächendeckend angewendet. Die Ergebnisdarstellung erfolgt in bundesweiten Karten, von denen die Karte zur Schönheit des Landschaftsbildes hier stellvertretend vorgestellt wird. Die statistischen Modelle werden untereinander verglichen. Neben grundlegenden gemeinsamen Bewertungsfaktoren wie dem Hemerobiegrad, dem Wald- und Gewässeranteil sowie der Ausprägung des Reliefs wird deutlich, dass die in § 1 BNatSchG genannten Kriterien zur Landschaftsbildbewertung (Vielfalt, Eigenart und Schönheit) sich durch jeweils spezifische Berechnungsfaktoren zusammensetzen.

Silvio Hildebrandt, Michael Roth, Hans-Georg Schwarz-von Raumer, Frank Roser

3. Energieeffizienz – die große Schwester der erneuerbaren Energien

Als der Ingenieur Dr. Werner Kleinkauf 1971 bei einer Diskussion Kritik an der Nutzung der Kernenergie äußerte und auf das ungelöste Problem der radioaktiven Reststoffe verwies, bot ihm der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) Prof. Dr. Hermann L. Jordan an, sich doch mit erneuerbaren Energien zu befassen. Damals hießen sie noch nichtnukleare, nichtfossile Energien. Kleinkauf, bis dahin Programmleiter für Satellitenenergietechnik, nahm das Angebot an und gründete 1972 in der DFVLR Stuttgart die erste außeruniversitäre Abteilung für Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien in Deutschland. Diese Abteilung war in den folgenden Jahrzehnten Ausgangspunkt für viele Aktivitäten auf diesem neuen Forschungsgebiet in der Bundesrepublik. Sie wurde darüber hinaus zur Keimzelle für neue Institute, die später die Forschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland maßgeblich vorantreiben sollten. Kleinkauf, als kreativer Kopf bekannt, sah die neue Aufgabe als eine riesige Chance, wissenschaftliches Neuland zu betreten in einer Zeit, als das Umweltbewusstsein in Deutschland einen ersten Höhepunkt erreicht hatte. Als Reaktion auf Proteste gegen das Atomforschungsprogramm 1973 wurde im Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) das Referat Nichtnukleare Energieforschung gegründet und beschlossen, erstmalig neben dem Atomforschungs- auch ein allgemeines Energieforschungsprogramm aufzulegen. Ein halbes Jahr später brach die erste Ölkrise über die zunehmend energiehungrige westliche Welt herein. Sie wirkte stark beschleunigend auf die Entwicklung des geplanten Energieforschungsprogramms des BMFT. Im gleichen Jahr gab das Ministerium eine Programmstudie zum Thema erneuerbare Energien in Auftrag, um die sich diejenigen DFVLR-Mitarbeiter bewarben, die später den Bereich „Energetik“ gründen sollten.

Gerd Stadermann

18. Schlussfolgerungen und vier Gründe für die Erneuerbaren

Die Erforschung und Entwicklung von Technologien zur „Ernte“ erneuerbarer Energien, haben Deutschland zu einer weltweiten Spitzenstellung geführt. Ihre Errungenschaften wurden aber bisher fast nur bei der Stromerzeugung nachhaltig umgesetzt, weil er mit dem geringsten Aufwand umzusetzen ist. Die Fokussierung der deutschen Volkswirtschaft auf erneuerbaren Strom erklärt die relativ geringe Nutzung solarer Technologien zur Wärme- und Kraftstofferzeugung. Deren wirtschaftliche Nutzung ist daher beunruhigend klein geblieben. Trotz der technologischen Möglichkeiten und der zur Verfügung stehenden Forschungs- und Förderprogramme, die in den Kap. 5 und 11 behandelt wurden, haben sich die solarthermischen Technologien und diejenigen für solare Kraftstoffe nicht durchsetzen können, obwohl hier energetisch gesehen die größten Potenziale liegen.

Gerd Stadermann

Kapitel 1. Einleitung

Städte machen weltweit 2 % bis 3 % der Erdoberfläche aus und stellen klimatisch, stadtbauphysikalisch, ökologisch, ökonomisch sowie gesellschaftlich komplexe Systeme dar. Sie sind von Fortschritt und Wohlstand gekennzeichnet, tragen aber gleichzeitig zur Umweltverschmutzung und zum Wandel des Klimas bei. Weltweit sind sie die Heimat von über 50 % der Erdbevölkerung und bieten ihr Wohn-, Arbeits-, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten. Sie sind Zentren der Industrie sowie Wirtschaft und schaffen Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Die wachsende Urbanisierung, die Zunahme der Weltbevölkerung und die Abwanderung der Landbevölkerung lassen die Städte an ihre Grenzen stoßen. Zunehmende Versiegelung von natürlichen Flächen sowie Gewährleistung von Ressourcenverfügbarkeit, Versorgungssicherheit, Abfall- und Abwasserentsorgung, Sicherheit im öffentlichen und privaten Raum sowie ansteigende Emissionen stellen die Städte vor große Probleme und Herausforderungen.

Schew-Ram Mehra

Kapitel 2. Was ist Stadtbauphysik?

Das komplexe System Stadt birgt eine Vielzahl von Phänomenen in sich, wird von zahlreichen Parametern beeinflusst und steht im Spannungsfeld der Wechselwirkung zwischen Mensch, bebauung und Umwelt. Die Bezeichnung Stadtbauphysik wird erstmalig 1980 im Memorandum der Konferenz der Hochschullehrer für Bauphysik eingeführt, um der Wechselbeziehung zwischen dem urbanen Raum unter dem Einfluss der Bebauung und des Menschen sowie der Umwelt einen wissenschaftlichen Rahmen zu geben. Stadtbauphysik ist interdisziplinär ausgerichtet. Kenntnisse aus der Bauphysik, Stadtplanung,Architektur, Meteorologie, Klimatologie, Aerodynamik, Hydrologie und Biologie fließen in verschiedene Teilgebiete dieser Fachdisziplin ein. Eine der wichtigsten Aufgaben der stadtbauphysikalischen Lehre ist es, den Architekten und Ingenieuren die Grundlagen und Grundsätze dieser Fachdisziplin zu vermitteln und den Planer sowie stadtplanende Behörden bereits im Planungsprozess zu unterstützen

Schew-Ram Mehra

Kapitel 4. Behaglichkeit

Jede Stadt stellt eine Störung des physikalischen und chemischen Zustandes der atmosphärischen Grenzschicht dar. Insbesondere sind es die thermischen und lufthygienischen Phänomene des Stadtklimas, die von den allgemeinen Klimaverhältnissen (Mesoklima) abweichen und Auswirkungen auf Lebewesen und Gebäude haben. Der Mensch steht ständig im wechselseitigen Spannungsfeld mit seinem Umfeld. Einerseits beeinflusst er durch sein Verhalten die Stadt und damit die Umwelt, andererseits wird er von seiner Umwelt geformt.Technisierung und Industrialisierung der Gesellschaften und die damit verbundene Lärmbelastung und Luftverschmutzung haben erhebliche Negativfolgen für den Menschen und die Umwelt mit sich gebracht haben. Diese sind stadtbauphysikalisch von großer Bedeutung, wenn es um die Frage nach dem Wohlbefinden und Behaglichkeit der Menschen und der Schädigung der Umwelt geht. Anhand von Rechenmodellen kann die Beurteilung in der Stadt beurteilt werden.

Schew-Ram Mehra

3. Kirchen

Das was wir heute unter Kirche als Kirchenbau verstehen ist ein kunst- und planvoll gestaltetes Gebäude zur Feier des christlichen Gottesdienstes. Die religiösen Handlungen, die in einem Kirchenbau stattfinden, werden nach einer bestimmten Ordnung, Liturgie genannt, vorgenommen. Die Liturgie bestimmt auch die Gestaltung des Kirchenraumes. Das Christentum hat den Namen Kirche aus dem antiken Griechenland für die Versammlung ekklesia auch für den Versammlungsort gebraucht, so dass wir auch heute mit dem Wort Kirche beides meinen, die Institution und das Haus.

Sylwester Kabat

Chapter 5. Städtische Atmosphäre und Stadtklima

Städte haben ein eigenartiges Mikroklima und führen durch die zunehmende Besiedlung, anthropogene Wärmeproduktion und Technisierung der Lebensräume zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Die natürlichen Energie- und Stoffströme werden in Städten von anthropogen erzeugten Strömen überlagert. Daher stehen Städte vor großen Herausforderungen, um nachhaltig eine bessere Lebensqualität, Ressourceneffizienz und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Obwohl die anthropogene Energiezufuhr in Städten im Vergleich zu der natürlichen Zustrahlung relativ gering ist, wirken sich die städtischen Emissionen schwerwiegend auf das Klima aus. Aufgrund der durch die Bebauung verursachten Komplexität der städtischen Struktur erleidet auch die bodennahe Atmosphäre Veränderungen. Obwohl die Stadt in ihrer Gesamtheit eine geschlossene Struktur darstellt, ist sie in eine Vielzahl von kleineren räumlichen Strukturen unterteilt. Gekennzeichnet sind sie durch ständigen stetigen und auch abrupten Wechsel in ihrer Oberflächenrauigkeit. Städtische Versiegelungsflächen beeinträchtigen das Stadtklima erheblich. Durch geeignete Anordnung und Gestaltung dieser Flächen und Anordnung von Grün- und Wasserflächen sowie Luftbahnen kann der Aufheizung der Städte entgegengewirkt werden.

Schew-Ram Mehra

Kapitel 15. Tote Zonen in den Meeren – der P/N-Kreislauf

„Wasser ist Leben“ – diesen Satz lernen wir schon in der Grundschule. Alles Leben auf unserem Planeten ist im Wasser entstanden, und noch heute leben über die Hälfte aller höher entwickelten Tierarten ganz oder teilweise im Wasser. Seit einigen Jahren ist jetzt aber zunehmend von „toten Zonen im Meer“ als einem der globalen ökologischen Brennpunkte die Rede, d. h. sozusagen vom Gegenteil. Was hat es damit auf sich?

Thomas Unnerstall

Kapitel 14. Plastikmüll in den Meeren

Wer im Sommer 2019 in eine Buchhandlung ging und dort die (ziemlich kleine) Ecke mit Büchern zu ökologischen Fragestellungen aufsuchte, der fand in erster Linie – nicht etwa Bücher über Energiewende und Klimaschutz, sondern – Bücher zum Thema Plastik. „Plastikfrei für Einsteiger“, „Plastik sparen“, „Weniger Plastik ins Meer“, „Für eine Umwelt ohne Plastik“, so oder ähnlich lauteten die Titel. Gleichzeitig gab es zahlreiche Diskussionen und Berichte zum Für und Wider von Plastiktüten, über das EU-Verbot von Plastikstrohhalmen oder auch über Deutschlands Exporte von Plastikabfällen in ferne Länder.

Thomas Unnerstall

Kapitel 11. Der „ökologische Fußabdruck“

Es gibt nur wenige in den Naturwissenschaften entstandene und dort klar definierte Begriffe, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen worden sind. Der Begriff „ökologischer Fußabdruck“ hat es geschafft. Er wurde vor 25 Jahren erfunden und hat sich seitdem zum wahrscheinlich prominentesten „Nachhaltigkeitsindikator“ entwickelt: An ihm wird – vor allem am bereits in der Einleitung erwähnten jährlichen „Earth Overshoot Day“ – in den Medien und in vielen gesellschaftlichen Diskussionen regelmäßig festgemacht, dass die Menschheit die Ressourcen der Erde überbeanspruche. Mehr noch: Die Tatsache, dass in den USA und der EU der ökologische Fußabdruck sogar noch einmal deutlich höher ist als im Weltdurchschnitt, ist eines der wichtigsten Argumente bei der zunehmenden Grundsatzkritik am westlichen Lebensstil und Wirtschaftssystem.

Dr. Thomas Unnerstall

4. Den Zufall in der Welt verstehen

Wir beginnen den Versuch, den Zufall in der Welt zu verstehen, mit dem Anfang des Kosmos, dem Big Bang, aus einer Quantenfluktuation. Damit beginnt eine unfassbare Folge von Zufällen oder Notwendigkeiten, die zu unserer Existenz führen, zu dem Sternenstaub, aus dem wir bestehen, und zu unserer wohnlichen Erde. Hier sehen wir die Geschichte unserer Erde und des Sonnensystems so passend für uns, sie ist wie massgeschneidert. Es ist das emotional so verführerische, nahezu nichtssagende anthropische Prinzip

Walter Hehl

5. Vektorrechnung

Vektoren sind in der Anschauungsgeometrie, aber auch in abstrakten Zusammenh ängen von großer Bedeutung. In diesem Kapitel werden ausgehend von der anschaulichen Geometrie die zentralen Eigenschaften von Vektoren abgeleitet und auf andere Konstrukte übertragen. Daraus resultiert der Begriff des Vektorraums mit seinen vielfältigen Anwendungen.

Klaus Dürrschnabel

2. Daseinsvorsorge und Vorsorge

Mit dem Wegfall der Richtlinie 67/548 EWG und dem Inkrafttreten der VO (EU)Nr. 1272/2008 als der Basis des Chemikalienrechts für Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen (umgangssprachlich als GHS-VO bezeichnet) wurde es erforderlich, das Störfallrecht diesen dort erfolgten Änderungen anzugleichen. Diese Änderungen sind insofern als tiefgreifend zu bezeichnen, da sich vor allem die Einstufungskriterien und damit die Einstufung der Chemikalien geändert haben.

Ursula Stephan, Bernd Schulz-Forberg

1. Einleitung

Die Beschäftigung der Menschheit mit Kenntnissen und Fertigkeiten auf chemischem Gebiet reicht bis in die Steinzeit zurück (ca. 4500 v. Chr.). Sie entwickelte sich aus verschiedenen Methoden des Feueranzündens im Zusammenhang mit der Kalt- bzw. Warmbehandlung von Kupfer und Gold. Damit begann nicht nur ein Anstieg der Menschheit auf eine höhere Stufe der Lebensweise, kurz Lebensqualität, sondern auch eine Belastung der Umwelt mit Schadstoffen, die natürlich bzw. ubiquitär nicht vorkommen.

Ursula Stephan, Bernd Schulz-Forberg

Kapitel 4. Ausblick

Quo vadis Ethohydraulik – welche Entwicklungen gibt es?

Verhaltensbeobachtungen aquatischer Organismen im Labor haben eine lange Tradition. Schon vor über 100 Jahren beispielsweise führte Franz (1910) Versuche zur Phototaxis durch und Steinmann (1913) untersuchte in eigens dafür konstruierten Versuchsständen die Rheotaxis von Wirbellosen, also ihre Reaktion gegenüber der Strömung. In den 1950er Jahren war es Schiemenz (1950, 1952, 1957 u. a.), der Verhaltensbeobachtungen an Fischen in den Dienst des Wasserbaus stellte: Er führte Laborversuche zum Verhalten von Fischen in der Strömung durch, um daraus Erkenntnisse zur Gestaltung von Fischaufstiegsanlagen abzuleiten.

Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Kapitel 2. Philosophie und Methode

Fachdisziplin Ethohydraulik – wie geht das?

Im Zentrum ethohydraulischer Untersuchungen stehen Beobachtungen von Wassertieren unter einstellbaren Umweltbedingungen, welche in der Regel in Wasserbaulaboren durchgeführt werden. Aus den Beobachtungen gilt es, charakteristische Verhaltensweisen und deren Ursachen als Befunde abzuleiten. Die Befunde müssen dann sorgfältig für die Praxis validiert und je nach Anwendungsfall in ingenieurfachliche Gestaltungs-, Planungs- und Bemessungsempfehlungen für wasserbauliche Anlagen transferiert werden. Darüber hinaus leisten ethohydraulische Untersuchungen auch einen Beitrag zur Definition der Lebensraumansprüche von Wassertieren in Form von messbaren Grenz- und Schwellenparametern oder gar zu deren sozialen Interaktionen in Form von qualitativen Aussagen (bspw. zum Schwarmverhalten).

Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Kapitel 1. Einleitung

Ethologie und Hydraulik – wozu wird das benötigt?

Der Mensch nimmt großen Einfluss auf viele in seiner Umwelt ablaufende Prozesse und stellt damit einen maßgebenden Faktor für Veränderungen auf der Erde dar – es ist das Zeitalter des Anthropozän. Auf dem Weg von der Natur- zur Kulturlandschaft wurden Fließgewässer an Nutzungsanforderungen wie z. B. Energieerzeugung, Hochwasserregulierung und Schiffbarkeit angepasst und durch zahlreiche Querbauwerke in viele Segmente unterteilt. Zwar sind viele dieser Bauwerke durch Schleusen, Hebewerke oder entsprechende Beschilderung für Schiffe und Boote passierbar, jedoch geraten aquatische Lebewesen dort oft in eine für sie unpassierbare Sackgasse oder wagen bei Wasserkraftanlagen gar den oft tödlich endenden Weg durch die Turbine.

Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

„And one fragment emerged to me …“ Gedanken zur Einleitung

Diese Einführung leitet in die Auseinandersetzung mit frühzeitig abgesetzten oder längerfristig unterbrochen Serien ein, die als Serienfragmente bezeichnet werden. In einem ersten Schritt wird der Gegenstand beschrieben und definiert. Zudem wird dargelegt, inwiefern er als Impuls dient, sich mit Serien zu beschäftigen, deren besonderer Fragmentstatus bisher weniger im Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung lag. In einem zweiten Schritt wird erörtert, wie sich die Fragmentarität als Denkfigur für eine Analyse der formalen Beschaffenheit und Operationsweise von Serien eignet. In einem dritten Schritt werden Entwicklungen betrachtet, die nach dem Abbruch einer Serie eintreten können: Anhand der Serien Penny Dreadful, Forever, Jericho und The Borgias werden die Aspekte Teilhaftigkeit und Vollendung, Endlichkeit und Endlosigkeit, Aktivierung und Enttäuschung sowie Autor und Autorität beleuchtet.

Vincent Fröhlich, Maren Scheurer

1. § 1 Allgemeines Umweltrecht

Der Begriff Umwelt bezeichnet in seiner allgemeinen sprachlichen Bedeutung die umgebende Welt vor allem des Menschen, aber auch anderer Lebewesen. In seiner durch die ökologische Diskussion entwickelten spezifischen Bedeutung versteht man darunter heute die Gesamtheit der äußeren Lebensbedingungen, die auf eine bestimmte Lebenseinheit (Mensch, Tier, Pflanze) einwirken bzw. in einer Wechselwirkung untereinander stehen. In diesem weit verstandenen Sinne gehören zur Umwelt die gesamte belebte und unbelebte Umgebung einschließlich der sozialen Umwelt (auch als Mit-Welt bezeichnet) und ihrer Institutionen.

Winfried Kluth

4. § 4 Wasserrecht

Das Wasser gehört zu den wichtigsten Grundlagen des menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens. Es wird vom Menschen in vielfältigster Weise genutzt. Neben seiner Verwendung als Trink- und Brauchwasser ist es wichtiges Produktionsmittel für Industrie und Handwerk. Es wird zur Stromproduktion in Wasserkraftanlagen benötigt und dient der Kühlung von Kernkraftwerken.

Anne-Barbara Walter

7. § 7 Verwaltungsrechtsschutz im Umweltrecht

Rechtsschutz im Umweltrecht ist im Wesentlichen verwaltungsgerichtlicher Rechtsschutz. Soweit zivilrechtliche Bestimmungen Lebenssachverhalte mit Umweltbezug regeln, steht zwar der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten offen (§ 13 Gerichtsverfassungsgesetz <GVG>). Durchweg gehören die Normen des Umweltrechts aber dem Verwaltungsrecht an; über Rechtsstreitigkeiten, die nach ihnen zu beurteilen sind, haben die Verwaltungsgerichte zu entscheiden (§ 40 Abs. 1 Satz 1 VwGO). Die nachfolgende Darstellung beschränkt sich daher auf Fragen des verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutzes.

