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Gewässerschutz

weitere Buchkapitel

Die Neugestaltung der Globalisierung. Chinas Konzept einer ökologischen Zivilisation

Der Beitrag widmet sich Chinas Neudefinition der Spielregeln für den internationalen Wettbewerb und dem Konzept einer ökologischen Zivilisation. Zudem wird gezeigt, dass Europa nur zu neuer Stärke finden kann, wenn sich Unternehmen intensiv mit dem chinesischen Markt beschäftigen und mit der Grundhaltung Chinas auseinandersetzen.

Alexandra Hildebrandt

Kapitel 3. Klimaschutzprobleme und Handlungsmöglichkeiten

Zunächst werden die Eckpunkte der Klimaschutzdebatte aufgegriffen und die globalen Erneuerbare-Energien-Perspektiven dargestellt. Besondere Aspekte der Windenergiepotenziale werden ebenso thematisiert wie Aspekte des EU-Emissionszertifikatehandels und Finanzmarktperspektiven in diesem Kontext. Auch die Hauptaspekte unternehmensseitiger Innovationen Richtung Klimaneutralitätsfortschritt werden angesprochen, zudem auch die Ausgangslage beim EU-Klimaschutz. Mit Blick auf alternative CO2-Bepreisungsmöglichkeiten wird dargestellt, dass ein CO2-Steuersatz anders wirkt als ein gleichhoher CO2-Zertifikatepreis – Zertifikatelösungen sind in der Regel einem CO2-Steuersatz effizienzmäßig deutlich überlegen. Die Rolle der Nutzung von Satellitenbild-Auswertungen wird betont. Im Übrigen werden ausgewählte Fakten zu den Energiemarktperspektiven in Deutschland, inklusive AKW-Haftpflichtversicherungs-problematik (Unterversicherung als verdeckte Subventionierung), dargestellt.

Paul J. J. Welfens

Open Access

4. Agrarpolitische Rahmenbedingungen

Dieses Kapitel zeigt auf, dass eine institutionelle Pfadabhängigkeit der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union zu einer historisch verfestigten Sonderstellung des Agrarsektors geführt hat. In der Folge dominieren einkommenspolitische Ziele die Agrarpolitik. Natur- und Umweltschutzanliegen bleiben randständig und müssen vorwiegend mit ordnungsrechtlichen Mitteln durchgesetzt werden. Dabei bestehen Regelungs- und Implementationsdefizite, oft infolge von Ausnahmeregelungen für die Landwirtschaft. Handlungsdruck könnte sich jedoch aus drei neueren Entwicklungen des Rechtsrahmens ergeben: der Einbeziehung der bislang separaten Agrarmarktordnungen in die allgemeinen Regelungen des EU-Binnenmarkts, den haftungsrechtlichen Folgen der Verbraucherschutzstandards entlang der Wertschöpfungsketten sowie aus transnationalen privatrechtlichen Standards. Anregungen für eine Weiterentwicklung der Governance-Ansätze geben neue Konzepte wie Resilienz und adaptives Management sowie verhaltenswissenschaftliche Ansätze.

Peter H. Feindt, Christine Krämer, Andrea Früh-Müller, Alois Heißenhuber, Claudia Pahl-Wostl, Kai P. Purnhagen, Fabian Thomas, Caroline van Bers, Volkmar Wolters

Open Access

3. Kurzdarstellung der Ausgangssituation: Umwelteffekte der Landwirtschaft

Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche umreißt dieses Kapitel den Sachstand zu den Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und natürlichen Ressourcen in Deutschland. Der Fokus liegt auf der Beeinflussung der Naturressourcen Boden, biologische Vielfalt, Klima, Landschaftsbild, Luft und Wasser durch die Wirkfaktoren stoffliche Einträge und Flächennutzung. Die Zusammenschau zeigt, dass ein guter Zustand der schützenswerten Naturressourcen bisher häufig nicht erreicht wurde. Rechtlich und politisch festgelegte Zielwerte werden oft verfehlt oder es fehlen Daten zum Erfolgsmonitoring. Für wichtige Teilbereiche gibt es bislang nur wenig ambitionierte oder überhaupt keine Zielsetzungen, bestehende Ziele sind oft nicht ausreichend operationalisiert (Regelungsdefizit) oder die Kontroll- und Sanktionsmechanismen sind unzureichend (Vollzugsdefizit). Außerdem fehlen Anreizmechanismen für Schutzmaßnahmen oberhalb der gesetzlichen Mindestauflagen.

Peter H. Feindt, Christine Krämer, Andrea Früh-Müller, Alois Heißenhuber, Claudia Pahl-Wostl, Kai P. Purnhagen, Fabian Thomas, Caroline van Bers, Volkmar Wolters

Open Access

7. Bausteine zur Integration des Natur- und Umweltschutzes in eine zukunftsfähige Agrarpolitik

Dieses Kapitel diskutiert die verschiedenen Instrumente der Agrarpolitik im Hinblick auf ihren Beitrag zur Realisierung des Leitbilds einer multifunktionalen, natur- und umweltverträglichen Landwirtschaft: Ordnungsrecht und gesetzliche Mindeststandards für die landwirtschaftliche Praxis, Budgetausstattung und -aufteilung, flächenbezogene Direktzahlungen, regional und standörtlich ausgerichtete Zahlungen, Zusammenspiel mit nicht-staatlichen Standards und öffentlich-privater Ko-Regulierung, Monitoring- und Sanktionssysteme, sowie unterstützende Elemente wie Beratung und verbraucherorientierte Maßnahmen. Die Analyse zeigt, dass bei jedem Element der Agrarpolitik verschiedene Instrumenten-Varianten mehr oder weniger zur Verwirklichung des Leitbildes beitragen. Nur eine Kombination aller Bausteine kann die verschiedenen agrarpolitischen Problemkomplexe lösen. Ein guter Politikansatz erfordert dabei sowohl ein überzeugendes Gesamtkonzept als auch eine geeignete Ausgestaltung der einzelnen Instrumente.

Peter H. Feindt, Christine Krämer, Andrea Früh-Müller, Alois Heißenhuber, Claudia Pahl-Wostl, Kai P. Purnhagen, Fabian Thomas, Caroline van Bers, Volkmar Wolters

Open Access

Kapitel 5. Umweltrelevante Systeme und Technologien

Die Energie ist eine grundlegende physikalische Größe, die in allen bekannten Betrachtungsebenen auftritt und deren Einheit das Joule (1 J) ist. Das Wort Energie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „innen wirken“, in diesem Sinne die Eigenschaft eines Systems (Körper, Stoff, Mechanismus), aus sich heraus eine bestimmte Wirkung zu entfalten. Beispiele dafür sind gespannte Federn, aufgeladene Batterien, chemisch gebundene Energie in Brennstoffen oder die bei der Kernfusion in Sternen, wie unserer Sonne, freigesetzte nukleare Energie. Die Energie hat grundlegende Bedeutung in biologischen Systemen (Energiezufuhr mit Nahrung) und in unserer Zivilisation (Energienutzung).

Magdalena Wolf, Tobias Pröll, Anita Grausam, Christoph Pfeifer, Christian Zafiu, Marion Huber-Humer, Astrid Gühnemann, Roman Neunteufel, Verena Germann, Lena Simperler

Open Access

Kapitel 1. Management für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung

Am Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Menschheit vor großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, um ein friedliches und menschenwürdiges Zusammenleben innerhalb der physischen Grenzen des Planeten zu sichern (Rockström et al. 2009). Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert förderten – insbesondere in Ländern des Globalen Nordens – die Entstehung von Wohlfahrts- und Sozialstaaten sowie individuelle Freiheit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und den Wohlstand vieler Menschen. Es wurden Institutionen geschaffen, um die gesellschaftliche Ordnung, die Mitbestimmung und die Verteilung von Ressourcen zu regeln.

Erwin Schmid, Hermine Mitter, Verena Winiwarter, Tobias Pröll

Kapitel 14. Synergien und Zielkonflikte in der Agenda 2030 im Kontext des nachhaltigen Konsums – eine systemische Perspektive

Nachhaltigem Konsum kommt in der öffentlichen Debatte seit mehreren Jahrzehnten eine hohe Aufmerksamkeit zu. Dabei stehen häufig individuelle Konsumkonzepte im Mittelpunkt, die aber zur Lösung der Probleme einer globalen nachhaltigen Entwicklung nicht entscheidend beitragen können. Ein mehr oder weniger nachhaltiges Einzelverhalten reicht nicht aus, und es zeigt sich, dass man eine systemische Perspektive einnehmen muss, um zu einer vollumfänglichen Bewertung heutiger Konsummuster zu kommen. Hierzu bildet die Agenda 2030 aufgrund ihrer Ganzheitlichkeit einen geeigneten Ausgangspunkt. Als eigenständiges Ziel für nachhaltige Entwicklung steht SDG 12, „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“, in einem Zusammenhang mit beinahe allen anderen Zielen der globalen Agenda.

Karolina Lecina

Kapitel 11. Im Spannungsfeld von Klimawandel, Overtourism und Agenda 2030 – Tourismus in Destinationen des Globalen Südens

Die Tourismusindustrie zählt in einer zunehmend transnationalen, vernetzten Welt zu den weltweit erfolgreichsten Branchen. Insbesondere Destinationen des Globalen Südens versprechen sich vom Ausbau des Tourismus eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage und damit einhergehend einen Abbau ihrer sozialen Disparitäten. Gleichzeitig wächst aber auch angesichts von fortschreitendem Klimawandel und Overtourism der Widerstand gegen eine Industrie, die von einem Rekord zum nächsten eilt. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der vorliegende Beitrag die komplexen Strukturen und Implikationen einer weitgehend ungebremsten Touristifizierung zahlreicher Destinationen des Globalen Südens. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Agenda 2030, die Tourismus nicht nur als eine der weltweit führenden Leitbranchen anerkennt, sondern diesen auch in möglichst nachhaltige Bahnen lenken will.

Nicolai Scherle

Kapitel 9. Bodenpolitische Instrumente

Basierend auf der erarbeiteten Definition sollen nun die Instrumente der Bodenpolitik identifiziert und vorgestellt werden. Da allein im öffentlich-rechtlichen Bereich der Schweizerischen Rechtsordnung etwa 158 Instrumente existieren, die Bodeneigentum und dessen Nutzung regulieren (vgl. Knoepfel und Wey 2006), erfolgt die Darstellung gezwungenermassen selektiv. Verschiedene Instrumente, die auf einem grundsätzlich vergleichbaren Mechanismus basieren, werden dabei zusammengefasst.

Andreas Hengstermann

Kapitel 5. Meta-Studie: Eine QCA qualitativer Fallstudien

In diesem Kapitel wende ich das logisch formalisierte Compliance-Modell anhand von insgesamt 33 Fällen empirisch an, indem ich Aussagen zu dessen Bedingungen und Outcomes aus ausgewählten qualitativen Fallstudien zur Implementation europäischer Umwelt- und Sozialpolitik extrahiere und im Sinne des mengentheoretischen Modells codiere. Im Anschluss daran werte ich die Daten auf Grundlage von Qualitative Comparative Analysis mithilfe der Software fs/QCA (Ragin und Davey 2014, 2016) aus. Diese Analyse dient der empirischen Illustration des Modells und stellt damit einen proof of concept dar (vgl. Corcaci 2014, 2015).

Andreas Corcaci

56. Entscheidungsunterstützung in einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft

Nachhaltige IT-gestützte Rückführentscheidungen am Beispiel gebrauchter Autoteile

Das bisher geltende Konzept der Kreislaufwirtschaft mit ihrem Fokus auf das Materialrecycling stößt immer häufiger an Grenzen, wenn konsequent alle Möglichkeiten der Produkt- und Materialweiternutzung bzw. – Verwertung berücksichtigt werden. Deshalb rückt vermehrt der Begriff der „ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft“ ins Blickfeld unterschiedlicher Akteure. Eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft zieht alle Möglichkeiten des „Reuse“ und „Recycling“ bei der Entscheidung über Produkt- und Materialrückführungen in Betracht. Aufbauend auf historischen Daten und Erkenntnissen aus den Marktstrukturen für Gebrauchtteile sowie für instandgesetzte Teile (Engl.: „remanufactured“) entwickelt die Forschergruppe Cascade Use ein IT-gestütztes Tool zur Entscheidungsfindung im Automobilbereich (PKW). Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Reuse- und Recyclingentscheidungen in der Fahrzeug-Altteilentnahme- und ggf. -Entsorgung geleistet.

Alexandra Pehlken, Matthias Kalverkamp

Kapitel 7. Umweltgeotechnik und Kampfmittelräumung

Industrielle Tätigkeiten und Produktionsprozesse haben in den letzten hundert Jahren mitunter zu weitreichenden und im Einzelfall gravierenden Belastungen der Umweltmedien Boden, Wasser und Luft geführt. Altstandorte der Industrie, auf denen in der Vergangenheit mit wasser- bzw. umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist, oder Altablagerungen, wie z. B. ungesicherte Deponien, sind nicht selten für die Freisetzung ökotoxischer Substanzen verantwortlich. Verschiedenste Schädigungen der belebten Umwelt waren bzw. sind die Folge, die als Verschlechterung der Umweltqualität und als Folge der Anreicherung von Toxinen in der Nahrungskette über die jeweiligen Wirkungspfade Boden – Gewässer – Luft – Pflanze – Tier – Mensch in gesundheitlichen Beeinträchtigungen der biotischen Welt zum Ausdruck kommen können.

Claas Meier, Roland Börger

10. Fließgewässer

Die meisten Fließgewässer in Mitteleuropa haben ihre natürliche Dynamik und dietypischen Lebensräume ihrer Auen aufgrund anthropogener Eingriffe verloren. Dennoch wird seit Jahrzehnten versucht, zumindest abschnittsweise naturnahe Verhältnisse wiederherzustellen, heute stark beeinflusst durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Hier werden sowohl die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Morphodynamik von Flüssen wie auch der Ökosystemleistungen von Auenlebensräumen vorgestellt. Zur Einschätzung des Renaturierungserfolgs steht ein umfangreiches Repertoire an Bewertungsverfahren für Fließgewässer zur Verfügung, die z. T. auch auf andere Ökosystemtypen übertragen werden können. Eine Deichrückverlegung an der Mittelelbe wird als Fallbeispiel zur Wiederherstellung eines naturnahen Flussabschnitts und des nachfolgenden Monitorings dargestellt.

Stefan Zerbe

23. Ökonomische Aspekte der Renaturierung: Kosten und Nutzen

Kosten-Nutzen-Analysen spielen nicht nur für die Landnutzung und generell für den Natur- und Umweltschutz auf betriebs- wie auch volkswirtschaftlicher Ebene eine Rolle, sondern werden im Rahmen einer Renaturierungsökonomie immer wichtiger. Methoden zur Erfassung von Kosten und Nutzen der Ökosystemrenaturierung werden kurz umrissen, die Faktoren genannt, welche die Kosten und den Nutzen einer Renaturierung beeinflussen und Finanzierungsquellen für Renaturierungsprojekte identifiziert. Mit den Beispielen Grünland- und Heiderenaturierung, Weidemanagement, Renaturierung zum Klimaschutz und den Kosten und dem Nutzen der Bestäuber Bienen in der Landwirtschaft werden konkrete Renaturierungskosten quantifiziert. Zudem wird mit zwei Beispielen erläutert, wie sich Kosten einer degradierenden Landnutzung und nachfolgender Renaturierung vermeiden lassen, wenn eine langfristige und umfassende Kosten-Nutzen-Analyse im Vorfeld von Landnutzungsänderungen durchgeführt worden wäre.

Stefan Zerbe

The Experience of the Swiss Negotiated Approach

Borders as a Challenge

Within the framework of its sectoral plan procedure for deep geological repositories, Switzerland has been searching for disposal sites for its radioactive waste since 2008. Regional conferences as central elements of a regional participatory process have accompanied the national site search since 2011. The exploration and narrowing down of the number of potential geological sites has been proceeding step-by-step in 3 stages and will continue to do so over a time of two decades at the least. In the meantime, the selected site areas lie, without exception, on the border to Germany. In order to let the public participate in the selection process, site regions were defined and negotiated upon prior to the outset of the participatory process. Within these, the participation areas for the envisioned individual regional waste disposal projects were circumscribed in accordance with potential geological storage areas. The lines were drawn along township boundaries; indeed, the Swiss site search has placed the affected townships in the center of public participation. From the start, Switzerland has included those German townships lying in immediate proximity to its designated site areas in the participatory process. The small size of the site regions, the exclusion of additional affected neighbours and conflicting interests amongst the participants have proven over the years to be stumbling blocks which have again and again placed a strain on communication and cooperation across regional borders and the German-Swiss frontier as well. When trying to solve the national quandary of radioactive waste disposal, it is of decisive importance that the people affected are involved fairly, justly, and on equal footing. This is an aspiration difficult to achieve once a border to a neighbouring country is brought into the equation.

Martin Steinebrunner

3. Planen von Sicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz für die Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme beinhaltet a priori erhöhte Gefährdungen fär die Einhaltung von Gesundheit – Sicherheit – Umweltschutz (GSU). Entsprechend mässen Sicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz fär die Inbetriebnahme fundiert geplant und realisiert werden. Wie die notwendigen Leistungen zweckmäßig in die Projekt-Sicherheitsarbeit einzubinden sind, wird dargelegt.Die aktuellen inbetriebnahmerelevanten Rechtsvorschriften der EU und der BRD, die dabei zu beachten sind, werden systematisch erläutert und zitiert.Analoges gilt fär Ausfährungen zur Beachtung der Inbetriebnahme bei der Genehmigung und beim Umweltschutz.Den Hauptteil dieses Kapitels bilden konkrete Maßnahmen inkl. Praxisbeispiele und Checklisten zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheitsschutz während der Inbetriebnahme. Schwerpunkte sind u.a.: Risikobeurteilung vor Inverkehrbringen, Betriebsanleitungen und Inbetriebnahmeanleitung, Konformitäts-erklärung vor Inverkehrbringen, Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen inkl. Inbetriebnahmeanweisungen und die Arbeitsfreigabe während der Inbetriebnahme.

Klaus H. Weber

2. Am Projekt Beteiligte

Wohngebäude können eine Wirtschaftliche Nutzungsdauer von bis zu 100 Jahren aufweisen. In dieser Zeitspanne werden am Objekt Veränderungen vorgenommen, die die Planung, Errichtung, Nutzung, Erneuerung und den Umbau sowie den Abbruch betreffen. In jeder der einzelnen Phasen sind am Projekt Beteiligte mit jeweils eigenen Interessen vertreten. Die Planungsund Bauprozesse waren lange Zeit auf den Architekten und Handwerker beschränkt. Durch den iterativen Planungsprozess sind weitere Beteiligte im Prozess eingebunden. Die Projekte werden von verschiedenen (Fach-)Planern und Sonderfachleuten auf der einen Seite und den Entscheidungsträgern wie Eigentümern und Bauherren sowie den Trägern Öffentlicher Belange auf der anderen Seite geprägt.

Sebastian Herke

10. Mitarbeiterorientierung im Qualitätsmanagement

In diesem Kapitel werden spezielle Aspekte der Mitarbeiterorientierung im Qualitätsmanagement behandelt. Hierzu werden zunächst die Bedeutung des Förderns und Einbeziehens von Mitarbeitern sowie der Stellenwert von Motivation und Arbeitszufriedenheit als Stell- und Zielgrößen der Mitarbeiterorientierung verdeutlicht. Nachfolgend werden allgemeine Methoden der Mitarbeiterorientierung (z. B. Führung, Personalentwicklung, Arbeitsgestaltung) sowie spezielle Methoden der Mitarbeiterbeteiligung (z. B. Mitarbeiterbefragungen, Vorschlagswesen, Beauftragtenwesen) in den Kontext des Qualitätsmanagements gesetzt. In Gesundheitseinrichtungen wird die Organisationslogik der Mitarbeiterorientierung in besonderer Weise durch die Professionslogik der Gesundheitsberufe (z. B. Selbstbestimmung, geteilte Entscheidungsvollmachten, Externalisierung beruflicher Identität) mitbestimmt.

Peter Hensen

Kapitel 15. Multikriterielle Bewertung von Wasserinfrastruktursystemen im Kontext der SDGs

Auch wenn in Deutschland 99 % bzw. 97 % der Bevölkerung an die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung angeschlossen sind und eine qualitativ hochwertige Wasserversorgung als gesichert angesehen werden kann, besteht Handlungsbedarf bzgl. der andauernden Belastung von Oberflächen- und Grundwasser mit anthropogenen Spurenstoffen. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus Ressourcenverbrauch und Klimabeeinflussung, die von der Infrastruktur und ihrem Betrieb ausgehen, sowie den Auswirkungen des Klimawandels und den sich abzeichnenden demografischen Veränderungen, die auf die Wirtschaftlichkeit und den Betrieb der Wasserinfrastruktur rückwirken. Offensichtlich kann also eine leistungsfähige (Ab-)Wasserinfrastruktur über SDG 6 hinaus einen Beitrag zur Erreichung von deutlich mehr SDGs leisten. Um diese SDGs zu identifizieren, wurde ein Abgleich mit den Kriterien durchgeführt, die bei der vergleichenden Bewertung alternativer Wasserinfrastrukturen mit dem multikriteriellen Bewertungstool MuBeWis zur Anwendung kommen. Es zeigt sich dabei, dass neben den SDGs 6.1, 6.3, 6.4 und 6.6 vor allem SDG 9.1, der Aufbau einer hochwertigen, verlässlichen, nachhaltigen, widerstandsfähigen und für alle erschwinglichen Infrastruktur, betroffen ist. Daneben kommen Wirkungen der Wasserinfrastruktur auf andere Schutzgüter wie Gesundheit, Ressourcenschonung und Klimaschutz zum Tragen, die mit den SDGs 3.2, 3.3 und 3.9, 2.4, 7.3 und 8.4 sowie 7.2 und 13.2 eigenständige Ziele adressieren. Durch die Anwendung des Bewertungstools MuBeWis kann außerdem eine Aussage darüber getroffen werden, ob die Veränderung der Wasserinfrastruktur zu diesen SDGs jeweils einen positiven oder negativen Beitrag leistet. Auf die Frage, ob die Einführung einer alternativen Wasserinfrastruktur insgesamt zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt, liefert dieses Vorgehen nur dann eine eindeutige Antwort, wenn alle relevanten SDGs entweder auf eine Verbesserung oder eine Verschlechterung hindeuten.

