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28-09-2020 | Gewinn- und Verlustrechnung | Nachricht | Article

Unternehmen fürchten zweite Infektionswelle im Oktober

Author:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 min reading time

Um die zum Teil heftigen Umsatzeinbußen infolge der Corona-Pandemie zu kompensieren, hat die Hälfte der deutschen Betriebe staatliche Hilfe in Anspruch genommen, so eine Umfrage. 80 Prozent rechnen nun mit einer zweiten Welle – im Oktober.

Zwei Drittel der deutschen Unternehmen berichten, dass sie staatliche Hilfe in Anspruch genommen haben. 48 Prozent hätten die Krise nach eigener Einschätzung ohne diese Unterstützung nicht überstanden. Das ist ein Kernergebnis der ersten Umfrage des German Business Panels (GBP) der Universität Mannheim. Am häufigsten nutzen die Betriebe die Corona-Soforthilfe (49 Prozent). Dann folgen die Kurzarbeit und das Kurzarbeitergeld sowie die Stundung von Steuerzahlungen mit jeweils 26 Prozent.

Die Ergebnisse basieren auf Antworten von mehr als 9.500 Unternehmen aller Größenordnungen aus insgesamt 73 Branchen. Dabei ging die Staatshilfe vor allem in besonders stark von den wirtschaftlichen Folgen betroffene Sektoren. Hierzu gehören laut Panel Reisebüros, Gastronomen und Getränkehersteller, Künstler, Kreative, die Unterhaltungs- und Erholungsbranche.

Unternehmen verzichten auf Lohnsteigerungen und Boni

"Interessant ist, dass fast alle Betriebe neben den staatlichen Hilfen auch eigene Maßnahmen ergreifen müssen, um durch die Krise zu kommen", erläutert Jannis Bischof von Universität Mannheim. Der Studienautor ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensrechnung. Die meisten Betriebe setzen ihm zufolge auf den Verzicht von Lohnsteigerungen und Bonuszahlungen, danach folgen Preiserhöhungen und 13 Prozent haben sich sogar zum Abbau von Arbeitsplätzen entschlossen.

Ob die staatliche Hilfe und eigene Maßnahmen auf Dauer das finanzielle Überleben der Betriebe sichern, hängt auch von der weiteren Entwicklung ab. Hier geben die Unternehmen allerdings eine pessimistische Prognose ab. 80 Prozent glauben an eine zweite Infektionswelle. "Die meisten Unternehmen erwarten die zweite Welle zu Beginn des Oktobers, was im Einklang mit den aktuell steigenden Fallzahlen steht. Allerdings ist fragwürdig, ob mit dieser erstaunlich präzisen Einschätzung auch die Möglichkeit einhergeht, weitere Einbußen zu verkraften", so der Mitautor der Studie Dirk Simons, Prorektor für Internationales und Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen.

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