Rüdiger Nolte

3. § 3 Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht

Der Blick auf Abfall hat sich verändert: was früher auf der Müllkippe deponiert wurde, soll heute möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Abfälle, die in Deponien eingelagert wurden, sollen wiedergenutzt werden. Abfall wird zunehmend als Ressource betrachtet. Ursache dafür sind die Probleme und Kosten, die mit der modernen, auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsweise verbunden sind: Raubbau an der Natur, Kosten für die Entsorgung und eine Mentalität, allzu oft das neueste Produkt zu erwerben, bestimmen das Problemfeld.

Ulrich Smeddinck

8. § 8 Umweltstrafrecht

Strafrecht sollte immer die ultima ratio sein. Das gilt im allgemeinen Strafrecht, das gilt aber ebenso im Umweltstrafrecht. Andererseits sollte kein Zweifel daran bestehen, dass Umweltstraftaten keine Kavaliersdelikte sind, dass eine Gewässerverunreinigung oder eine umweltgefährdende Abfallbeseitigung genauso strafwürdig sein können wie ein Diebstahl oder ein Betrug. Darum ist es auch falsch, wenn von einigen Autoren die Abschaffung des Umweltstrafrechts gefordert wird, weil es sich angeblich nur um Bagatellkriminalität handele. Bei Bagatellstraftaten stehen Staatsanwaltschaft (StA) und Gericht geeignete Instrumente zur Verfügung, indem nach Opportunitätsgrundsätzen (§§ 153, 153a Strafprozessordnung (StPO)) entschieden wird. Es gibt jedoch genügend gravierende Delikte – teilweise auch den Bereich der Wirtschaftskriminalität berührend – die mit spürbaren Strafen geahndet werden müssen. Reines „Verwaltungsunrecht“ kann als sogenannte Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld sanktioniert werden.

Hans-Jürgen Sack

7. Unterhaltung ökologisch aufgewerteter Seedeiche

Zunächst wird der Status Quo der Unterhaltungsstrategien und der Unterhaltungsprozesse in den Küstenländern, die für den Hochwasserschutz an der Küste und für den Küstenschutz zuständig sind, dargestellt. Außerdem werden mittels einer Analyse des Risikos bzw. der Versagenswahrscheinlichkeiten von Deichen mit Bezug zur Unterhaltung und Instandhaltung mögliche Schwachstellen einzelner Elemente von Deichen herausgestellt. Hierbei wird die Qualität der Grasnarbe als wesentliches Kriterium für die Sicherheit von Deichen identifiziert. Darauf aufbauend wird ein risikobasierter Ansatz zur Bewertung der Sicherheit von Deichen und zur Deichunterhaltung erarbeitet, der unterstützt durch in situ Tests zur Verbesserung der Objektivierung der Bewertung des Zustands von Deichen beiträgt. Wesentliche Aspekte der in situ Tests sind die Qualität der Grasnarbe, die Scherfestigkeit sowie die Erosionsstabilität der Grasnarbe.

P. Jordan, N. Manojlovic, P. Fröhle

2. Ökosystemare Aspekte an Seedeichsystemen

Die Hauptfunktion von Seedeichen liegt im Sturmflutschutz. Seedeiche sind gleichzeitig jedoch auch Teil eines Ökosystems, das wertvolle Funktionen haben kann. Eine ökologische Aufwertung von Seedeichsystemen kann zum einen durch die Aufwertung von Deichvorland und Küstenökosystemen, zum anderen durch die ökologische Aufwertung des Deichbauwerks selbst erfolgen. Die Deichsicherheit und damit die Küstenschutzfunktion sind dabei jedoch weiterhin zu priorisieren. In dem vorliegenden Beitrag werden grundlegende Definitionen und Rahmenprogramme des naturbasierten Küstenschutzes dargelegt und schließlich, basierend auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts EcoDike (FKZ: 03F0757 A–F), ökosystemare Aspekte an Seedeichsystemen und Methoden zur ökologischen Aufwertung diskutiert.

B. Scheres, A. Arns, C. Bisgwa, B. Deutschmann, P. Fröhle, N. Goseberg, A. Graunke, T. K. Hoffmann, H. Hollert, J. Jensen, P. Jordan, K. Keimer, V. Kosmalla, N. Manojlovic, J. Michalzik, S. Molzberger, M. Paul, T. Schlurmann, D. Schürenkamp, F. Soltau, M. Ulm, N. Wrage-Mönnig, H. Schüttrumpf

2. Wirtschaftsverfassungsrecht

Im Wirtschaftsverfassungsrecht (Kap. 2) werden zunächst diejenigen Verfassungsbereiche behandelt, die ordnend und gestaltend auf wirtschaftliche Prozesse und Aktivitäten einzelner Wirtschaftsteilnehmer einwirken. Dazu zählen neben verfassungsrechtlichen Fragen der Wirtschaftsordnung vor allem die Grundrechte, insbesondere, wenn sie als individuelle Abwehrrechte gegenüber staatlichen Eingriffen wirken. Hinzu treten Staatsziele und staatsorganisationsrechtliche Grundlagen, die die hoheitlichen Kompetenzen gewaltenteilig begründen (Art. 70 ff. GG) sowie Aufgaben und Befugnisse zuweisen (Art. 30, 83 ff. GG). Abgerundet wird das Kapitel durch die Bezüge zwischen der deutschen Verfassungsordnung und dem europäischen wie internationalen Wirtschaftsrecht.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich

Kapitel 3. Ein inneres Verständnis des Lebens aus der Physik heraus?

In diesem Kapitel wird für die breite Leserschaft erörtert, ob und wie die Thermodynamik dazu beitragen kann, das Leben grundlegend zu beschreiben. Statt einzelne Merkmale des Lebens aufzuzählen, werden hier zunächst die Begriffe der Entropie, Emergenz und Komplexität allgemein verständlich herangezogen. Wesentliche Bestandteile dieses Kapitels sind auch die Unterscheidung zwischen der Selbstordnung und Selbstorganisation und die davon ausgehende Frage, ob Leben synthetisch nachempfunden werden kann. Die Leserschaft wird zuletzt mit einem naturalistischen Konzept konfrontiert, demzufolge es zwischen dem Leben und Nicht-Leben keine qualitative Unterscheidung geben muss, sondern in dem das Leben im Sinne einer Vereinheitlichung lediglich eine Teilklasse vieler chemisch-physikalischer Prozesse repräsentiert, zu der auch wir selbst gehören.

Aleksandar Janjic

Providing Evidence: C.A. Coulomb’s “Balance Électrique” and the Culture of French Enlightened Rationality

In 1785 the engineer and natural philosopher Charles-Agustin Coulomb presented his experimental research to the French Academy of Sciences. In front of this distinguished audience he laid out his “construction & usage d’une balance électrique” with which he had achieved the “determination expérimentale de la loi suivant laquelle le elements des Corps électrifisés du meme genre d’Electricité, se repussent mutuellement.”

H. Otto Sibum

Grundbegriffe, Anwendungen und Nutzungspotenziale von geodatenbasierter mobiler Augmented Reality im Umweltbereich

Die Autoren sehen ein großes, noch kaum erschlossenes Anwendungspotenzial für die neue Technologie der geodatenbasierten mobilen Augmented Reality (GeomAR) in der öffentlichen Verwaltung bzw. in der Umweltinformatik. Um ein Bewusstsein für solche Möglichkeiten zu schaffen und die Fantasie zum Konzipieren neuer denkbarer Anwendungen anzuregen, wird im vorliegenden Beitrag zunächst der Begriff erläutert, danach beispielhaft existierende Anwendungen aus der Fachliteratur dargestellt, schließlich prototypische und hypothetische Anwendungen aus dem eGovernment im Umweltbereich diskutiert und schließlich noch ein Ordnungsrahmen für GeomAR-Anwendungen vorgeschlagen.

Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski, Andreas Abecker, Erik Haß, Fabienne Heise, Roman Miller, Kai Runte, Friedhelm Hosenfeld

Bildbasierte Verfahren auf kostengünstiger Micro-Controller-Hardware zum automatisierten Messen von Wasserstand an kleinen Gewässern

Um Hochwasserereignisse frühzeitig zu erkennen, ist eine kontinuierliche Überwachung des Wasserstandes von Gewässern unerlässlich. Zur Beobachtung von kleinen Gewässern stehen Kommunen allerdings oft keine Mittel zum Betrieb von kostenintensiven Pegelanlagen zur Verfügung. Ziel dieses Beitrags ist es, kostengünstige bildbasierte Messverfahren auf Micro-Controller-Hardware zu entwickeln und zu vergleichen, die den Wasserstand an festen Standorten automatisiert messen können. Auf der Basis von Testaufnahmen an mehreren Messstandorten kann gezeigt werden, dass die entworfenen Messverfahren den Wasserstand automatisiert, robust und mit wenigen Zentimetern Abweichung ermitteln können. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind dabei stark von den individuellen Bedingungen einer Messstelle abhängig. Ein Detektionsverfahren mittels Analyse des optischen Flusses erzielte auf Grundlage des vorhandenen Testmaterials und im Rahmen einer Nutzwertanalyse die besten Ergebnisse hinsichtlich Messgenauigkeit und Robustheit.

Caroline Schulze, Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski

Digitale Entwicklungsplattform für städtische Umweltlösungen und LuftqualitätS-Netzwerk (DEUS)

Europäisches SMART AIR Grid zur Detektion von hochkomplexen Luftgüte-Situationen

DEUS verfolgt die Zielsetzung, weltweit flächendeckende hochauflösende Umwelt-Mess- und Informationssysteme als Teil von Smart-City Services aufzubauen. Dazu entwickelt und betreibt DEUS modulare Sensoreinheiten gemeinsam mit unterschiedlichen KMU Partnern und Universitäten wie auch anderen Forschungseinrichtungen. Der Beitrag widmet sich der Erläuterung der flächenmäßigen Detektion von Luftgüte im urbanen Raum unter Nutzung von stationären, modularen Sensoren in Kombination mit mobilen Sensoren. Schwerpunkt ist eine Gegenüberstellung mit den bisher als State of the Art geltenden „Referenzstationen“ und sogenannter „Lower-Cost“ Sensorik. In dem anbieteroffenen System fließen Informationen verschiedener Anbieter zusammen und werden an Verkehrsteilnehmer weitergegeben.

Marc Nodorft, Günter Becker, Ulrich Hussel

H2Ot-Spot Manager NRW – Ein Web-basiertes Analyse- und Beratungswerkzeug für die zielgerichtete und risikomindernde Pflanzenschutzberatung

Trotz bestimmungsgemäßer und sachgerechter Pflanzenschutzmittelanwendung kann es aufgrund von ungünstigen Umweltbedingungen, wie undurchlässigen Böden oder Flächen mit starker Hangneigung in Kombination mit hohen Regenmengen, zu einem erhöhten Risiko durch Pflanzenschutzmitteleinträge in Gewässern kommen. Die Landwirtschaftskammer NRW hat in Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut und dem Land NRW das webbasierte Beratungswerkzeug H2Ot-Spot Manager NRW entwickelt. Der H2Ot-Spot Manager unterstützt die zielgerichtete risikomindernde Pflanzenschutzberatung, indem ein nutzerfreundliches und fachlich validiertes Werkzeug zur Unterstützung des vorbeugenden Gewässerschutzes zur Verfügung steht. Das von einer Pflanzenschutzmittelanwendung ausgehende Umweltrisiko kann mit Hilfe anerkannter Modelle analysiert werden. In der Beratung können mit diesen flächenbezogenen Ergebnissen das Problembewusstsein für Risiken durch Pflanzenschutzmittelanwendungen geschärft, Risikominderungsmöglichkeiten aufgezeigt und Handlungsempfehlungen zur Eintragsvermeidung von Pflanzenschutzmittel gegeben werden. Dies unterstützt den Landwirt dabei, seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen und in sensiblen Gebieten eine gewässerschonende Bewirtschaftung durchzuführen.

Jörn Strassemeyer, Anto Raja Dominic, Burkhard Golla, Andrea Claus-Krupp, Daniel Daehmlow

Integriertes Water Governance Support System am Beispiel des Olifants Flusseinzugsgebietes (Südafrika)

Der Beitrag beschreibt das „Integrated Water Governance Support System (iWaGSS)“, welches die verschiedenen Ergebnisse, Daten und Modelle aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt zusammenführt, um südafrikanischen Entscheidungsträgern der Wasserwirtschaft eine Informationsplattform zu bieten, auf deren Basis zielorientiert und transparent wasserwirtschaftliche Maßnahmen, hier am Beispiel des Olifants Flusseinzugsgebiets, geplant und durchgeführt werden können. Wesentlich ist dabei die Harmonisierung und Zusammenführung von Datenquellen unterschiedlicher südafrikanischer Behörden in einem GIS-Portal und deren Nutzung als Basis für weitere im Forschungsprojekt durchgeführte wasserwirtschaftiche Analysen (GIS-basierte Kontaminationsrisikobewertung, Echtzeit Online-Monitoring, 1D hydrodynamische Modellierung, Stauraummodellierung, Einsatz moderner Drohnentechnologie in der Wasserwirtschaft) sowie ihre Integration zu einem Frühwarnsystem vor potentiellen Wasserverschmutzungen. Innovative Anwendungsfälle sind bspw. die Verursachersuche bei Gewässerverunreinigungen, quasi automatische Open Data-Bereitstellung und die Datenbereitstellung für Zwecke der Long Term Ecological Research.

Lucia Hahne, Andreas Abecker, Julian Bruns, Cristian Jolk, Justin Wiggett

Der getDist4Agri-Webservice zur Ermittlung von Entfernungen zwischen Schlag und Landschaftsstrukturen für risikorelevante Fragestellungen in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sind Daten zur Entfernung zwischen Feldkante und aquatischen oder terrestrischen Lebensräumen für verschiedene Fragen relevant, zum Beispiel für die Ermittlung von Abstandsauflagen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) oder für die modellbasierte Risikoabschätzung der PSM-Anwendung. Dieser Beitrag stellt den Webservice „getDist4agri“ vor, der entwickelt wurde, um auf Grundlage existierender Geodatenbestände maschinenlesbare Abstandsinformationen zwischen Landwirtschaftsflächen und abstandsrelevanten Strukturen wie Gewässern, Hecken oder Wohnsiedlungen zu erzeugen.

Christoph Sinn, Burkhard Golla

Steuerecht

Beck, Hans-Joachim, Das neue BMF-Schreiben vom 26.10.2007 zu haushaltsnahen Dienstleistungen, in: GE 2007, 1540; ders., Anschaffungsnahe Aufwendungen bei einheitlichen Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, in: GE 2010, 192; ders., Mehr Sicherheit bei den haushaltsnahen Dienstleistungen, in: GE 2010, 316; ders., Die Option zur Umsatzsteuer bei der Vermietung von Gewerberäumen braucht zusätzliche Vereinbarungen, in: GE 2014, 42; Beuermann, Rudolf, Unterlassene Schönheitsreparaturen – Keine Mehrwertsteuer bei Kostenvoranschlag, in: GE 2006, 1020; ders., Verpflichtung zur Erstellung einer Jahresbescheinigung, in: GE 2006, 1600; Binner, Mark, Die Behandlung der Mehrwertsteuer im Baurecht, in: BrBp 2005, 185; Bub, Wolf-Rüdiger, Gewerberaummietvertrag und AGB-Gesetz, in: NZM 1998, 789; Diebold, Axel, Haftung für den Bausteuerabzug, in: DStR 2002, 1336; Drasdo, Michael, Anmerkung zu BGH, Urteil vom 28.07.2004, Az.: XII ZR 292/02, in: NJW-Spezial 2004, 294; Eder, Ulrich, Die Behandlung der Umsatzsteuer im Grundstückskaufvertrag, in: ZIP 1994, 1669; Eisenschmid, Norbert, Anmerkung zu BGH, Urteil vom 28.07.2004, Az.: XII ZR 292/02, in: MietPrax-AK, § 535 Nr. 8; Ernst, Götz-Christian, Verzugszinsen auch aus dem Mehrwertsteuerbetrag?, in: NJW 1986, 362; Ernst/Gsell, Kritisches zum Stand der Schuldrechtsmodernisierung, in: ZIP 2001, 1389; Först, in: NZM 2011, 267; Forster, Eduard, Abfindungen aus Mietverhältnissen – Argumente zur Einordnung als nicht steuerbare bzw. steuerbefreite Umsätze, in: UStB 2000, 36; ders., Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach § 15a UStG, in: UStB 2006, 12; Fritz, Jürgen, Umsatzsteuer auf Entschädigungszahlungen des Mieters für unterlassene Instandhaltung, Anmerkung zum Urteil FG Köln vom 13.01.2010, 9 K 4447/08, in: DStR 2010, 1826; Gast, Hans-Peter, Umsatzsteuerpflichtige Vermietung von Grundstücken – Einschränkung der Optionsmöglichkeit durch § 9 Abs. 2 UStG, in: DB 1994, 1208; Gross, Michael, Umsatzsteuer auf Mietgarantie, in: NZM 2003, 227; Haase, Florian, Umsatzsteuer auf Nebenleistungen bei gewerblicher Miete? – Probleme mit der Tiefgarage, in: ZMR 2004, 795; Hartmann, Peter, Rechnung ohne Steuernummer – rechtlich folgenschwer?, in: NJW 2002, 1851; Heinrichs, Helmut, EG-Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr und Reform des Verzugsrechts nach dem Entwurf eines Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes, in: BB 2001, 157; Herrlein, Jürgen, Die Umsatzsteueroption im Geschäftsraummietvertrag, in: ZMR 1996, 306; ders., Umsatzsteuer in Mietvertrag und Mietprozess, in: NZM 2005, 648; Herrlein/Kandelhard , Mietrecht (Praxiskommentar), Recklinghausen, 4. Aufl. 2010; Heuermann, Bernd, Vermietung auf bestimmte Zeit, Überschußerzielungsabsicht und in die Prognose einzubeziehende Besteuerungsmerkmale, in: DB 2002, 2011; Hoffmann, Jochen, Umsatzsteuer: kein Vorsteuerabzug bei steuerschädlicher Nutzung durch Endmieter (Bespr. v. OLG Rostock, Urt. v. 10.07.2006), in: MietRB 2007, 64; Holdorf, Britta, Frage der Verfassungsmäßigkeit der Verlustabzugsbeschränkung nach § 2 Abs. 3 EStG, in: BB 2001, 2085; Jungen/Theile, Vorteilhafte Umsatzsteueroptionen bei Vermietungsumsätzen, in: DStR 1994, 561; Kahlen, Hermann, Erweiterter Vorsteuerabzug in Mischnutzungsfällen – Chancen und Risiken, in: ZMR 2006, 667; Kleine Arndt, Heinrich, Der Betriebskostenkatalog nach § 2 BetrKV und die haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen nach § 35 a EStG, in: NZM 2010, 267;

Jürgen Herrlein

6. Verschuldens- und Gefährdungshaftung

Die Verschuldens- und die Gefährdungshaftung sind die beiden großen Haftungsregime des Schadensrechts. Ihre teilweise gleichartigen, teilweise unterschiedlichen allokativen Wirkungen werden in diesem Kapitel vorgestellt. Dabei bleibt eine Reihe von Sonderproblemen, wie z. B. Mitverschulden, zunächst ausgeklammert. Auch das Problem der Schäden, die sich innerhalb von Marktbeziehungen ereignen, wird später gesondert behandelt. Es geht im folgenden Kapitel auch darum, zu zeigen, wie eng die ökonomischen Konzepte, etwa die Learned-Hand-Formel der Fahrlässigkeit, mit den rechtswissenschaftlichen und rechtsdogmatischen Argumentationslinien parallel laufen und sogar übereinstimmen. Betrachten wir zunächst die Verschuldenshaftung.