Christian Sartorius, Thomas Hillenbrand, Jutta Niederste-Hollenberg

Kapitel 2. Grundlagen des Umweltrechts

Das Umweltrecht wurde mit der Erweiterung des Grundgesetzes seit dem 15. November 1994 um den Art. 21a als Staatsziel definiert.

Uwe Jacobshagen

6. Risikomanagement

In den vergangenen Jahren ist es im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu zahlreichen Zusammenbrüchen von Unternehmungen gekommen. Diese wurden nach der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sowie auch (zumindest zum Teil), nach Meinung der Gerichte, durch fehlendes Risikobewusstsein verursacht.Risiken entstehen dadurch, dass die Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen nur bedingt vorhergesagt werden können. Daher ist eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmensleitung, Risiken zu erfassen, zu beurteilen und in der Folge durch geeignete Maßnahmen zu beeinflussen. Unter Risikomanagement versteht man die Führung des Unternehmens aus der Gesamtschau aller seiner Risiken und ihrer Beherrschung. Mit Gefahren ist planvoll und zielgerichtet umzugehen. Durch die systematische Anwendung der Instrumente sollen die Unternehmensentscheidungen möglichst weit in den Bereich der kalkulierten Wahrscheinlichkeiten verschoben werden. Hierzu muss sich das Management zunächst aller wesentlichen Risiken bewusst werden und entscheiden, welche Maßnahmen im Umgang mit ihnen zu treffen sind. Dadurch sollen bestehende und vor allem auch potenzielle Risiken kalkulierbar und somit kontrollierbar werden.

Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Tenckhoff, Silvester Siegmann

2. Vernetztes Betriebssicherheitsmanagement

Das Betriebssicherheitsmanagement ist ein übergeordnetes innerbetriebliches Managementsystem zur ganzheitlichen Gestaltung, Lenkung und Entwicklung eines Unternehmens in der Weise, dass die mit den betrieblichen Prozessen verbundenen Risiken ermittelt, minimiert und das definierte Restrisiko als akzeptabel und verantwortbar vertreten wird. Das Betriebssicherheitsmanagement verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und erfüllt die zeitgemäße Forderung nach einem optimal strukturierten Vorgehen sowie vernetztem Wirken. Es bildet den Bezugsrahmen für das Verhalten der Mitarbeiter und maximiert die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Ebenso schafft es Rechtssicherheit und ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Das Betriebssicherheitsmanagement bündelt und vernetzt alle Managementsysteme in einem Betriebssicherheitsmanagementsystem. Grundsätze der Organisation und der betrieblichen Umsetzung werden im Betriebssicherheitshandbuch festgelegt. Leiter des Betriebssicherheitsmanagements ist der Betriebssicherheitsmanager.

Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Tenckhoff, Silvester Siegmann

Kapitel 7. Vordringlicher Handlungsbedarf

Für das Bauwesen sind zahlreiche Regularien entwickelt worden, darunter Normen, Güteansprüche, Qualitätsanforderungen und Verhaltensregeln. Wie wohl kaum ein anderer Arbeitsbereich ist der der Bauingenieure durch- und vielfach bereits überreguliert, und das unter aktiver Mitwirkung selbst betroffener Praktiker, die sich in hohem Engagement an der Erarbeitung und Mehrung von Maximen und Soll-Verpflichtungen wie etwa Ingenieurkodizes beteiligen.

Michael Scheffler

Kapitel 2. Mikroplastik

Kunststoffe, die umgangssprachlich auch als Plastik (nicht zu verwechseln mit einer Plastik oder Skulptur eines Bildhauers) bezeichnet werden, werden aufgrund ihrer Haltbarkeit vielfältig eingesetzt. Dadurch ergeben sich Probleme mit der umweltschonenden Entsorgung, wobei insbesondere Mikroplastik eine besondere Rolle einnimmt.

Andreas Fath

Kapitel 6. Nachhaltige Rohstoffversorgung – Perspektive Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz

Der Anstieg des Verbrauchs an natürlichen Ressourcen und der damit einhergehende Bedarf liegen größtenteils an den Bedürfnissen der stetig wachsenden Weltbevölkerung und stellen die Weltwirtschaft vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund müssen sich produzierende Industrien in rohstoffarmen Ländern rechtzeitig auf eine Verschlechterung der Rohstoffversorgung einstellen und eine intelligente Ressourcenwirtschaft anstreben. Gleichzeitig wächst das Abfallvolumen und die Verfahren zur Abfallbehandlung stellen aufgrund der Emissionen in die Umwelt keine dauerhafte Lösung zur Abfallentsorgung dar. Daher wird über die Gesetzgebung versucht, die Abfallvermeidung sowie die Abfallverwertung, durch Recycling der im Abfall enthaltenen Wertstoffe und ihre Wiedereinführung in den Produkt- bzw. Wirtschaftskreislauf zu stärken. Konzepte, die neben geschlossenen Rohstoffkreisläufen, eine Minimierung des Ressourceneinsatzes unter Einsatz effizienter Produktionstechnologien sowie die Substitution von Materialien und Technologien im Fokus haben, sollen dazu dienen, die vorhandenen Ressourcen nachhaltig und emissionsarm zu bewirtschaften.

Kathrin Hesse

Kapitel 2. Europäisierung des internationalen Subventionsrechts

Für Staaten ist eine funktionierende Wirtschaft für die Generierung von Steuereinnahmen, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Vermeidung sozialer Probleme von wesentlichem Interesse. Neben der Vergabe öffentlicher Aufträge bilden Subventionen ein zentrales Mittel der staatlichen Wirtschaftsförderung. Im Jahr 2015 gewährten allein die Mitgliedstaaten der Europäischen Union Beihilfen i.H.v. 98 Milliarden Euro, was einem Anteil von 0,67% am Bruttoinlandsprodukt der EU entspricht.

Felix Neumann

21. Brennstoffe

Heute bilden fossile Brennstoffe das weltweite Rückgrat der Mobilität. Die zuverlässige Versorgung und Betriebssicherheit von Motoren ist durch nationale und internationale Normen, die die wichtigsten Stoffeigenschaften, Limitierung von unerwünschten Inhaltsstoffen etc. regeln, gewährleistet. Mit der dringlichen Notwendigkeit zur Senkung von CO2 Emissionen und vor dem Hintergrund des weiterhin ansteigenden Bedarfes nach Mobilität kommt der Entwicklung und Anwendung von zukünftigen, überwiegend nichtfossilen Brennstoffen eine Schlüsselrolle zu. Hilfreich ist dabei eine herausragende Eigenschaft des Verbrennungsmotors, die Eignung für verschiedene flüssige und gasförmige Kraftstoffe. Eine große Bandbreite von Brennstoffausgangsprodukten fossilen und nichtfossilen Ursprungs kann dafür genutzt werden. Ein besonderer Hoffnungsträger ist dabei mittels Elektrolyse erzeugter Wasserstoff. Dieser kann nicht nur in Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren direkt genutzt werden, sondern mit nachfolgender Synthese zu sogenannten E-Fuels weiterverarbeitet werden. Diese haben nicht nur den Vorteil der erneuerbaren Basis, sondern können auch in ihren Eigenschaften gezielt beeinflusst werden.

Dr.-Ing. Peter Eckert, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Helmut Eichlseder, Dr.-Ing. Sebastian Rakowski, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Helmut Tschöke

Kapitel 5. Für eine Reform der Preis- und Qualitätsregulierung

Im Rahmen des dritten Kapitels wurde gezeigt, dass es sich bei den deutschen wasserwirtschaftlichen Unternehmen um regulierungsbedüftige natürliche Monopolisten handelte, dass aber gleichwohl verschiedene Preisregulierungsverfahren eingesetzt werden könnten, die Anreize zu einem effzienteren Wirtschaften begründen würden. Zwar wurden bereits in der theoretischen und empirischen Auseinandersetzung mit den einzelnen Verfahren deren jeweilige Vorteile und Nachteile herausgearbeitet und auch die Entwicklungen auf bundesdeutscher und europäischer Ebene wurden erläutert, ein in sich geschlossener Reformvorschlag wurde bislang aber noch nicht präsentiert.

Mark Oelmann

Kapitel 4. Theoriegeleitete Analyse qualitätsregulatorischer Konzepte

Im vorangegangen Kapitel wurde herausgearbeitet, dass eine Anwendung anreizorientierter Regulierungsverfahren in der Wasserwirtschaft grundsätzlich eine begleitende Qualitätsregulierung erfordert. Im Rahmen dieses Kapitels nun wird sich zunächst in Abschnitt 4.1.1 mit dem Begriff der Qualität im Allgemeinen und der Bestimmung und Kategorisierung einzelner Qualitätsziele in der Wasserversorgung im Besonderen auseinandergesetzt. Darauf aufbauend werden Kriterien entwickelt, mit Hilfe derer Instrumente dahingehend beurteilt werden können, ob sie dazu beitragen, exogen vorgegebene Qualitätsziele ökonomisch sinnvoll zu erreichen.

Mark Oelmann

Kapitel 3. Theoriegeleitete Analyse preisregulatorischer Konzepte

In einem ersten Schritt wird nun zunächst begründet, weswegen und wo für die Wasserwirtschaft eine Preisregulierung nötig erscheint. Darauf aufbauend werden verschiedene Regulierungsverfahren auf ihre grundsätzliche Eignung für eine Anwendung in der deutschen Wasserwirtschaft überprüft. Eine Darstellung, wie solche Verfahren in der Praxis eingesetzt werden und inwieweit seitens der Europäischen Union ein spezifisches Verfahren präferiert wird, rundet dieses Kapitel ab.

Mark Oelmann

Kapitel 4. Wassergewinnung

Wasser bedeckt rund 71 % der Erdoberfläche. Es ist gespeichert in den Meeren, auf den Kontinenten und in der Atmosphäre. Das Wasser auf den Kontinenten liegt als Eis und Schnee, als Oberflächenwasser, Grundwasser und Bodenfeuchte sowie als kleiner, jedoch essenzieller Bestandteil der Biosphäre vor. Die Tab. 4-1 gibt einen Überblick über die Verteilung des gesamten Wasservorrates der Erde von rund 1,39 Mrd. km3.

Peter Fritsch

Kapitel 5. Wasseraufbereitung

Wasser ist die flüssige Form der Verbindung H2O. Ein Raumteil Wasser besteht aus zwei Raumteilen Wasserstoff (H) und einem Raumteil Sauerstoff (O). 100 Massenteile des chemisch reinen Wassers setzen sich aus 11,09 Massenteilen Wasserstoff und 88,01 Massenteilen Sauerstoff zusammen. Wasser zeigt im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten eine Reihe auffallender Eigenschaften, wie z. B. ein Dichtemaximum bei 4 °C, die unter anderem im Bau des Wassermoleküls begründet sind.

Burkhard Wricke

Kapitel 2. Wasserabgabe und Wasserbedarf

Die Struktur der öffentlichen Wasserversorgung in Deutschland lässt sich anhand der Ergebnisse aus der Umweltstatistik veranschaulichen (Abb. 2-1). Die dargestellten Zahlen sind in der Fachserie 19 des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht [1]. Hier ist der Weg des Wassers von der Gewinnung bis zum Letztverbraucher erfasst (alle Zahlenangaben in Mio. m3).

Winfried Hoch

Kapitel 12. Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Motorsport

Umweltschutz und Motorsport haben eine unnütze Episode der Konfrontationen durchlaufen und sich nicht sehr bereitwillig aufeinander zu bewegt. Viel Zeit wurde vertan, die gegenseitigen Unterstellungen abzubauen, die Bereitschaft zum Zuhören und zur Kooperation zu entwickeln. Anfänge zur Integration des Umweltschutzes in den Motorsport reichen bis in die siebziger Jahre zurück; dabei wurden zahlreiche Einzelmaßnahmen unspektakulär oder gleichsam hinter den Kulissen eingeführt. Es macht heute wenig Sinn, im Rückblick mit Schuldzuweisungen und weiteren Vorwürfen zu arbeiten; es war so gekommen und alle Beteiligten haben daraus gelernt. Im Motorsport hat es schon immer Verantwortliche gegeben, die den Umweltschutz als selbstverständlich angesehen haben und viele Maßnahmen mit dem „gesunden Menschenverstand“ in die Wege geleitet haben. Das begann bei der Abfallreduzierung durch Mehrweggeschirr, beim im Eintrittsticket integrierten Bus- und Bahn-Fahrschein, beim Ölsammelbehälter im Fahrerlager und endete nicht mit der strengen Lärmschutzvorschrift oder der Katalysatorpflicht.

Karl-Friedrich Ziegahn

Kapitel 3. Instrumente, Methoden und Konventionen

In Kap. 1 wurden die bekannten Ursachen für den Klimawandel und seine voraussichtlich zu erwartenden Auswirkungen beschrieben. Danach wissen wir: Der Klimawandel ist bereits eingetreten.

Ulrich Ranke

12. Agrarholzanbau und Biodiversität

Agrarholz mit schnellwachsenden Bäumen für die Energiegewinnung hat, insbesondere in ausgeräumten Agrarlandschaften, ein großes Potenzial zu einer Bereicherung der strukturellen Vielfalt und anderer Lebensraumressourcen und damit der Biodiversität beizutragen. Dies gilt sowohl für Agrarholz in Plantagen als auch in Agroforstsystemen. Die große Vielzahl an Studien, die zur Biodiversität in Agrarholzbeständen durchgeführt wurden, und die zum Teil zu unterschiedlichen Bewertungen von Agrarholz im Hinblick auf dessen naturschutzfachliche, allgemein biodiversitätsfördernde oder funktionelle Bedeutung kamen, veranschaulicht die Komplexität dieses Themas. Eine Etablierung von Agrarholz führt nicht von selbst und ohne Beachtung einiger wichtiger Grundsätze zu einer Förderung der Biodiversität. Eine rein auf Ertragsmaximierung ausgerichtete Produktion von Agrarholz könnte sogar zu einem weiteren Verlust an Biodiversität führen.

Jens Dauber, Sarah Baum, Daniel Masur, Kati Sevke-Masur, Michael Glemnitz

8. Standörtlicher Wasserhaushalt und Wasserqualität

Für das Pflanzenwachstum ist die Verfügbarkeit an Wasser von elementarer Bedeutung. Dies gilt auch für schnellwachsende Baumarten. Da Bäume im Vergleich zu vielen krautigen Pflanzen eine relativ große Durchwurzelungstiefe aufweisen, sind sie potentiell in der Lage, mit ihren Wurzeln auch auf sehr schwach grundwasserbeeinflussten Standorten den Grundwasserleiter zu erreichen. Dies ist insbesondere dann von großer Relevanz, wenn in Trockenperioden der Wasservorrat im Boden stark abnimmt. Resultierend hieraus kann der Anbau von Agrarholz mit Änderungen hinsichtlich Grundwasserneubildung und Oberbodenfeuchte verbunden sein. Der Einfluss des Agrarholzanbaus auf die Oberbodenfeuchte ist nicht verallgemeinerbar, sondern hängt stark von der Relation zwischen Interzeption, Transpiration, Evaporation und Versickerung ab. Die Sickerwasserraten sind unter Agrargehölzen zumeist geringer als bei Ackerkulturen, wobei sowohl die Umtriebszeit als auch die klimatischen und edaphischen Standortbedingungen wichtige Einflussfaktoren darstellen. Vor dem Hintergrund des Grundwasserschutzes ist der Anbau schnellwachsender Baumarten prinzipiell als vorteilhaft zu bewerten. So sind die Nähr- und Schadstoffausträge in das Grundwasser unter Agrarholz allgemein deutlich geringer als bei der Bewirtschaftung einjähriger Ackerkulturen. Zudem weisen Agrarholzflächen an Gewässerrändern eine hohe Retentionswirkung gegenüber Nähr- und Schadstoffen auf und können somit als Vegetationspuffer zum Schutz von Oberflächengewässern fungieren.

Christian Böhm, Gerald Busch, Michael Kanzler

9. Flussgebietsmanagement, Fließgewässerentwicklung

Seit dem Jahr 2000 sind zahlreiche neue europäische Richtlinien in Kraft getreten, die das aktuelle wasserwirtschaftliche Handeln seit Beginn entscheidend prägen und im Verlauf der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts bestimmen werden. Dazu zählen u. a. die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) und die Europäische Hochwasserschutz‐Richtlinie (Richtlinie 2007/60/EG).Im Hinblick auf die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer („Oberflächenwasserkörper“) und des Grundwassers („Grundwasserköper“), ist insbesondere die EG‐Wasserrahmenrichtlinie von Bedeutung. Wesentliche Instrumente der Wasserrahmenrichtlinie sind die Bewirtschaftungspläne für Einzugsgebiete (Art. 13 EG‐WRRL) und die Maßnahmenprogramme (Art. 11 EG‐WRRL).Die Europäische Hochwasserschutzrichtlinie trägt dazu bei, die Flächen in Gewässernähe (im Wesentlichen die „Überschwemmungsgebiete“) für den Wasserrückhalt zu sichern und damit von einer für den Abfluss unverträglichen Nutzung fernzuhalten. Diese Areale könnten von Fall zu Fall zukünftig auch für die naturnahe Gestaltung der Fließgewässer, d. h. für eine Verbesserung der Gewässerstruktur, zur Verfügung stehen.

Heinz Patt

2. Rechtlicher Rahmen

Die anthropogenen Nutzungsansprüche an Fließgewässern und Auen und der Flächenbedarf des wirtschaftenden Menschen einerseits sowie der nachhaltige Schutz der empfindlichen Lebensräume und der zum Hochwasserschutz erforderliche Wasserrückhalt andererseits erfordern ein Abwägen oft gegensätzlicher Interessen. Grundlage der dabei zu treffenden Entscheidungen ist ein umfangreiches rechtliches Regelwerk, das hier in seinen Grundzügen vorgestellt werden soll. Hierbei sollen insbesondere diejenigen Rechtsnormen benannt werden, die bei Ausbau und Unterhaltung von Fließgewässern häufig von Bedeutung sind. Die dabei getroffene Auswahl ist mit Sicherheit nicht vollständig und kann in keiner Weise eine rechtliche Beratung ersetzen.

Heinz Patt

Kapitel 5. Stoffdatenerfassung

Es wird jeweils eine Übersicht über die aktuell angewandten Messmethoden mit Hilfe der instrumentellen Analytik für die Kompartimente Boden, Wasser und Luft vorgestellt. Die umweltanalytischen Verfahren sind stoffgruppenbezogen den Umweltkompartimenten zugeordnet. Dabei werden u.a. die aktuell angewandten Trennverfahren wie die Gaschromatografie und die am häufigsten eingesetzten Detektionsverfahren, wie Massen- und Atomabsorptionsspektroskopie vorgestellt. Die Bedeutung der Auswahl von Messmethoden im Hinblick auf die matrixbezogene Untersuchung auf Kontaminationen wird dargelegt. Die für das jeweilige Kompartiment durchgeführten messtechnischen analytischen Verfahren werden nach einem Phasenmodell, das als Grafik jeweils zugeordnet ist, vorgestellt. Das Modell umfasst die Art der Probenahme, die Probenvorbereitung und die Detektionsphase. Darüber hinaus wird die Bedeutung von olfaktorischen Erfassungen als Erstbewertung und die von Monitoring-Verfahren an verschiedenen Praxisbeispielen erläutert.

Regine Grafe

Kapitel 4. Toxikologie und Ingenieurwissenschaften

Es werden die toxikologischen Bewertungskriterien für Stoffe und Verbindungen vorgestellt. Dabei wird auf die Ermittlung von toxischen Effekten und deren Ursachen eingegangen. Am Praxisbeispiel Produktsicherheitsdatenblatt und Datenbank werden die toxikologischen Methoden und die Bedeutung für Ingenieure und Verantwortliche für die Product Compliance sowie für den Arbeitsschutz abgehandelt. Softwaregestützte Informationstools, wie REACH, RoHS, GHS, CAS und UCLID, werden vorgestellt. Die Abhandlung der Wissensdatenbanken zur toxischen Wirkung von Stoffen und Produkten erfolgt mit definitorischen Begriffserläuterungen, die geeignet sind, den Bewertungsprozess für die Umwelt- und Gesundheitsrelevanz umfassend zu beschreiben. Methoden, die der toxikologischen Bewertungen dienen, werden mit Hilfe von selbsterklärenden Grafiken unterstützt. Im Hinblick auf die Sicherstellung der Datenqualität wird sowohl auf die Anzahl der empirisch ermittelten toxischen Effekte als auch auf die Repräsentation von Messwerten und die angewandten messtechnischen Methoden eingegangen. Die Bedeutung der normierten Messdatenermittlung nach DIN EN, VDI oder PROP nach EPA wird an Praxisbeispielen erläutert. Auf die gängigen mathematisch-statistischen Auswertungsmethoden inkl. der biometrischen Datenerfassung wird ebenfalls eingegangen.

Regine Grafe

Kapitel 1. Umweltwissenschaften für Umweltinformatiker, Umweltingenieure und Stadtplaner

Im Kontext der Ingenieurwissenschaften werden Erkenntnisse der Umweltwissenschaften im Hinblick auf die anthropogene Beeinträchtigung der Umwelt dargestellt. Im Fokus steht dabei die Verantwortung für ein interdisziplinäres Handeln. Dem engen Zusammenhang von umweltbezogenem Gesundheitsschutz und dem Zustand der Umweltkompartimente wird Rechnung getragen. Die Begriffe Emission, Immission, Emittent und Transferprozesse werden erklärt. Die Einbindung der aktuellen Umweltschutzgesetzgebung schafft Verständnis für die Ziele des Umweltschutzes. In diesem Zusammenhang werden auch die Begriffe integrativer und integrierter Umweltschutz erklärt und die Schnittstellen von Umweltschutzzielen für die betriebswirtschaftlichen Belange von Unternehmen und denen der zuständigen Behörden und Verbände aufgezeigt. Die im Kontext des Umwelt- und Gesundheitsschutzes stehenden digitalisierten Informationssysteme wie Datenbanken, Fachinformationssysteme, Betriebliche Umweltinformationssysteme und webbasierte Informationstools ermöglichen einen Einblick in deren Anwendungsbereiche. Der praxisnahe Ansatz schließt sowohl geltende rechtliche Regularien als auch transdisziplinäre Anwendungsbereiche ein. Dazu gehören der Arbeitsschutz, externes und internes Umweltmanagement und die Akkreditierungspraxis. Der Text ist jeweils mit definitorischen Elementen, Praxis- und Fallbeispielen sowie selbsterklärenden Grafiken ausgestattet.