Hans-Bernd Schäfer, Claus Ott

18. Begriff, Funktion und Ausgestaltung von Property Rights

Wie bereits im Zusammenhang mit dem Coase-Theorem dargestellt, bezieht sich das ökonomische Konzept der Property Rights auf die Zuordnung von Kompetenzen bei der Nutzung von Ressourcen. Im Besonderen werden durch Property Rights geregelt:

Hans-Bernd Schäfer, Claus Ott

Kapitel 3. Grundlegende Prinzipien der Natur – Überleben im offenen „Kochtopf“

Wir leben seit Jahrmilliarden in engem Zusammenhalt der Organismen untereinander. Als Organismen sind wir „offene Systeme“, das heißt: wir nutzen Energie, Stoffe und Information aus der Umwelt und schaffen somit Ordnung in uns. Schließlich geben wir wieder Energie, Stoffe und Information an die Umwelt ab, nur in anderer Form. Der – nach menschlichen Maßstäben – nie versiegende Fluss an Sonnenenergie ist unsere einzige Energiequelle für Leben, die Erde unsere einzige und endliche Rohstoffquelle. Es sollte daher keiner Diskussion bedürfen und selbstverständlich sein, mit unserem lebenserhaltenden System Erde pfleglich umzugehen. Dass dies zunehmend weniger geschieht und welche Konsequenzen daraus folgen, erfahren wir beispielhaft in diesem Kapitel. Ebenso wird klar werden, dass ein „weiter so“, ein Kampf gegen die Natur, von uns nie gewonnen werden kann. Der evolutionäre Druck, der seit Jahrmilliarden wirkt, ist nicht einmal ebenso en passant aus den Angeln zu heben. Diese gewachsene Stärke der Evolution wird daher in aller Ausführlichkeit besprochen, woraus nochmals klar sein sollte, dass es das übergeordnete Ziel ist und sein muss, die Natur in unserer weiteren Entwicklung zu respektieren und mit ihr zu kooperieren, statt sie sinnlos – aufgrund kurzsichtiger Begehrlichkeiten – zu zerstören.

E. W. Udo Küppers

Kapitel 7. Biosphärische-technosphärische Transformationen – Dreißig praktikable Vorsätze

In diesem Praxiskapitel werden dreißig geniale Naturlösungen als Ausgangspunkt für technosphärische Anwendungen herausgestellt. Sie orientieren sich weitgehend an den in den vorherigen Kapiteln beschriebenen genialen Beispielen aus der evolutionären Natur. Unstreitig nutzt die Natur auch Routineprozesse während ihrer Entwicklungsstadien, jedoch immer mit Bedacht, nie absolut und dauerhaft, sondern ändert die Routine dort, wo es erforderlich ist, z. B. unter Berücksichtigung von Systemgrenzen (z. B. bei Nahrungsknappheit) und im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung zur Stärkung der Überlebensfähigkeit. In der Technosphäre gilt dieser Automatismus eher selten bis gar nicht. Wird eine Gewohnheitsroutine angestoßen, dann wird sie nicht selten mehrfach durchlaufen, auch wenn die erwartete Belohnung nicht mehr so üppig ausfällt oder sogar zur Belastung wird und somit über den Zeitpunkt einer notwendigen Routineänderung hinaus bestehen bleibt. Die Tendenz einer Teufelskreisspirale wird erkennbar mit allen schädlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben können. Das gilt im Privatbereich (Sucht nach zuckerhaltigen Süßigkeiten) genauso, wie im beruflichen/sozioökonomischen, politischen/gesellschaftlichen Bereich (Sucht nach Anerkennung, Sucht nach Bestätigung, Sucht nach Macht etc.).

E. W. Udo Küppers

Binnenmarkt

Der Binnenmarkt stellt das Herzstück der EU-Integration dar. Ausgehend vom gemeinsamen Markt für Kohle und Stahl wurde er sukzessive auf beinahe alle Bereiche des Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs ausgeweitet. Seit nunmehr über 20 Jahren gilt er offiziell als „vollendet“ und dennoch ist er eine Dauerbaustelle. Die „vier Freiheiten“ dienen dem Wettbewerb unter den Mitgliedstaaten und fördern Wachstum, Beschäftigung sowie eine effiziente Ressourcenallokation. Als Querschnittsaufgabe tangiert die Binnenmarktpolitik dabei auch viele andere Politikfelder, beispielsweise die Gesundheitspolitik, aber auch insbesondere die Verkehrspolitik.

Florian Baumann, Sebastian Schäffer

Kapitel 8. Good-Practice-Beispiele öffentlicher Verwaltungen

Da Theorie schön und gut ist, in der Praxis jedoch schlussendlich nur Praxiserfahrungen zählen, folgen im letzten Kapitel 8 acht Praxisbeispiele. Sieben aus der Schweiz und eines aus Deutschland. Leider war es nicht möglich, mehr Praxisbeispiele aus der Schweiz und überhaupt welche aus Österreich zu erhalten.

Matthias Meyer Meyer

Kapitel 6. In-situ- und Vor-Ort-Sanierungsmaßnahmen

Im sechsten Kapitel des Buchs werden in-situ und vor-Ort-Methoden zur Behandlung von Grubenwasser dargelegt. Es ist eine Sammlung verschiedenster Verfahren, die sich nicht als klassische End-of-the-pipe-Methoden bezeichnen lassen, sondern die direkt am Grubenwasser selbst ansetzen oder noch bevor kontaminiertes Grubenwasser entsteht. Schwerpunkt bildet dabei die Sanierung von Oberflächengewässern, allen voran versauerte Restseen. Weiterhin enthält das Kapitel einen Abschnitt dazu, was mit den Reststoffen der Grubenwasserreinigung angestellt werden kann und wie Sie die Entstehung von kontaminiertem Grubenwasser verhindern können. Außerdem erfahren Sie, wieso es problematisch sein kann, ein Bergwerk vollständig zu verschließen. Ziel des Kapitels ist es, Ihnen Reinigungsmethoden vorzustellen, die in keine der vorherigen Kapitel passen, da sie das Grubenwasser oder die Bergwerksabfälle an Ort-und-Stelle behandeln. Am Ende des Kapitels können Siedie verschiedensten in-situ- oder vor-Ort Methoden zur Vermeidung und Behandlung von Grubenwasser beurteilen.

Christian Wolkersdorfer

Chapter 3. Aktive Methoden zur Behandlung von Grubenwasser

Zwölf aktive Methoden zur Reinigung von Grubenwasser bilden den Kern des Kap. 3. Sie folgen keiner speziellen Ordnung, außer das am Anfang das derzeit häufigste Verfahren steht, gleich danach das, was künftig hoffentlich häufiger zu sehen sein wird und am Ende die meines Erachtens interessanteste Methode. Ich habe bei jeder Methode möglichst viel zusammengetragen, um die einzelnen Schritte nachvollziehen zu können.Interessant ist,wo es in der Vergangenheit zu Problemen kam oder wo es noch Entwicklungspotenzial gibt. Bei einzelnen Methoden finden Sie ausführlich die Probleme dargestellt und warum sie derzeit möglicherweise wenig geeignet sind. Ziel des Kapitels ist es, Ihnen einen Überblick über die derzeit angewendeten aktiven Grubenwasserreingungsmethoden zu geben und Ihnen zu ermöglichen, weiter in der Literatur nachzulesen. Sie sollten nach diesem Kapitel in der Lage sein, die derzeit häufigsten Methoden zur aktiven Reinigung von Grubenwasser zu verstehen.

Christian Wolkersdorfer

Kapitel 1. Einleitung

Dieses Kapitel beschreibt Ihnen zunächst wie es zu diesem Buch kam und welche Intentionen das Buch verfolgt. Ziel des Kapitels ist, Ihnen einen Einstieg in das Thema zu geben, indem Sie die wichtigsten Grundlagen über Grubenwasser erfahren. Zunächst folgt eine Erklärung vonBegriffen, bei denen es oftmals Unklarheiten gibt. Dazu gehören das unnötigerweise verwendeteWort Schwermetall, die Acidität und Alkalinität sowie die die unterschiedlichenTypen passiver Reinigungssysteme für Grubenwasser. Wichtigster Teil des Kapitels ist die Entstehung von Grubenwasser, wobei ich auf die chemischen und biologischen Aspekte eingehe und wie sich die Natur selbst hilft, einen Teil des Problems zu lösen. Das Kapitel schließt mit verschiedenen Möglichkeiten, Grubenwasser zu klassifizieren. Darunter sind einfache, bekanntere, wie das Piper- oder Durov-Diagramm, aber auch aufwändigere wie das Ficklin-Diagramm. Nachdem Sie das Kap. 1 durchgearbeitet haben, besitzen Sie den Grundstein für das weitere Verständnis des Buchs.

Christian Wolkersdorfer

Kapitel 2. Voruntersuchungen

Im Kap. 2 erfahren Sie, welche Untersuchungen erforderlich sind, um die physiko-chemischen Verhältnisse Ihres Grubenwassers zu verstehen. Dies beginnt bei der Probenahme von Grubenwasser und leitet über zu den wichtigen Parametern, mit denen Sie Ihre Wasserqualität beurteilen können. Es schließt mit einigen Möglichkeiten, Ihre Erkenntnisse aus den Untersuchungen anzuwenden. Bei ausgewählten Parametern gehe ich darauf ein, wo es zu Problemen bei der Messung oder der Interpretation kommen kann. Ziel des Kapitels ist es, Ihnen die grundlegenden Werkzeuge an die Hand zu geben, die Ihnen eine erste Beurteilung Ihres Grubenwassers erlauben und Sie gleichzeitig auf potenzielle Stolpersteine hinzuweisen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie sich vor Berglöwen schützen können. Am Ende des Kapitels sollten Sie in der Lage sein, eine korrekte Probenahme von Grubenwasser durchzuführen und anhand weniger Messwerte erste Vorstellungen zu Ihrer Grubenwasserreinigungsanlage zu entwickeln.

Christian Wolkersdorfer

Kapitel 12. „Frevler“ und „Helfer“: Die Akteure im Naturschutz

Während es im vorangehenden Kapitel um eher abstrakte Gefahren für Tier- und Pflanzenarten ging, stehen hier konkrete Akteure wie Einzelpersonen (hier: aggregiert zu Personen-Typen) oder Institutionen wie Behörden und Verbände im Mittelpunkt der Darstellung.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 33. Naturschutz in Zeiten des Klimawandels

Grundsätzlich ist die in der Mensch-Klima-Hypothese nahegelegte Klimaveränderung auch ein Problem des Naturschutzes, als diese Auswirkungen auf Artenfrequenzen haben dürfte. – Darüber hinaus muss der Naturschutz aber auch darauf achten, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zu einer „Verschlimmbesserung“ des Problems führen. Dies ist bei der Verwendung agrarer und forstlicher Energierohstoffe sowie bei der Gewinnung hydroelektrischer, aber auch anderer Formen „nachhaltiger“ Energieerzeugung bereits zu beobachten.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 17. Natur aus zweiter Hand: Renaturierung von Steinbrüchen und Tagebauen

Steinbrüche, Sand- und Tongruben und Tagebaue, aus denen zuvor nutzungsbedingt Mineralien ausgeräumt wurden, sind für weite Bereiche Mitteleuropas sehr charakteristisch. Sie gelten, nicht ganz zu Unrecht, als Totalzerstörung der gewachsenen Kulturlandschaft einschließlich ihrer Naturelemente. – Es kommt aber immer darauf an, „was man daraus macht“. Viele der ehemaligen Gruben sind zu naturgeschützten Gebieten mit besonders hoher Biodiversität geworden. Diese Vielfalt liegt zum einen darin, dass sich fast nur hier stehende Gewässer ausbilden konnten. Zum anderen ermöglicht die Sukzession von der zunächst unbewachsenen Fläche hin zum Wald viele Entwicklungsstadien.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 18. Ist Natur nur dann intakt, wenn alle Arten gleichmäßig zunehmen?

Dem Naturschutz liegen nicht nur die seltenen Arten am Herzen, die häufiger werden sollen, sondern auch die häufigeren sollen nach Möglichkeit zumindest nicht seltener werden. Wenn jedoch alle Arten in ihrer Individuenzahl zunehmen oder zumindest gleichbleiben, stoßen Ökosysteme an ihre Grenzen. – Das Kapitel versucht aufzuzeigen, dass dem naturschützerischen Ansatz oft ein fehlerhaftes Denkmodell zugrunde liegt.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 15. Natur, wo sie keiner erwartet: in der Stadt

Traditionell wird „Natur“ eher im ländlichen Raum etwa in agrarisch genutzten Flächen oder in den Forsten erwartet. Dem entgegen steht ein seit Jahrzehnten zu beobachtender Trend, wonach viele Tier- und Pflanzenarten sich zunehmend in den Städten ansiedeln. Dies sind keineswegs nur durchweg häufige Arten, sondern vielfach auch ausgesprochene Zielarten des Naturschutzes. Die Gründe dafür sind vielfältig; die nachlassende Intensität der Pflege von Grünflächen, Parkanlagen und Friedhöfen dürfte einen Hauptgrund darstellen. – Zunehmende Artenzahlen in den Städten erfordern aber auch eine Umorientierung und Neudefinition von Naturschutz.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 23. Flussbegradigung vs. Flussrenaturierung

Im Vergleich mit einem natürlichen Bach- oder Flusslauf ist eine begradigte Strecke biologisch verarmt, was v. a. an ihrer Normierung und Strukturreduzierung liegt. Von daher gibt es Versuche, zumindest in kleineren Gewässern das natürliche Fließsystem wieder herzustellen.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 21. Kleinbiotope und ihre Bedeutung für Biodiversität und Naturschutz

Neben den großräumigen Einheiten an Lebensräumen, die in Kap. 20 im Mittelpunkt standen, sind auch die kleinen Einheiten aus naturschützerischer Sicht einer Betrachtung wert. Aus der Summe unterschiedlicher Kleinbiotope heraus wird ein Lebensraum oft erst struktur- und damit artenreich. – Es wird eine charakteristische Auswahl an mitteleuropäischen Kleinbiotopen vorgestellt.

Klaus-Dieter Hupke

Chapter 20. Lebensräume für den Flächenschutz in Mitteleuropa

Das Kapitel charakterisiert kurz den naturschützerischen Wert der wichtigsten naturnahen Lebensräume Mitteleuropas.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 5. Ausgewählte ordnungs- und sicherheitspolitische Verfahren und Prozesse in der Kommune

Kommunale Ordnungs- und Sicherheitspolitik hat die Arbeitsbereiche Meldewesen, Aufsicht und Kontrolle, Vollzug und Prävention. Erfassen, beaufsichtigen und kontrollieren, Zwang anwenden und vorbeugen gehören zum Vollzug kommunaler Ordnungs- und Sicherheitspolitik. Die vorbeugende Einziehung eines gefährlichen Hundes und der Erlass einer Grünanlagensatzung sind Beispiele für administrativ-politische Verfahren und Prozesse der kommunalen Ordnungs- und Sicherheitspolitik.

Peter-Georg Albrecht

Chapter 9. Geologisch wichtige Elemente

Chemische Elemente sind für Geowissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Gründen von Interesse. Einige, wie Silicium und Eisen, sind so häufig, dass ihre chemischen Eigenschaften das Verhalten von Mineralen und Gesteinen bestimmen. In geringerer Menge vorkommende Elemente, wie Rubidium und Strontium, nehmen zwar in geringerem Umfang an geologischen Prozessen teil, sie können uns dennoch zu verstehen helfen, wie solche Prozesse funktionieren. Andere Elemente, wie Chrom, Neodym oder Uran, haben wichtige kommerzielle Anwendungen. Ziel dieses Kapitels ist es, in die Geochemie der wichtigsten chemischen Elemente einzuführen und zu zeigen, wie das Periodensystem verwendet werden kann, um die Eigenschaften der Elemente vorherzusagen. Es soll zudem veranschaulichen, was diese Elemente uns über geologische Prozesse aussagen können.

Robin Gill

Kapitel 4. Wässrige Lösungen und die Hydrosphäre

Wasser ist der wichtigste Akteur für die Erosion und den Transport von erodierten Materialien, entweder auf mechanische oder auf chemische Weise. Die Löslichkeit von Stoffen in einer Lösung ist über Gleichgewichtsreaktionen gesteuert. Mit zunehmendem Gehalt an gelösten Stoffen verändert sich das Verhalten einer Lösung: Bei nicht idealen Lösungen können wir nicht mehr mit Konzentrationen rechnen, sondern müssen Aktivitäten verwenden. Die Stabilität chemischer Spezies in Lösungen hängt vom pH-Wert und dem Redoxpotenzial ab.

Robin Gill

Emscher I

Mario Pallaschs Frau hat Kaffee gekocht, und die Tassen, die sie bereitgestellt hat, sind beschriftet: „Ickern – hier is auch schön!“ Klar ist es schön bei Mario Pallasch im Garten, er hat ja jetzt viel Zeit, ihn zu pflegen, denn seine Zeit als Bergmann ist lange vorbei.

Stefan Klein

Die Emscher – Erinnerungsort und Zukunftswerkstatt

Auch die Zukunft hat eine Vergangenheit. Hätte jemand einem „Pottler“ vor 50 oder 60 Jahren prophezeit, dass die Emscher wieder zu einem sauberen Fluss werden würde, hätte man wahrscheinlich bestenfalls ungläubige Blicke geerntet. Denn die Emscher – ein knapp 83 Kilometer langer Fluss, der mitten durch das Revier fließt – hieß im Volksmund lange „Köttelbecken“. Noch in den 1990er-Jahren wurde sie in der Presse als „gequältes Wasser“ beschrieben (Rigos 1999, S. 223).

Ulrich Paetzel

Die Zukunft des Ruhrgebietes

Auf dem Weg zur ökologischen Wissensregion

In den letzten Jahren gab es einige Einschätzungen zur Situation und Zukunft des Ruhrgebietes (Bogumil et al. 2012; Bogumil & Heinze 2019; BMR 2020; Kempermann et al. 2020; Roters et al. 2019). Die Einschätzungen schwanken dabei zwischen Skepsis, Hoffnung und Zuversicht. Christoph Zöpel gehört seit Jahrzehnten eher zu den Personen mit Hoffnung und Zuversicht bezogen auf das Ruhrgebiet.

Jörg Bogumil

Kapitel 8. Rohstoffgewinnung und Umwelt

Jede Rohstoffgewinnung ist mit einem Eingriff in die Umwelt verbunden. Die Standortgebundenheit der Rohstoffvorkommen und der gesetzliche Auftrag der Daseinsvorsorge erfordern eine landesplanerische Rohstoffsicherung. Im Rahmen der Abbaugenehmigungen erfolgen zumindest in Deutschland auch Festlegungen zur Rekultivierung und Renaturierung ehemaliger Rohstoffgewinnungsflächen. Durch vorausschauende Planung lassen sich die negativen Folgen des Rohstoffabbaus minimieren. Renaturierte Abbauflächen können in erheblichem Maße zur Biodiversität einer Landschaft beitragen. Der Bergbau hat bedeutende Kulturgüter bis hin zu Welterbestätten geschaffen und trägt zur Schaffung von Infrastruktur und Wirtschaftsentwicklung bei. Fehlentwicklungen im sozialen Bereich und beim Umweltschutz sind weniger bergbauspezifisch als vielmehr ein Abbild der jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Systeme, unter denen der Bergbau betrieben wird.

Volker Wrede

Open Access

13. Kreislaufwirtschaft als Säule des EU Green Deal

Die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz sind bislang die zentralen Ansätze zur Minderung der anthropogenen Ursachen des Klimawandels. Zudem übt der weltweite Ressourcenverbrauch enormen Änderungsdruck auf unser bestehendes überwiegend lineares Wirtschaftssystem aus. Um Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren, setzt der im November 2019 von der EU-Kommission vorgestellte Green Deal auf die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft. Hat sie das Potenzial, das Paradigma der linearen Wirtschaft abzulösen?

Florian Schaller, Annette Randhahn, Dr. Eyk Bösche, Jakob Michelmann

Open Access

7. Outdooraktivitäten und damit zusammenhängende Einrichtungen im Sommer und in den Übergangszeiten

Der Sommertourismus in Österreich trägt wesentlich zu der großen Bedeutung des Tourismus insgesamt bei. So hat die Zahl der Nächtigungen in den Sommermonaten in Österreich 2018 erneut einen Höchstwert erreicht. Mit bisher 68,67 Mio. Nächtigungen liegt die Sommersaison 2018 (Mai bis September) um 2,2 % über dem Vorjahresniveau. Auch die Zahl der Ankünfte stieg in der vergangenen Sommersaison um 2,9 % auf 21,70 Mio. (Statistik Austria 2018). Mehr Nächtigungen wurden auch im September 2018, also außerhalb der eigentlichen Sommersaison festgestellt. Im September 2018 nahm die Zahl der Gäste um 2,0 % auf 3,86 Mio. zu, Gästenächtigungen stiegen um 1,4 % auf 11,24 Mio. Zu diesem Ergebnis trugen die ausländischen Herkunftsmärkte mit einem Plus von 1,6 % auf 7,86 Mio. bei. Die Nächtigungszahlen wichtiger Herkunftsländer, wie Deutschland (+1,2 %), Schweiz und Liechtenstein (+3,5 %) sowie der Niederlande (+2,1 %), erhöhten sich weiter. Die Zahl der inländischen Gästenächtigungen stieg ebenfalls um 0,9 % auf 3,38 Mio. (Statistik Austria 2018).

Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider, Claudia Hödl, Kathrin Ginner, Martin Falk, Florian Borgwardt, Herbert Formayer, Marc Olefs, Kai Illing

Open Access

13. Ableitung von Handlungsoptionen

Bevor im Einzelnen auf die grundsätzlichen Strategien und Handlungsoptionen eingegangen wird, ist es wichtig, die dem Bericht zugrunde liegende Vision zu verdeutlichen.Der Tourismus unterscheidet sich von anderen Wirtschaftszweigen dadurch, dass die Kunden wesentlich flexibler sind und sehr rasch – oftmals von einer Saison auf die andere – „mit den Füßen abstimmen“. Wie die Darstellungen in Kap. 1 zeigen, hat diese Abhängigkeit durch eine Zunahme kürzerer Reisen und der sogenannten Stand-by-Touristen eher noch zugenommen. Daher kommt es im Tourismus nicht nur darauf an, ob und inwieweit das Angebot der österreichischen Tourismusbranche klimagerecht ist, sondern auch ob und wieweit es gelingt, den Kunden gezielt zu beeinflussen (Njoroge 2015).

Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider, Nina Mostegl, Andrea Damm, Franz Prettenthaler, Dagmar Lund-Durlacher, Astrid Gühnemann, Robert Steiger, Marc Olefs, Herbert Formayer, Claudia Hödl, Christoph Neger

Open Access

2. Klimawandel – Auswirkungen mit Blick auf den Tourismus

Das Klimasystem der Erde besteht aus dem komplexen Zusammenspiel der verschiedenen Sphären, bei dem Energieund Stoffströme zwischen den Weltmeeren, den Landmassen und der Atmosphäre ausgetauscht werden. Dieser Austausch wird durch die Energie der Sonne angetrieben, wobei die Energieumsetzung noch zusätzlich durch Wechselwirkungen mit der Erdoberfläche (z. B. Eis, Schnee und Wasser) sowie den Lebewesen modifiziert wird. Grundsätzlich versucht das Klimasystem ein Gleichgewicht – sowohl über Zeit als auch Raum – der Energieverteilung auf der Erde herzustellen. Durch die unterschiedlichen Reaktionszeiten der verschiedenen Sphären kommt es jedoch zu Überlagerungen von verschiedenen Prozessen und periodischen Schwankungen (Stephenson et al. 2004).

Marc Olefs, Herbert Formayer, Andreas Gobiet, Thomas Marke, Wolfgang Schöner, Andrea Fischer, Günther Aigner

Kapitel 9. Nilpferde an der Themse – die Geschichte der Warmzeiten

Will man die Klimageschichte des Eiszeitalters rekonstruieren, so spielt die Entwicklung der Vegetation und der Tierwelt eine entscheidende Rolle. Im Spengler-Museum in Sangerhausen steht eines der wenigen in Deutschland gefundenen Mammutskelette. Die Knochen wurden 1930 von dem Hobby-Archäologen Gustav Adolf Spengler in einer Kiesgrube in Edersleben entdeckt und in den Jahren bis 1933 von ihm und seinem Sohn ausgegraben und geborgen. Es handelt sich um ein Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), das hier in der Elster-Kaltzeit gelebt hat.

Juergen Ehlers

Kapitel 7. Wie weit reichten die Gletscher?

Wie weit reichten die Gletscher? Man sollte meinen, dass diese Frage nach rund 150 Jahren Eiszeitforschung endgültig geklärt sei, aber das ist nicht der Fall. War die Barents-See vergletschert? Ja, das war sie. Und die Kara-See? Und was ist mit den riesigen Gebieten Sibiriens? Die Vorstellungen darüber, wo Eis gelegen hat und wo nicht, differieren noch immer stark. Und wenn es dort Gletscher gegeben hat, dann ist die nächste Frage: Wann? Während des Maximums der letzten Eiszeit vielleicht?

Juergen Ehlers

Kapitel 2. Der Ablauf des Eiszeitalters

Selbst nach vielen Jahrzehnten der Forschung gibt es immer noch Neues zu entdecken. Mitte der 1970er-Jahre wurden in Fjøsanger bei Bergen organische Ablagerungen gefunden, bei denen es sich ganz offensichtlich um warmzeitliche Schichten handelte. Das war eine kleine Sensation, denn bis dahin hatte man angenommen, dass alle derartigen Ablagerungen von den Gletschern der letzten Eiszeit beseitigt worden wären. Die Quartärgeologen der Universität Bergen entschlossen sich, die Schichten genauer zu untersuchen. Es waren Meeresablagerungen der letzten Warmzeit (Eem-Warmzeit) vor mehr als 115.000 Jahren.

Juergen Ehlers

7. Perspektiven der ökonomischen Praxis

Was sind die drängendsten Fragen der modernen Ökonomie? Es dürfte unstrittig sein, dass unser heutiges Wirtschaftsmodell Gewinner und Verlierer produziert. Dies gilt nicht nur für die Globalisierung, sondern auch für die einzelnen nationalen Gesellschaften. Was für ein Erfolgsmodell ist eine Ökonomie, in der die Ungleichheit zwischen dem einen wohlhabenden Prozent und dem 99 Prozent Rest tatsächlich und gefühlt immer stärker auseinanderdriftet? Wenn nur wenige Menschen auf der Welt nahezu das gleiche Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung? Die Ökonomie und ihre Repräsentanten müssen sich fragen, wie eine solche Schere der Verteilung sukzessive geschlossen werden kann, ohne gleichzeitig die Leistungstragenden dieser Gesellschaft zu verprellen. Außerdem haben wir nur einen Planeten. Wir können uns nicht leisten, diesen für unsere Nachkommen auf ewig zu verwüsten. Die durch den Klimawandel bedingte weltweite Temperaturerhöhung ist schon mehrheitlich irreversibel. Wir brauchen dazu schnell ein weltweit einheitliches Konzept. Die Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz erfordern ebenfalls schnelle und kluge Antworten. Wir dürfen diese Entwicklung auf keinen Fall verschlafen und sie den USA oder China überlassen. Und schließlich braucht die Ökonomie in der Summe ein Narrativ, eine Erzählung, wo sie in den nächsten Jahrzehnten hinmöchte.

Detlef Pietsch

3. Standortanalyse

Bevor mit der Berechnung des zusätzlich zu erwartenden Verkehrsaufkommens und der Bewertung entsprechender Folgen für den Verkehr und umweltpolitische Ziele begonnen werden kann, müssen die Rahmenbedingungen betrachtet sowie die für die verkehrliche Erschließung eines Einzelhandelsstandorts relevanten Einflussfaktoren eingegrenzt und bestimmt werden. Hierfür ist es sinnvoll, eine Übersicht zur Lage des geplanten Vorhabens, zu den weiteren Rahmenbedingungen des Plangebiets sowie zur aktuellen Verkehrssituation zu erstellen.

Siegmar Gumz, Claudia Nash, Matthias Jakob

Chapter 8. Das Kriegstheater der Wirtschaft

Ebenso wie ein militärischer Krieg findet ein Wirtschaftskrieg in Räumen statt, und diesem „Kriegstheater“ widmet sich das achte Kapitel. Dabei ist Raum nicht allein geographisch zu interpretieren – er kann sachliche, zeitliche, sprachliche, rechtliche oder viele weitere Differenzierungen besitzen, die wiederum Friktionen entlang dieser Dimensionen erzeugen. Damit ähnelt die Bedeutung des Raumes der Analyse des relevanten Markts aus der Kartelltheorie. Die durch den Raum entstehenden Unvollkommenheiten können sehr geschickt zum eigenen Vorteil genutzt werden, was an zwei Beispielen, nämlich dem Krieg um die Dominanz in der Solarindustrie und dem Kampf um Seltene Erden, gezeigt wird.

Ulrich Blum

Chapter 10. Der Staat im Wirtschaftskrieg

Im zehnten Kapitel werden die Möglichkeiten von Staaten in einem Wirtschaftskrieg analysiert. Autoritären Staaten fällt es besonders leicht, eigene nationale Unternehmen zu instrumentalisieren, was bereits im Wirtschaftskrieg der Unternehmen beschrieben wurde. Dem Staat sind verschiedene Instrumente aus seiner Gestaltungskraft und seinem Machtmonopol zugänglich. Direkte Mittel, wie zum Beispiel die Geld-, Fiskal- oder Zollpolitik, werden ebenso dargestellt wie indirekte Mittel, insbesondere das extraterritoriale Durchsetzen von Recht oder staatlicher Terrorismus. Drei Beispiele beleuchten derartige Auseinandersetzungen, zwei davon analysieren den Antagonismus in Europa vor und nach dem Ersten Weltkrieg aus ökonomischer Sicht, ein drittes verweist auf die Risiken von Währungskriegen.

Ulrich Blum

Abwassertechnik

Die Behandlung und Ableitung von Abwässern leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, insbesondere im Bereich der Verbesserung der Gewässergüte. Im vorliegenden Werk werden zunächst rechtliche Regelungen und Abwasserinhaltsstoffe skizziert. Schwerpunkt bildet die Zusammenstellung der Bemessungsgrundlagen verschiedener Verfahren zur Abwasserreinigung nach Regelwerken der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA). Hierzu gehören neben naturnahen Behandlungsverfahren, Teichkläranlagen, Festbett-, Rotationstauchkörper- und Tropfkörperverfahren auch mechanische Reinigungsverfahren wie Rechen, Absatzbecken und Sandfänge. Besonderes Augenmerk wird auf die Bemessung von einstufigen Belebungsanlagen nach Arbeitsblatt DWA-A 131 (2016) gelegt, das anhand eines Berechnungsbeispiels angewendet wird. Zur Siedlungsentwässerung werden verschiedene Entwässerungsfahren, bspw. Misch- und Trennkanalisation, erläutert sowie der jeweils maßgebende Abwasseranfall ermittelt. Für zur Kanalnetzberechnung erforderlichen Tabellen sind den übrigen Bemessungsgrundlagen beigefügt. Des Weiteren wird die zur Dimensionierung der Kanäle erforderliche Regendauer und -häufig betrachtet. Sonderbauwerke zur Misch- und Regenwasserbehandlung werden erläutert und deren wesentliche Bemessungsansätze dargelegt. Abschließend werden Strategien zum Erhalt von Entwässerungsanlagen dargelegt.

Markus Engelhart, Martin Wagner, Justus Behnisch, Tobias Blach, Maximilian Schwarz

Wasserbau

Die Kerndisziplinen des Wasserbaus sind die Stauanlagen, wie Wehre bzw. Flusssperren und Talsperren, aber auch Wasserkraftanlagen sowie der Flussbau. Dazu kommen der Hochwasserschutz, die Sanierung bestehender wasserbaulicher Anlagen und heute verstärkt auch Aspekte der Ökologie bei der Planung neuer Anlagen und bei der Renaturierung im Zuge der Modernisierung von Wasserbauten und bei der Neugestaltung flussbaulicher Anlagen.

Franz Zunic, Theodor Strobl

Wasserversorgung

Die (Trink-) Wasserversorgung in Deutschland steht seit Jahrzehnten auf beispielgebend hohem Niveau der Qualitäts- und Versorgungssicherheit bis zum Zapfhahn, einer hohen Kundenzufriedenheit sowie der nachhaltigen Nutzung der Ressourcen bei hoher wirtschaftlicher Effizienz. Hierzu tragen neben der grundsätzlich komfortablen Wasserbilanz des Landes hohe technische Standards, deren Anwendung in der Praxis sowie ein weitestgehender behördlicher Vollzug der Gesetzeslage sowie eine Reihe freiwilliger Maßnahmen der Branche bei. Hervorzuheben ist der vorsorgende, flächendeckende Gewässerschutz als Basis einer weiteren erfolgreichen Umsetzung bestehender und künftiger Herausforderungen. Im Folgenden werden auf Basis des Standes der Technik alle wichtigen Systemkomponenten der Trinkwasserversorgung einführend beschrieben und damit ein grundsätzliches Verständnis für die wichtigsten Funktionen und Interaktionen gegeben.

Wilhelm Urban, Julian Mosbach

Hydrologie und Wasserwirtschaft

Grundkenntnisse in der Hydrologie und Wasserwirtschaft sind für die Planung, Bemessung, Bau und Betrieb baulicher wasserwirtschaftlicher Anlagen unverzichtbar. Hier werden insbesondere die Problematik der Hochwasserabflüsse und stochastische sowie deterministische Ansätze zu deren Quantifizierung behandelt. Die Komponenten des Wasserhaushaltes werden erläutert, wobei neben der Messdatenerfassung grundlegende Berechnungsverfahren dargestellt werden. Die wasserwirtschaftlichen Grundlagen der Speicherbemessung werden sowohl für Talsperren als auch für Hochwasserrückhaltebecken erläutert.

Andreas Schumann

Kapitel 2. Erstellung von einseitigen Leiterplatten

Die Leiterplatte ist eine der wichtigsten Komponenten eines jeden elektronischen Gerätes. Sie verbindet die einzelnen Bauelemente sowohl mechanisch als auch elektrisch miteinander, sie ist es, die mit zahlreichen Bauteilen aus der Mechanik (Schalter), Elektrik und Elektronik erst die eigentliche Schaltung realisiert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass für eine bestimmte Aufgabenstellung möglichst früh die Anforderungen an die Leiterplatte definieren und Rückwirkungen aus der gewählten Technologie für die Schaltungsentwicklung zu berücksichtigen.

Herbert Bernstein

Kapitel 6. Das Kohlendioxid, der Treibhauseffekt und die Erwärmung der Erdatmosphäre

Etwa 700.000 Jahre vor Christus verstand der Homo erectus, wie er selbst ein Feuer entzünden kann, nach dem er nur Flammen nutze, die durch Blitzeinschläge in Bäumen und Gräsern entstanden. Das Feuer gab dem Homo erectus zunächst Licht, Wärme und Schutz vor wilden Tieren, erste Komfortelemente, worauf er dann nie wieder verzichtete.

Cornel Stan

11. Dampfturbinen

Der Beitrag basiert auf Ausführungen der 19. Auflage von L. Busse, Mannheim.

Prof. Dipl.-Ing. Edwin Krämer

Chapter 6. Umweltkontaminanten

Umweltkontaminanten können aus der Luft, dem Wasser oder dem Boden entstammen und möglicherweise sehr persistente Verbindungen darstellen. Als die wichtigsten anorganischen Kontaminanten gelten Blei, Cadmium, Quecksilber, Aluminium, Arsen. Relevante Radionuklide im menschlichen Umfeld sind Caesium-134, Caesium-137, Iod-131, Kalium-40, Kohlenstoff-14, Strontium-89, Strontium-90, Tritium, Zirkon-95. Halogenhaltige Organoverbindungen sind von Bedeutung genauso wie Perchlorat und Chlorat. Äußerst relevant sind ferner die polychlorierten Dibenzodioxine und Dibenzofurane sowie die polychlorierten Biphenyle. Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen sind anthropogenen Ursprungs. Leichtflüchtige Verbindungen wie Perchorethylen, Benzol, Toluol, Xylole, Ethylbenzol und Styrol spielen als Lösungsmittel eine große Rolle und können als Umweltkontaminanten auftreten. Quartäre Ammoniumverbindungen, Mineralölkohlenwasserstoffe, Nicotin und Weichmacher sind ebenfalls von Belang.

Reinhard Matissek

37. Kältetechnik

Kältetechnische Anlagen wurden zunächst eingesetzt für Brauereien und Eisfabriken, Schlachthäuser, Fleisch- und Fisch-Gefrieranlagen, Malztennen‐ und Hopfenlagerkühlung, Molkereien, Marktkühlhallen, Margarinefabriken, Schokoladenherstellung, Champagnerbereitung, Gummifabriken, Leim- und Gelatinekühlung, Farbstoffherstellung, Glaubersalzkristallisation, Leichenkühlung, Transportkühlung auf Schiene, Straße und auf See, Kühlhäuser aller Art, gewerbliche Kühlräume, Paraffin- und Ölindustrie, Kunsteisbahnen, Schachtabteufen, klimatechnische Anlagen.Weitere Bedarfsfälle mit zum Teil erhöhten Anforderungen an die Regelgenauigkeit kamen hinzu in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der Medizin, bei der Luft- und Drucklufttrocknung, bei der Speiseeisherstellung, bei der Werkzeugkühlung und bei Kältekammern für Industrie und Forschung sowie für die Vielzahl der Kühlmöbel.Zu der Lebensmittelkühlkette zählen u. a. Kühl- und Tiefkühlräume aller Art, Schnellgefrieranlagen, Transportkühlanlagen in Schiffen, Waggons, Kraftfahrzeugen, Flugzeugen und Containern, Kühlmöbel aller Art für Haushalt, Handel und Gewerbe.Die Kühl- und Lagerbedingungen reichen von $$-40\,^\circ\text{C}$$ - 40 ∘ C bei sehr starker Luftbewegung im Schnellgefrierraum (Frosterräume) bis zu $$+18\,^\circ\text{C}$$ + 18 ∘ C bei Reifungs- und Verarbeitungsräumen.

Dr.-Ing. Christian Hainbach

48. Primärenergien

Die in den Brennstoffen als chemische Energie gespeicherte Sonnenenergie wird durch Oxidation der brennbaren Bestandteile Kohlenstoff, Wasserstoff und andere Elemente wieder in Wärme umgesetzt. Als Oxidationsmittel dient meist Luft, mitunter auch mit Sauerstoff angereichert, seltener reiner Sauerstoff. Verbrennungsvorgang s. Bd. 1, Abschn. 44.1. Einen Vergleich auf der Basis Steinkohleneinheiten (SKE), Joule und kcal zeigt Tab. 48.7.

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Dr.-Ing. Christian Bratfisch, Hendrik Hasenclever, Kathrin Hoffmann

49. Wandlung von Primärenergie in Nutzenergie

Zur Gewinnung der Nutzenergie, die entweder als Strom, Wärme oder mechanische Energie abgesetzt wird, sind traditionell Verbrennungsprozesse unter Einsatz von Primärenergie wie Kohle, Öl, Gas und Kernenergie erforderlich. Dabei ist die vielseitigste verwendbare Nutzenergie der Strom. Der Umwandlungswirkungsgrad, welcher derzeit bei der ungekoppelten Stromerzeugung mit bis zu 50 % zu veranschlagen ist, ist direkt mit dem CO2‐Ausstoß verbunden. Daher sind die zukünftigen Verbesserungen in der Kraftwerkstechnik für eine Erhöhung auf über 50 % anzustreben, was durch die Kombination eines Gas‑ mit einem Dampfkraftwerkes (GuD‐Kraftwerk) oder der gekoppelten Nutzung mit der entstehenden thermischen Wärme erreicht werden kann, der Kraft‐Wärme‐Kopplung (KWK). Der Verbesserung des Wirkungsgrades wirkt der notwendige, erhöhte Aufwand für die Rauchgasreinigung bis hin zur CO2‐Reduzierung entgegen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der erneuerbaren Energien am deutschen Energiemix durch die Energiewende deutlich zugenommen.