Regine Grafe

8. Entsorgung und Kreislaufwirtschaft

Beitrag für das Handbuch der Logistik

Unter Entsorgungslogistik werden sämtliche logistische Maßnahmen zur Vorbereitung und Durchführung der Entsorgung verstanden. Der Begriff beinhaltet alle planenden und ausführenden Tätigkeiten, die sich auf Sammlung, Transport, Umschlag, Lagerung, Verwendung, Verwertung und geordnete Beseitigung der Abfälle beziehen.Darüber hinaus ist die Kernidee der Abfall- und Kreislaufwirtschaft die Errichtung einer Kreislaufwirtschaft mit weitgehend geschlossenen Produkt- bzw. Stoffkreisläufen sowie der Entwicklung von Strategien zur Abfallvermeidung und Abfallverminderung.

Kathrin Hesse, Uwe Clausen

8. Ansätze zur Problembewältigung I: Politik, Planung, Recht und Verwaltung

In diesem Kapitel werden drei Politikbereiche beschrieben, die die Aufgabe haben, der Kulturlandschaft zu dienen, noch stärkere Belastungen zu vermeiden und Fehlentwicklungen zu korrigieren. Es handelt sich zunächst um das Planungsrecht, speziell die Landschaftsplanung, sodann um ein besonders herauszuhebendes Element aus dem Bundes-Naturschutzgesetz, die Eingriffsregelung, und schließlich um die Instrumente der Agrarumweltpolitik und des Vertragsnaturschutzes, mit denen Landwirte direkt angesprochen werden.

Ulrich Hampicke

Kapitel 15. Parteiprogramme zwischen Selbsterkundung und Umweltaktion – am Beispiel der frühen Grünen (1993)

Parteiprogramme sind neben prominenten Führungspersonen und deren öffentlichen Äußerungen die wichtigsten Identitätsmerkmale einer Partei. Das gilt umso mehr, je jünger und von vergangenen Aktivitäten unbelastet sich eine Partei präsentiert. Infolge dessen sehen sich Parteigründungen durch ihre „liability of newness“ geradezu genötigt, ihrer „Programmarbeit“ nicht nur großes Gewicht beizumessen, sondern dieser auch ein Maximum an Aufmerksamkeit in den Medien und bei potentiellen Wählern zu verschaffen. Das gilt für die 1980 als Bundespartei gegründeten Grünen ebenso wie für spätere, bundesweit erfolgreiche Parteigründungen wie z. B. die Alternative für Deutschland (AfD).

Helmut Wiesenthal

6. Querschnittstechnologien

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Querschnittstechnologien und ihre größten Einsparungspotenziale beschrieben. Dabei ist es wichtig, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technologie möglichst genau zu kennen und unterscheiden zu können. Nur in Kenntnis der Ausgangssituation und aller sinnvollen, praktikablen Alternativen lassen sich lohnende und tragfähige Energiesparmaßnahmen oder Umrüstungen umsetzen. Manche weitläufige Fehlannahme könnte sonst teuer zu stehen kommen und Sparambitionen monetär wie energetisch konterkarieren.In Unternehmen gibt es mannigfaltige Querschnittstechnologien zu betrachten und auf Verbesserungspotenziale hin zu prüfen. Checklisten helfen dabei möglichst strukturiert und vollumfänglich vorzugehen.

Jörg Philipp Eric Petermann

13. Brandschutzkonzept und Brandschutznachweis

Die Begriffe Brandschutzkonzept, Brandschutznachweis und Brandschutzgutachten werden häufig für die gleiche Verwendung gebraucht, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen.

Adam Merschbacher

Administrative Cooperation in the Public Contracts and Service Sectors for the Progress of European Integration

Administrative cooperation might become a strategic tool for the European integration and the effectiveness of citizens’ rights. As such, it requires actions to support, coordinate, and supplement Member States’ activities in order to develop integrated networks of national and European public administrations. An integrated system of mutual-benefit interactions among public administrations within the European framework might help to develop common experiences for the effective implementation of the EU provisions on public contracts and services. By overcoming National borders as well as legal and linguistic barriers, a similar model of cooperation could contribute to innovate the National organizational models pursuing the best solutions through innovative economic operators and for the benefit of citizens.

Roberto Cavallo Perin, Gabriella M. Racca

Kapitel 7. Alternativen

Es gibt unterschiedliche Kriterien und Vorschläge für eine nachhaltige Ernährungsverantwortung.

Christian J. Jäggi

Hochwasserrisiken am Rhein – wichtigste Maßnahmen aus internationaler Sicht

Der erste koordinierte Hochwasserrisikomanagementplan gemäß Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie (HWRM-RL) für die internationale Flussgebietseinheit Rhein (Ebene A = EZG > 2 500 km²) liegt seit Ende 2015 vor. Der Plan beschreibt die Hochwasserrisiken am Rhein, seinen großen Nebenflüssen und die wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung hochwasserbedingter nachteiliger Folgen aus internationaler Sicht.

Anne Schulte-Wülwer-Leidig

21. Brennstoffe

Als konventionelle Brennstoffe können fossile Diesel‐ und Ottobrennstoffe bezeichnet werden, die bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch Raffinationsprozesse aus Erdöl hergestellt werden. Da die Erdölgewinnung und ‐verarbeitung zumeist lokal auf den jeweiligen Kontinenten stattfindet, weisen die so gewonnen und raffinierten Brennstoffe z. T. unterschiedliche Zusammensetzungen und Eigenschaften auf.Da die Zusammensetzung der aus Erdöl gewonnenen Brennstoffe je nach Herkunftsland variieren kann, müssen die wichtigsten Parameter eingeschränkt werden, um eine gleichbleibende Qualität und Zusammensetzung zu erwirken und einen sicheren Motorbetrieb zu gewährleisten. Die Grenzwerte für die wichtigsten Stoffeigenschaften sowie Limitierungen von Inhaltsstoffen (z. B. Schwefel und Mangan) von motorischen Brennstoffen werden in nationalen und internationalen Normen festgehalten (DIN, EN, ISO etc.) und stetig überarbeitet und so an wechselnde gesetzliche Randbedingungen angepasst. Die Tab. 21.1 stellt auszugsweise den Inhalt der Normen dar, die im europäischen Raum Anwendung finden.

Dr.-Ing. Peter Eckert, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.-techn. Helmut Eichlseder, Dr.-Ing. Sebastian Rakowski, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Helmut Tschöke

Kapitel 3 PPP- und Inter-state-Konstellationen

Besondere Aufmerksamkeit erfahren immer wieder PPP- und Inter-state-Konstellationen und dabei vor allem die In-house-Geschäfte und kommunale Kooperationen sowie jüngst auch Hoheitsübertragungen etwa auf einen Zweckverband.

Walter Frenz

Kapitel 1 Allgemeiner Rahmen des Vergaberechts

Mit dem Begriff Vergaberecht sind alle Normen beschrieben, die den Einkauf durch den Staat regeln. Die grundlegenden Prinzipien ergeben sich aus dem EU-Primärrecht. Dabei werden die Wörter Einkauf und Staat gemeinhin weit verstanden. Das Vergaberecht umfasst daher die Gesamtheit der Vorschriften, die dem Staat, seinen Untergliederungen und staatsnahen Institutionen bei jeder Form der vertraglichen und entgeltlichen Beschaffung von Sach- oder Dienstleistungen eine bestimmte Vorgehensweise vorschreiben. Mit der jüngsten umfassenden Novellierung kam die Einbeziehung der Konzessionsvergabe.

Walter Frenz

Kapitel 4 Öffentliche Auftraggeber und mögliche Bieter

Der öffentliche Auftraggeber beschreibt – neben der Bietereigenschaft – den subjektiven Anwendungsbereich des Vergaberechts. Auftragvergebende Stellen, die sich nicht unter diesen Begriff subsumieren lassen, werden von den vergaberechtlichen Normen nicht erfasst und brauchen deren Anforderungen nicht zu beachten.

Walter Frenz

Kapitel 5 Maßgebliche Kriterien

Im Anwendungsbereich des Vergaberechts, der sachlich durch das Vorliegen eines öffentlichen Auftrages und persönlich durch das Gegenüberstehen eines öffentlichen Auftraggebers und eines möglichen Bieters bestimmt wird, dürfen Leistungen nur nach bestimmten objektiven Kriterien vergeben werden. Diese müssen sicherstellen, dass kein Bieter benachteiligt wird, also die Vergabe diskriminierungsfrei und wettbewerbsgerecht erfolgt. Die bei der Vergabe erforderliche Transparenz wird hingegen durch das Vergabeverfahren sichergestellt. Dieses sorgt für die Beachtung der maßgeblichen Vergabekriterien und muss daher gleichfalls diskriminierungsfrei und wettbewerbsgerecht erfolgen. Ebenso muss das Geheimhaltungsinteresse der Bieter gewahrt bleiben.

Walter Frenz

17. Personalentwicklung und Mitarbeiterkompetenzen

Die auch zukünftig zu erwartenden Herausforderungen im Umweltbereich stellen immer wieder neue Anforderungen an das Wissen und die Kompetenzen der Mitarbeiter. Während neuen Technologien das notwendige Augenmerk gewidmet wird, wird das Potenzial der Mitarbeiter und Führungskräfte oft stark vernachlässigt. Investitionen in Anlagen, Produkte und Dienstleistungen lassen sich leichter erfassen und bewerten als die Kompetenzentwicklung von Personen. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen harte und weiche Faktoren gleichberechtigt gefördert werden. Nur qualifizierte Mitarbeiter verfügen über das notwendige Innovationspotenzial, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Für den jeweiligen Arbeitsplatz müssen klare Kompetenzanforderungen definiert werden. Zielvereinbarungen mit dem Mitarbeiter ermöglichen der Führungskraft eine entsprechende Leistungsbeurteilung. Die vorhandenen Mitarbeiterkompetenzen erlauben in einem Soll-Ist-Vergleich Aussagen zu seinen Stärken und Potenzialen. Die notwendige Personalentwicklung kann dabei personale, soziale, methodische und fachliche Kompetenzen umfassen. In der Praxis sind mitarbeiterspezifische Personalentwicklungsmaßnahmen einer Transfersicherung und Erfolgskontrolle zu unterziehen. In diesem Kapitel werden von daher grundlegende Anforderungen an die Personalentwicklung von Mitarbeitern behandelt, wodurch das Fundament zur Verbesserung der Umweltleistung des Unternehmens gestärkt wird.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

9. Verantwortlichkeiten und Rechtsvorschriften

Jeder Mensch trägt für seine Handlungen eine Verantwortung. Dies betrifft sowohl den privaten wie auch den beruflichen Bereich. Unter Verantwortung ist hier die Pflicht zu verstehen, für seine Handlungen und die Erfüllung einer Aufgabe Rechenschaft abzulegen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu tragen. Handlungen umfassen Aktivitäten, aber auch Unterlassungen. Neben der persönlichen Verantwortung (Eigenverantwortung) tragen bestimmte Personenkreise eine zusätzliche Verantwortung (Fremdverantwortung).Es handelt sich hier um die Führungskräfte, die für das Tun oder Lassen ihrer Mitarbeiter zusätzliche Verantwortung tragen. Je höher die Position eines Mitarbeiters im Unternehmen ist, desto mehr Fremdverantwortung trägt er innerhalb des Unternehmens. Letztlich ist die Geschäftsführung für alle Unternehmensaktivitäten verantwortlich.Die Verantwortung übernehmende Person muss entsprechende Handlungskompetenzen besitzen. Sie besitzt die Qualifikation eigenverantwortlich den vorgegebenen Handlungsspielraum zielgerichtet zu nutzen und die übertragenen Aufgaben zu realisieren. Dieses Kapitel vermittelt einen Einblick über ausgewählte rechtliche und technologische Vorgaben, die im Rahmen eines Umweltmanagementsystems unternehmensspezifisch Berücksichtigung finden können.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

20. Rechtliche Anforderungen des Gewässerschutzes

In diesem Kapitel werden wichtige Rechtsvorschriften zum Gewässerschutz betrachtet. Grundlage bildet das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), das u.a. Anforderungen an den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, die Abwasserbeseitigung und die Anforderungen an einen Gewässerschutzbeauftragten enthält. In der Abwasserverordnung (AbwV) mit ihren zahlreichen Anhängen werden die Anforderungen an das einzuleitende Abwasser detailliert beschrieben. Die Eigenkontrollverordnung enthält Anforderungen an industrielle Abwasseranlagen. Darüber hinaus beschreibt die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) technische und organisatorische Anforderungen an entsprechende Anlagen. Sie bestimmt die Einstufung von Stoffen und Gemischen in Wassergefährdungsklassen.Das Handbuch Betrieblicher Gewässerschutz erweitert die Erläuterungen u.a. zuEuropäischem und nationalem Wasserrecht,Summarische Belastungsgrößen und Nachweisverfahren zur Abwasseranalytik,Abwasserbehandlungsprozesse und Prozesstechnik zur Abwasserbehandlung,Biologische Verfahren zur Abwasserbehandlung.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

16. Mitarbeiterführung im Managementsystem

Jeder Prozess im Unternehmen hat eine verantwortliche Führungskraft. Sie steht für alle ihre Handlungen - auch Unterlassungen - in der Pflicht. Führungskräfte haben dafür Sorge zu tragen, dass von allen Tätigkeiten in ihrem Prozess und Verantwortungsbereich keine Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Sie müssen die Einhaltung der unternehmensinternen Vorgaben und der externen Rechtsvorschriften gewährleisten.Auch das Unterlassen einer Handlung kann im Schadensfall Konsequenzen nach sich ziehen. Führungskräfte sind oft der Ansicht, dass für die Überwachung und Einhaltung von Rechtsvorschriften und Auflagen die Mitarbeiter der Stabsfunktionen Arbeits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Dies ist keineswegs der Fall. Zur Wahrnehmung der Führungsaufgaben behandelt dieses Kapitel daher die grundsätzlichen Anforderungen an die Mitarbeiterführung.Das Handbuch Führungskraft Ingenieur erweitert die Erläuterungen u.a. zuFührung und Leitung von Teams,Mitarbeiterführung,Moderationen als Führungsinstrument,Kommunikation und Mitarbeitergespräche,Auseinandersetzungen und Konflikte,Persönliche Arbeitsorganisation,Prinzipien des Projektmanagements.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

18. Kreislaufwirtschaftsrecht

Zweck der Kreislaufwirtschaft ist es, die natürlichen Ressourcen zu schonen und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen sicherzustellen. Dazu werden in diesem Kapitel ausgewählte Gesetze und Verordnungen zum Kreislaufwirtschaftsrecht wieKreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG),Abfallverzeichnisverordnung (AVV),Nachweisverordnung (NachwV),Anzeige- und Erlaubnisverordnung (AbfAEV),Entsorgungsfachbetriebeverordnung (EfbV),Abfallbeauftragtenverordnung (AbfBeauftrV)behandelt.Das Handbuch Betriebliche Kreislaufwirtschaft erweitert die Erläuterungen u.a. zuEuropäischem und nationalem Abfallrecht,Produktverantwortung und Ökodesign,Anforderungen an verschiedene Produktkategorien wie Batterien, Altfahrzeuge, Altöle, halogenierte Lösemittel, Elektro- und Elektronikgeräte, Kunststoffe und Metalle,thermische Abfallbehandlung und Deponierung von Abfällen.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

Kapitel 9. Böden als Pflanzenstandorte

BödenBodenals Pflanzenstandorte sind die natürlichen Standorte für alle Landpflanzen, die ihre Wurzeln im Bodenraum ausbilden und dadurch im Boden verankert sind sowie über ihr Wurzelsystem mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Boden versorgt werden.

Wulf Amelung, Hans-Peter Blume, Heiner Fleige, Rainer Horn, Ellen Kandeler, Ingrid Kögel-Knabner, Ruben Kretzschmar, Karl Stahr, Berndt-Michael Wilke

Nachhaltigkeit im Krankenhaus am Beispiel von Lieferketten

Nachhaltigkeit ist das wichtigste, ja das essenzielle Thema für die Menschheit; auch wenn es trotz UN-AGENDA 2030 in Politik und Wirtschaft noch nicht jeder erkannt zu haben scheint.Der gezielte Umbau betrieblicher Prozesse in nachhaltige ist wichtig und ein Schritt in Richtung nachhaltige Unternehmensführung. Dies geschieht zunehmend auch in Kliniken, betrifft jedoch häufig nur die Nebenprozesse. Doch erst wer die Kernprozesse nachhaltig umgestaltet, entkommt dem Verdacht des Greenwashings und kann sich nachhaltigen Wirtschaftens rühmen.Die Potenziale konsequenten nachhaltigen Wirtschaftens in Kliniken für die Regionalentwicklung – insbesondere in ländlichen Regionen – liegen auf der Hand und sind genaugenommen für gemeinnützigen Kliniken verpflichtend.Mit der Seehofer-Reform Anfang der 1990er-Jahre wurden die Kliniken und ihre Belegschaften in Kern- und Nebengeschäft gespalten. Marktwirtschaftliche Regeln und betriebswirtschaftliche Fragestellungen fanden Berücksichtigung bei der Diagnostik, bei Eingriffen und Prozeduren (Marckmann 2013). Diese Entwicklung erschwert unter ethischen (Aspekt: Gesellschaft) und ökologischen (Aspekt: Umwelt) Gesichtspunkten nachhaltige Entwicklung in Kliniken, weil die wirtschaftliche Effizienz (Aspekt: Wirtschaft) Ziele und Strategien der Klinikleitungen beherrscht.Darüber können auch richtig gute Ansätze im Nebengeschäft nicht hinwegtäuschen und bleiben eben nur Ansätze.

Frank Brust

38. Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung als Chance für eine nachhaltige Landwirtschaft

Nach der „Grünen Revolution“, die die Erträge in der Landwirtschaft steigerte und körperliche Arbeit weitgehend durch Maschinen ersetzte, stehen wir heute erneut am Anfang eines neuen Zeitalters, nämlich dem der Digitalisierung. Die Arbeit der Landwirte wird sich dadurch grundlegend verändern. Viele Arbeitsschritte im Stall und auf dem Acker werden in absehbarer Zeit durch digitale Lösungen erleichtert und teilweise ersetzt werden können. Die Digitalisierung im Sinne einer Landwirtschaft 4.0 kann insbesondere die Nachhaltigkeit der Lebensmittelerzeugung in Deutschland weiter stärken und unsere Höfe für die globalen Herausforderungen der Zukunft fit machen. Um diese Chancen zu nutzen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter meiner Federführung ein 12-Punkte Programm zur Digitalisierung in der Landwirtschaft formuliert. Diese 12 Punkte sind Kernbestandteile meines „Zukunftsprogramms Digitalpolitik Landwirtschaft“, das ich im August 2017 vorgestellt habe. Ausgehend davon wird der Beitrag darstellen, welche politischen Impulse die Bundesregierung setzt, um die Landwirtschaft in der digitalen Gesellschaft erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.

Christian Schmidt

Kapitel 8. Umweltrecht und Öffentliches Baurecht

Die Anforderungen an das Facility Management steigen ständig. Neben seinen herkömmlichen Aufgabenbereichen, muss sich der Facility Manager zukünftig vermehrt mit weiteren Themen auseinandersetzen, die teilweise komplexe Rechtsfragen aufwerfen. Die abfallrechtliche Verantwortlichkeit, die ihn als Abfallbesitzer persönlich treffen kann, die Anforderungen an den Inhaber von Trinkwasserinstallationen nach der Trinkwasser-Verordnung oder der Umgang mit Gebäudeschadstoffen gerade im Zuge ihrer Sanierung oder ihres Abbruchs seien hier beispielhaft genannt.

Jens Nusser

Kapitel 3. Der Facility Management-Vertrag

Der Facility Management-Vertrag als gemischter Vertrag mit Bestandteilen verschiedener Vertragstypen – zumeist Werk-, Bau- und Dienstvertragsrecht – bedarf aus rechtlicher Sicht besonderer Sorgfalt und Differenzierung. Als Dauerschuldverhältnis über längere Zeiträume sind bereits Details von wirtschaftlicher Bedeutung.

Alexander Arndt

Kapitel 4. Entwicklung und Funktionen verwaltungswissenschaftlicher Theorieansätze

Die Entwicklung sozialwissenschaftlicher Theorieansätze, die für die moderne Verwaltungswissenschaft relevant sind, beginnt mit der Trennung von Politik und Verwaltung bei Woodrow Wilson und reicht bis zum Theorieansatz des Akteurzentrierten Institutionalismus von Renate Mayntz und Fritz W. Scharpf zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Entwicklung ist gekennzeichnet durch zeitbedingte Übertreibungen einzelner Gesichtspunkte eines Theorieansatzes, die dann jeweils Gegenbewegungen auslösten. Darüber hinaus wird in den Theorieansätzen häufig der Zeitgeist einer Epoche sichtbar, z.B. die Effizienzbesessenheit der Industrialisierung im Wissenschaftlichen Management, die neoliberale Wirtschaftsideologie im New Public Management oder die Globalisierung im Netzwerkkonzept. Für die verwaltungswissenschaftliche Forschung folgt hieraus die Notwendigkeit, je nach Problemlage und Fragestellung einzelne, auch ältere Theorieansätze modulartig miteinander zu verbinden und Übertreibungen herrschender Theoriemoden zu vermeiden. Hierzu wird in Kapitel 4 beispielhaft ein theoretischer Bezugsrahmen entwickelt.