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Dr.-Ing. Christian Bratfisch, Hendrik Hasenclever, Kathrin Hoffmann

47. Grundsätze der Energieversorgung

Um eine nachhaltige Energiewirtschaft zu schaffen, sollten Energiepolitik und Wirtschaft darauf ausgerichtet sein, Verbrennungsprozesse einzuschränken, Solar‑ und Windenergie verstärkt einzusetzen und die erforderliche Energie so rationell wie möglich zu nutzen. Tab. 47.1 zeigt den Primärenergieverbrauch in Deutschland aus dem Jahr 2018. In den Industrieländern ist der Energieverbrauch seit 1980 zwar rückläufig, jedoch in den restlichen Ländern steigt er weiter an. Der Einsatz der verschiedenen Primärenergien zeigt Abb. 47.1. Dabei ist anzumerken, dass neben den SI-Einheiten weltweit im Energiebereich noch länder- oder sektorspezifische Einheiten verwendet werden. Als Beispiel ist in Abb. 47.1 der Weltenergieverbrauch in der in Deutschland gebrauchten Einheit t SKE angegeben.Die EU verpflichtete sich freiwillig, ihre CO2‐Emissionen bis zum Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren. Dieses Ziel hat sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt erreicht.Im Rahmen des Kyoto‐Protokolls von 1997 einigten sich die 15 Länder, aus denen die EU damals bestand, darauf, bis 2012 ihre gesamten Treibhausgasemissionen um 8 % unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Dieses Gesamtziel wurde für jeden Mitgliedstaat – je nach dessen Fähigkeit, die Emissionen einzudämmen – in ein konkretes, rechtsverbindliches Ziel umgesetzt (s. Tab. 47.2).

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Hendrik Hasenclever, Kathrin Hoffmann

A. Hauptfallgruppen der Amts- und Staatshaftung

Die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten beschäftigt wohl am häufigsten die mit Amtshaftungsansprüchen und sonstigen Ersatzansprüchen gegen die „öffentliche Hand“ Befaßten, seien es Rechtsanwälte, Verwaltungsjuristen, Richter oder Juristen der Kommunalversicherer. In diesem Bereich liegt sicherlich ein Schwerpunkt der im Wege einer zumindest aufgrund physikalischer Kausalität von Handeln oder Unterlassen der Verwaltungen verursachten Schäden bei dem Bürger. Damit einher geht auch – bedauerlicherweise – oft der – leider häufig negativ besetzte – Erstkontakt Bürger – öffentliche Hand. Dabei darf nicht verkannt werden, dass dieses Aufeinandertreffen widerstreitender Interessen sich nicht nur in seinen Wirkungen auf den unmittelbar Geschädigten auswirkt sondern oft weit in andere gesellschaftliche Gruppen hineinreicht (über lokale Presse, Gemeinderat usw.). Umso mehr muß gerade bei der Abwicklung dieser gemeldeten Schäden Sensibilität auf Seiten der Verwaltungen und Versicherungen gezeigt werden, denn nicht jede Schadensmeldung beruht auf reinen Bereicherungsgedanken eines geschädigten Bürgers. In diesen Fallkonstellationen kann viel für ein positives Verhältnis Staat – Bürger geleistet, aber auch viel insoweit ge- und zerstört werden. In diesen Fällen erscheint der Aufbau eines neutralen Schlichtungsverfahrens (wegen Strukturgemeinsamkeiten event. nach dem Vorbild im Medizinbereich, bei behaupteten ärztlichen Fehlern) grundsätzlich angezeigt.

Peter Itzel, Karin Schwall

C. Weitere Anspruchsgrundlagen

Der Ausgleich hoheitlicher Rechtsverletzungen lediglich durch materielle Kompensation im Wege von Schadensersatz oder Entschädigung ist unzureichend.

Peter Itzel, Karin Schwall

Digitale Geodaten

Geodaten sind Grundlage vieler Verwaltungsanwendungen. Standardisierungen und Regelungen zielen auf eine einfache Nutzung von digitalen Geodaten aus unterschiedlichen Quellen. Über Geodateninfrastrukturen werden digitale Geodaten publiziert, ausgetauscht und in Form von web-basierten Informationsdiensten zur direkten Nutzung durch Dritte bereitgestellt. Heute sind in dieser Form viele Geodaten verfügbar und werden beispielsweise im Rahmen von behördlichen Informationssystemen und Planungsverfahren für elektronisches Regieren und Verwalten genutzt. Aktuelle Entwicklungen zur Bereitstellung und Nutzung hochaktueller Beobachtungsdaten aus online-Sensorsystemen, zum Aufbau digitaler Stadtmodelle und der automatisierten Datenintegration und -analyse zeigen das Potenzial für die verbesserte Inwertsetzung dieser Daten etwa für das urbane Ressourcenmanagement.

Lars Bernard, Stephan Mäs

2. Grundlagen der Textverarbeitung

Das zentrale Problem bei der Verarbeitung natürlichsprachlicher Texte ist das Verständnis der Inhalte. Will man dies erreichen, ist man gleich mit allen Herausforderungen des Verstehens natürlicher Sprache, der Linguistik und der Computerlinguistik konfrontiert. Sich diesen Herausforderungen zu stellen, wird wichtig, wenn Computer die „Inhalte verstehen“, „die Texte zusammenfassen oder übersetzen“ oder „Fragen beantworten“ sollen. Die intelligente Suche nach Textdokumenten gehört hierbei noch zu den einfacheren Problemen. Ziel dieses Kapitels ist es, einen Einblick in die wichtigsten Fragestellungen und Methoden der Verarbeitung deutschsprachiger Texte im Kontext von Suchfunktionen zu geben. Die Methoden, die in diesem Kapitel vorgestellt werden, dienen hierbei insbesondere der Aufbereitung von Dokumenten für die Indexierung und der Bearbeitung von Suchanfragen. Damit stellt dieses Kapitel keine eigenständige Einführung in die Verarbeitung natürlicher Sprache oder die Computerlinguistik dar, sondern lediglich eine Einführung und Zusammenstellung der für Suchverfahren wichtigsten Sprachtechnologien

Thomas Hoppe

Kapitel 3. Studienablauf

In diesem Kapitel wird beschrieben, wie ein Mathematikstudium konkret abläuft. Insbesondere wird erklärt, wie viel Zeit und Energie ein Student in die unterschiedlichen Anforderungen investieren muss, um erfolgreich zu studieren. Es enthält auch Informationen über Unterstützungsangebote für den Fall, dass der Erfolg zunächst ausbleibt.

Joachim Hilgert

26. Führung und Kultur

Lean und Führung sind eng miteinander verzahnt. Beide Themen wirken sich auf die Kultur aus. Lean wirkt richtig angewendet als Organisationsentwicklung, welche mit Fehlern positiv umgehen kann und lernende Organisationen fördert. Um ein Unternehmen ganzheitlich im Sinne von Lean aufzustellen, bedarf es einer umfassenden Transformation.

Frank Bertagnolli

§ 11. Originärer Eigentumserwerb

Die Ersitzung dient der Sicherheit des Rechtsverkehrs, sie war im römischen und gemeinen Recht von großer Wichtigkeit. Heute jedoch spielt sie nur noch eine relativ bescheidene Rolle, da ein sofortiger gutgläubiger Erwerb gemäß den §§ 932 ff. möglich ist. Eine Ersitzung kommt z. B. in Betracht, wenn gutgläubiger Erwerb wegen § 935 nicht möglich ist oder wegen Unwirksamkeit der dinglichen Einigung (Erwerb vom Geschäftsunfähigen) oder wegen völligen Fehlens einer Übereignung (Erbe hält eine geliehene Sache für eine Nachlasssache).

Professor em. Dr. Dr. h.c. Hans Josef Wieling, Professor Dr. Thomas Finkenauer

§ 2. Sachen

a) Körperlichkeit: Das Sachenrecht befasst sich nur mit körperlichen Dingen, nur an ihnen gibt es Besitz und dingliche Rechte. Das BGB bezeichnet die körperlichen Dinge mit dem terminus technicus „Sachen“ und definiert in § 90 Sachen als „körperliche Gegenstände“. Gegenstand ist also der Oberbegriff, er umfasst alles, was Rechtsobjekt sein kann, Sachen und Rechte.

Professor em. Dr. Dr. h.c. Hans Josef Wieling, Professor Dr. Thomas Finkenauer

Energieversorgung

Gesundheitsaspekte des Braunkohle-Ausstiegs

Befeuert von Massenprotesten und spektakulären Aktionen zivilgesellschaftlicher Gruppen beherrscht der politische Streit um den notwendigen Braunkohleausstieg seit einigen Jahren verstärkt die öffentliche Debatte. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen dabei vor allem der Klimaschutz oder aber – wie der Streit um den Hambacher Wald zeigt – ökologische Fragen. Gleichwohl sind insbesondere auch die Gewinnung und Nutzung von Braunkohle mit einer Vielzahl von Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit verbunden, ohne dass diesem Umstand in der Vergangenheit in Politik und Verwaltung ausreichend Rechnung getragen worden wäre. Erst durch die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteure und Verbände fand das Thema verstärkt Eingang in die Debatten und in das Handeln von Verwaltungen. Das Umwelt- und Beteiligungsrecht eröffnet dabei neue Möglichkeiten. Der folgende Beitrag beleuchtet das Thema aus der Sicht eines anerkannten Naturschutzvereines.

Dirk Jansen

Gesundheitsförderliche Effekte des Emscher-Umbaus

Die Renaturierung der Emscher bietet zahlreiche positive Effekte für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Neben ökonomischen, ökologischen oder touristischen Mehrwerten hat die Umwandlung des ehemals Abwasser führenden Flusses zahlreiche Potenziale für die Gesundheit der Bürger*innen. Ziel des vorliegenden Praxisbeispiels ist es, diese näher zu beleuchten.

Uli Paetzel, Alexander Knickmeier

»Twin Peaks auf Spätburgunder« – Europäische Fernsehserien in der Nachfolge eines Serien-Klassikers

Weinberg und Jordskott sind zwei europäische Serien, die von der Kritik in den Feuilletons im Zusammenhang mit Twin Peaks besprochen wurden. Ausgehend von der Annahme, dass es einen direkten Bezug zwischen dem Hypotext Twin Peaks und den Hypertexten Weinberg und Jordskott gibt, untersucht dieser Beitrag, inwieweit Twin Peaks ein spezifisches Seriengenre begründet. Dabei werden vergleichend sieben inhaltliche und formale Aspekte der jeweiligen Narrationen fokussiert: filmische Inszenierung, Handlungszeit und Handlungsort, Erzählstruktur, rational unerklärliche Elemente, das Groteske, Intra- und Intermedialität und die fehlende Wiederherstellung der Ordnung.

Claudia Schmitt

Wasserwirtschaft

Die Verfügbarkeit von Wasser ist von herausragender Bedeutung für den Wohlstand, die soziale Sicherheit und die menschliche Gesundheit. Der Wasserwirtschaft fällt die Aufgabe zu, die Wasserressourcen zu schützen und ihre Nutzung zu organisieren. In Deutschland sind der vorsorgende Schutz der Gewässer und die Sicherstellung der Wasserver- und Abwasserentsorgung zentrale Aufgaben von Bund, Ländern und Kommunen, welche über das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes, die Wassergesetze der Länder sowie subsidiäre Rechtsverordnungen geregelt sind und die bindenden EU-Bestimmungen umsetzen.Für die WHO-Region Europa hat darüber hinaus das rechtsverbindliche Protokoll über Wasser und Gesundheit große Bedeutung erlangt. Sein Ziel ist es, im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung den Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens jedes Einzelnen sowie der gesamten menschlichen Gemeinschaft zu fördern. Aufgrund seines umfassenden, auf die WHO-Definition von Gesundheit zurückgehenden, Ansatzes, wonach Wasser einen sozialen, einen wirtschaftlichen und einen umweltbezogenen Wert hat, bietet dieses Protokoll einen sehr guten Ausgangspunkt, um im Sinne von Health in All Policies das Thema Gesundheit in der Wasserwirtschaft breiter einzubringen, indem neben dem gut etablierten Gesundheitsschutz auch die Potenziale der Gesundheitsförderung stärker beachtet werden.

Thomas Kistemann

6. Spezielle Zoologie Teil C: Bilateria – Deuterostomia

Großgruppenphylogenie, Autapomorphien der Gruppe, Abgrenzung zu Protostomia

Isabell Schumann, Stefan Schaffer

7. Stromerzeugung aus Wasserkraft

Lauf- und Speicherwasserkraftanlagen werden eingesetzt, um die ursprünglich aus der Sonnenenergie kommende und mithilfe des globalen Wasserkreislaufs (Kapitel 2) im Wasser gespeicherte potenzielle und kinetische Energie zur Bereitstellung mechanischer und/oder elektrischer Energie nutzbar zu machen. Dazu werden nachfolgend zunächst die grundlegenden physikalischen Zusammenhänge, wie sie an einem Wasserkraftanlagenstandort gegeben sind, diskutiert. Im Anschluss daran wird auf wesentliche auftretende Verlustmechanismen eingegangen.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Aufleger, Prof. Dr.-Ing. Franz Joos, Dr.-Ing. Klaus Jorde, Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dr. Anne Rödl, Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter, M.Sc. Lucas Sens

6. Stromerzeugung aus Windenergie

Windkraftanlagen (WKA) machen die in den strömenden Luftmassen enthaltene Bewegungsenergie technisch nutzbar. Die dieser Wandlung der kinetischen in mechanische Energie zugrundeliegenden physikalischen Zusammenhänge werden im Folgenden dargestellt. Nicht behandelt werden die Grundlagen der Windenergienutzung, wie sie z.B. bei Segelbooten oder Drachen realisiert wird.

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dr.-Ing. Burcu Özdirik, Dr.-Ing. Britta Reimers, Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter, Prof. Dr.-Ing. habil. Detlef Schulz, M.Sc. Lucas Sens

2. Grundlagen des regenerativen Energieangebots

Die Energieströme auf der Erde speisen sich aus verschiedenen Quellen, die im Folgenden zunächst dargestellt werden. Dabei hat aber an der gesamten auf der Erde umgesetzten Energie die Sonnenenergie einen Anteil von nahezu 100%; d.h. sie dominiert eindeutig das „Energiesystem Erde“. Dabei trägt die Solarenergie nicht nur direkt, sondern in vielerlei Hinsicht auch indirekt zum globalen Energiesystem bei; beispielsweise wird die von der Sonne auf die Erde eingestrahlte Energie innerhalb der Atmosphäre geschwächt und dabei teilweise in andere Energieformen (z.B. Wind, Wasserkraft) umgewandelt. Deshalb wird im Folgenden auf den Aufbau und die wesentlichen Eigenschaften der Erdatmosphäre ebenfalls näher eingegangen. Diesem schließt sich die Bilanzierung der globalen Energieströme an, bevor die einzelnen potenziell von der Menschheit nutzbaren Energieströme bzw. regenerativen Energien im Detail dargestellt werden. Dabei wird jeweils auf die entsprechenden Grundlagen eingegangen, bevor die räumliche und zeitliche Variationsbreite dargestellt wird, die letztlich die jeweilige technische Nutzung (mit-)bestimmt.

Dr. Dipl.-Met. Beate Geyer, Dr.-Ing. Klaus Jorde, Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Prof. Dr. Iris Lewandowski, Dr. Ben Norden, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Wolfgang Streicher, Prof. Dr.-Ing. Andreas Wiese

2. Grundbegriffe der Optik

In diesem Kapitel werden essentielle Grundbegriffe der Optik vorgestellt und näher erläutert. Hierbei wird im Besonderen auf den Brechungsindex, die optische Weglänge und die Grundlagen der Brechung an optischen Grenzflächen eingegangen. Darüber hinaus werden der nichtlineare Brechungsindex und die Doppelbrechung behandelt. Des Weiteren erfolgt eine Erläuterung zur Dispersion und Absorption optischer Medien, wobei der komplexe Brechungsindex und der Transmissionsgrad näher betrachtet werden. Darüber hinaus wird das Phänomen der Reflexion an optischen Grenzflächen anhand der Fresnel’schen Formeln, des Brewster-Winkels und des Grenzwinkels der Totalreflexion behandelt. Im Anschluss an einen Überblick über Interferenzen von Lichtwellen und die Interferenzbedingungen wird auf die Beugung optischer Strahlung an Spalten und Hindernissen sowie auf optische Streumechanismen eingegangen.

Christoph Gerhard

12. Nutzung der Energien des Meeres

Die Nutzung der Meeresenergie umfasst sehr verschiedenartige Ressourcen im Meer, die in unterschiedlichen Energieformen (mechanisch, thermisch und chemisch) auftreten können. Demzufolge sind auch die jeweiligen Technologien zur Nutzung dieser Ressourcen sehr unterschiedlich. Dies umfasst neben Anlagen zur Nutzung der Gezeiten, der Meereswellen und der Meeresströmungen auch Systeme, welche die Differenz im Salzgehalt von Süßwasser und Meerwasser nutzen sowie Anlagen, welche die Temperaturdifferenz zwischen dem warmen Oberflächenwasser und dem kalten Tiefenwasser beispielsweise zur Breitstellung elektrischer Energie ausnutzen. Nachfolgend werden die jeweiligen Nutzungsprinzipien bzw. -konzepte dieser Optionen dargestellt.

Dipl.-Phys. Jochen Bard, Prof. Dr.-Ing. habil. Kai-Uwe Graw, Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt

1. Einführung und Aufbau

Ziel der Ausführungen dieses Buches ist es, die Möglichkeiten und Grenzen einer Nutzung des regenerativen oder erneuerbaren Energieangebots umfassend darzustellen und vertieft zu diskutieren. Deshalb werden sowohl die physikalischen und technischen Grundlagen dargestellt als auch unterschiedliche Kenngrößen erarbeitet, die eine umfassende Einordnung dieser Optionen in das Energiesystem ermöglichen. Um dem Anspruch einer einfachen, verständlichen und transparenten Darstellung der z. T. sehr verschiedenartigen Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien möglichst nahe zu kommen, sind die einzelnen Kapitel, in denen die unterschiedlichen Varianten erläutert werden, vergleichbar aufgebaut – soweit dies möglich und sinnvoll ist.

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, M.Sc. Lucas Sens, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Wolfgang Streicher

Zusammenfassung, Überblick und Ausblick

Es war unser gemeinsames Ziel, den aktuellen Wissensstand im B2B Marketing aggregiert und sauber strukturiert im Rahmen dieser Publikation auf den Punkt zu bringen. Es war unsere Intention ein Sammelwerk für die Theorie und die Praxis zu realisieren, denn B2B Marketing ist Tag für Tag Knochenarbeit. Gerade in den aktuellen Zeiten des massiven Umbruchs nicht nur in der Wirtschaft, sondern und gerade im Bereich des Industriegüter Marketings bieten sich für B2B Marketers enorme Chancen aber auch Herausforderungen. Es geht vor allem auch um die Verantwortung der B2B Marketers in Bezug auf die Unternehmen, für die sie arbeiten. Denn es liegt ganz alleine in den Händen der B2B Marketers, auf die enormen Möglichkeiten eines modernen und sauber aufgesetzten Marketings im Bereich der Industrie aufmerksam zu machen. Als Experten in diesem Bereich kann es nur in der Verantwortung der B2B Marketers liegen, diese Informationen in die Organisationen hinein zu tragen. Dies wird und kann jedoch nachhaltig nur dann erfolgreich sein, wenn dieser Veränderungsprozess graduell, professionell, reflektiert, strukturiert und transparent umgesetzt wird.

Uwe Seebacher

27. Naturgefahren

Naturgefahren treten schon seit Anbeginn unserer Zeit auf und verwirklichen sich auf vielseitige Art und Weise. Trotz weitentwickelter Technologien, wie Frühwarnsysteme oder besondere Bauweisen, stellen Naturgefahren nach wie vor eine große Gefahr dar und können zur Bedrohung für Menschen, Umwelt, Sach- und Vermögenswerte führen. In vielen Fällen treten Naturgefahren unvorhergesehen oder mit kurzen Vorwarnzeiten auf, daher kann das Schadenausmaß aufgrund der Vielzahl von Betroffenen in exponierten Gebieten sowie von Wertekonzentrationen im industriellen Bereich sehr hoch ausfallen. Neben Präventionsmaßnahmen ist eine Absicherung von Naturgefahren durch den Einkauf von Versicherungsschutz sowohl für Industrieunternehmen als auch für Privatpersonen zur Risikoabsicherung im Versicherungsfall bzw. zum Erhalt eines Schadenausgleichs sinnvoll. Selbst ein dokumentierter und vorab getesteter Notfallplan kann die Auswirkungen von Naturereignissen nur vermindern, jedoch können diese nicht vollständig vermeiden werden. Mehrere Faktoren, wie zum Beispiel der Klimawandel, tragen dazu bei, dass die Schadenserwartungen aufgrund der Intensität und Häufigkeit wetterbedingter Naturgefahren verstärkt werden. Deshalb, aber auch wegen zunehmender Industrieverdichtung, muss in Zukunft vermehrt mit höheren Frequenzen und größeren Schäden gerechnet werden. Vorsorgemaßnahmen müssen aufrechterhalten und an die sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden.

Malwine Tewes, Andrea Scholtes

32. Projektmanagement und Projektversicherung

Das vorliegende Kapitel gibt einen Überblick über das Managen von Projekten und insbesondere über die möglichen Risiken und Schwierigkeiten bei der Zielerreichung dieser Projekte. Dabei werden die jeweiligen Risiken in verschiedene Risikogruppen unterteilt. Danach wird auf das Vermindern und Vermeiden dieser Risiken eingegangen und verschiedene Präventionsmechanismen dargestellt. Am Ende werden mögliche Versicherungslösungen und verschiedene Produkte beschrieben und erklärt, wobei die Versicherungssparten Bauwesenversicherung und Montageversicherung im Vordergrund der Betrachtung stehen. Ein Fazit und die Beurteilung von speziellen Projektversicherungen schließen das Kapitel ab.

Lutz Torbohm, Svenja Schröder

Kapitel 26. In Australiens Northern Territory

Kadaitcha-Mann ▪ Uluru ▪ Wallara Ranch ▪ Ormiston und Redbank Gorge ▪ Alice Springs und Bond Springs ▪ Aranda-Volk ▪ witchetty-Raupen

Der internationale Ethologen-Kongress findet diesmal in Brisbane statt und lockt Verhaltensforscher aus aller Welt nach Australien. Zu Beginn der Tagung ist eine einwöchige Exkursion entlang der Ostküste in mehrere Nationalparks in Queensland vorgesehen. Mit meiner Kollegin Uta Seibt möchte ich aber auch in die trockene Mitte des Kontinents schnuppern, in das „Northern Territory“, das am spätesten von Europäern besiedelt wurde und wo einige Traditionen der australischen Ureinwohner am ehesten erhalten geblieben sind.

Wolfgang Wickler

Kapitel 15. Forschung, Aberglaube und Heiratspolitik

Faultiere im Wohnzimmer ▪ Vespucci und Kolumbus ▪ Hans Staden bei den Tupinamba ▪ Geteilte Vaterschaft ▪ Gezielte Rassenmischung ▪ Arrangierte Ehen durch Kaiser Maximilian I. und Papst Alexander VI.

Vorgestern hat mich ein kleines Fischerei- und Arbeitsboot vom INPA-Institut (Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia) in Manaus zum Rio Cuieiras, einem Nebenfluss des Rio Negro, gebracht, zusammen mit Wolfgang Junk vom Institut für Limnologie in Plön, und Harald Sioli, dem Begründer sowohl der Amazonas-Ökologie als auch der Kooperation des INPA mit der Max-Planck-Gesellschaft. Das Forschungsinstitut ist 1952 mitten im Dschungel gegründet worden, am Rande von Manaus, der heute siebtgrößten Stadt Brasiliens, die 1669 als kleines portugiesisches Fort am linken östlichen Ufer des Rio Negro begonnen hatte.

Wolfgang Wickler

Kapitel 16. Aus der Region heraus entstanden – das Biosphärengebiet Schwarzwald

Das ganz im Südwesten von Baden-Württemberg gelegene Biosphärengebiet Schwarzwald erhielt im Juni 2017 die UNESCO-Anerkennung. Der sich über sieben Jahre hinziehende Weg dorthin war begleitet von einem intensiven Diskussions- und Beteiligungsprozess, der vom Ansatz her beispielgebend sein könnte und auch vom MAB ICC gelobt wurde. Damit folgte das Verfahren den Vorgaben der Sevilla-Strategie von 1995, dem Madrider Aktionsplan von 2008 und dem Aktionsplan von Lima 2015, auch wenn die Verfahrensstrategie nicht einem in jedem Detail vorgezeichneten Plan folgte. Der Weg war keineswegs konfliktfrei, doch führte er letztlich zum Erfolg.

Werner Konold

Kapitel 2. Synopsis der Biosphere Reserves in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die UNESCO Biosphere Reserves (BR) in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz unterliegen den UNESCO-Kriterien, die zur Antragsstellung, zur Anerkennung und zur Evaluierung herangezogen werden. Darauf aufbauend haben Deutschland und Österreich Kriterienkataloge entwickelt. Diese Kriterienkataloge werden vorgestellt und die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich behandelt. Die Kriterien sind nicht nur zur Antragsstellung, sondern auch bei der 10-jährigen Evaluierung von Bedeutung. Anhand ausgewählter Beispiele aus öffentlich zugänglichen Evaluierungsberichten werden Maßnahmen dargestellt, die zur Umsetzung der drei miteinander verbundenen Funktionen zur Erhaltung der Biodiversität, zur ökologischen, sozial nachhaltigen und kulturellen Entwicklung sowie zur logistischen Unterstützung eingesetzt werden. Die Umsetzung in jedem BR ist abhängig von den naturräumlichen Gegebenheiten wie von den ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekten, die jeweils unterschiedliche Managementmaßnahmen erfordern.

Valerie Braun, Adelheid Humer-Gruber, Kati Heinrich, Hubert Job

3. Ecosystems Thinking: Gestaltungsrahmen für intelligente Mobilitätskonzepte

Begegnen wir dem Thema intelligente Mobilität, also Smart Mobility, als Gestaltungselement für unseren Lebensraum und nicht als notwendiges, investitionsintensives Gebilde, öffnet dieser Gedankengang die Tür zu einer umfassenden Betrachtungsweise. In Anlehnung an die natürlichen Lebensräume, den Ökosystemen, lässt sich jeder wirtschaftliche und von Menschen geprägte Lebensraum und seinen Anforderungen, über Verkehrsmittel erreichbar zu sein, abbilden. Hierzu erfolgt eine umfassende Einführung in die Begrifflichkeiten: von Nutzergruppen, deren Interaktionen untereinander und mit anderen Nutzern anderer wirtschaftlicher Lebensräume, der Welt der Services bis hin zu der Vorstellung eines Rollenmodells. Darüber hinaus wird die Gelegenheit und Notwendigkeit aufgezeigt, sich über Nutzungsszenarien dem Thema Smart Mobility anzunähern.

Barbara Flügge

Kapitel 17. Smart Mobility – Beitrag der KI zur Nachhaltigkeit

Die Beförderung von Personen belastet die natürlichen Lebensgrundlagen, wobei das Potenzial besteht, Mobilität durch intelligente Verkehrssysteme nachhaltiger zu gestalten. Es stellt sich die Frage, inwieweit künstliche Intelligenz (KI) zur Nachhaltigkeit von Mobilität beitragen kann. Unternehmen können ihre Mobilitätsangebote auf digitalen Plattformen aggregiert bereitstellen und durch Servitization (Carsharing, Ride-Pooling) Verkehrsmittelkapazitäten effizienter einsetzen. Diese On-Demand-Mobility führt zu einer Entmaterialisierung von Mobilität, da sich Konsumenten kein Fahrzeug kaufen müssen und bestehende Kapazitäten unter den Verkehrsteilnehmern geteilt werden können. Mit KI kann eine Optimierung von Routen gelingen, damit sich die Mobilität der Menschen reduziert. Mit KI lassen sich jedoch nicht alle Probleme lösen: Konsumenten müssen gemäß der Suffizienz im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit vereinzelt auf Fahrten und Reisen verzichten, um die Biokapazität zu schonen.

Orhan Kocagöz

2. Der erste Hauptsatz der Thermodynamik

In der Mechanik wird das Prinzip der Erhaltung der Energie auf zwei Energiearten angewandt, die bei der reibungsfreien Bewegung von Körpern im Schwerefeld der Erde auftreten: die potentielle und die kinetische Energie. Es besagt, dass in einem abgeschlossenen mechanischen System die Summe beider Energien konstant bleibt.

Martin Dehli, Ernst Doering, Herbert Schedwill

Energiepolitik unter neuen Vorzeichen

Seit mehr als einer Dekade profitieren die USA von der Förderung von Schiefergas und nichtkonventionellem Erdöl. Unter Donald Trump erleben die fossilen Energieträger auch politisch eine Renaissance, denn anders als sein Vorgänger Obama nimmt er Abstand von Regulierungen wie Emissionsstandards sowie dem Klimaschutzabkommen von Paris 2015. Im Rahmen der Paradigmen „America First“ und „Energiedominanz“ unterstützt Trump die Öl-, Gas- und Kohleförderung. Der heimischen Wirtschaft kommt der Öl- und Gasboom zugute; der außenpolitische Spielraum hat sich vergrößert. Allerdings treiben verschiedene Bundesstaaten und große Städte Energieeffizienz, den Ausbau von erneuerbaren Energien und den Klimaschutz voran, so dass sich ein sehr heterogenes Bild US-amerikanischer Energiepolitik ergibt.

Stormy-Annika Mildner, Sonja Thielges, Kirsten Westphal

XI. Räumlich-funktionale Einordnung des CCM-Prinzips in den Bestand völkerrechtlicher Umweltschutzprinzipien

Zunächst wird versucht, das common concern of humankind-Prinzip vor dem Hintergrund seiner Entwicklungsgeschichte gleichsam „aus der Vogelperspektive“ in den „Kanon“ der bislang anerkannten Umweltschutzprinzipien des Völkerrechts räumlich-funktional einzuordnen. Hierbei wird zum einen in Abgrenzung zu anderen Schutzprinzipien der räumliche Anwendungsbereich des CCM-Prinzips skizziert. Zum anderen wird zugleich eine Aussage darüber getroffen, welche funktionale Rolle dem common concern-Prinzip im größeren Ordnungsrahmen der bisherigen Umweltschutzprinzipien zukommt. Mit dieser „Verortung“ des CCM-Prinzips im Umweltvölkerrecht soll vor allen Dingen aufgezeigt werden, dass jenes Prinzip nicht nur notwendig, sondern auch geeignet ist, eine an Bedeutung gewinnende Rechtsschutzlücke im internationalen Umweltschutz zu schließen. Zugleich sollen mit Blick auf das später zu skizzierende Weiterentwicklungspotenzial des CCM-Prinzips die räumlich-funktionalen Grenzen für seine Übertragung auf weitere Anwendungsfälle in der Zukunft abgesteckt werden.

Oliver Strank

XIV. Inhalt des Begriffs common concern of humankind

Der „schillernde“ Begriff des common concern of humankind wurde in der Literatur der letzten zwanzig Jahre in vielfältigen Zusammenhängen und für höchst unterschiedliche Zwecke verwendet. Nicht immer wurde dabei mit einer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit vorgegangen, die einer Klärung seiner völkerrechtlichen Bedeutung zuträglich wäre. Nach seiner erstmaligen Verankerung in der Klimarahmenkonvention im Jahre 1992 wurde die common concern-Terminologie bisweilen geradezu „inflationär“ gebraucht. Auf juristischen, philosophischen und politologischen Ebenen wurde viel über seine Bedeutung spekuliert und immer wieder geschieht es, dass der common concern of humankind-Begriff – oftmals ohne plausible Begründung – für neue Probleme fruchtbar gemacht wird. Gerade seine bisweilen gedankenverlorene und beliebige Verwendung in den unterschiedlichsten Zusammenhängen droht dem common concern of humankind-Begriff jedoch seine juristische Durchschlagskraft zu rauben. Es nimmt deshalb auch nicht Wunder, dass bis heute viele Stimmen im common concern of humankind noch immer eher eine philosophische Idee oder ein politisches Konzept sehen als ein juristisches Prinzip mit verbindlichen Rechtsfolgen. Wie viele andere neuere Konzepte, die sich infolge ihrer vielfältigen Instrumentalisierung nur schwer präzise bestimmen lassen, läuft daher auch das Prinzip der „gemeinsamen Sorge der Menschheit“ Gefahr, im Reich der philosophischen Spekulationen und politischen Wünsche zu schweben. Vor diesem Hintergrund soll im folgenden Kapitel zunächst anhand der oben dargestellten Entstehungsgeschichte und völkerrechtlichen Vertragspraxis versucht werden, den juristischen Kern des CCM-Prinzips herauszuarbeiten.

Oliver Strank

XII. Abgrenzung des common concern of humankind vom common heritage of mankind-Prinzip

Wer bestrebt ist, die rechtliche Bedeutung eines Prinzips möglichst sauber herauszuarbeiten, muss einerseits positiv hervorheben, welcher Inhalt das Prinzip auszeichnet, andererseits jedoch negativ darlegen, welche Merkmale dieses Prinzip gerade eben nicht mit benachbarten Konzepten teilt. Trotz seiner eigenständigen philosophischen und historischen Wurzeln steht das common concern of humankind-Prinzip, zumindest was seine begriffliche Herkunft angeht, zweifellos in einem engen Zusammenhang mit der Idee eines gemeinsamen Erbes der Menschheit. Im bisherigen Verlauf der Arbeit sind an manchen Stellen en passant bereits dogmatische und strukturelle Unterschiede zwischen dem CHM-Prinzip und dem CCM-Prinzip zutage getreten. Auf dieser Grundlage soll nunmehr versucht werden, beide Prinzipien vergleichend einander gegenüber zu stellen, um auf diese Weise die Konturen des CCM-Prinzips in möglichst scharfer Abgrenzung zum CHM-Prinzip weiter herauszupräparieren. Zu diesem Zweck sollen zunächst die Gemeinsamkeiten beider Prinzipien (1.) und anschließend die Unterschiede herausgestellt werden (2.), um beide Prinzipien voneinander abzugrenzen.

Oliver Strank

VIII. Common heritage als „Vorläufermodell“ des common concern

Trotz dieser eigenständigen Wurzeln des CCM-Prinzips steht seine begriffliche Herkunft zweifellos in einem engen Zusammenhang mit der Idee eines gemeinsamen Erbes der Menschheit (common heritage of mankind – nachstehend CHM). Sowohl für das Verständnis der rechtsgeschichtlichen Herkunft und weiteren Entwicklung des CCM-Prinzips als auch seiner positiv-völkerrechtlichen Bedeutung ist es daher unerlässlich, die Entwicklungsgeschichte des common heritage-Prinzips (1) und den gegenwärtigen Stand der Diskussion über seine völkerrechtliche Bedeutung (2) wenigstens in Grundzügen zu skizzieren.

Oliver Strank

Kapitel 3. Anwendungen 1. Ordnung

Wir betrachten eine zeitabhängige Größe f (t). Ihre Änderung pro Zeiteinheit, der Quotient $$ \frac{\Delta f}{\Delta t} $$ΔfΔt, heißt mittlere Änderungsrate im Zeitintervall ∆t.

Albert Fässler

Kapitel 5. Orientierung in Zeit und Raum

Die artspezifische Ausstattung mit unterschiedlichen Sinnesorganen ermöglicht es Tieren, Änderungen ihrer Umwelt wahrzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren. Die allermeisten Tiere sind zeitlichen Schwankungen überlebensrelevanter Aspekte ihrer Umwelt ausgesetzt. Ein Großteil dieser Schwankungen ist gut vorhersagbar, wie der Wechsel zwischen Tag und Nacht oder zwischen verschiedenen Jahreszeiten, woran viele Aspekte des Verhaltens angepasst sind. Im Unterschied zu Pflanzen haben die meisten Tiere die Möglichkeit, sich aktiv in Relation zu fitnessrelevanten Faktoren wie Nahrung, Räubern oder Paarungspartnern zu bewegen. Diese Orientierung im Raum kann vielfältige Formen annehmen und reicht von Körperbewegungen in Relation zu einzelnen Reizen bis hin zu Wanderungen zwischen Arktis und Antarktis. Das tagtägliche Überleben von Tieren basiert zu einem wichtigen Teil auf ihren Fähigkeiten, sich mit Hilfe des Verhaltens an wechselnde soziale und ökologische Bedingungen anzupassen.

Peter M. Kappeler

Kapitel 6. Habitat- und Nahrungswahl

Jedes Tier muss regelmäßig Nahrung zu sich nehmen, um die energetischen Grundlagen für Wachstum, Aufrechterhaltung der Grundfunktionen und Reproduktion zu gewährleisten. Daher kommt der Suche, Auswahl, Verteidigung und Aufnahme von Nahrung eine wichtige Funktion beim tagtäglichen Überleben zu. Diese Verhaltensweisen findet zumeist in einem geeigneten Habitat statt, das als Lebensraum ausgewählt wird. Bei der Habitatwahl spielen neben abiotischen Faktoren auch Interaktionen mit Artgenossen, Räubern und Parasiten eine Rolle. Bei der Wahl eines Futterplatzes müssen Tiere das Prädationsrisiko und die Intensität der Nahrungskonkurrenz durch Artgenossen berücksichtigen. Die Verteilung der Nahrung bestimmt, ob und wie Nahrungsressourcen gegebenenfalls gegen Konkurrenten verteidigt werden. Da die meisten Tiere sich von pflanzlicher Nahrung ernähren, kommt es bei der Nahrungssuche regelmäßig zu Interaktionen zwischen Tieren und Pflanzen; mit weitreichenden Konsequenzen auf beiden Seiten.

Peter M. Kappeler

Kapitel 12. Entwicklung und Kontrolle des Verhaltens

Während der Individualentwicklung beginnen frisch geschlüpfte oder neugeborene Jungtiere mit ihrer Umwelt zu interagieren, aber ihre Entwicklung ist nicht auf die frühe postnatale Phase beschränkt. Fitness-relevante Verhaltensweisen sollten weitestgehend abrufbereit vorliegen, also einer genetischen Kontrolle unterliegen. Andere Verhaltensweisen sind artspezifisch, treten nur bei einem Geschlecht oder nur bei bestimmten Individuen auf, was ebenfalls auf genetische Einflüsse hindeutet. Epigenetische Modifikationen des Erbguts beeinflussen ebenfalls das Verhalten der Nachkommen. Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Integration eines Organismus, aber auch bei akuten Verhaltensanpassungen. Mit zunehmendem Alter kommt es zudem zu Anpassung des Verhaltens durch sozioökologische Einflüsse, individuelles und soziales Lernen sowie Seneszenz. Die Entwicklung des Verhaltens kann daher nur als permanentes Zusammenspiel von internen und externen Faktoren verstanden werden.

Peter M. Kappeler

Kapitel 3. Brauchen wir Globalisierung?

Die bisherigen Fortschritte in Naturwissenschaft und Technik, basierend auf den Hypothesen der Volkswirtschaftler von der Wertschöpfung des Konsums in Kombination mit der wachsenden Weltbevölkerung, haben zu einer immer intensiveren Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe geführt, gekoppelt mit einer zunehmenden Verschmutzung der Umwelt.