Eberhard Bohne

1. Grundlagen der Umweltschutztechnik

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

7. Trinkwasser

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

6. Abwasser

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

Umwelt- und Energiepolitik in Thüringen

Umweltpolitik sowie Energie- und Klimapolitik in Thüringen verfolgen unter Berücksichtigung der ländlichen, kleinräumigen Prägung Thüringens im Wesentlichen die Ziele, die auch auf Bundesebene bestehen. Die Umweltpolitik zielt auf die Ausweisung neuer Schutzgebiete für Natur und Landschaft, die Renaturierung von Flüssen, die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie die Sanierung von Altlasten. Nutzungskonflikte entstehen durch neue, bundesrechtlich geplante Starkstromleitungen. Die Energie- und Klimapolitik ist geprägt von einem vermehrten Einsatz regenerativer Energieträger im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung und dem Einsatz energieeffizienter Technologien. Die Errichtung von Windenergieanlagen führt zu Konflikten mit dem Schutz der Bevölkerung und dem Natur- und Landschaftsschutz.

Markus Langer

Kapitel 7. Umweltprüfung

Die Umweltprüfung ist eine umfassende Untersuchung der umweltbezogenen Fragestellungen und Auswirkungen. Sie umfasst alle natürlichen Schutzgüter, wie Boden, Wasser, Tiere und Pflanzen und Klima, aber auch den Ressourcenverbrauch, Abfall, Immissionen sowie die vielfältigen Landnutzungen im Skigebiet.

Ulrike Pröbstl-Haider, Monika Brom, Claudia Dorsch, Alexandra Jiricka-Pürrer

2. Abriss der Geschichte der Abwasserreinigung

Zur Verdeutlichung der Zusammenhänge und der Erfordernis einer Abwasserreinigung ist es notwendig, auf die grundlegende Funktion des Wasserkreislaufes, schematisch dargestellt in Abb. 2.1, hinzuweisen.

Thomas Uckschies

4. Erfordernis der Rechengutelimination

Das deutsche Wasserrecht hat seine Wurzeln in gewohnheitsrechtlichen beziehungsweise privatrechtlichen Nutzungen der Gewässer durch Anlieger. Ein bis zum 19. Jahrhundert wohl allgegenwärtiges Beispiel ist die Nutzung von Wasserkraft an Fließgewässern als Antrieb für die verschiedensten Zwecke (Mühlen, Hammerwerke, Maschinen jeglicher Art z. B. über Riemen- oder Zahnradgetriebe). Damit verbunden waren zumeist auch gewässerbauliche Eingriffe wie Wehre bzw. Hochwasserumgehungen oder Uferbefestigungen und damit auch Blockaden der Fischwanderwege.

Thomas Uckschies

Vertrauensforschung für NGOs

NGO-Trust Index und NGO-Trust Map

Die Visualisierung und Analyse kommunikativer Prozesse wird für Non-Governmental Organisations (NGOs) immer wichtiger. Der gesamte Sektor befindet sich in einem Professionalisierungsprozess. Effizienz und Effektivität spielen eine zentrale Rolle in der Außendarstellung der Organisationen. Dieser Beitrag widmet sich dem medienvermittelten Vertrauen in NGOs. Ein auf Basis der Theorie des öffentlichen Vertrauens (Bentele 1994) entwickeltes, inhaltsanalytisches Messinstrument, der NGO-Trust Index (NGO-TI) und die Ergebnis-Visualisierung in der NGO-Trust Map (Wohlgemuth et al. 2013), werden vorgestellt, getestet und diskutiert. Der Methodentest erfolgt anhand einer vergleichenden Fallstudie zur deutschen Sektion des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef Deutschland) und der deutschen Umweltstiftung des World Wide Fund for Nature (WWF).

Christine Viertmann, Julia Wölfer

2. Abwasser- und Entwässerungsleitungen

Anwendungsgebiete von Rohrleitungen

Die Siedlungsentwässerung (auch Siedlungswasserbau) ist ein zentraler Baustein zum Schutz der Infrastruktur vor Überflutungen und zur Wahrung hygienischer Verhältnisse in besiedelten Gebieten. Im folgenden Kapitel soll ein kurzer Abriss der Geschichte zur Siedlungsentwässerung dargestellt werden. Des Weiteren finden sich Hinweise zu den Planungsgrundsätzen der Abwasserableitung, eine Beschreibung der unterschiedlichen Abwasserkomponenten, sowie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Entwässerungsverfahren. Zudem werden die unterschiedlichen Bemessungsverfahren für Entwässerungsleitungen dargestellt und bewertet.Die relevanten Regel- und Normenwerke sind aufgeführt.

Frank Wolfgang Günthert, Simon Faltermaier

41. Sanierung von Abwasserkanälen und -leitungen

An Kanäle und Leitungen werden besondere bautechnische Anforderungen gestellt, die in allen Nutzungsdauerphasen und bei der Auswahl von Sanierungsverfahren angemessen zu berücksichtigen sind. Auf der Basis der Leistungsanforderungen an ein (saniertes) System hinsichtlich der Standsicherheit, Betriebssicherheit, Dichtheit und Dauerhaftigkeit lassen sich auch Ziele für die Sanierung ableiten, die bei der Auswahl eines Sanierungsverfahrens herangezogen werden. Als eine maßgebliche Größe zur Auswahl eines Sanierungsverfahrens werden in der Regel Schadensbilder im Zuge der Zustandserfassung und -bewertung aufgenommen. Abhängig von der Häufigkeit und der Verteilung der Schadensbilder über die zu sanierende Kanallänge steht eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren zur Reparatur, Renovierung oder Erneuerung der schadhaften Bauwerke zur Verfügung. Dieses Kapitel gibt einen kompakten Überblick über typische Schadensbilder an Abwasserkanälen und -schächten und stellt marktübliche Sanierungsverfahren zusammenfassend vor. Ausführungen zur Qualitätssicherung und Prüfung runden das Bild ab.

Bert Bosseler, Bianca Diburg

Umweltbildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gilt neben technologischen, politischen und wirtschaftlichen Strategien als weitere wichtige Strategie der Realisierung des Leitbildes der „nachhaltigen Entwicklung“. Dieses Leitbild verpflichtet sich auf eine Entwicklung, die künftigen Generationen dieselben Ressourcen und Umweltbedingungen zur Verfügung stellen soll, wie sie derzeit bestehen. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat die klassische Umweltbildung abgelöst und zielt darauf ab, die Resonanz von nachhaltiger Entwicklung in der Gesellschaft zu erhöhen und die Voraussetzungen für verschiedene Formen umweltschonenden Handelns zu unterstützen. Der Aufsatz gibt zunächst einen Überblick über die Geschichte einer an Nachhaltigkeitsgedanken orientierten Bildung. Danach werden drei Forschungsrichtungen vorgestellt, die BNE bzw. Umweltbildung beeinflussen: Umweltbewusstseinsforschung, Kosten-Nutzen-Ansätze und Partizipation als Ziel von Bildung. Das Kapitel wird durch aktuelle Befunde in zwei Handlungsfeldern abgeschlossen, nämlich der Schule und der Erwachsenenbildung/Weiterbildung.

Cornelia Gräsel

Kapitel 1. Grundlagen der Untersuchung

Die vorliegende Untersuchung ist dreiteilig angelegt. Der erste Teil enthält die Eingrenzung des Forschungsgegenstandes, den Stand der Forschung zum Thema und die wissenschaftlichen Grundlagen für den Vergleich einer deutschen Landesbauordnung mit einer anderen europäischen Bauordnung einschließlich der Auswahl der Bauordnungen für den Vergleich. Im zweiten Teil folgt der Vergleich bzw. die Gegenüberstellung der beiden Bauordnungen und im dritten Teil die ökonomische Analyse der materiellen Vorschriften sowie der Verfahrensvorschriften.

Michael Schleich

2. Bedeutung der Oberflächennahen Geothermie für Immobilien

Oberflächennahe Geothermie bietet interessante Potenziale zur Wärmeversorgung von Immobilien mit Erneuerbarer Energie und kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten. Die Potenziale und technischen Möglichkeiten, insbesondere beim Einsatz in Wohngebäuden und Wohnquartieren, werden in diesem Beitrag beleuchtet. Zunächst wird der Immobilienbestand in Deutschland hinsichtlich Gebäudearten, -kategorien, Gebäudetypologien und energetischen Merkmalen dargestellt. Danach folgt die Beschreibung energetischer Anforderungen, Vorgaben und Anreize sowie der Maßnahmenbereiche zur Optimierung der Wärmeversorgung in Gebäuden und Quartieren. Anhand eines Fallbeispiels werden mehrere Energieversorgungskonzepte für ein konkretes Wohnquartier mit Vor- und Nachteilen dargestellt. Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken beim Einsatz Oberflächennaher Geothermie für Immobilien werden ausführlich dargestellt und entsprechende Strategien abgeleitet.

Björn-Martin Kurzrock, Tillman Gauer

26. Oberflächennahe Geothermie in der Schweiz

Die Oberflächennahe Geothermie in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte mit bis zu zweistelligen Wachstumsraten. Die größten Einschränkungen bewirken Grundwasservorkommen als Trinkwasserreservoire. Verschiedene Vollzugshilfen und technische Normen unterstützen die fachgerechte Ausführung beim Bau von Anlagen. Die Qualitätssicherung hat einen enormen Stellenwert in der Schweiz. Prüf- und Anlaufstellen sowie verschiedene Zertifikate bzw. Gütesiegel sind die wichtigsten Qualitätssicherungsmaßnahmen. Die Schweizer Geothermiebranche verfolgt unter dem Dachverband Geothermie-Schweiz verschiedenste Projekte zur Förderung der Geothermie. Forschungsinnovationen werden vorangetrieben und auch die Nachhaltigkeit im urbanen Bereich ist jüngst in den Fokus der Schweizer Geothermiebranche gerückt. Die Oberflächennahe Geothermie wird in der Schweiz auch zukünftig eine wichtige Rolle bei der Gebäudeklimatisierung spielen. Dies beruht insbesondere auf hohem Umweltbewusstsein, verbreitetem Wissen über die Systeme sowie hoher Motivation und Innovationsfreudigkeit von Bauherren, Unternehmen und Interessenverbänden.

Katharina Link, Roland Wyss

20. Siedlungswasserwirtschaft

Prof. Dr.-Ing. Andreas Strohmeier

Kapitel 5. Lösungsansätze

Das Primat der Wirtschaft – wir sorgen für Arbeit und Wohlstand und damit für die Grundlagen der Gesellschaft – hat sich in ein „Ich frage mal, ob ich wirtschaften darf“ verwandelt. Damit einher geht die Entprofilierung der Parteien und der Politiker. Die Politik ist zu einer Wunscherfüllungsmaschine der Bürger geworden. Das Unternehmertum muss wieder auf Senden gehen.

Andreas Bachmeier

Kapitel 5. Die Führung im UMS übernehmen

Auch Kap. 5 ist ein neues Kapitel, in dem die Anforderungen an die Oberste Leitung (synonym für Geschäftsführung, also Personen oder Personengruppe, die eine Organisation auf der obersten Ebene führt und steuert) strukturiert zusammengefasst wurden. Dazu zählen:Führung und Verpflichtung (Abschn. 5.1)Umweltpolitik (Abschn. 5.2)Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse (Abschn. 5.3).

Jana Brauweiler, Anke Zenker-Hoffmann, Markus Will

Umweltpolitik

Seit Beginn der 1970er-Jahre ist Umweltpolitik in Deutschland als eigenständiges Politikfeld etabliert und darüber hinaus seit 1994 im Grundgesetz als grundlegende Staatsaufgabe verfassungsrechtlich verankert. Davon ausgehend werden in diesem Beitrag zunächst die ökonomischen Strukturmerkmale von Umweltproblemen und die damit verbundenen politischen Interessenkonflikte betrachtet. Es schließt sich eine Darstellung wichtiger umweltpolitischer Regulierungsprinzipien sowie eine Analyse der ökologischen und ökonomischen Wirkungsweise umweltpolitischer Instrumente an, die auch deren Durchsetzungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Eigendynamik umweltpolitischer Prozesse betrachtet.

Thomas Döring, Annette Elisabeth Töller

4. Das ICH, die Optimierung und die Gesellschaft

Während ICH diesen Text schreibe, und zwar versuche so zu schreiben, dass SIE als Leser beim Lesen nicht nur durch Schreibfehler nicht ins Stolpern kommen, sondern auch den Sinn des Satzes verstehen, finden in meinem Gehirn neuronale Prozesse statt, die eng mit Bewusstsein und Aufmerksamkeit verknüpft sind. Dasselbe Phänomen findet in IHREM Kopf statt. Damit SIE den geschriebenen Satz in seinem Kontext verstehen, müssen Sie ihn bewusst und aufmerksam lesen. Beide, Schreiber und Leser, aktivieren in ihren Gehirnen ein neuronales Feuerwerk über verschiedene Gehirnareale, das sich von der Stirnseite bis zum Hinterkopf erstreckt.Dieses neuronale Feuerwerk läuft nach Wolf Singer als synchroner Prozess ab, mit einer Frequenz von zirka 40Hz, bzw. mit einer Taktrate von 25ms.Wenn ICH also meine Konzentration auf das Schreiben in einem entspannten Bewusstseinszustand lenken möchte, zum Beispiel durch einen Waldlauf, verringern sich die neuronalen Schwingungen in meinem Gehirn und meine hohe konzentrierte Aufmerksamkeit geht in eine allgemeine Aufmerksamkeit über und somit in einen Zustand relativer Entspannung.

E. W. Udo Küppers

28. Anforderungen für den Aufbau von Abfallwirtschaftssystemen

Die Abfallwirtschaft in Deutschland ist ein weitestgehend wohlgeordnetes System mit klaren Zielen und Rechtsgrundlagen, definierten Zuständigkeiten, qualifizierten Institutionen, Entsorgungsträgern und Dienstleistern, geregelten Planungs- und Zulassungsverfahren, praxisgerechten Ausbildungsgängen sowie einem gesicherten Instrumentarium zur Deckung von Investitionen und der laufenden Kosten der Verwertung und Entsorgung. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg offenbart, dass dies in vielen Ländern selbst innerhalb Europas nicht selbstverständlich ist. Für Investoren, Entsorgungsunternehmen und Institutionen, die ein längerfristiges Engagement in der Abfallwirtschaft in einem Land planen, ist es bei der Identifizierung von Maßnahmen und der Erschließung neuer Märkte von entscheidender Bedeutung, eine realistische Einschätzung zum Entwicklungsstand der Abfallwirtschaft, seinen Akteuren und den Umfeldbedingungen zu erhalten. Es reicht bei weitem nicht aus, die ‚richtige‘ Technologie auszuwählen. Die Kenntnis der regulativen, institutionellen, finanziellen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist für Investoren und Entsorgungsunternehmen unabdingbar. Der Beitrag befasst sich mit den Elementen und Rahmenbedingungen, ohne die das ‚System Abfallwirtschaft‘ nicht nachhaltig ist. Er richtet sich an Investoren und Entsorgungsunternehmen, die Aktivitäten in anderen Ländern planen sowie an staatliche Institutionen, die andere Staaten beim Aufbau ihrer Abfallwirtschaftssysteme unterstützen wollen.

Dr.-Ing. Wolfgang Pfaff-Simoneit

9. Wie findet man die zuständigen Bodenschutzbehörden?

Dr. Frank-Michael Lange, Dr. Hellmuth Mohr, Dr. Andreas Lehmann, Jürgen Haaff, Prof. Dr. Karl Stahr

3. Rechtliche Grundlagen des vorsorgenden Bodenschutzes

Vorgaben für den vorsorgenden Bodenschutz finden sich nicht nur im BBodSchG. Der Maßstab für die Bewertung einer Beeinträchtigung der Bodenfunktionen nach § 2 BBodSchG wird durch das BBodSchG vorgegeben. Der Vorsorgegrundsatz des BBodSchG wirkt auf andere Gesetze ein. Dies gilt für die Raumordnung (ROG), die Bauleitplanung (BauGB und LBO), die vielfältigen Gebiete der Fachplanungen (vom AEG bis zum WHG), den Immissionsschutz (BImSchG) und den Naturschutz (BNaSchG). Bei den Entscheidungen nach den hierbei einschlägigen Gesetzen sind immer auch die Belange des Bodens zu berücksichtigen, selbst wenn sie keinen Vorrang bei dieser Abwägungsentscheidung genießen.

Dr. Hellmuth Mohr

8. Boden als Abfall

Die Bedeutung der Probenahme an sich – das ist ganz besonders im Bereich Abfall gültig – und die Arbeit des Probenehmers wird heute immer noch unterschätzt und findet nicht immer die entsprechendeAnerkennung, die sie verdienen.Die Arbeit vor Ort, im Gelände entscheidet maßgeblich über die Qualität der Untersuchungsergebnisse. In Abb. 8.3 aus dem Altlastenhandbuch „Niedersachsen“ wird die Bedeutung der Probenahme sehr gut ersichtlich. Hier wird anhand des Anteils der Fehler der Probenahme sofort deutlich, welchen Einfluss die Probenahme hat.

Jürgen Haaff

15. Auenrevitalisierung

Seit jeher nutzten die Menschen Auenlandschaften aufgrund ihrer Produktivität und der Transportkraft des fließenden Wassers für eigene Zwecke (Müller 1995; Konold et al. 2016). Mithin war die Entstehung städtischer Zivilisationen an intakte Auen gebunden, denn erst die nährstoffreichen Überschwemmungsgebiete erlaubten die Anlage und Bewässerung von großflächigen Pflanzenkulturen in den antiken vorderasiatischen Hochkulturen. Bewässerungslandwirtschaft und Fischerei waren wichtige und arbeitsintensive Betriebsformen, um eine wachsende Bevölkerung ausreichend mit Nahrung versorgen zu können.

Thomas Meyer

Chapter 6. Technological Reform and Environmental Performance in Hungary in the 1960s

In this chapter Pál explains the role of new technologies in the environmental performance in Hungary in the 1960s. He concentrates on the buildup process of Hungary’s massive chemical complex and analyzes the country’s primate plastics producer, the Borsod Chemical Combine. Pál points out the positive role of the economical shift and the energy shift in Hungary’s environmental performance. Despite progressive changes in economy and energy supply, the overall amount of pollution skyrocketed in the 1960s, due to rapid capacity building in Hungary’s chemical complex.

Viktor Pál

12. Umweltzertifizierungen ISO 14001 und EMAS

Möchte ein Unternehmen seine nachhaltige Ausrichtung verbessern und damit auch gezielt zum Schutz der Umwelt beitragen, bieten sich die Einführung von Umweltmanagementsystemen und eine Umweltzertifizierung an. Es gibt am Markt hierzu eine Vielzahl von Konzepten, unter denen derzeit der Normenreihe ISO 14001 ff. und EMAS die größte Bedeutung zukommt. Möchte sich ein Unternehmen nachhaltig ausrichten und zielgerichtet auch betrieblichen Umweltschutz verwirklichen, so müssen umweltrelevante Schwachstellen des Unternehmens aufgedeckt und beseitigt werden. Es müssen Maßnahmen konzipiert, d. h. geplant, umgesetzt und koordiniert werden. Es bedarf einer systematischen Steuerung des Prozesses.

Ado Ampofo

Kapitel 8: Kooperationsrahmenabkommen für das Nilbecken

Im Rahmen der Nilbecken-Initiative wurde das Kooperationsrahmenabkommen für das Nilbecken (Agreement on the Nile River Basin Cooperative Framework, CFA) ausgehandelt und im Mai 2009 vom Ministerrat der Initiative angenommen. Das Kooperationsrahmenabkommen, auch Entebbe-Agreement genannt, wurde seither von sechs Nilanrainern unterzeichnet. Am 13. Juni 2013 hat Äthiopien als erster Nilanrainer das Abkommen ratifiziert, gefolgt von Ruanda am 28. August 2013 und Tansania am 26. März 2015. Das Abkommen tritt gemäß Art. 42 am 60. Tag nach der Niederlegung der sechsten Ratifikations- oder Akzessionsurkunde bei der Afrikanischen Union in Kraft.

Philine Wehling

Kapitel 4: Internationale Abkommen über grenzüberschreitende Süßwasserressourcen

Neben den universell geltenden Normen des Völkergewohnheitsrechts begründen zahlreiche bilaterale und multilaterale Wasserabkommen Rechte und Pflichten für die beteiligten Staaten. Abkommen über internationale Wasserläufe wurden auf universeller, regionaler und beckenspezifischer Ebene geschlossen. Der FAO-Index zu Vereinbarungen über internationale Wasserressourcen führt über zweitausend völkerrechtliche Verträge auf, von denen die große Mehrzahl bilaterale Abkommen sind. Allein zwischen europäischen Staaten bestehen derzeit über 40 Verträge über die Nutzung und den Schutz von Süßwasserressourcen. Der weit überwiegende Teil der Abkommen betrifft Oberflächenwasser, während Grundwasser bislang in der Vertragspraxis vergleichsweise wenig Beachtung fand.

Philine Wehling

Kleine Riesen – Von Insekten, Kunst und Respekt

Wenn sich alles global vernetzt, was ist dann noch der Wert scheinbar kleiner Dinge – z.B. der Wert eines Insekts? Herausgefordert von den Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin hat sich der Geschäftsführer eines traditionsreichen Biozid-Unternehmens auf eine Abenteuerreise begeben. Sie führte ihn von einer Fliegen-Rettungsaktion über die detaillierte wissenschaftliche Beschäftigung mit Natur, Biodiversität und Nachhaltigkeit bis hin zur Transformation seines gesamten Geschäftsmodells. Inzwischen schafft ausgerechnet der Insektenbekämpfungsmittel-Hersteller Dr. Hans-Dietrich Reckhaus mit „Insect Respect“ ein breiteres Bewusstsein für den Wert der kleinen Tiere in Gesellschaft und Wirtschaft. Die vermeintlich absurde Idee der Kunst, die Welt einmal umzudrehen, ist Realität geworden. Eine Geschichte über Wahrheitssuche, Umdenken und Wandel.

Tina Teucher, Dr. Hans-Dietrich Reckhaus

Motive einer umweltorientierten Unternehmensführung

“Der heutige Mensch ist der Natur gefährlicher geworden, als sie ihm jemals war”. (Hans Jonas)

Dr. Maximilian Gege

Biowaste Compost and Heavy Metals: a Danger for Soil and Environment?

The paper presents several scenaria for heavy metal accumulation. The heavy metal balances are based on the average background levels in Austrian arable soils, the current limits for compost in Austria as well as the proposals discussed within the European commission on standardization ‘Soil Improvers and Growing Media’(CEN/TC223). Additionally balances are calculated based on Viennese biowaste composts. It is shown that, using the values discussed in CEN/TC223, the soil limits relevant in Austria and Germany (except for Zn) will be exceeded significantly after only 50–100 years.On the background of references for the ecotoxic significance of soil contamination the validity of the standards and upper limit values established in Austria or in Germany for universally utilizable soils [Cd 0.1 – 1.5; Cr 100; Cu 80 – 100; Hg 1.0; Ni 50 – 60; Pb 100; Zn 150 – 300 ppm d.m.l is prooved.This leads to the demand that the functionality of agricultural soils has to be maintained in the long run; specifically, the input of heavy metals stemming from organic fertilizer applications should be minimized. Based on the results, suggestions for a reasonable application of biowaste compost as soil improver in arable systems are made.

F. Amlinger, Ludwig-Boltzmann

Chapter 6. Die Anpassung von Natura 2000 an die Klimafolgen

Es wird nun überprüft, in wie weit das Natura 2000-Recht, so wie es in Deutschland umgesetzt worden ist, bereits aus sich selbst heraus zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen geeignet ist. Zu unterscheiden ist dabei die rechtliche Zulässigkeit praktischer Maßnahmen auf der einen Seite, und die verwaltungsmäßige Umsetzung von Maßnahmen rechtlicher Art und auf der anderen Seite. Rechtliche Maßnahmen sind namentlich die der Gebietsausweisung, der Abänderung von Erhaltungszielen oder des hierfür eingerichteten Schutzregimes, einschließlich der nachträglichen Beeinflussung von zugelassenen Plänen und Projekten im jeweiligen Schutzgebiet und in seinem Umfeld.

Moritz Gies

18. Schriftenverzeichnis

Die Anwendung der in den verschiedenen Teilen des Buches besprochenen geotechnischen Verfahren müssen die Vorgaben amtlicher Werke beachten. Hierzu gehören die Rechtsvorschriften der Europäischen Union, die Gesetze des Bundes und der Länder, Verordnungen, Richtlinien, Vorschriften, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Gerichtsentscheidungen einschließlich der amtlich verfassten Leitsätze. Durch solche amtliche Werke sind auch die Anforderungen an Untersuchungen, Bewertungen, Maßnahmen sowie Grenzwerte geregelt. Für unterschiedliche Arbeitsbereiche bestehen Richtlinien und Vorschriften.

Prof. Dr. Wolfgang Dachroth

Sanierung des Dümmer Sees und seines Umlandes

Der Dümmer See (Dümmer) im Südwesten Niedersachsens gehört zu den typischen Flachseen der Norddeutschen Tiefebene. Sein Einzugsgebiet wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Dümmerniederung hat für den Naturschutz überregionale Bedeutung. Gleichzeitig ist der Dümmer Anziehungspunkt für den Wassersport und den Tourismus. Der See ist stark eutrophiert. Seit mehr als 30 Jahren wird an der Seesanierung gearbeitet.

Dipl.-Biol. Hans-Heinrich Schuster, Dipl.-Ing. Jörg Prante, Dipl.-Ing. Rudolf Gade

Ökologische Sanierung eines naturschutzfachlich hochsensiblen, niedermoorgeprägten Tieflandflusses

Großflächige ökologische Fließgewässersanierungen im Niedermoorbereich sind technologisch schwierig durchzuführen und bedürfen wegen der zahlreichen geschützten Lebensräume und Arten einer intensiven naturschutzfachlichen Betreuung. An einem naturschutzfachlich hochsensiblen Abschnitt der „Nebel“ ist auf einer Länge von ca. 2,5 km eine solche Sanierung durchgeführt worden.

Dr. Volker Thiele, Dipl.-Ing. Klaudia Lüdecke, Dr. Ralf Koch

Wärmehaushalt der Gewässer im Zeichen des Klimawandels

Die LAWA-Schrift „Grundlagen für die Beurteilung von Kühlwassereinleitungen in Gewässer“ aus dem Jahre 1990 war fortzuschreiben. Der nun aktualisierte LAWA-Leitfaden unterstützt die Wasserbehörden bei der Erteilung von wasserrechtlichen Einleiteerlaubnissen bei Kühlwassereinleitungen aus Kraftwerken und Industrie.

MBA Dipl.-Ing. Gerd Hofmann

Auswirkung strukturverbessernder Maßnahmen an Fließgewässern auf das Makrozoobenthos

In Schleswig-Holstein werden seit mehreren Jahren zahlreiche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Fließgewässern durchgeführt. An vier Gewässern werden die Veränderungen auf die Wirbellosenfauna (Makrozoobenthos) durch strukturverbessernde Maßnahmen dargestellt und diskutiert. Basierend auf den Erkenntnissen werden Empfehlungen für Effizienzkontrollen und Maßnahmenplanungen abgeleitet.

Dipl. Biol. Johanna Lietz, Dipl. Biol. Angela Bruens, Dr. Achim Pätzold

Nutzung kleinerer Rückhaltungen für unterschiedliche Aufgaben durch den Einsatz von Mehrfachdrosselanlagen

Die Erhöhung der Abflussmengen ist bei bestehenden Kanalsystemen oft nicht mehr möglich. Durch gestufte Abgabemengen kann die Wirkung von oberstromigen Rückhaltebecken gegenüber einer ungesteuerten Abgabe verbessert werden.

Dipl.-Ing. Albrecht Dörr, Dr.-Ing. Hans Göppert

Sandbelastung der Fließgewässer in Niedersachsen

In Niedersachsen wurde ein übermäßiges Vorkommen von Sand in kiesgeprägten Fließgewässern des norddeutschen Tieflands als eine wichtige regionale Wasserbewirtschaftungsfrage identifiziert. Grund hierfür ist, dass beweglicher Sand die Tier- und Pflanzenwelt im Gewässer nachhaltig beeinträchtigt und insbesondere in kiesgeprägten Fließgewässern ökologisch großen Schaden anrichtet.

Dr. Carsten Scheer, Dr. Nikolai Panckow, Dr. Katharina Pinz

Auswahl und Überprüfung granulierter Aktivkohlen (GAK) für den Einsatz in kontinuierlich gespülten Filtern

Auf vielen kleineren bis mittelgroßen Kläranlagen sind kontinuierlich gespülte Sandfilter zur Verringerung des Feststoffaustrags im Einsatz. Erste Versuche im Versuchsmaßstab deuten darauf hin, dass diese mit geringer Modifikation auch mit granulierter Kohle zur parallelen Spurenstoffelimination betrieben werden könnten.

Dipl.-Ing. Martina Hertel, Dipl.-Ing. Peter Maurer, Prof. Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz

Fischabstieg: Verhaltensbeobachtungen vor Wanderbarrieren

Fische zeigen Verhaltensweisen zur Wahrnehmung ihrer Umgebung. Für das Verhalten der Fische bei abwärtsgerichteten Fischwanderungen vor Wanderbarrieren sind im Vergleich zur Aufwärtspassage noch große Kenntnislücken offensichtlich. Verhaltensbeobachtungen geben wichtige Hinweise für die Positionierung und konstruktive Entwicklung von Fischabstiegsanlagen.

M. Sc. Imke Böckmann, Dr. Boris Lehmann, Dr. Andreas Hoffmann, Dipl.-Sachverständiger Markus Kühlmann

2. Die Herkunft der Biomasse

Nachwachsende Biomasse ist die Basis der Bioökonomie. Primär wird sie im Prozess der Photosynthese von Pflanzen, Algen und bestimmten Bakterien hergestellt, sekundär entsteht sie aus primärer Biomasse z.B. in der Tierproduktion oder kommt in organischen Restströmen vor. Vier Wirtschaftssektoren bilden deshalb das Fundament der Bioökonomie: Die Agrar-, die Forst-, die Fischerei- und die Abfallwirtschaft. Dementsprechend charakterisiert dieses Kapitel landwirtschaftliche Produktionssysteme, analysiert deren Stoffströme und Erträge und untersucht Potenziale zur Erhöhung der agrarischen Biomasseproduktion. Es beschreibt die Bedingungen der Holzproduktion im Standort Wald und stellt verschiedene Waldbausysteme sowie Strategien für einen rationellen Umgang mit Holz vor. Es behandelt die Bedeutung aquatischer Organismen und schildert deren Gewinnung in Fischereiwirtschaft und Aquakulturen. Schließlich widmet es sich den Grundlagen und bioökonomischen Möglichkeiten der Abfallwirtschaft.

Dr. Melvin Lippe, Prof. Dr. Iris Lewandowski, Dr. Rüdiger Unseld, Dr. Johannes Pucher, Klaus-Rainer Bräutigam

Der Ansatz der politikfeldbezogenen Verwaltungsanalyse

Die Darstellung von „Implementation in Politikfeldern“ wird als Fachbuch zum verwaltungsbezogenen Vergleich positioniert. Diese Einordnung ist nicht selbstverständlich, weil der Umriss und das Verständnis dessen, was als Verwaltungswissenschaft zu gelten hat, selbst unter den Wissenschaftlerlnnen umstritten ist, die sich zweifelsfrei mit der „öffentlichen Verwaltung“ – als Bestandteil des öffentlichen Sektors bzw des politisch-administrativen Systems (PAS) – beschäftigen.

Prof. Dr. i. R. Dieter Grunow

Das Politikfeld Umweltpolitik

Die Umweltpolitik ist im Vergleich zu einigen anderen in diesem Buch behandelten Politikfeldern relativ jung. In der Bundesrepublik verabschiedete das Kabinett erstmals unter Bundeskanzler Willy Brandt 1971 ein Umweltprogramm, mit dem sich die Regierung verpflichtete, umweltpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

Hildegard Pamme, Prof. Dr. i. R. Dieter Grunow

11. Gefährliche Abfälle und Altlasten

Das Problem einer umweltkonformen Entsorgung gefährlicher Abfälle wurde in Deutschland in den letzten Jahrzehnten durch Zusammenwirken des Gesetzgebers und der Industrie weitestgehend gelöst und diesbezügliche Umweltskandale sind aus den Schlagzeilen verschwunden.Neben einer Vielzahl individueller Abfallvermeidungs- und Abfallverwertungs-maßnahmen in der Industrie, gehören die stoffzerstörenden Maßnahmen der Verbrennung und der Physikalisch-Chemischen Behandlung von festen, flüssigen und pastösen gefährlichen Abfällen zum unentbehrlichen Repertoire einer zukunftsweisenden Sonderabfallwirtschaft. Demgegenüber sinkt der Stellenwert der oberirdischen Ablagerung während die untertägige Deponierung und der Bergversatz in Steinsalzformationen für entsprechend geeignete Abfälle zunehmend genutzt wird.Zum Thema Sonderabfall gehören die Altlasten. Auch diese Problematik wurde in Deutschland in den letzten Dekaden gesetzgeberisch und mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand bearbeitet. Obwohl ein status quo ante grundsätzlich nicht wiederherstellbar ist, sind heute die schlimmsten Schäden betreffend Grundwasser und Boden erkannt und vielfach tolerierbar behoben.

Prof. Erwin Thomanetz

Die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitskonzeption Deweys

Dewey verwendet Begrifflichkeiten nicht immer trennscharf. Den Begriff des Staates (state) benutzt er beispielsweise, teils ohne genaue Kennzeichnung, in drei Weisen: als politische Struktur mit bestimmten Funktionen; als modernen Staat und als amerikanischen Realstaat. Der Begriff der Demokratie (democracy) meint mal die Idee sozialer Demokratie, mal Demokratie als politische Struktur. Diese Vorgehensweise erschwert das Verstehen der Thesen von The Public and Its Problems, und der Text wirkt auf den ersten Blick teilweise widersprüchlich.

Annika Götz

Wasser in der Zukunft – Gefahren und Chancen im Rahmen von Bevölkerungswachstum, Klimawandel und globaler Ökonomie

Wenn man sich Bilder von unserem „Blauen Planeten“ aus dem All ansieht, scheint es unvorstellbar, dass Wasser in Zukunft eine bedrohte Ressource für die Menschen sein könnte. Doch im Zuge der weltweiten Industrialisierung und Globalisierung werden sämtliche natürliche Rohstoffe der Erde immer weiter ausgebeutet und drohen, noch in diesem Jahrhundert zu verknappen – so auch das Wasser. Denn auch wenn das globale Wasservorkommen immens ist, beträgt der Anteil an trinkbarem Süßwasser lediglich 0,3 Prozent – Tendenz fallend. Grund für diesen Trinkwasserschwund sind neben der Grundwasserausbeutung die Auswirkungen des Klimawandels sowie des weltweiten Bevölkerungsanstiegs. Eine große Frage dieses Jahrhunderts wird demnach die nach der künftigen Wasserverteilung sein. Viele wissenschaftliche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Konflikte oder gar Kriege um Wasser in der Zukunft nicht unwahrscheinlich sind. Anhand verschiedener wissenschaftlicher Prognosen für die kommenden Jahrzehnte soll die Dringlichkeit der Problematik aufgezeigt werden. Denn Wasser ist kein Thema für sich; es durchdringt vielmehr sämtliche Lebensbereiche und betrifft alle Menschen auf der Erde gleichermaßen.

Laura Schermuly

Image von Trinkwasser in der Gastronomie im Vergleich von Deutschland und Großbritannien

Gegenstand meiner Untersuchung ist das Image von Trinkwasser in der Gastronomie im Vergleich von Deutschland und Großbritannien. Zu diesem Zweck wurden GastronomInnen sowie RestaurantbesucherInnen eines vergleichbaren Alters und Berufsstandes mit Hilfe von Online-Umfragen bezüglich ihres Trinkwasserkonsums in Gaststätten in Deutschland und Großbritannien befragt. Eine weitere Grundlage war eine Online-Umfrage von 18- bis 20-jährigen jungen Erwachsenen in Deutschland zu ihrem Konsum von Trinkwasser in der Gastronomie, so dass Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Wasserkonsum der verschiedenen Generationen erfasst werden konnten. Wie auch in der einschlägigen Literatur dargestellt, hat sich in Deutschland und in Großbritannien eine jeweils spezifische Trinkwasserkultur entwickelt. So ist der Konsum von Trinkwasser in Deutschland eher unüblich, wohingegen RestaurantbesucherInnen in Großbritannien Trinkwasser durchaus in Lokalen verzehren. Anhand der durchgeführten Online-Umfragen wurde eine derzeit generell ansteigende Akzeptanz von Trinkwasser als Alltagsgetränk in der Öffentlichkeit festgestellt. Dennoch wird diesem lebensnotwendigen Gut in seiner Funktion als Lebensmittel in Europa immer noch eine eher geringe Wertschätzung entgegengebracht, da scheinbar ausreichende Mengen an Trinkwasser für eine unbedenkliche Wasserversorgung der Menschen verfügbar sind. Zukünftig wird die Notwendigkeit bestehen, das Image von Trinkwasser als lebensnotwendige Ressource zu verbessern, weil es zu einer Verknappung dieses Gutes kommen wird.

Miriam Cathlin Singer

Chapter 3. Planung der Baustelleneinrichtung

In Abhängigkeit von der Art und Größe des Bauvorhabens, der Ausdehnung und der Lage der Baustelle, der Länge der Bauzeit, den zu erwartenden Witterungsverhältnissen und dem durch das Bauverfahren bedingten Maschinen- und Geräteeinsatz kann der Umfang und die Anordnung der Baustelleneinrichtung einen wesentlichen Einfluss auf das wirtschaftliche und sichere Arbeiten sowie die Minimierung von Gefährdungen ausüben. Deshalb muss jede damit verbundene Einzelentscheidung umfassend auf ihre Auswirkungen hin geprüft werden.

Rainer Schach, Jens Otto

Chapter 2. Elemente der Baustelleneinrichtung

Eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung einer Baumaßnahme ist die richtige Auswahl der einzelnen Elemente der Baustelleneinrichtung in ihrer Art und Dimension. Dabei müssen die gegenseitigen Abhängigkeiten der Elemente untereinander, aber auch die Abhängigkeiten zu den gewählten Bauverfahren sowie zum Bauwerk und der Umwelt beachtet werden, um insbesondere eine schnelle und sichere Bewegung von Gütern und Personen auf der Baustelle und die optimale Ausstattung der einzelnen Arbeitsplätze sicherzustellen.

Rainer Schach, Jens Otto

1. Hygienisch-mikrobiologische Trinkwassergüte in der Trinkwasser-Installation

Dieses Kapitel behandelt die Arbeit der Trinkwasser-Hygieniker, die wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahren für die Sicherstellung der Trinkwasserqualität nutzbar machen.

Th. Kistemann

3. Traditionelle Footprint-Konzeptionen, neue SDG-Ergänzungsindikatoren und CSR-Fortschrittsindikatoren im Fokus des LCC

Alle Staaten haben sich zur Umsetzung der ab 2016 geltenden Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs und 169 Unterzielen verpflichtet. Ein Screening sämtlicher relevanter Strategien zeigt, dass die EU und Deutschland bereits alles daran setzen, um die Zielvorgaben der Agenda 2030 bis hinunter auf die Unternehmens- und Konsumentenebene zu realisieren. Der notwendige Umgestaltungsprozess von Wirtschaft und Gesellschaft ist bereits eingeleitet. Die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 kann nur über eine SDG-Transformation und ‑steuerung gelingen, die die Makro-Meso-Mikro-Kompatibilität mithilfe von Fortschrittsindikatoren ebenen-übergreifend sicherstellt. Die Analyse zeigt, dass die traditionellen Footprint-Indikatoren (EF, WF und MF) in zum Teil modifizierter Konzeption und in Verbindung mit zahlreichen neuen Ergänzungsindikatoren im Rahmen der globalen Nachhaltigkeits-Indikatorensteuerung auf internationaler Ebene (IAEG-SDGs), europäischer Ebene (EUROSTAT) und nationaler Ebene (DESTATIS) ab 2016 zum Einsatz kommen. Auf der nationalen Ebene sind seit Mitte 2016 erste neue volks- und kreislaufwirtschaftliche Indikatoren implementiert und weitere Indikatoren werden ab 2017 folgen. Die Analyse verdeutlicht, dass sich die traditionellen Footprint-Konzeptionen methodisch oder als sogenannte „Denkschiene“ in Verbindung mit internationalen Standards und Leitsätzen mit großen Schritten auch auf den Aggregationsebenen „Branchen“ und „Unternehmen“ durchsetzen.

Rosemarie Stibbe

Projekte und Praxis

Im Rahmen der Entleerung des Stausees Räterichsboden (Berner Oberland, Schweiz) wurden verschiedene gewässerökologische Schutzmaßnahmen realisiert. Für den Erhalt des Seeforellenjahrgangs 2014/15 entwickelte die Fachstelle Ökologie der Kraftwerke Oberhasli AG ein mobiles fischschonendes Leitsystem für aufsteigendeWandersalmoniden, um die laichbereiten Seeforellen in ein Nebengewässer umzuleiten. Im Praxistest konnte sowohl die ökologische Funktionsfähigkeit als auch die Hochwassersicherheit nachgewiesen werden. Das Leitsystem könnte auch für andere fischökologische Fragestellungen adaptiert werden.

Matthias Meyer, Steffen Schweizer, Daniel Göz, Andreas Funk, Sandro Schläppi, Andrea Baumann, Jan Baumgartner, Willy Müller, Martin Flück, Paul Jäger, Guntram Ebel, Arne Gluch, Martin Kehl, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Margit Lenser, Ulrich Dumont†, Gereon Hermens, Jochen Ulrich, Rolf-Jürgen Gebler, Paul Lehmann, Gereon Hermens, Ulrich Dumont†, Jörg Schneider, Dirk Hübner, Klaus Träbing, Stephan Theobald, Steffen Schweizer, Stephanie Schmidlin, Martin Bieri, Peter Büsser, Matthias Meyer, Judith Money, Sandro Schläppi, Matthias Schneider, Diego Tonolla, Jeff Tuhtan, Kurt Wächter, Christoph Hauer, Patrick Holzapfel, Helmut Habersack, Diego Tonolla, Christoph Hauer, Patrick Holzapfel, Diego Tonolla, Helmut Habersack

Ökologie

Der Beitrag erläutert die wesentlichen Arbeitsschritte bei ethohydraulischen Untersuchungen. Es wird aufgezeigt, mit welchen Me tho den und Instrumenten im Rahmen ethohydraulischer Versuche das Verhalten von Fisch en in simulierten hydraulischen Situationen beobachtet, analysiert und belastbar auf die Natur übertragen werden kann. Anhand der Befunde wird deutlich, dass ethohydraulische Untersuchungen bestens geeignet sind, um bestehende Wissenslücken zu schließen, Grenz- und Richtwerte zu definieren oder die Funktion von fischpassierbaren Anlagen zu untersuchen und zu optimieren.

Boris Lehmann, Guntram Ebel, Beate Adam, Dennis Appelhoff, Roman Weichert, Wolfgang Kampke, Lisa Deutsch, Matthias Scholten, Klaus Jorde, Volker Lüderitz, Thomas Speierl, Uta Langheinrich, Michael Seidel, Manfred Holzner, Georg Loy, Hans Michael Schober, Ralf Schindlmayr, Christoph Stein, Ulrich Schwevers, Oliver Engler, Michael Seidel, Thomas Speierl, Uta Langheinrich, Volker Lüderitz, Günther Hartmann

Anforderungen und Maßnahmen

Das Thema Fisch schutz und Fisch abstieg ist seit längerem Gegenstand umweltpolitischer, umweltrechtlicher und fachlicher Diskussionen, wobei deren Intensität in den letzten Jahren zugenommen hat. Dies war Veranlassung zur Gründung des „Forums Fisch schutz und Fisch abstieg“. Grundsätzliches Ziel ist es, in den Jahre 2012 bis 2014 einen offenen Austausch zu den verschiedenen Aspekten des Themas zu er mög lichen und ein gemeinsames, bundesweit einheitliches Verständnis darüber zu fördern, welche Anforderungen und Lösungen nach dem derzeitigen Stand des Wissens und der Technik dem Fisch schutz und Fisch abstieg und dem Erhalt und der Etablierung von Fischpopulationen zu Grunde zu legen sind. In diesem Beitrag wird der aktuelle Stand dieses Prozesses dargestellt.