Hartmut Frey, Engelbert Westkämper, Dieter Beste

Kapitel 17. Proportionen – ein Werkzeug zum Verständnis vieler mathematischer Fragen

Zwei Größen seien in Beziehung zueinander. Oft stellt sich die Frage: Was passiert mit der zweiten Größe, wenn man die erste verdoppelt, verdreifacht oder allgemeiner ver-k-facht. In einfachen Spezialfällen spricht man von direkter oder indirekter Proportionalität, direkt oder indirekt quadratischer Proportionalität, usw.

Georg Glaeser

4. Auswirkungen von Luftverunreinigungen

Der Mensch setzt durch die verschiedensten Prozesse eine Vielzahl von Spurenstoffen frei, wodurch er die natürlichen Emissionen und deren Konzentrationslevel verändert. Die emittierten Verbindungen und/oder ihre chemischen Umwandlungsprodukte können eine Reihe von Schadstoffwirkungen entfalten. Sie sind alle in vielfältiger Weise in die globalen Stoffkreisläufe der Atmosphäre, des Wassers (Hydrosphäre), des Bodens (Lithosphäre) und der belebten Welt (Biosphäre) eingebunden.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

Kapitel 5. Marktversagen

Wir haben gezeigt, dass die Marktwirtschaft, also die Kombination von Markt und Wettbewerb unserer in Kap. 2 hergeleitetes wirtschaftspolitisches Ziel des Wohlfahrtsoptimums realisiert. Trotz der Vorteile des Marktmechanismus lässt er sich nicht überall einsetzen. Im Folgenden sollen Sie die Bereiche kennenlernen, in denen es zu sog. Marktversagen kommt.

Christian A. Conrad

Kapitel 2. Die Umweltgeschichte in Schlüsseldaten

Wie wandelten sich die Kenntnisse zu unserer Umwelt, zu unseren Wirkungen auf die Umwelt und zu den Wirkungen der Umwelt auf uns in den vergangenen zwei Jahrtausenden? Wie gingen Menschen und Institutionen mit dem sich ändernden Wissen um? Welche Umweltveränderungen traten auf? Im zweiten Kapitel werden diese Fragen für 260 Umweltgeschichten gestellt und chronologisch beantwortet. Die Intensität der Umweltveränderungen nimmt vom frühen Mittelalter bis in das frühe 14. Jahrhundert zu. Die kombinierte Wirkung von menschlichen Eingriffen in die Natur und Extremereignissen führt dann zu einer Folge von Katastrophen, die in der großen Pestpandemie Mitte des 14. Jh. kulminieren. Nach einer kurzen Phase, in der sich die Natur teilweise erholt, wachsen die Eingriffe von Menschen wieder. Sie erreichen im 20. und im 21. Jh. geradezu beängstigende Ausmaße. Der massive Klimawandel, die Zerstörung von Lebensräumen und das dramatische Artensterben resultieren.

Hans-Rudolf Bork

Chapter 1. Einführung

Diejenigen, die forschen, Neues entdecken, entwickeln oder nachahmen, verändern mit ihren Erkenntnissen und Produkten die Umwelt – mal in erwarteter, mal in unerwarteter Weise. Mal ein wenig, mal ungeheuer stark. Mal zum Guten, mal zum Schlechten. Die Wirkungen von Menschen auf ihre Umwelt sind bisweilen offensichtlich, häufig indes schleichend und nur schwer erkennbar. Mit Erfahrung und Wissen können wir jedoch richtig auf Umweltveränderungen reagieren. Dieses Kapitel gibt einen Überblick zur Vielfalt der Umweltereignisse, die Deutschland während der vergangenen zwei Jahrtausende prägten.

Hans-Rudolf Bork

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Das Kapitel beschreibt anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN die Herausforderungen und Fortschritte auf dem Weg in eine nachhaltige Welt. Jedes Nachhaltigkeitsziel wird in einem eigenen Abschnitt betrachtet, mit Ursachen, Folgen und Zusammenhängen – jeweils sowohl auf globaler Ebene als auch bezogen auf Deutschland. Jeder dieser Abschnitte beginnt mit einer wahren Geschichte, die in das Thema einführt. Wo es sich anbietet wird zu jedem der Themen gezeigt, was wir im Alltag tun können, um das jeweilige Nachhaltigkeitsziel zu unterstützen.

Matthias Medert

Kapitel 1. Sichere Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung

Ohne Wasser kein Leben, lautet ein oft gehörter Satz. Was bedeutet dieser Satz für Produktionsbetriebe mit ständigem Wasserverbrauch und damit verbundenem Abwasseranfall? Was erwartet die Betriebe in Zukunft in Bezug auf ihren Arbeitsstoff Wasser? Welche Anforderungen werden an sie gestellt hinsichtlich des Umgangs mit Wasser? Risiken und Chancen liegen oft beisammen. Meistens liegt es beim aktiv Agierenden, die Chancen zu nutzen und die Risiken zu minimieren.

Rolf Stiefel

Kapitel 3. Ratschläge und Hinweise zur Prozesswassereffizienz

Prozesswassereffizienz: Die ProzesswassereffizienzProzesswassereffizienz ist ein Maß für die innerbetriebliche Nutzung von Prozesswasser. Sie umfasst sowohl den Input (z. B. externe Zufuhr von Stadtwasser, Gewinnung von Brunnenwasser oder Oberflächenwasser) von Frischwasser als auch den Output von Abwasser (Einleitung von Abwasser als Direkt- oder Indirekteinleiter in einen Vorfluter).

Rolf Stiefel

Kapitel 4. Abwasserrecyclingverfahren

Diese Einträge geben einen groben Rahmen, der sich durch betriebsspezifische Anforderung schnell erweitern kann. Die folgenden Abschnitte widmen sich wichtigen Abwasserbehandlungsverfahren, die einzeln oder oft auch in Kombination im industriellen Abwasserbereich zum Einsatz kommen.

Rolf Stiefel

Kapitel 3. So werden Unternehmen fit für die Experience Economy

Markenerlebnisse wirken dann intensiv und nachhaltig, wenn sie möglichst viele Erlebnisdimnsionen berücksichtigen. Erst dann entsteht eine hohe Loyalität zwischen Customer und Brand. Auf den Markenkern aufbauendes Storytelling und Storydoing involvieren den Kunden in das Narrativ der Marke und fordern ihn zur Interaktion auf. Für den stationären Einzelhandel birgt die Experience Economy große Chancen: On- und Offlinewelten müssen verschmelzen, der Point of Sale muss zum Point of Experience werden.

Martin Schnaack

Kapitel 4. Komplexgleichgewichte

In diesem Kapitel wird die Bildung von Metallkomplexen aus Metallionen und Liganden beschrieben. Natürlich lässt sich auch die Bildung von Molekülkomplexen in ganz ähnlicher Weise mathematisch behandeln, was aber im Folgenden außer Acht gelassen wird.

Fritz Scholz, Heike Kahlert

11. Schmierstoffe

Schmierstoffe dienen zur Reibungs- und Verschleißminderung in tribologischen Systemen. Sie werden in verschiedenen Aggregatzuständen als Schmieröle, Schmierfette oder Festschmierstoffe eingesetzt. Die Betriebsbedingungen für die Anwendung von Schmierstoffen in Tribosystemen sollen möglichst die Bildung eines die Kontaktpartner trennenden, hydrodynamisch bzw. aerodynamisch gebildeten oder tribochemisch erzeugten Schmierfilmes ermöglichen. Es werden die physikalischen, chemischen und technologischen Eigenschaften von Schmierstoffen dargestellt und ihre Anwendungsmöglichkeiten betrachtet. Da Schmierstoffe durch Leckagen oder technisch gewollte Verlustschmierung in die Umwelt gelangen können, wurden umweltfreundliche Bioschmierstoffe entwickelt, deren Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten dargestellt werden.

Karl-Heinz Habig, Theo Mang

Kapitel 6. Muster und Materialien

Neben dem Satzungsmuster nach der AO werden eine eigenständige Mustersatzung sowie zahlreiche weitere Materialien, die für die Praxis wichtig sind, hier abgedruckt.

Christina Weidmann, Ralf Kohlhepp

Kapitel 6. Fassade

An einem Gesimsputz kam es im Traufbereich des Daches zu Farb- und Putzabplatzungen. Nachdem die Fassade eingerüstet war, wurde festgestellt, dass es sich bei den Putzabplatzungen um Gipsputz handelte.

Joachim Schulz

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Steigende Hochwasserschäden durch Klimaänderungen und Landnutzungsänderungen erfordern, den Wasser- und Stoffrückhalt in der Landschaft zu verbessern. Dazu muss man die Wasserflüsse in der Landschaft und die vielfältigen Einflüsse des Menschen kennen, und vor allem muss man sie quantitativ beschreiben können. Erstes Ziel dieses Handbuchs besteht daher darin, Methoden zur Quantifizierung von Wasserflüssen für die Flur- und Landschaftsgestaltung und die Beratung der Landnutzer aufzubereiten. Zweites Ziel ist die Beschreibung und Quantifizierung von Maßnahmen, die den Abflussscheitel dämpfen. Dies schließt die Lücke zwischen den klassischen, in der Wasserwirtschaft etablierten Bemessungsansätzen und den Maßnahmen des dezentralen Wasserrückhalts, die in der bestehenden Literatur fast ausschließlich qualitativ beschrieben werden, damit in der Wirkung ungewiss erscheinen und sich einer Kosten-Nutzen-Analyse entziehen. Das Handbuch richtet sich an Planer und Ingenieure und weitere in der Flur tätigen Akteure wie Wasser- und Anbauberater, Pflege- und Zweckverbände, Hochschulangehörige, Fachinstitute und Entscheidungsträger an Behörden.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Open Access

Kapitel 2. Grundlagen der Abflussentstehung, Sturzfluten und dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen

Dieses Kapitel beschreibt den Landschaftswasserhaushalt und wesentliche Begriffe, Komponenten und Prozesse, die beim Niederschlag-Abfluss-Prozess von Bedeutung sind. Dabei werden insbesondere die drei wesentlichen Vorgänge erläutert, nämlich i) die Abflussbildung auf der Fläche (Entstehung von Oberflächenabfluss), ii) die Bündelung des Abflusses in der Fläche (Abflusskonzentration) und iii) der Fließprozess in Gerinnen und Gewässern (Wellenablauf). Darüber hinaus werden Einzugsgebiete charakterisiert, da sie die wesentliche räumliche Bezugsgröße zur Bilanzierung von Wasserflüssen darstellen. Eine Übersicht wichtiger Begriffe und Definitionen ist glossarartig zusammengestellt.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Open Access

Kapitel 4. Abflussentstehung – wie aus Niederschlag Abfluss wird

Oberflächenabfluss entsteht durch Regen, wenn die Rückhaltemöglichkeiten auf Pflanzen und Bodenoberfläche erschöpft sind und die Infiltrationsrate kleiner als die Regenintensität wird. Um für planerische Fragen mit überschaubarem Aufwand die Abflussreaktion abzuschätzen, haben sich stark vereinfachte Verfahren etabliert. Empfohlen und genauer vorgestellt wird eine Weiterentwicklung des Curve-Number-Verfahrens. Letztes ist einfach, weltweit etabliert und für Planungszwecke hinreichend genau. Eine wesentliche Neuerung ist, dass monatliche Werte unterschiedlicher Ackerkulturen unter deutschen Anbaubedingungen und von Grünland, Wald, Siedlungs- und Verkehrsflächen vorgestellt werden. Sie verbessern nicht nur die Abbildung mittlerer Bedingungen, die für Planungszwecke relevant sind, sondern erlauben auch eine Modellierung des Jahresverlaufs, der sich unweigerlich durch die Bewirtschaftung, sich ändernde Bodenfeuchte und sich ändernde Bodenbedeckung ergibt. Damit kann auch die Wirkung von Ansatzpunkten zur Reduktion des Abflussvolumens quantitativ abgeschätzt werden, die in der Landnutzung, der Flächenparzellierung und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungspraxis vorhanden sind. Darüber hinaus werden Empfehlungen zur Wahl geeigneter Bemessungsniederschläge in ländlichen Gebieten gegeben.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

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Kapitel 5. Abflusskonzentration – wie Abfluss in der Fläche gebündelt und beschleunigt wird

Ausgehend von der Wasserscheide bis in die größeren Gewässer bündelt sich Oberflächenabfluss zunehmend entlang des Fließpfades und beschleunigt dabei. Die allgemeinen Grundprinzipien und Einflussgrößen dieser Beschleunigung werden vorgestellt, typische Abflussformen und Fließpfade in kleinen, ländlichen Einzugsgebieten erläutert und die hydraulischen Grundlagen und Methoden zur Berechnung von Fließgeschwindigkeit und Fließzeit beschrieben.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

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Kapitel 6. Abflussverzögerung – wie Abfluss gebremst werden kann

Ansatzpunkte zur Reduktion der Fließgeschwindigkeit sind vielseitig und erstrecken sich über den kompletten Fließpfad, wodurch zahlreiche Akteure einen Beitrag leisten können. Flächige, flurstücksinterne Maßnahmen erhöhen die Oberflächenrauheit, längs durchflossene begrünte Abflussmulden, Kleinstrückhaltebecken in der landwirtschaftlichen Flur, Flurgliederung und Flächenarrangement, Gestaltung von Gräben und Rohren, Wege- und Wasserführung beeinflussen die Fließgeschwindigkeit jenseits der Flurstücke in unterschiedlichem, quantifizierbarem Maß. Je nach Schutzbedarf ist das Zusammenwirken mehrerer Maßnahmen notwendig, um den Abflussscheitel ausreichend zu mindern.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

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Kapitel 8. Anhang

Im Anhang befinden sich Tabellen zur Wirksamkeit dezentraler Maßnahmen zur Abflussminderung und zu hydraulischen Eigenschaften unterschiedlicher Abflusstypen und Fließpfade. Der Anhang liefert alternative Verfahren zur Bestimmung des Scheitelabflusses (Verhältnisverfahren) und der Abflusshöhe (nach Lutz) und er beschreibt ergänzende Verfahren wie die Ableitung von Gebiets- und Bemessungsniederschlägen, die Bestimmung der Hydrologischen Bodengruppe, die Kartierung von Fließwegen im Gelände, hilfreiche Geodaten und Verfahren der Geodatenanalyse. Wegen der besonderen Bedeutung widmet sich ein Teil außerdem dem Wegebau und der Wasserführung.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Kapitel 38. Klimapolitik in Dresden. Diskurse um Klimawandel im Kontext von Stadtentwicklungspolitik

Um dem Klimawandel zu begegnen, hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren ambitionierte politische Ziele vereinbart. Für die erfolgreiche Umsetzung dieser Ziele wird vor allem den Städten eine zentrale Rolle zugewiesen. Am Beispiel der Klimapolitik Dresdens zeigt der Beitrag, dass die politischen Programme jedoch nicht einfach umgesetzt werden (können), sondern in den jeweiligen Kontexten auf konkrete Rationalitäten, historische Entwicklungspfade und gesellschaftliche Machtverhältnisse treffen. So rückte der globale Klimawandel in den 1990er-Jahren zwar in bundespolitischen Debatten in den Vordergrund, in vielen ostdeutschen Städten wurden jedoch in dieser Zeit vor allem massive Umweltprobleme vor Ort und die politischen Transformationsprozesse als prioritäre Herausforderungen bewertet. Infolgedessen werden auch die klimapolitischen Ziele hinsichtlich ihrer Relevanz und Bedeutsamkeit von städtischen Akteur*innen ganz unterschiedlich bewertet und in kontextspezifischen Entscheidungs- und Handlungspraktiken angeeignet, verändert oder auch abgelehnt.

Cindy Sturm

Kapitel 36. Sanierung alter Industrieregionen in Ostdeutschland

Eine Betrachtung der Regionalentwicklung in Ostdeutschland wäre ohne die Berücksichtigung der Umweltsanierung unvollständig, denn die Umweltsituation war dort um 1989 als dramatisch einzuschätzen. In den Industrie- und Bergbauregionen hatten sich Umweltschäden vor allem im Bereich von Produktionsanlagen, Gebäuden, Böden und Grundwasser akkumuliert. Mit dem starken Rückgang der Industrieproduktion und der Modernisierung von Betrieben nach der Wiedervereinigung verringerte sich die Umweltbelastung – auf teils ungewollte Weise – erheblich. Die bereits akkumulierten Schäden bedurften dennoch der Sanierung. Auf der Grundlage der „Umweltunion“ und des Einigungsvertrags unternahmen Bund und Länder ab 1990 große Anstrengungen, diese Schäden zu beseitigen. Ziel war es, die Einheitlichkeit der ökologischen Lebensverhältnisse in Deutschland zu fördern und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Zurückgreifend auf eine Reihe früherer Forschungsarbeiten geben die Autoren einen Überblick zu den verschiedenen, insbesondere regional bedeutsamen Ansätzen der Umweltsanierung und vertiefen die Analyse am Beispiel des touristischen Lausitzer Seenlands, das aus mehreren stillgelegten und sanierten Braunkohlegruben entwickelt wurde.

Gerd Lintz, Peter Wirth

Kapitel 5. Hürden und Zielkonflikte hemmen die Bioökonomie

Die moderne Bioökonomie ist mit den ökonomischen Hürden komplexer Rohstoffe, vielstufiger Wertschöpfungsketten und dezentraler, kleinskaliger Produktionsanlagen konfrontiert. Sie führen zu höheren Produktionskosten, zur Verschiebung von Arbeitsplätzen und für alle Marktteilnehmer einschließlich der Konsumenten zu einem höheren Preisniveau. Um die Nachhaltigkeit der Produktion von Biomasse zu sichern, müssen die planetaren Grenzen und die Kapazität der Ökosystemleistungen beachtet werden. Zielkonflikte sind zwischen der Produktion von Biomasse für die Ernährung bzw. zu industriellen Zwecken sowie landwirtschaftlich bedingten Treibhausgasen und dem Klimaschutz absehbar.

Manfred Kircher

Kapitel 6. Insekten

Der Name InsektenInsekten hat seinen Ursprung im lateinischen Wort insectus = „eingeschnitten“, „eingekerbt“ und beschreibt den Körperbau dieser wohl größten Tiergruppe auf der Erde. Insekten zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass ihr Kopf (Caput) durch einen tiefen Einschnitt von der Brust (Thorax) getrennt wird und diese wiederum durch eine mehr oder minder große, artspezifische Einkerbung vom Hinterkörper (Abdomen). Am Kopf befinden sich die ventral gelegenen, artspezifischen Mundwerkzeuge.

Heinz Mehlhorn, Birgit Mehlhorn

Kapitel 7. Anker und Bodennägel

Im Bauwesen ist der Begriff Anker sehr weit gedehnt. Nicht nur aus historischer Sicht, sondern besonders aus der Sicht der Anwendungsmöglichkeiten gibt es eine Unzahl von Ankern. Daher ist es notwendig hier eine Einteilung vorzunehmen, an der man die verschiedenen Anker erkennen kann, bevor man mit dem Begriff Anker bei Böschungen und Baugruben zu arbeiten beginnt.

Bernhard Wietek

Kapitel 3. Sicherung von Geländesprüngen

Natürliche Böschungen haben bei ihrer Entstehung eine maximale Neigung eingenommen. Der Zustand in dem sie entstanden sind war im Grenzgleichgewicht (Sicherheit η = 1,0). Später können sich durch äußere Umstände die Materialkennwerte verändert, bzw kann sich auch sich derWasserhaushalt im Untergrund (Böschung) zum Vorteil verändert haben. Deshalb haben natürliche Böschungen eine Sicherheit größer als 1,0. Wir wissen aber vor einer Untersuchung der Böschungssituation und des betroffenen Untergrundes nichts über die vorhandene Sicherheit.