Stephan Naumann, Stephan Heimerl, Johannes Schnell, Paul Jäger, Stefan Gischkat, Beate Adam, Jochen Koop, Christian von Landwüst, Steffen Wieland, Matthias Scholten, Georg Loy, Manfred Holzner, Hans Michael Schober, Ralf Schindlmayr, Christoph Stein, Gerhard Haimerl, Oliver Born, Dagobert Smija, Pia Anderer, Christof Bauerfeind, Jens Görlach

Ökosponsoring als Kommunikationsinstrument an der Schnittstelle ethischer und politischer Problemstellungen

Seit den frühen 1990er Jahren hat sich die Erkenntnis etabliert, dass Unternehmen – ob nun gewinnorientiert oder aber als gGmbH gemeinnützig arbeitend – sogenannte offene Systeme sind, die sich eben nicht nur über ihre Profit-Ziele, sondern zunehmend auch über den Austausch mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld definieren.

Martin Schwarz

Kapitel 14. Zivile Sicherheit in Kritischen Infrastrukturen – Öffentliche Netze

Die Begriffe „zivile Sicherheit“ und „kritische Infrastrukturen“ scheinen von einer schier endlosen inhaltlichen Weite geprägt zu sein. Zugleich sind sie essenziell aufeinander bezogen – kritische Infrastrukturen haben im Konzept der zivilen Sicherheit ihren festen Platz: Ganz wesentlich nimmt zivile Sicherheit auf den Gedanken einer hochgradigen gesellschaftlichen Verletzlichkeit Bezug, die sich vor allem in kritischen Infrastrukturen zeigt.

Andreas Engels

Kapitel 27. Zivile Sicherheit im Katastrophenrecht

Krisen präsentieren sich als besondere Bewährungsprobe und Herausforderung für das Recht. Etwas überspitzt ließe sich sogar formulieren, dass die Qualität und Belastbarkeit einer Rechtsordnung vor allem im Krisenfall sichtbar wird. Das haben sowohl die Finanz- und Eurokrise als auch die Flüchtlingskrise Ende 2015 deutlich gemacht. Hintergrund bildet dabei schlicht der Umstand, dass sich Art und Ausmaß von Krisen nicht oder jedenfalls nur schwer im Voraus planen lassen, sodass auch die Bewältigung der Krise möglicherweise Maßnahmen erfordert, die der bisherige rechtliche Rahmen nicht oder in nur unzureichender Form zur Verfügung stellt.

Alexander Thiele

Gewässerschutz m

Typha-Natur – Bau-Technik

Seit einigen Jahren ist ein Baumaterial in Anwendung, das den Anforderungen an Baudenkmale bzgl. Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Nutzerkomfort in völlig neuer Weise technisch gerecht werden kann. Dieses kennzeichnet die Verwendung von Makropartikeln aus der Blattmasse von Rohrkolben (lat. Typha) mit einer mineralischen, bei der Kompostierung inerten oder bioabbaubaren Verklebung.

Dipl.-Ing. Alexandra Fritsch, Dipl.-Ing. Werner Theuerkorn

12. Planungssystematik und Projektmanagement

Die Kommissionierung entspricht der Auslagerung vorgegebener Artikel zur Erstellung eines Auftrags, der aus einem oder mehreren Auftragspositionen besteht und die Menge jedes einzelnen Artikels angibt. Unter der Funktion Kommissionieren ist das Zusammenstellen eines Kundenauftrages von bestimmten Teilmengen aus einer bereitgestellten Gesamtmenge nach vorgegebenen Bedarfsinformationen zu verstehen. Die Teilmengen bestehen aus Artikeln, die aus dem Sortiment (= Gesamtmenge) für einen Auftrag (= Bedarfsinformation) gesammelt werden.

Heinrich Martin

Umwelt- und Klimawandelkommunikation

Medienkommunikation und insbesondere die Berichterstattung von Massenmedien sind wichtige Informationsquellen für die Wahrnehmung von Umweltproblemen sowie des anthropogenen Klimawandels. Entsprechend haben sich in den letzten Jahren viele Forscherinnen und Forscher mit dem Aufkommen, den Charakteristika, der Nutzung und den Wirkungen (massen)medialer Kommunikation zu Umweltthemen im Allgemeinen und zum Klimawandel im Speziellen beschäftigt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das Forschungsfeld, resümiert die wichtigsten Befunde und zeigt mögliche Richtungen und Aspekte zukünft iger Forschung auf.

Mike S. Schäfer, Heinz Bonfadelli

Kapitel 3. Beispiele nachhaltiger Geschäftsmodelle

In der Unternehmenspraxis finden sich zahlreiche verschiedene nachhaltige Geschäftsmodelle. Dieses Kapitel präsentiert über 800 Beispiele nachhaltiger Geschäftsmodelle. Für jedes Beispiel ist eine Internet-Adresse für die Vertiefung aufgeführt. Die Geschäftsmodelle sind in der Struktur der neu entwickelten Typologie nachhaltiger Geschäftsmodelle (aus Abschn. 2.7) dargestellt.Der Leser kann anhand der Beispiele nach neuen Ansätzen für sein Wirken suchen. Es kommt dabei nicht nur auf den Inhalt des Geschäftsmodells an, sondern wie das eigene Geschäftsmodell adaptiert wird bzw. wie ein neues Geschäftsmodelle entwickelt werden kann. Hannah Arendt nennt es die Potenz der Freiheit im Gegensatz zu der Notwendigkeit zur Selbsterhaltung (Arendt, H., Vita active, Piper, München, 1983). Der Leser sollte also solche Geschäftsmodelle für eine vertiefte Betrachtung auswählen, die nach individueller Einschätzung eine sinnstiftende Aufgabe darstellen und Spaß bei der Arbeit versprechen.

Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend

Kapitel 2. Nachhaltige Geschäftsmodelle

Die Verantwortung von Unternehmen erschöpft sich heute nicht darin, Gewinne zu erwirtschaften. Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen sind Unternehmer aufgerufen, auch andere Erwartungen zu erfüllen. Dazu zählen auch die Wahrnehmung von Verantwortung für die Umwelt und für die Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist aber mehr als eine gesellschaftliche Anforderung oder eine philanthropische Erwägung. Vielmehr ist Nachhaltigkeit eine unternehmerische Chance für Gründer und für etablierte Unternehmen. Es ist kein Widerspruch, mit nachhaltigen Geschäftsmodellen Geld verdienen zu wollen. Die vielen Möglichkeiten für nachhaltige Geschäftsmodelle leisten Beiträge für Umwelt, Gesellschaft und persönlichen Wohlstand. Verschiedene Studien belegen einen positiven Wertbeitrag des Einbezugs von Nachhaltigkeit in das unternehmerische Geschäftsmodell.Das Kapitel enthält fast 100 verschiedene Konzepte für die Bewertung von Nachhaltigkeit. 14 Nachhaltigkeitskonzepte werden näher beschrieben. Grundsätzlich verbinden diese Ansätze das Grundverständnis, dass ein Geschäftsmodell Sinn machen soll, nicht nur ökonomisch, sondern auch für die Gesellschaft und für die Umwelt. Anhand verschiedener Teilmärkte wird herausgearbeitet, dass die nachhaltige Wirtschaft bezogen auf die Wirtschaftsleistung und die Erwerbstätigkeit bereits heute als einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet werden kann.Auf Basis der Typologien nachhaltiger Geschäftsmodelle von Bocken et al., Alter und SustainAbility wird eine neue Typologie nachhaltiger Geschäftsmodelle entwickelt. Die Typologie nachhaltiger Geschäftsmodelle umfasst 7 Typen und 28 Segmente. Während sich die Typen deutlich voneinander unterscheiden eint sie die Beschreibung von Geschäftsmodellen, die ökologisch und/oder sozial relevant, glaubwürdig und ambitioniert sind.

Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend

12. Ökosystembasierte Klimapolitik für Deutschland

Die Leistungen der Natur können zur Lösung des Klimaproblems beitragen, indem sie gezielt für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel genutzt werden. Hierdurch lassen sich einerseits kostengünstiger Klimaschutz und andererseits Synergien zwischen Klimapolitik und Naturschutz- und Biodiversitätspolitik erzielen. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die Wirkungen der deutschen Energie- und Klimapolitik auf die Biodiversität und die Ökosysteme in Deutschland aufgezeigt. Im Anschluss daran erfolgt eine Untersuchung der Ökosystemleistungen naturnaher Landnutzungen für Klimaschutz und Klimaanpassung. Es zeigt sich, dass im Agrarsektor erhebliche Minderungspotenziale für Klimaschutz vor allem durch den verringerten Ausstoß von Lachgas sowie die Erhaltung von Grünland bestehen. Moore und andere kohlenstoffreiche Böden können durch Erhaltung und Wiederherstellung als Kohlenstoffsenken dienen. Auenflächen leisten insbesondere einen Beitrag zum Hochwasserschutz und damit zur Anpassung an den Klimawandel. Die Klimawirkungen in den einzelnen Bereichen werden ökonomisch bewertet und Handlungsempfehlungen für eine ökosystembasierte Klimapolitik formuliert.

Bernd Hansjürgens, Christoph Schröter-Schlaack, Augustin Berghöfer, Aletta Bonn, Alexandra Dehnhardt, Jochen Kantelhardt, Horst Liebersbach, Bettina Matzdorf, Bernhard Osterburg, Irene Ring, Norbert Röder, Mathias Scholz, Daniela Thrän, Lena Schaller, Felix Witing, Henry Wüstemann

4. Rechtliche Aspekte der Klimaanpassung

Der Klimawandel wird auch in Europa und Deutschland zu spürbaren Umweltveränderungen führen und Anpassungen erforderlich machen – an eine zunehmend gefährdete, aber auch gefährlichere Umwelt. Rechtlich bedeutet dies vor allem, dass einschlägige Vorsorgeanforderungen auf ihre „Klimafolgenfestigkeit“ überprüft und erforderlichenfalls justiert werden müssen. Neben vielfältigen sektoralen Anpassungsfragen stellen sich dabei auch übergreifende, konzeptionelle Herausforderungen an das Umwelt- und Planungsrecht, und zwar insbesondere in Bezug auf die Ermittlung und Darstellung der Klimafolgerisiken, deren Berücksichtigung durch die Raumplanung, die Anpassung von Umweltqualitätszielen und die Anpassung des Nutzungsbestands. Der Beitrag erläutert diese konzeptionellen Steuerungserfordernisse zur Klimaanpassung und untersucht, inwieweit das Umwelt- und Planungsrecht dafür noch besser gerüstet werden könnte. Dargelegt wird, dass es vor den Herausforderungen der Klimaanpassung vor allem erforderlich erscheint, das raumbezogene Umweltrecht um spezifische Risikoprüfungs- und Revisionspflichten zu ergänzen und ihm insgesamt eine stärkere „risikoverwaltungsrechtliche“ Ausrichtung zu geben, wie sie bisher vorwiegend aus dem Stoffrecht geläufig ist. Regelungsoptionen dazu werden dargestellt.

Moritz Reese

2. Typologie des Unternehmens

In diesem Kapitel wird eine Einteilung der Unternehmen nach verschiedenen Kriterien vorgenommen und damit eine Unternehmenstypologie gebildet. Diese ermöglicht, die Vielfalt der Probleme, die bei der Führung von Unternehmen auftreten, differenziert unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften und Gegebenheiten der jeweiligen Unternehmenskategorie zu betrachten. Als charakteristische Merkmale zur Typenbildung, auf die in den nachfolgenden Abschnitten eingegangen wird, können die Gewinnorientierung, die Branche, die Größe, die technisch-ökonomische Struktur, die Rechtsform, der Kooperationsgrad (Unternehmensverbindungen), der Lebenszyklus des Unternehmens sowie der Standort herangezogen werden.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Gernot Kaiser

Kapitel 10: GefährdungshaftungGefährdungshaftung

Das Institut der Gefährdungshaftung ist dadurch charakterisiert, dass die Haftung des Verantwortlichen allein davon abhängig ist, dass sich im konkreten Schadensereignis eine bestimmte, von dem Verantwortlichen beherrschte Gefahr verwirklicht hat.

Maximilian Fuchs, Werner Pauker, Alex Baumgärtner

Chapter 4. Die Mediatisierung der Klimapolitik

Die Mediatisierungsthese lautet, dass die Politik zunehmend mediale Erfolgsbedingungen übernimmt (Mazzoleni & Schulz, 1999). Diese Annahme betrifft sowohl den Wahlkampf als auch die Tagespolitik. Da Politik insgesamt ein äußerst komplexer gesellschaftlicher Teilbereich ist, bietet es sich aus analytischen Gründen an, einzelne Aspekte in den Blick zu nehmen.

Jörg Haßler

1. Technologien

Der Übergang zu einer regenerativen Energieversorgung entspringt keineswegs einer ökologisch‐romantischen Vorstellung, sondern ist von sachlichen Notwendigkeiten geprägt.Interessanterweise gehen technische und soziale Aspekte dabei Hand in Hand: Das Ausbeuten endlicher Vorräte an Energieträgern führt zwangsläufig zur Anreicherung von Abgasen in der Atmosphäre und nichtflüchtigen Abfallstoffen im Meer. Beide Vorgänge finden langsam und schleichend statt, sodass sie nach menschlichem Empfinden kaum wahrzunehmen sind. Auch die Folgen für Klima und Landnutzung, Nahrungsketten und Gesundheit sind nur auf langen Zeitskalen zu beobachten.Doch gerade das schleichende Fortschreiten birgt die Gefahr, dass die an sich bekannten Bedrohungen gegenüber der Tagespolitik und kurzatmigen Schlagzeilen ins Hintertreffen geraten. Am Beispiel der Energieklippe (Abschn. 2.2.4) wird deutlich, wie ein allmählicher Prozess abrupt in eine Katastrophe münden kann – technisch wie sozial.

Christian Synwoldt

8. Steckmuffen-Verbindungen und deren Lagesicherung bei Gussrohrleitungen

Als längsverschiebbare Gelenke vermindern Steckmuffen-Verbindungen Momente bzw. Spannungen in erdüberdeckten Rohrleitungen. Sie sind einfach und trotzdem sicher zu montieren. Ihre Dichtheit bleibt auch bei maximaler Dezentrierung oder Abwinkelung der Rohre erhalten. Selbst bei hohen Überdeckungen bleiben Steckmuffen-Verbindungen von Rohrsystemen aus duktilem Gusseisen dauerhaft dicht. Rohrsysteme mit Steckmuffen-Verbindungen sind üblicherweise nicht längskraftschlüssig ausgeführt. An Richtungs-, Querschnittsänderungen und Endverschlüssen sowie an Abzweigen resultieren aus dem Innendruck Kräfte, die in den Baugrund eingeleitet werden müssen.

Jürgen Rammelsberg

Teil II. Implikationen der drei umweltökonomischen Ansätze

Im vorangehenden ersten Teil der vorliegenden Arbeit wurde versucht, die wohlfahrtstheoretisch begründete (traditionelle) Umweltökonomik so, wie sie in der Literatur beschrieben wird, in drei deutlich voneinander unterscheidbare, wesentlich inkommensurable Theorien aufzugliedern. Wenn im folgenden angestrebt wird, aus diesen einzelnen Theorien Schlußfolgerungen für umweltpolitische Maßnahmen zu ziehen, dann soll auch dabei das zugrunde gelegt werden, was die umweltökonomische Literatur anbietet. Es kommt mir entsprechend primär darauf an, die in der Literatur bereits bekannten Beurteilungskriterien, Instrumente und Darstellungen deutscher Umweltpolitik jeweils aus Sicht der drei umweltökonomischen Ansätze zu erörtern. Das Ziel der folgenden Ausführungen ist es demgegenüber nicht, neue Lösungsansätze oder -Varianten zu entwickeln. Deshalb, und weil m.E. eine ganze Reihe hervorragender Abhandlungen zu den genannten Problemkreisen vorliegen, glaube ich mich hier so kurz wie möglich fassen zu dürfen.

Diplom Volkswirt, Dr. rer. pol. Joachim Hennecke

1. Einführung Hydrologie und Wasserwirtschaft

Die Hydrologie ist die Wissenschaft vom Wasser, seinen Erscheinungsformen über, auf und unter der Landoberfläche und seinen Eigenschaften sowie seinen natürlichen Zusammenhängen. Wasser ist dabei die Sammelbezeichnung für alle in der Natur vorkommenden Arten von Wasser einschließlich aller darin gelösten, emulgierten und suspendierten Stoffe. Entsprechend dem internationalen Sprachgebrauch bezieht sich die Hydrologie auf das Wasser des Festlands und grenzt sich dadurch zur Ozeanographie ab.

Ulrich Maniak

11. Gewässergüte stehender und fließender Gewässer und Gewässerschutz

Still- oder Standgewässer sind Seen oder Talsperren, d. h. oberirdische Süßwasserkörper von meist größerer Tiefe, die ringsum von Land umgeben sind und keine direkte Verbindung zum Meer haben. Zwischen Still- oder Standgewässer und Fließgewässer (Fluss) bestehen hydraulische, hydrologische und ökologische Unterschiede. Im Fluss bestimmen hauptsächlich Gefälle, hydraulische Rauheit, Durchflussquerschnitt und Abfluss das Fließen in Form einer fast horizontalen Strömung. Infolge Turbulenz ist die Wassertemperatur annähernd im gesamten Durchflussquerschnitt gleich. Flüsse ändern ihr hydraulisches Verhalten längs ihres Laufes mit Auswirkungen auf Hydrobiologie und Hydrochemie.

Ulrich Maniak

25. Standortplanung

Bei der Auswahl und bei der Entwicklung von Standorten für Produktionsanlagen sind vielfältige Aspekte zu berücksichtigen, unter anderem auch mit Bezug zu Kosten und Verfügbarkeit von Energie. Die zeitliche Reichweite von Entscheidungen ist dabei sehr groß, oft sind verschiedene Zukunftsszenarien denkbar, die unterschiedliche Energiekonzepte erfordern. Dieses Kapitel soll Einblick geben in derartige Fragen und exemplarisch Lösungsansätze aufzeigen.Neben Unsicherheiten in Bezug zum künftigen Energiebedarf, insbesondere durch unterschiedliche Expansionsszenarien ist auch die zukünftige Entwicklung der Bezugskosten von Energie unsicher und von politischen Entscheidungen abhängig. Daher gibt es nicht DAS optimale Energiekonzept, sondern es gilt, flexible Konzepte zu erarbeiten und modular auszubauen.Dadurch ist oft nicht die anfänglich billigste Lösung die beste, sondern die, die am besten auf neue Entwicklungen bei Kosten und Verfügbarkeit von Energie anpassbar ist und bei der neue Möglichkeiten am besten integriert werden können.

Prof. Dr.-Ing. Martin Strohrmann

3. Kapitel. Der Inhalt des Anspruchs auf Umweltinformationen

Um Inhalt und Reichweite des Umweltinformationsanspruchs klären zu können, ist es erforderlich den Gegenstand des Anspruchs, die Information, zu untersuchen. Dem Art. 2a) der Umweltinformationsrichtlinie folgend definiert § 3 Abs. 2 UIG Informationen über die Umwelt als alle in Schrift, Bild oder auf sonstigen Informationsträgern vorliegende Daten, sofern sie einen der drei darauffolgenden Bereiche angehören.

Max Koebke

3. Praxisbeispiel: Einrichtung und Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 bei der Wentus Kunststoff GmbH, Höxter

Um als Geschäftsführung ein Managementreview rechtssicher unterschreiben zu können, braucht es mehr als nur einen kurzen Federstrich. Es braucht ein funktionierendes Energiemanagementsystem, hochmotivierte Energiemanager, ein gelebtes Handbuch, klare und personifizierte Ziele sowie zukunftsweisende, nachhaltige Visionen. All dies wird in den nachfolgenden Tabellen, Abbildungen und Texten am Beispiel der Wentus Kunststoff GmbH, Höxter, besonders überzeugend und beispielhaft verdeutlicht.Die Geschäftsführung der Wentus Kunststoff GmbH prüft auf Basis der vorliegenden Berichte zur ersten Umweltprüfung vom 13.1.2012, zur Umweltbetriebsprüfung vom 17.4.2012, des Energieaudits vom 14./15.2.2012 und auf Basis des Umwelt‐/Energiehandbuches, ob das eingerichtete Energie‐ und Umweltmanagementsystem geeignet ist, Energie‐/Umweltpolitik und Umweltprogramm/Energieziele angemessen umzusetzen. Da es sich um eine Erstzertifizierung nach ISO 14001 und ISO 50001 handelt, kann formal nicht auf frühere Managementreviews zurückgegriffen werden. Analog habe ich (Einfügung Hrsg.: gemeint ist der Geschäftsführer von Wentus) die jährlichen Berichte des Umweltbeauftragten mit den bisherigen Energiekennzahlen bislang zur Kenntnis genommen, ausführlich besprochen und gegengezeichnet.Die Geschäftsführung der Wentus Kunststoff GmbH stellt fest:Die Energie‐ und Umweltpolitik beschreibt das Energie‐ und Umweltmanagementsystem in geeigneter Weise, in angemessenem Umfang, ist wirksam und bleibt unverändert.Es wurde ein Auditplan erstellt, und es fanden bereits erste interne Audits gemäß Auditplan statt.

Olaf Buick, Reinhard Preuß, Jörg Söhngen, Prof. Dr. Manfred Sietz

Chapter 4. Die umweltpolitischen Institutionen Chinas

Ein Hauptproblem beim Übergang der chinesischen Volkswirtschaft zu einer nachhaltigen Produktionsweise, bei der Umsetzung der bestehenden Umweltgesetzgebung sowie bei der Findung einer eindeutigen klimapolitischen Haltung der Regierung stellt das institutionelle System Chinas dar. Während sich das ökonomische System seit den Reformen Dengs immer weiter öffnete – und staatlicher Regulierung mehr und mehr enthoben wurde –, bleibt das politische System durch einen starken Zentralismus geprägt. Politische Richtungsentscheidungen werden von der Pekinger Zentralregierung festgelegt, doch die Provinz- und Lokalregierungen verfügen in der Umsetzung über einen relativ großen Gestaltungsfreiraum.