Bernhard Wietek

Kapitel 2. Böschungen

Böschungen als geneigte Erdoberflächen kommen überall vor. Sie werden vom Menschen mehr oder weniger bearbeitet und so der Zustand verändert. Damit sollte man auch die Auswirkungen dieser Veränderungen betrachten und sich eine Gewissheit über die Sicherheit der Böschungen verschaffen.

Bernhard Wietek

Kapitel 6. Energiespeicher

Dieses Kapitel vermittelt die Grundlagen elektrochemischer Speicher. Die derzeit wichtigsten Varianten Blei-Akkumulator, Nickel-Metallhydridbatterie und Lithium-Ionen-Batterie werden im Detail vorgestellt. Gerade bei der Li-Ionen-Batterie gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien für Anode, Kathode und Elektrolyt, woraus zum Teil recht unterschiedliche Betriebseigenschaften resultieren. Eigene Abschnitte widmen sich den verschiedenen Ladeverfahren, dem Ladungsausgleich (Balancing) zwischen den verschiedenen parallelgeschalteten Zellen, den Zellbauformen sowie dem Aufbau von Batteriespeichersystemen (Stack, Batteriemanagement). Eine möglichst genaue Modellierung des Betriebsverhaltens von Lithium-Ionen-Akkus ist erforderlich, um das schnelle Laden so zu kontrollieren, dass keine irreversiblen Schäden auftreten. Geeignete Modelle werden vorgestellt. In den letzten Abschnitten des Kapitels werden die verschiedenen Verfahren zur Speicherung von Wasserstoff besprochen.

Martin Doppelbauer

Kapitel 5. Maßnahmen in den 1980er Jahren

Gemäß der erlassenen Energieverordnung vom 30. Oktober 1980 ist die Zentrale Energiekommission beim Ministerrat für die Herausarbeitung der langfristigen Entwicklung der energetischen Basis und für die Durchsetzung der rationellen Energieanwendung in allen Gesellschaftsbereichen zuständig. Das Gesetz über den Fünfjahrplan 1986 bis 1990 vom 27. November 1986 fordert, die rationelle Energieanwendung zur entscheidenden Quelle für die Deckung des wachsenden Energiebedarfes zu entwickeln und dafür insbesondere die Mikroelektronik zu nutzen. In der Smogverordnung vom 2. November 1989 werden 20 Smoggefährdungsgebiete benannt, davon mit 7 die meisten in Sachsen. Im Beschluss über die Begründung und Auflösung von Ministerien und zentralen Staatsorganen vom 21. Dezember 1989 werden mit Wirkung vom 1. Januar 1990 das Ministerium für Kohle und Energie und die Arbeitsgruppe Rationelle Energieanwendung beim Ministerrat aufgelöst. Das Buch endet mit dem Ministerratsbeschluss vom 1. März 1990, der die sofortige Stilllegung des Tagebaues Olbersdorf verfügte und damit die geplante Abbaggerung von Teilen der Stadt Zittau einschließlich des Standortes der Hochschule verhindert hat.

Wilhelm Riesner

3. Grundsätzliches für die Arbeit unter freiem Himmel

Der Arbeitsraum Natur bietet eine große Vielfalt an Vorteilen, Chancen, Möglichkeiten und Nutzen für Coaches, Therapeuten und Trainer. Damit er sein Potenzial als förderliches Umfeld für neue und freudvolle Erfahrungen entfalten kann und der Aufenthalt unter freiem Himmel zu einem positiv besetzten Erlebnis für alle Beteiligten wird, gibt es eine Reihe praktischer Dinge zu beachten. Im folgenden Kapitel wird daher skizziert, für wen und für welche Anliegen sich eine Naturbegleitung eignet, wie wir den Übergang in die Natur achtsam gestalten können und was es bei der Ortswahl zu berücksichtigen gilt. Außerdem sollen wichtige Hinweise aus der praktischen Outdoor-Erfahrung zu Bekleidung, Ausrüstung, Material und Verpflegung sowie gesundheitlichen, sicherheitsrelevanten und rechtlichen Aspekten mit auf den Weg gegeben werden.

Carsten Gans, Katja Dienemann, Anja Hume, André Lorino

2. Wie Natur im Kontext von Coaching, Therapie und Mentaltraining hilfreich und heilend sein kann

Der bloße Aufenthalt in der Natur hat schon eine förderliche Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Diese heilsamen Eigenschaften wirken auf einer zusätzlichen Ebene, sind in Natur-Coaching, -Therapie und -Mentaltraining aber nicht das zentrale Anliegen. Wenn der Arbeitsraum Natur mit seinen vielen Vorteilen und Besonderheiten genutzt wird, dann wird nicht nur die eigene Praxis in ein gesundes Umfeld verlegt, sondern es entsteht eine ganz neue, mehrschichtige Dynamik. Die Natur ist dann nicht nur ein erholsames Setting, sondern erweist sich als überaus hilfreich sowohl für den Klienten als auch für den Prozessbegleiter. Dieses Kapitel möchte die vielen Aspekte dieses wertvollen Arbeitsraums mit unterschiedlichen Studien, Untersuchungen, Theorien und eigenen Erfahrungen auf ganzheitlicher Ebene untermauern und als theoretisches Fundament für den eigenen Naturzugang vorstellen.

Carsten Gans, Katja Dienemann, Anja Hume, André Lorino

2. Rechtliche Grundlagen zur Dokumentation

Die Dokumentation ist aus rechtlicher Sicht mehrfach bedeutungsvoll.

Klaus H. Weber, Frank Mattukat, Manfred Schüßler

Wir Säen Nicht

Die Wissenschaft von Schiffen und Meeren

Schiffe sind verdammt cool. Es waren einige spektakuläre wissenschaftliche Fortschritte dieser Zeit notwendig, bis man herausfand, wie man Schiffe für einen bestimmten Zweck baut, wie man diese Schiffe segelt, wie man verhindert, dass sie zu brennen beginnen (auch wenn das keinem je besonders gut gelungen ist), oder wie man nicht an Skorbut stirbt.

Rebecca C. Thompson

Und jetzt beginnt meine Wache

Die Wissenschaft einer Eismauer

Eis ist festes Wasser. Ganz einfach, oder? Eis ist etwas, das wir alle kennen, ob Sie nun Ihr Diet Dr. Pepper darin kühlen oder ob Sie mit Ihren Schlittschuhen darüber laufen. Doch Eis ist viel mehr als das. Es ist wahrscheinlich einer der coolsten Festkörper des Planeten.

Rebecca C. Thompson

Mündige Verbraucher – eine praxistheoretische Revision

Das Leitbild des mündigen Verbrauchers ist in Verruf geraten. Allerdings basiert die Kritik auf dem sozialtheoretischen Zerrbild eines Homo Oeconomicus, das die Verbraucherrolle eher verklärt als den Blick auf die Problemstellung freizugeben: Entlang von Prämissen der Nutzenmaximierung unter den Bedingungen rationaler Wahl und vollständiger Informiertheit wird der mündige Verbraucher so konstruiert, dass seine Infragestellung notwendig folgen muss. Ziel des Beitrags ist es, eine kritische Begriffsaufarbeitung zu leisten, die sowohl einseitige Festlegungen offenlegt als auch den sozialtheoretischen Ertrag einer praxistheoretischen Alternative auslotet. Um die wirtschaftspolitische Ermöglichungsfunktion des Leitbilds ausmachen zu können, muss auf die Grenzen der Eigenverantwortung hin sensibilisiert werden und Begrifflichkeiten wie Verantwortung, Selbst- und Mitbestimmung, sowie Transparenz innerhalb des Verbrauchsdiskurses neu bestimmt werden.

Thomas Cannaday

Kapitel 5. Luft und Luftinhaltsstoffe

Bauwerke sind den ständigen Einflüssen der Atmosphäre mit den in ihr natürlich enthaltenen Gasen Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid, den Edelgasen, wechselnden Mengen an Wasserdampf, aber auch mit den in ihr enthaltenen Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid, Stickoxiden, Ozon sowie Staubpartikeln unterschiedlichster Herkunft ausgesetzt. Schlagworte wie Saurer Regen, Sommersmog, Treibhausgase und Neuartige Waldschäden gehören dank der Berichterstattung durch die Medien zu unserem Alltag. Häufig besteht jedoch gerade bei Begriffen, mit denen wir ununterbrochen konfrontiert werden, der größte Erklärungsbedarf.

Roland Benedix

Kapitel 6. Wasser und wässrige Lösungen

Das Wasser der Erde besitzt ein Gesamtvolumen von ca. 1,4 Milliarden km3. Der überwiegende Teil (97,23%!) davon ist Salzwasser. Die restlichen 2,77% Süßwasser liegen zu etwa drei Viertel in Form von Polar- und Gletschereis vor [UC 2].

Roland Benedix

Kapitel 6. Strafgesetzbuch (StGB)

Eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde.

Robert Schwarz

Kapitel 6. Nachhaltigkeitsmanagement

Ein professionelles Nachhaltigkeitsmanagement basiert auf der konsequenten Anwendung aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – der ökonomischen, der ökologischen und der sozialen Dimension. Der einzigartige Nutzen eines Nachhaltigkeitsmanagements entsteht aus der Struktur der drei gleichwertigen tragenden Säulen der Nachhaltigkeit. Dadurch wird Nachhaltigkeitsmanagement in jeder Dimension positive Effekte generieren. Diese positiven Effekte unterstützen und stärken sich zudem noch gegenseitig.

Michael Wühle

Kapitel 5. Vernetzung der Bereiche „Biodiversität“, „Bildung“ und „Biologieunterricht“

Das fünfte Kapitel fokussiert nach einer Charakterisierung des ausgewählten Naturparks „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ in Verbindung mit der Thematisierung zentraler Naturschutzaspekte die Vorstellung des entwickelten Verfahrens zur Erstellung biologisch basierter GPS-Touren (Biotracks). Im Zusammenhang mit der Schilderung von Vorüberlegungen, Charakteristika und Teilschritten des Verfahrens sowie der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels zum Thema „Fotosynthese“ soll die nachstehende Hypothese H4 (s. Kap. 1.4) diskutiert werden: „Das Biotrack-Verfahren dient zur Verknüpfung der drei Bereiche ‚Biodiversität‘, ‚Bildung‘ und ‚Biologieunterricht‘ und kann auch zur Vermittlung wissenschaftlich schwer zugänglicher Lehrplanthemen angewendet werden“. Den Abschluss bilden Ausführungen zu Potenzial und Grenzen des Verfahrens, bevor eine abschließende Diskussion zu obiger Hypothese vorgenommen sowie zentrale Schwerpunktlegungen vorliegenden Kapitels dargelegt werden.

Luise Knoblich

Kapitel 1. Einleitung

Das Einleitungskapitel ist wie folgt strukturiert: Nach der Erläuterung des Grundansatzes vorliegender Abhandlung sowie einem überblicksartigen Einblick in den themenbezogenen Forschungsstand wird die Relevanz des gewählten Themas für Wissenschaft und Gesellschaft aufgezeigt. Nach der Ableitung der Forschungsfrage und der Vorstellung entwickelter Hypothesen und zugehöriger Methoden werden die Ziele des Buches geschildert. Eine Skizze zum Aufbau der Arbeit schließt das erste Kapitel ab.

Luise Knoblich

Kapitel 2. Biodiversität

Im Rahmen des vorliegenden Kapitels erfolgt zu Beginn eine allgemeine begriffliche Einführung, die Darstellung zentraler Biodiversitätsebenen sowie grundlegender Ausführungen zu Wert, Gefährdung und Schutz der Biodiversität. Anschließend soll anhand einer Lehrplan- und Schulbuchanalyse in Verbindung mit einem Lehrplanvergleich und der Vorstellung eines Biodiversitäts-Moduls die erste Hypothese dieser Arbeit (H1, s. Tab. 1) diskutiert werden. Die Hypothese lautet: „Biodiversität wird in Thüringer Lehrplänen und Schulbüchern nur marginal thematisiert“.

Luise Knoblich

Kapitel 6. Methodische Umsetzung zur Erprobung der Biotracks

Das vorliegende sechste Kapitel nimmt einen besonderen Stellenwert ein, da es die praktische Erprobung des in Kap. 5 beschriebenen Biotrack-Verfahrens vorstellt. Die mit Schulklassen im Rahmen der empirischen Studie veranstalteten Schülerexpeditionen dienen dabei als Praxistest der aus dem Verfahren resultierenden Biotracks. Ausgehend von der zu diskutierenden Hypothese H5 (s. Kap. 1.4): „Biotracks haben positive Wirkungen auf die Umwelteinstellungen, das Umweltwissen und das Umwelthandeln von Schülern“ baut Kap. 6 auf folgende Gliederung auf: Nach einer Skizzierung des Untersuchungsdesigns, der Vorstellung der Erhebungsinstrumente sowie zentraler Aspekte der Datenauswertung werden die zwei Schülerexpeditionen präsentiert, die der praktischen Erprobung der Biotracks dienen.

Luise Knoblich

Kapitel 24. Nachhaltigkeit und Bioökonomie

Eine nachhaltige Wirtschaft kann langfristig nur auf regenerativen Ressourcen aufbauen. Eine nachhaltige Wirtschaft muss daher mit Blick auf ihre Ressourcenbasis eine Bioökonomie sein. Die UN-Nachhaltigkeitsziele beleuchten in verschiedener Hinsicht den engen Zusammenhang von Bioökonomie und Nachhaltigkeit. Der Anbau von Biomasse in großem Maßstab kann aber negative Auswirkungen auf Umwelt und Ernährungssicherheit haben, die es zu berücksichtigen gilt, um nicht die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu gefährden. Verschiedene staatliche Akteure und Akteure der Zivilgesellschaft müssen zusammenarbeiten, damit die Transformation unserer derzeitigen auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft zu einer nachhaltigen Bioökonomie gelingt.

Bernd Klauer, Harry Schindler

Kapitel 19. Szenarien und Modelle zur Gestaltung einer nachhaltigen Bioökonomie

Szenarien und Modelle sind häufig verwendete Werkzeuge, um die verschiedenen Elemente des Systems Bioökonomie sowie mögliche Entwicklungen in der Zukunft zu beschreiben und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesellschaft, Ökonomie und Umwelt zu analysieren. Szenarien bieten einen methodischen Ansatz zur partizipativen Entwicklung von Zukunftsbildern, sowohl qualitativ in Form von Narrativen als auch quantitativ in Form von numerischen Daten. In diesem Rahmen kommt Modellen eine zentrale Rolle bei der quantitativen Beschreibung der Szenarien zu. Sie können dabei einzelne Elemente der Bioökonomie (bspw. Ökonomie, Landnutzung, Umwelt), aber auch die komplexen Wirkbeziehungen zwischen diesen Elementen abbilden. Es werden Beispiele für die aktuelle Anwendung von Szenarien und Modellen zu Fragen der Gestaltung einer nachhaltigen Bioökonomie vorgestellt sowie Anforderungen an die Weiterentwicklung und Verfeinerung dieser Werkzeuge formuliert.

Rüdiger Schaldach, Daniela Thrän

Kapitel 7. Marine Bioökonomie

Die marine Bioökonomie verwendet nachwachsende Rohstoffe marinen Ursprungs. Dabei werden einzellige, mehrzellige als auch Mikroorganismen aus dem Meer bzw. daraus hergestellte Zellkulturen oder Biomoleküle genutzt. Die Produktion der benötigten Biomasse kann je nach verwendeter Ressource z. B. in Aquakulturkreislaufanlagen oder in Bioreaktoren erfolgen. Sowohl bei der Rohstoffvermehrung als auch bei der Generierung verschiedener Produkte kommen häufig biotechnologische Verfahren zum Einsatz. Diese Produkte werden in unterschiedlichen Märkten angeboten, z. B. in der Medizin, im Lebensmittelbereich, als Konsumgüter oder im Bereich des Umweltschutzes. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei den marinen Algen zu, da diese überschüssigen Nährstoffe im Wasser als auch CO2 binden und für die Produktion verschiedener Produkte genutzt werden können. Durch die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist es möglich, die vielen bereits vorhandenen Ansätze für marine bioökonomische Produktionsverfahren noch weiter auszubauen.

Charli Kruse

Kapitel 17. Proteinreiche Lebensmittel

Während im Pflanzenreich Cellulose als Bausubstanz und Stärke als Reservestoff dominieren, enthalten Lebensmittel tierischer Herkunft vorwiegend Proteine neben einer mehr oder minder ausgeprägten Fettreserve. Unter Fleisch wird in unserem Sprachgebrauch das quergestreifte Muskelgewebe warmblütiger Tiere verstanden, sofern es sich zum Genuss für den Menschen eignet. Fleisch kann auf vielerlei Weise zubereitet werden. Die vielen Fischarten, die unseren Speisezettel bereichern, werden in folgende Gruppen zusammengefasst: Salzwasserfische/Süßwasserfische, oder Fettfische/Magerfische. Die Krebstiere zeichnen sich durch eine große Formenvielfalt aus. Sie bilden einen Unterstamm innerhalb der Gliederfüßer. Die zu Lebensmittelzwecken verwendeten Krebstiere werden auch als Krustentiere bezeichnet. Unter Eiern werden grundsätzlich Hühnereier, d. h. das Ei der Haushenne, verstanden. Milch ist das durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnene Erzeugnis der normalen Eutersekretion von zur Milcherzeugung gehaltenen Tierarten. Als „Milch“ darf nur Milch von Kühen bezeichnet werden. Neben den tierischen Proteinquellen gibt es auch unter den Pflanzen recht gute Proteinlieferanten. In der Regel sind proteinhaltige pflanzliche Lebensmittel reich an Kohlenhydraten, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Im Gegensatz zu tierischen Proteinlieferanten sind sie cholesterin- und purinfrei und fettarm zugleich. Zu den wichtigsten Proteinquellen pflanzlicher Natur gehören Kartoffeln, Gemüsesorten, Hülsenfrüchte, Saaten und Nüsse. Auch ausgewählte Getreidearten und Getreideerzeugnisse können den Proteinbedarf sinnvoll ergänzen.

Reinhard Matissek

Kapitel 12. Unerwünschte Stoffe, KontaminantenKontaminante und Prozesskontaminanten in Lebensmitteln

Die Auswahl pflanzlicher und tierischer Rohstoffe für die Ernährung erfolgt nicht nur nach ihrem Gehalt an Nährstoffen und ihrem Genusswert, sondern natürlich auch unter dem Aspekt ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit. Beachtung findet dabei insbesondere die Problematik der Kontaminationen von Lebensmittel durch Standort-(Umwelt)bedingungen, durch Einwirkung von Mikroorganismen, durch Zusätze, Rückstände und Verunreinigungen oder durch thermische Reaktionsprodukte. Weiterhin ist aber auch zu beachten, dass Lebensmittel aus natürlichen Prozessen oder als Folge von Verderbnisvorgängen unerwünschte Stoffe enthalten können, die nicht anthropogenen Ursprungs sind. Für die Risikobewertung ist aber neben den Stoffen selbst auch deren Exposition gegenüber den Verbrauchern von grundlegender Bedeutung. Zur besseren Übersicht kann die Vielzahl der möglichen (gesundheitlich) nicht erwünschten Stoffe in Lebensmitteln wie folgt klassifiziert werden: toxikologisch relevante Pflanzeninhaltsstoffe, Toxine in Fischen und Muscheln, toxikologisch relevante Stoffe in verdorbenen Lebensmitteln, Bildung toxikologisch relevanter Stoffe bei der Herstellung bzw. Zubereitung von Lebensmitteln (Prozesskontaminanten), umweltrelevante Kontaminanten in Lebensmitteln, Kontaminanten aus Lebensmittelbedarfsgegenständen, Radionuklide in Lebensmitteln, toxikologisch relevante Stoffe zur Streckung oder Verfälschung von Lebensmitteln, Kontaminanten und Rückstände aus multiplen Quellen (und Rückstände in Lebensmitteln aus der landwirtschaftlichen Produktion).

Reinhard Matissek
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