Edgar Voß

Chapter 9. Böden als Pflanzenstandorte

Böden sind die natürlichen Standorte für alle Landpflanzen, die ihre Wurzeln im Bodenraum ausbilden und dadurch im Boden verankert sind sowie über ihr Wurzelsystem mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Boden versorgt werden. Hierfür ist eine gute Durchwurzelbarkeit und Gründigkeit der Böden erforderlich (Kap. 9.1). Außerdem müssen Böden genügend pflanzenverfügbares Wasser speichern können (Kap. 9.2), eine ausreichende Durchlüftung (Kap. 6.5 und 9.3) und Bodenwärme (Kap. 6.6 und 9.4) aufweisen sowie ausreichende Mengen an verfügbaren Pflanzennährstoffen enthalten (Kap. 9.5).

Hans-Peter Blume, Gerhard W. Brümmer, Rainer Horn, Ellen Kandeler, Ingrid Kögel-Knabner, Ruben Kretzschmar, Karl Stahr, Berndt-Michael Wilke

Chapter 2. Projektvorbereitung und Grundlagenermittlung

Jedem Projektstart geht eine mehr oder weniger umfangreiche Projektvorbereitung voraus. Da sie dem Projektstart zeitlich vorgelagert ist, wird sie nicht als Bestandteil des Anlagen-Phasenmodells verstanden.

Klaus H. Weber

Chapter 5. Genehmigungsplanung (Planning for permission)

Die Ausführungen dieses Kapitels beschränken sich ausschließlich auf die Genehmigung von Anlageninvestitionen in Deutschland. In anderen Ländern gelten die entsprechenden nationalen Vorschriften.

Klaus H. Weber

5. Anhang

3. From vision to action: Lösungsansatz für die Umsetzung des IWRM

Die Herleitung und Verifizierung dieser These basiert auf der Betrachtung von erfolgreichen Wasserwirtschaftsmodellen, insbesondere aus Bayern. Es gibt hier wenigstens zwei Motive, sich mit internationaler best practice in der Wasserwirtschaft zu beschäftigen: Einmal der Wunsch, mit der vorhandenen Erfahrung und Technologie durch aktive Beteiligung an internationalen Projekten bei der Umsetzung der MDGs als der internationalen Herausforderung mitzuwirken, zum anderen die Notwendigkeit der Optimierung der eigenen nationalen Strukturen mit Hilfe internationaler Erfahrung.

1. Grundlagen einer Wasserversorgung

Anlagen zur Wasserversorgung dienen der Deckung des Wasserbedarfs der Wohn- und Arbeitsstätten der menschlichen Gesellschaft.

3. Wassergewinnung

Hydrologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Wasser auf der Erde, in Flüssen, Strömen, Seen, auf oder unter der Erdoberfläche oder in der Atmosphäre beschäftigt und alle seine Formen, sein Vorkommen und seine Verteilung umfasst. Für das unter der Erdoberfläche befindliche Wasser ist die Hydrogeologie, die Lehre von der Verbreitung, Mächtigkeit, Lagerung und Beschaffenheit von GW-Leitern und GW-Stauern. Die GW-Hydraulik ist die Lehre vom Fließen des GW.

Dipl.-Ing. Karl Heinz Köhler

2. Wasserabgabe — Wasserverbrauch — Wasserbedarf

Bei der Herkunft des für die öffentliche Wasserversorgung (WV) gewonnenen Wassers sind in den europäischen Ländern auffallende Unterschiede festzustellen (Abb. 2-1).

Dipl.-Ing Erwin Preininger

4. Wasseraufbereitung

Neue Erkenntnisse in der Wasserchemie haben auch zu neuen Bezeichnungen, Maßeinheiten usw. geführt. Um aber auch Praktikern das Verständnis zu ermöglichen, die mit dieser neuen Terminologie nicht durchgängig vertraut sind, wurden alte und neue Begriffe häufig parallel verwendet. Bei der Wiedergabe älterer Analysenwerte wurde in Übereinstimmung mit der Situation in der Praxis auf eine Umstellung zumeist verzichtet.

Prof. Dr.-Ing. Reinhard Weigelt

3. Wasservorkommen und Wassergewinnung

Nach DIN 4049 versteht man unter Wasserkreislauf die ständige Folge der Zustands- und Ortsänderung des Wassers mit den Hauptkomponenten Niederschlag, Abfluss, Verdunstung und atmosphärischer Wassertransport nach Bild 3.1.

5. Bodenfaktoren – Schrift des Bodens

Der Boden ist – im Vergleich zu den Dimensionen des Planeten Erde – nur eine sehr dünne Haut. Ohne diese gäbe es aber so gut wie kein Pflanzenwachstum auf unserem Globus. Auch gäbe es ohne diese meist nur wenige Zentimeter dünne Krume aus fein zerbröseltem Gestein und zersetzten Pflanzenresten keinen Ackerbau und keine Kultur mit Saatzucht und Viehhaltung, und auch die Wälder wären nicht denkbar. Der Boden besteht also aus festen mineralischen und organischen Bestandteilen unterschiedlicher Größe, ist mit Bodenwasser und Bodenluft durchsetzt und bietet den Pflanzenwurzeln Nährstoffe und Verankerung und den unzähligen Bodenorganismen Lebensraum. Insgesamt gibt es mehr als 7500 verschiedene Bodentypen auf der Erde. Jeder von ihnen ist ein Produkt aus mineralischen und biologischen Rohstoffen. Die Minerale können dabei entweder dem Gestein entstammen, auf dem der jeweilige Boden gerade „wächst“, oder sie wurden von Wind, Wasser oder Gletscher oft über weite Strecken zu ihrem gegenwärtigen Standort transportiert. Beim äolischen windverfrachteten Löss können diese Strecken sogar mehrere hundert Kilometer betragen. Bei den biologischen Rohstoffen im Boden handelt es sich um die Reste von Pflanzen, die auf verwitterten Gesteinsschichten wachsen. Im Laufe der Zeit führten Pflanzenwachstum, chemische Reaktionen, wie Auslaugung und Einwaschung, und physikalische Vorgänge zu einem jeweils charakteristischen Boden. Der Verwitterung kommt in diesem Prozessgefüge eine Schlüsselstellung zu, denn durch sie werden Festgesteine in Lockermaterialien und grobkörnige Substanz überführt. Diese sind wiederum zum einen Voraussetzung für eine Bodenbildung und den Bodenaufbau sowie für den Pflanzenwuchs; zum andern steuert die Verwitterung auch den Abtrag von Böden. Die dabei wirkenden Kräfte verändern die Gesteine an der Erdoberfläche in ihren physikalischen, chemischen, mineralogischen und biologischen Eigenschaften. Eine besondere Rolle spielen dabei Grundwasser und Regenwasser, denn vom Feuchtigkeitsgehalt hängt es ab, wie rasch Veränderungen im Boden stattfinden. Damit ist auch die Bildung und Entwicklung unserer Böden ein klima- und naturraumabhängiges Phänomen.

6. Bodenhorizonte und Bodentypen

Im System der globalen Kreisläufe, wie es für die Klimafaktoren im Kapitel 2 ausgeführt ist, nimmt der Boden in seiner Kontinuum-Funktion eine wichtige Rolle ein. Die Bodenbildung im Gestein geht mit einer Nährstofffreisetzung aus den Mineralien und gleichzeitiger Nährstoffspeicherung aus der anfallenden Biomasse einher. In diesem Prozess wirken alle Faktoren zusammen, die an der Erdoberfläche eine Rolle spielen, von der Sonnenstrahlung bis zur menschlichen Tätigkeit. Böden sind zudem über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende gewachsen; sie sind damit auch Archive der Erd- und Landschaftsgeschichte. Das Gestein oder das Sediment liefern die dominierenden bodenbildenden Voraussetzungen, welche die Körngrößenzusammensetzung, also die Bodenart, den Mineralbestand und damit den Bodenchemismus, das Bodengefüge und die Bodenfarbe maßgeblich beeinflussen, wie wir in Kapitel 5 gesehen haben.

4. Kapitel. Europäisches Strafrecht

Seit Jahren1976 besteht die Forderung, für die Europäische Union einen Grundrechte-Katalog einzuführen, der die Rechte der EU-Bürger festschreibt. Trotz mehrerer Initiativen1977 wurde dieses Projekt bis 2000 nicht konsequent umgesetzt. Dies änderte sich mit den Tagungen des Europäischen Rats in Köln (3. und 4. Juni 1999) und in Tampere (15. und 16. Oktober 1999), auf denen er ein Gremium (den Grundrechte-Konvent) damit beauftragte, eine Grundrechte-Charta für die Europäische Union zu entwerfen. Damit wollte er sicherstellen, dass die Europäische Union noch vor der Osterweiterung auch als Wertegemeinschaft und nicht nur als Zoll- und Währungsunion definiert wird.1978 Gemäß dem Europäischen Rat ist der Grund für dieses Projekt, dass es infolge der fortschreitenden Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten der Europäischen Union — von der wirtschaftlichen bis hin zur innen- und rechtspolitischen Zusammenarbeit — notwendig erscheint, den Bürgern der Europäischen Union ihre Grundrechte unmittelbar in einem Katalog im Primärrecht der Europäischen Union zu verbürgen1979 und sie so sichtbarer zu machen.1980 Außerdem ist die Wahrung der Grundrechte eines der Gründungsprinzipien der Europäischen Union und unerlässliche Voraussetzung für ihre Legitimität.1981

Silke Knaut

2. Kapitel. Die verschiedenen Modelle des Umweltstrafrechts

Im Folgenden wird ein Überblick1019 über die verschiedenen Regelungsmöglichkeiten des Umweltstrafrechts, von denen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber auch in Japan und in der Schweiz Gebrauch gemacht wird, gegeben. Hierbei sollen vor allem die im deutschen Umweltstrafrecht bestehenden Problempunkte (der Rechtsgüterschutz, die Deliktstypen, die Verwaltungsakzessorietät, die Amtsträ-gerstrafbarkeit und die Frage der Strafbarkeit juristischer Personen) abgehandelt und kurz wesentliche Unterschiede zum deutschen Umweltstrafrecht hervorgehoben werden. Deshalb erfolgt im Anschluss an jedes Land ein kurzer Vergleich mit dem deutschen Umweltstrafrecht, der die drei Bereiche, die im deutschen Recht als lückenhaft und verbesserungswürdig ausgemacht wurden (einheitliche Erfassung/Regelung der Umweltrechtsgüter, Strafbarkeit beziehungsweise Anzeigepflicht von Amtsträgern und Strafbarkeit juristischer Personen), zum Schwerpunkt hat. Vereinfachend lassen sich drei Grundmodelle unterscheiden; Es gibt Länder, die das Umweltstrafrecht im allgemeinen Strafgesetzbuch (A.), in einem zentralen Umweltschutzgesetz (B.) oder im Nebenstrafrecht als strafrechtliche Annexvorschriften zum Umweltverwaltungsrecht (C.) geregelt haben.1020

Silke Knaut

Einleitung

Die wachsende Bedeutung des Schutzes der Umwelt durch regulierende Maßnahmen, deren Wirksamkeit durch strafrechtliche Maßnahmen unterstützt wird, spiegelt sich auf internationaler und auf europäischer Ebene wider.

Silke Knaut

13. Umweltstrafrecht

Zunächst werden die einzelnen Normen innerhalb des Umweltstrafrechts im Überblick dargestellt (Übersicht 13.1). Grundsätzlich gelten auch für das im 29. Teil des Strafgesetzbuchs normierte Umweltstrafrecht die soeben erörterten allgemeinen strafrechtlichen Voraussetzungen.Das Umweltstrafrecht ist eher als andere strafrechtliche Normen von verwaltungsrechtlichen Vorgaben abhängig. Vielfach ergibt sich die Strafbarkeit einer Person gerade dadurch, dass er gegen verwaltungsrechtliche Regelungen verstößt oder eine verwaltungsrechtliche Erlaubnis nicht besteht. Diese Verwaltungsakzessorietät wird deshalb in diesem Kapitel genauer dargestellt (Übersicht 13.2).

Walter Frenz, Hans-Jürgen Müggenborg

Knorr: Nachhaltige Beschaffung von Zutaten als zentraler Bestandteil der Geschäfts- und Markenstrategie

Ende 2010 hat Unilever einen Zehnjahresplan für nachhaltiges Wachstum eingeführt. Der Unilever Sustainable Living Plan umfasst die gesamte Lieferkette – von der Beschaffung der Rohwaren über die Verwendung der Produkte durch die Konsumenten bis hin zur Abfallentsorgung. Eine 100 % nachhaltige Beschaffung aller landwirtschaftlichen Rohwaren ist eines der drei großen Ziele, die der Konsumgüterhersteller bis 2020 umsetzen will. Als größte globale Marke im Unilever-Portfolio, die pro Jahr 1,2 Mio. t frisches Gemüse für ihre Produkte verarbeitet, hat Knorr einen entscheidenden Anteil an der Zielerreichung. Damit das gelingt, ist Nachhaltigkeit Kernelement der Geschäfts- und Markenstrategie von Knorr. Initiativen wie die „Partnerschaft für Nachhaltigkeit“ schonen nicht nur Ressourcen und schützen die Umwelt, sondern sorgen auch dafür, dass Knorr-Produkte aus hochwertigen, natürlichen Zutaten verantwortungsbewusst hergestellt werden.

Katja Wagner

Energiewende und Übertragungsnetzausbau: Sind Erdkabel ein Instrument zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Leitungsbaus?

Der energiewendebedingte Ausbau der Stromübertragungsnetze führt in vielen Regionen Deutschlands zu Protesten. Viele Studien verweisen vor diesem Hintergrund darauf, dass Erdkabel geeignet sind, die Zustimmung zu Leitungsbauprojekten und die Akzeptanz des Stromnetzausbaus zu erhöhen. Dieser Beitrag prüft diese These anhand einer Erhebung der Zahlungsbereitschaften privater Haushalte für Erdkabelprojekte, die im Vergleich zu klassischen Befragungsmethoden auch strategische Verhaltensweisen und Opportunitäten abbilden. Es werden Ergebnisse einer Befragung auf Basis der Kontingenten Bewertungsmethode vorgestellt, die im November und Dezember 2012 in vier Regionen Deutschlands durchgeführt wurde, die in unterschiedlichen Maß von Netzausbauprojekten betroffen sind. Eine Auswertung der Angaben von 1.003 Haushalten bestätigt zunächst die Ergebnisse vergleichbarer Studien und lässt eine klare Präferenz der Haushalte (rund 60 %) für Erdkabel erkennen, die jedoch regional stark variiert. Eine Auswertung der Zahlungsbereitschaft für die untersuchten Erdkabelprojekte relativiert dieses Ergebnis. Ungefähr die Hälfte der Haushalte, die sich im Abstimmungsmodus für Erdkabel aussprechen, ist nicht bereit, für die Realisation von Erdkabelprojekten eine Steigerung der Netzentgelte hinzunehmen (Trittbrettfahrerverhalten). Zudem zeigt sich, dass die befragten Haushalte eine über den regionalen Einzelfall hinausgehende Verwendung der Erdkabeltechnik im Durchschnitt nur mit einer geringen Erhöhung ihrer Zahlungsbereitschaft honorieren und dass 60 % der Haushalte mit einem überregionalen Projekt keine Wertsteigerung oder gar eineWertminderung gegenüber der regionalen Projektauslegung verbinden. Eine pauschale Zustimmung zur Verwendung von Erdkabeln kann damit bei Berücksichtigung der Informationen über die Struktur der geäußerten Zahlungsbereitschaften nicht unterstellt werden. Im Rahmen von Regressionsmodellen werden das Abstimmungsverhalten und die Zahlungsbereitschaften mit unterschiedlichen demographischen Merkmalen und Einstellungen erklärt. Grundsätzliche Erwägungen zu Energie- und Umweltpolitik haben hierbei nur einen geringen Einfluss auf das Antwortverhalten. Vielmehr beeinflussen regionale Faktoren und die bevorzugte Finanzierungsmethode für den Netzausbau das Entscheidungsverhalten der Haushalte.

Roland Menges, Gregor Beyer

19. Entwässerung

Beobachtungen des Unfallgeschehens haben gezeigt, dass das Risiko auf nassen Fahrbahnen zu verunglücken, ausgedrückt durch das Verhältnis des Anteils der Unfälle bei Nässe zum Zeitanteil „nasse Fahrbahn“, deutlich höher ist als das entsprechende Verhältnis auf trockenen Fahrbahnoberflächen.Als Unfallursachen sind in diesem Zusammenhang die folgenden Effekte verantwortlich für dieses erhöhte Risiko: Sprühfahnenbildung, durch aufgewirbeltes Wasser bei nasser Fahrbahn wird der nachfolgende Verkehr in seiner Sicht behindert.Der Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn ist bei Nässe deutlich geringer als bei trockener Fahrbahn. Im Grenzfall kommt es zu Aquaplaning. Vielen Fahrzeugführern ist der deutliche Unterschied nicht bewusst.Bei Nässe ändern sich die Reflexionseigenschaften der Fahrbahn. Vor allem nachts verschlechtern sich bei nasser Fahrbahn die Lichtverhältnisse durch den Übergang von diffuser zu spiegelnder Reflexion.Der Fahrbahnzustand bei Nässe wird messtechnisch durch den Parameter „Wasserfilmdicke“ beschrieben. Als witterungsbedingte Einflussparameter auf die Wasserfilmdicke sind die folgenden Parameter zu nennen: Regenintensität (beeinflusst den Regenwasserzufluss),Regenenergie (beeinflusst den Abfließvorgang) undWind (beeinflusst den Abfließvorgang).

Thomas Richter

6. Ethik als Ordnungspolitik

Die Institutionenethik muss einen Ordnungsrahmen bereitstellen, der in der Wirtschaft moralisches Verhalten durchsetzt. Im Folgenden wollen wir das das Gefangenendilemma als das grundlegende Problem der Institutionenethik untersuchen und die Ethikkodexe vorstellen, die in der Unternehmenspraxis ethisches Verhalten durchsetzen sollen.

Christian A. Conrad

Das Zertifizierungssystem FAIR’N GREEN

Der vorliegende Beitrag beschreibt die Entwicklung und den Aufbau des Zertifizierungssystems für nachhaltigen Weinbau und legt Anforderungen, Grenzen und Besonderheiten des Systems FAIR’N GREEN dar. Durch ein Scoring-Modell zum Vergleich der Nachhaltigkeitsleistung erhalten die Betriebe relevante Benchmarks und konkrete Handlungsvorschläge, um sich stetig in Richtung einer nachhaltigen Unternehmensführung zu verbessern.

Dr. Keith Ulrich, Florian Reinert

Zertifizierung und Standardorganisationen

Die Zertifizierung soll durch Standardsetzung und unabhängige Prüforganisationen helfen, unerwünschte Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns weitgehend zu vermeiden. Sowohl der Handel als auch Nicht-Regierungsorganisationen (NGO: Non-Governmental Organisation (Nicht-Regierungsorganisation)) leisten einen Beitrag, die soziale und ökologische Situation in der Wirtschaft grenzüberschreitend zu verbessern. Sie können und sollen staatliche normative Regelungen nicht ersetzen; sie können jedoch mithilfe der Zertifizierung darauf hinwirken, eine auf soziale, ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit orientierte Wirtschaft zu befördern.

Dr. Uwe Meier

23. Landschaftsplan

Der kommunale Landschaftsplan ist der Fachplan Naturschutz auf örtlicher Ebene und liefert ein wesentliches Konzept für die Umweltarbeit der Städte und Gemeinden. In den GIS-basierten Karten werden die Planaussagen dargestellt, im Textteil werden sie begründet. Die Kernaussagen des Landschaftsplans beinhalten die Ergebnisse der Bestandsaufnahme, -analyse und -bewertung (Zustand von Natur und Landschaft), die für die örtliche Ebene konkretisierten Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege (z. B. lokaler Biotopverbund), die Konflikte im Planungsgebiet sowie Möglichkeiten zu deren Lösung einschließlich konkreter Maßnahmenvorschläge zu Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft.

Kai-Uwe Grünberg

35. Wasser- und Bodenschutz

Zwischen den Schutzgütern Gewässer und Böden bestehen über stoffliche Austauschprozesse sowie die Land- und Raumnutzung enge Kopplungen. Aus rechtlicher und planerischer Perspektive erfahren die zwei Politikfelder aber eine unterschiedlich Aufmerksamkeit: Während sich die Gewässer(schutz)politik durch europäische Vorgaben in den letzten Jahren rasch weiterentwickelt hat, nimmt der Bodenschutz nach wie vor eine Randstellung ein.

Antje Bruns

2. Klärung der Ziele und Projektvorbereitung

In dieser ersten Phase entscheidet sich die Zukunft eines Projektes grundsätzlich. Bei allem, was in dieser Phase falsch gemacht wird, kann in den späteren Phasen nur noch Kosmetik betrieben werden.

Hans Sommer

10. Umwelt (Planung, UVP, Umweltrecht)

Das Thema Umwelt ist in den letzten Jahren zum größten Risiko-, Kosten- und Verzögerungsfaktor für Infrastrukturprojekte geworden. Stuttgart 21, Hessisch-Lichtenau, die Ostseepipeline und die Elbvertiefung sind dafür prominente Beispiele. Als effiziente Instrumente zur Durchsetzung von Umweltbelangen haben sich insbesondere die Informations-und Beteiligungsrechte von Bürgern und Verbänden und die erweiterten Klagebefugnisse von Umweltverbänden erwiesen. Parallel dazu werden die inhaltlichen Anforderungen des Umweltrechts durch europäische und nationale Vorschriften und ihre Auslegung durch die Rechtsprechung ständig verschärft.Zum erfolgreichen Projektmanagement eines Infrastrukturprojektes zählen daher nicht nur die Erfassung und Bewertung von Umweltbelangen, sondern auch ihre rechtliche Bedeutung und ihr Potenzial für spätere Klagen gegen das Projekt. Das Kapitel Umwelt führt in die wesentlichen Themen für Infrastrukturprojekte (Schutz vor Lärm- und Luftemissionen, Erschütterungen und elektromagnetischen Feldern, Naturschutz-, insbesondere FFH- und Artenschutzrecht sowie Wasserrecht) und verfahrensrechtlichen Instrumente ein (Umweltverträglichkeitsprüfung, Umweltinformationen) und gibt einen Überblick über den Rechtsschutz gegen Umweltrechtsverstöße

Dr., Rechtsanwältin Bettina Enderle

8. Stakeholdermanagement

Jedes Infrastrukturprojekt hat ein Umfeld. Es hat mehr oder weniger große Auswirkungen auf sein Umfeld und aus diesem Umfeld wirken positive und negative Einflüsse auf ein Projekt.Dieses Umfeld besteht aus Organisationen und Individuen, aber auch aus sozialen Strukturen und aus der Natur, in der wir leben. Aufgrund der Interaktion zwischen Projekt und Umfeld muss dieses so früh und so gut wie möglich bekannt sein, denn Projektkritiker und -gegner müssen hinsichtlich ihres negativen Einflusses auf das Projekt ebenso identifiziert werden wie Projektbefürworter und Unterstützer, Machtpromotoren und Kooperationspartner. Die aus negativen Einflüssen resultierenden Risiken müssen identifiziert und minimiert werden, die positiven „Beeinflusser“ identifiziert und nach Möglichkeit einbezogen werden, damit daraus resultierende Chancen genutzt werden können.Das Stakeholdermanagement hat daher als zentrales Erfolgsinstrument die Aufgabe, dieses Umfeld frühzeitig zu analysieren und daraus Maßnahmen zum Umgang mit den Beteiligten abzuleiten und deren Ansprüche ggf. zu berücksichtigen bzw. ihnen entsprechend zu begegnen, um damit den Umwelteinfluss planbar zu machen.

Prof. Dr.-Ing. Konrad Spang, Wulf Clausen

5. Forschungsdesign: empirisch begründete Theoriebildung

Da das Forschungsziel die Exploration von stadtspezifischen Deutungen von Klimaanpassung und damit zusammenhängenden Sinngebungen von Klimawissen ist, ist die Grounded Theory als Methodologie für diese Untersuchung geeignet. Die Grounded Theory will Sinn- und Bedeutungsstrukturen, mit denen Akteure ihre soziale Alltagswelt kognitiv strukturieren, verstehen (Suddaby 2006: 633). Sie geht dabei über eine deskriptive Beschreibung sozialer Tatsachen hinaus; als Technik der interpretativen Sozialforschung soll sie vielmehr Erklärungen für Unterschiede im Verhalten bieten (Goulding 2009: 381). Sie wird daher für das Aufdecken lokaler und kontextspezifischer Bedeutungen und Verständnisse von Konzepten wie Nichtwissen oder Unsicherheit verwendet (Smithson 2010: 91).

Elisabeth Süßbauer

7. Die stadtplanerische Übersetzung der Klimaanpassung

Dieses Kapitel beinhaltet die Ergebnisse der Interviewauswertung nach der Technik der Grounded Theory, die zum Ziel hatte, die Deutungen und Interpretationen von Klimawandelfolgen und die damit verbundenen Herausforderungen zu systematisieren. In den Interviews kristallisierten sich verschiedene Möglichkeiten heraus, wie Klimaanpassung als Thema in den Kontext der Stadtplanung eingepasst wird. Diese Einpassung als stadtplanerische Konstruktionsleistung bildet daher das Schlüsselthema der Auswertung, das alle Interviews miteinander verbindet. Als Kernkategorie wird der Begriff der Übersetzung (translation) von Czarniawska und Sevón (1996) übernommen, womit Interpretationsleistungen von organisationalen Akteuren als vermittelnder Instanz zwischen den Institutionen und den Handlungen gemeint sind (siehe Kapitel 4.3.2). In der vorliegenden Arbeit wird Klimaanpassung durch Übersetzung in das Feld der Stadtplanung kontextualisiert.

Elisabeth Süßbauer

2. Anpassungsforschung – ein heterogenes Diskursfeld

Zu Beginn des Dissertationsprojektes im Jahr 2010 wurde im wissenschaftlichen Diskurs zunehmend die Umsetzung von Klimaanpassung diskutiert, während in den Jahren zuvor das Thema durch zwischenstaatliche Organisationen wie dem Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) auf die internationale politische Agenda gebracht worden war. Dementsprechend befassten sich soziologische und politikwissenschaftliche Arbeiten vor 2010 vorwiegend mit dem Anpassungsdiskurs auf internationaler Ebene.

Elisabeth Süßbauer

6. Die Fallstudienstädte: lokalspezifische Ausgangsbedingungen

In diesem Kapitel werden die offiziellen Anpassungsstrategien der Städte Dresden, Essen und Berlin vorgestellt. Sie geben Aufschluss darüber, wie in den Städten prioritäre Räume, Handlungsbereiche und Maßnahmen für eine Anpassung an den Klimawandel festgelegt wurden. Diese Entscheidungen werden vor dem Hintergrund der lokalspezifischen Stadtstrukturen und der klimatischen Betroffenheit getroffen. Um diese Auswahlprozesse besser einordnen zu können, wird in Kapitel 6.1 zunächst eine Übersicht über die rein statistische Betroffenheit der Städte von Klimawandelfolgen gegeben. Die Betroffenheit wird vor allem von der jeweiligen geophysischen Empfindlichkeit, also beispielsweise dem Anteil an Grünflächen, der Bevölkerungsdichte oder der naturräumlichen Lage der Stadt, bestimmt.

Elisabeth Süßbauer

3. Grundbegriffe und Themenfelder

In diesem Abschnitt werden Begriffe und Themenfelder vorgestellt, die als Voraussetzungen für umwelthistorische Analysen und Darstellungen grundlegende Bedeutung haben.Umweltgeschichte entsteht als emergentes Wissen durch die Zusammenführung von segmentiertem einzelfachlichen Wissen und Einsichten zu einem fächerübergreifenden Wissenszusammenhang. Dieses Wissen ist qualitativ neu, setzt aber kompetente einzelfachliche Beiträge voraus. Das Wissen über den Umgang von Menschen mit ihrer Umgebung und Umwelt ist auf zahlreiche Disziplinen verteilt, und letztlich kann umwelthistorisches Wissen wohl aus jedem Fachgebiet bereitgestellt werden. Für die Frage, welche Einzelfächer vorrangig zur Umweltgeschichte beitragen, ist zunächst entscheidend, für welchen Zeitraum umwelthistorische Forschung allgemein zeitlich einsetzen soll.

Bernd Herrmann

Kompetenzbasierte Laufbahngestaltung im Handwerk – Die Situation älterer Mitarbeiter vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Arbeitswelt

Der Anteil der Facharbeiter ist mit 80% im Handwerk so hoch wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland. Sie bilden das Rückgrat eines Sektors, der über 5,3 Millionen Mitarbeiter beschäftigt und im Jahr 2013 einen Umsatz von über 500 Milliarden Euro erzielte (ZDH 2013). Ob Handwerksbetriebe jedoch in Zukunft auch weiterhin in diesem Maße wettbewerbsfähig bleiben, hängt stark davon ab, ob ihnen genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen werden.

Laura Naegele

4. Fließgewässerentwicklung – Historie, Ziele

In diesem Kapitel wird dargestellt, in welcher Weise die Wasserwirtschaft auf die oft nachteiligen nutzungsgedingten Veränderungen der Fließgewässer und gewässernahen Bereiche reagiert hat. Die ersten Anfänge der „naturnahen“ Gewässer- und Auenentwicklung reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Beständig wurden diese zaghaften ersten, hauptsächlich wasserwirtschaftlichen Maßnahmen, um naturschutzfachliche und gewässerökologische Komponenten erweitert und verfeinert. Mit Einführung der EG-Wasserrahmenrichtlinie wurde im Jahr 2000 eine flussgebietsorientierte Bewirtschaftung eingeführt, die im Zusammenwirken mit anderen Richtlinien (u.a. FFH-Richtlinie, Hochwasserrisikomanagement-RL) zu einer ökologischen Verbesserung der Fließgewässer beitragen sollen.

Dr. rer. hort. Hanns-Jörg Dahl, Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Patt, Dr. Klaus Arzet, Dipl.-Biol. Peter Sellheim

6. Planung der Fließgewässer- und Auenentwicklung

Dieses Kapitel zeigt, dass die Grundlage einer erfolgreichen Fließgewässer- und Auenentwicklung die naturraumangepasste Planung unter Berücksichtigung wasserwirtschaftlicher, gewässerökologischer und naturschutzfachlicher Grundlagen ist. Eine Besonderheit stellt dabei die Planung im urbanen Umfeld dar. Einflüsse auf die Entwicklungsprozesse im Wasserkörper und auf den gewässernahen Flächen (Uferstreifen und Gewässeraue) hat dabei im besonderen Maße die Fließgewässerunterhaltung. Eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung verbessert die Akzeptanz jeder Maßnahme. Die Finanzierung ist eine Grundvoraussetzung für die Realisierung eines Projektes. Hierzu werden in diesem Kapitel einige Beispiele vorgestellt.

Dr. rer. nat. Uwe Koenzen, Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Döbbelt-Grüne, Tanja Pottgiesser, Dr. rer. nat. Mario Sommerhäuser, Dipl.-Ing. Walter Binder, Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Patt, Dr. rer. nat. Petra Podraza, Univ. Prof. Dr. rer. nat. Daniel Hering, Dr.-Ing. Silke Wieprecht, Dipl.-Ing. Bernd Schackers, Dipl.-Ing. Bernhard Burkart, Uwe Steuer

7. Erfahrungen

In diesem Kapitel werden 12 Beispiele von Fließgewässer- und Auenentwicklungsmaßnahmen aus unterschiedlichen Naturräumen und Ausgangsbedingungen vor Ort vorgestellt. Einige der Beispiele waren bereits in der Erstauflage enthalten, so dass diese fortgeschrieben werden konnten. Sie zeigen die Entwicklung der letzten 10 Jahre und ermöglichen einen direkten Vergleich zwischen den damaligen Zielen und dem nun Erreichten.

Dipl.-Ing. Bernd Schackers, Dipl.-Ing. Dieter Coldewey, Dipl.-Biol. Peter Sellheim, Dipl.-Ing. Ulrich Detering, Dipl.-Ing. Mechthild Semrau, Dr. rer. nat. Mario Sommerhäuser, Dipl.-Ing. Hubertus Brückner, Dipl.-Ing. Anja Kaussow, Dipl.-Ing. Eberhard Städtler, Josef Groß, Dr. rer. nat. Thomas Paulus, Dipl.-Ing. (FH) Bernd Walser, Dipl.-Ing. Bernhard Burkart, Dipl.-Ing. Walter Binder, Dipl.-Ing. Christian Göldi, Dipl.-Ing. Dr. Helmut Mader, Dipl.-Ing. Joachim Drüke, Dipl.-Biol. Birgit Beckers, Dipl.-Ing. Roland Loerbroks

3. Mensch und Fließgewässer

Dieses Kapitel zeigt, in welcher Weise der Mensch mit den Gewässern verbunden ist. Es beginnt mit der Darstellung der frühen Nutzungen, wie zum Beispiel Flößerei, Teichwirtschaft und Wassermühlen. Heute sind es bei den größeren Gewässern vornehmlich Schifffahrt und Wasserkraftnutzung. Ein ständiges Thema ist der nutzungsbedingte Ausbau der Fließgewässer und der Hochwasserschutz. Im Kapitel wird gezeigt, dass nahezu jede Nutzungsform Auswirkungen auf die Entwicklung von Fließgewässer und Aue hat. Um Fließgewässer- und Auen im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Nutzungsanforderungen nachhaltig entwickeln zu können, müssen diese Zusammenhänge bei Planungen berücksichtigt werden.

Dr. rer. nat. Werner Konold, Dr. rer. nat. Ellen Kiel, Dipl. Biol. Holger Brux, Dr. Michael Schirmer, Dipl.-Biol. Jörg Scholle, Dipl.-Geogr. Georg Schrenk, Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Patt, Dr. Stephan von Keitz, Dipl.-Ing. Walter Binder, Dipl.-Ing. Bernd Schackers, Dr. rer. nat. Petra Podraza

5. Rechtliche Grundlagen

Grundlage allen Handelns sind die rechtlichen Vorgaben. In diesem Kapitel werden die aktuellen wasser- und naturschutzrechtlichen Instrumente der Fließgewässer- und Auenentwicklung vorgestellt. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf den Ausführungen zu Ausbau und Unterhaltung von Fließgewässern sowie dem Hochwasserschutz. Weitere Ausführungen behandeln die Landschaftsplanung, den gesetzlichen Biotopschutz und den besonderen Schutz von Gewässern und Uferzonen.

Klaus-Dieter Fröhlich

6. Sicherheitstechnische Fragestellungen

Die nachfolgende Liste, die keineswegs vollständig und abschließend ist, kann den Architekten, Ingenieuren, Sachverständigen und den Koordinatoren nach Baustellenverordnung sowie anderen verantwortlichen Personen eine Hilfestellung sein.

Michael Risch

5. Restaurierung von Seen und Renaturierung von Seeufern

Süßwasserseen haben als Ökosysteme und Lebensraum für Pflanzen und Tiere eine herausragende Bedeutung für die Artenvielfalt auf der Erde und prägen als Landschaftselemente unsere natürliche Umwelt. Seen fungieren als natürliche Stoffsenken, vor allem für Kohlenstoff und Nährstoffe, aber auch als Senken für in ihren Einzugsgebieten emittierte gelöste und feste Schadstoffe. Darüber hinaus ist Wasser eine wichtige Naturressource. Süßwasserseen stellen in den meisten Regionen der Erde lebenswichtige Quellen für die Versorgung mit Trinkwasser und tierischem Eiweiß (Fischfang) dar. Sie dienen als Wasserspeicher für die landwirtschaftliche und industrielle Nutzung. Auch für Erholungsaktivitäten des Menschen kommt ihnen eine große Bedeutung zu.

Dr. Björn Grüneberg, PD Dr. Wolfgang Ostendorp, Dr. Dieter Leßmann, Dr. Gerlinde Wauer, Prof. Dr. Brigitte Nixdorf

14. Renaturierung von Ökosystemen in urban-industriellen Landschaften

Die Urbanisierung ist ein weltweit stattfindender Prozess mit weitreichenden Auswirkungen auf Mensch und Natur. In Mitteleuropa leben heute etwa 80 % aller Bewohner in Städten. Urbanindustrielle Landschaften gehören deshalb zur unmittelbaren Lebensumwelt der meisten Menschen. Allein in Deutschland wird heute täglich eine Fläche von 120 ha neu für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen. Zu den Siedlungs- und Verkehrsflächen zählen Gebäudeund gebäudebezogene Freiflächen, Verkehrsflächen, Erholungsflächen und Friedhöfe sowie Betriebsflächen für Industrie und Gewerbe.Nicht enthalten sind Tagebauflächen zum Abbau von Bodenschätzen (Kapitel 13). In Deutschland liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen an der Gesamtfläche derzeit bei ca. 13 %, in Österreich bei 5% und in der Schweiz bei knapp 7%. Charakteristisch für die heutige Entwicklung in Mitteleuropa ist, dass die Prozesse der Urbanisierung und der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr nicht ursächlich mit einem Bevölkerungswachstum verbunden sind, d. h. dass Freiflächen auch bei stagnierender oder in manchen Regionen sogar bei sinkender Einwohnerzahl bebaut werden. So notwendig es einerseits ist, dass der Flächen„verbrauch“ reduziert wird, so dringend geboten wird es zunehmend sein, dass auch urban-industrielle Ökosysteme renaturiert werden.

PD Dr. Franz Rebele

2. Bodenkundliche Baubegleitung – Bodenschutz beim Trassenbau

Beim Trassenbau ist die Flächen- respektive Bodeninanspruchnahme im Vergleich zum Hochund Tiefbau vergleichsweise unbedeutend. Versiegelungen durch Baukörper beschränken sich auf technische Bauwerke wie zum Beispiel Verdichterstationen bei Gasleitungen oder Umspannwerke bei Stromleitungen.

Dr. agr. Norbert Feldwisch

8. Flughafen München: Stellschrauben einer nachhaltigen Entwicklung

Die 1949 gegründete Flughafen München GmbH (FMG) betreibt den Münchner Flughafen, der am 17. Mai 1992 an seinem heutigen Standort eröffnet wurde. Gesellschafter der FMG sind der Freistaat Bayern mit 51 %, die Bundesrepublik Deutschland mit 26 % und die Landeshauptstadt München mit 23 %.

Michael Kerkloh

Kapitel 9. Allgemeiner Rahmen des Vergaberechts

Kapitel 13. Maßgebliche Kriterien

Kapitel 12. Öffentliche Auftraggeber und mögliche Bieter

Kapitel 11. PPP- und Inter-state-Konstellationen

6. Interactions of Organic Compounds with Mineral Particles, and the Detection of Cell Components in Bacteria by Spectroscopic Methods – Connections to Nanoscience

Z. Filip, K. Demnerova

Drittes Kapitel. Verwaltungsaufgaben und die Rolle des besonderen Verwaltungsrechts

10. Gefährdung und Schutz von Characeen

This chapter describes the threats of charophytes and their habitats and specifies appropriate actions for their conservation and protection. Main reasons for endangering are habitat destruction, water pollution, increase of utilization (e.g. water management, river regulation, disturbances by fishery, recreation activities), drainage, lack of management, rarity, climate change, introduction of foreign plants and inadequate legal protection. Following the latest Red Data Books 81 % of the charophyte-species and 88 % of the charophyte-plant communities in Germany are threatened. An overview about the degrees of endangering of charophytes in other European countries is presented additionally. The legal foundations for protection of charophytes and their habitats in Germany are analysed with special emphasis to European directives (European Habitats Directive, European Water Framework Directive) and international conventions (e.g. Convention on Biological Diversity, Global Strategy for Plant Conservation). Different measures for conservation and protection of charophytes are discussed. The most important aim is the protection of extant populations against damage and their prevention from nutrient loading. Because many charophytes are poor competitors most of their sites (especially small water bodies and ditches) need a special management as periodical remove of vegetation/mud and creation of vegetation-free areas. Other measures discussed are e.g. an improvement or re-establishment of natural dynamics, development of seminatural fish stocks, creation of new waterbodies, implementation of buffer strips, improvement of legal protection and establishment of nature reserves. Alternative concepts (e.g. Important Stonewort Areas, Plant Micro-Reserves) must be verified, too. The continuous decline of charophytes requires urgent measures to stop the loss of species and habitats. Therefore the implementation of a valid national action plan for protection and conservation of charophytes and their habitats in Germany focussing on the most endangered species is proposed. A subdivision into 5 action plans for 15 threatened charophytes is suggested. In addition local action plans must be realized for 6 species with present occurrence in less than five sites. The proposed actions aim especially at an improvement of knowledge of the present and former occurrence of the target species, their ecological demands, the identification of the present national hot spots for conservation of charophytes in Germany, the promotion of public relations and the realization of management measures including transplantation of oospores.

Ralf Becker

12. Beschreibung der Characeen-Arten Deutschlands

Ralf Becker, Irmgard Blindow, Angela Doege, Thomas Franke, Thomas Gregor, Ulrike Hamann, Dietmar Jäger, Christian Jorda, Timm Kabus, Heiko Korsch, Egbert Korte, Wolf-Henning Kusber, Frank Pätzold, Uwe Raabe, Hendrik Schubert, Matthias Teppke, Klaus van de Weyer, Peter Wolff

ZUFALL logistics group: Nachhaltig auf der ganzen Linie

Stückgut- und Expresstransporte von der ersten bis zur letzten Meile

Das Statistische Bundesamt beziffert den Gesamtumsatz der Automobilindustrie auf über 361,7 Mrd. Euro im Jahr 2013. Während der Inlandsumsatz stagniert, nimmt der Auslandsumsatz stetig zu. Insgesamt wurden im Jahr 2013 79.557 Mio. Tonnen Güter auf der Straße transportiert – auf der Schiene waren dies 12.866 Mio. Tonnen. Diese Zahlen zeigen die Bedeutung der Automobilindustrie für die Logistikunternehmen, vor allem, wenn noch der hohe Anteil industrieller Kontrakte zwischen Industrie und Logistik von rund 69 Prozent zusätzlich betrachtet wird (StatBA 2014, S. 53). Die Zusammenarbeit zwischen den Verladern (Hersteller, Zulieferer, Dienstleister) und den Logistikunternehmen ist hochintegriert. Trends aus der Industrie 4.0 finden im After‐Sales‐Bereich vielfältige Anwendungen. Die Anforderungen an die Logistik nehmen gefühlt im Stundentakt zu. Aber auch die Automobilindustrie steht vor Herausforderungen. Vor dem Hintergrund des stagnierenden Inlandsumsatzes steigen die Kosten für Forschung und Entwicklung im Bereich neuer umweltfreundlicher Technologien.Bei Logistikdienstleistern – seien es im Schwerpunkt Spediteure, Frachtführer oder Kontraktlogistiker – setzt sich die Erkenntnis durch, dass Nachhaltigkeit mit gleichrangigen wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Perspektiven einen wesentlichen Anteil am Unternehmenserfolg hat.

Michael Tillner

12. Planungssystematik und Projektmanagement

In allen Industrieunternehmen haben erhebliche Investitionen im Materialfluss für Transport-, Lager- und Informationssysteme in den letzten Jahren stattgefunden. Der Mechanisierungs- und Automatisierungsgrad hat einen hohen Stand erreicht. Umfangreiche Planungen sind erforderlich, damit diese langfristig festgelegten Investitionen technisch, wirtschaftlich und organisatorisch richtig und vertretbar sind. Da Güter, Kapazitäten, Raum, Personal, Zeit und Kapital der Verteuerung und Verknappung unterliegen, müssen sie rationell eingesetzt werden. Dies wird nur durch Planung erreicht.

2. Aufnehmen eines Bauwerkes

Das gesamte Themenfeld der Bauleitplanung nimmt im Berufsalltag eines Bauzeichners bzw. einer Bauzeichnerin einen hohen Stellenwert ein. Alles was ein/e Bauzeichner/in zeichnet, findet seinen Ursprung in der Bauleitplanung und eingrenzend im Flächennut- zungs- und Bebauungsplan. Der Flächennutzungsplan und darauf aufbauend der Bebauungsplan ist die Grundlage für das weitere Handeln von Architekten, Ingenieuren, Bauherren usw. (siehe Lernfeld 1)

6. Wichtige Dichtstofftypen: Steckbriefe

In diesem Kapitel werden die einzelnen Dichtstoffe im Detail vorgestellt. Alle Unterkapitel sind ähnlich aufgebaut um die Orientierung zu erleichtern. Viele Beispiele sollen dem Leser Anregungen geben, wo die einzelnen Dichtstoffe am vorteilhaftesten eingesetzt werden können.

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